Forum


 

Copyright-Debatte: Die Feinde der "Contentmafia" sind Heuchler

DPADas Urheberrecht hat im Internet viele Feinde, oft schlagen sie in Debatten hysterische Töne an. Tatsächlich ist das Urheberrecht eine gute, nützliche Sache - es gibt Künstlern Macht gegenüber Konzernen und gehört gestärkt, nicht geschwächt.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...814276,00.html
  1. #1

    ....

    Der Artikel wirkt für mich wie ein verzweifelter Versuch ACTA, PIPA, etc irgendwie schönzureden...
  2. #2

    Thema verfehlt = 6!

    Es geht bei den Gesetzen und der Diskussion im Internet um die massive Einschränkung der Nutzerrechte und den Verlust von Freiheit.
    Dabei stellt niemand die Rechte eines Künstlers in Frage, wohl aber die Hochpreis- bzw. Monopolpolitik der Medienwirtschaft.
    Da sollen total überzogene Preise aus reiner Profitgier aufrecht erhalten werden.
    Und das dürfen wir nicht zulassen!
  3. #3

    Der Text ist ja schön und gut,

    ... aber das problem ist, dass die meisten Gegner des Urheberrechts überhaupt anerkennen, dass etwas Immaterielles einen Wert haben kann. Ideen und Einfälle seien ja gar nicht schützbar, liest man oft.
    Das ist für mich das fatalste Defizit, das man intellektuell in dieser neuen digitalen Welt haben kann. Denn hier ist letztlich alles ohne Aufwand teilbar. Wer den Inhalten hier also keinen Wert zumisst, wird dann irgendwann nur noch Content auf Amateur-Niveau haben.

    Wer meint, geistige Güter seien nicht als solche ernstzunehmen und letztlich ohne Wert, kann sich seine Musik ja einfah selber komponieren oder sich seine Filme selber drehen.
  4. #4

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Urheberrecht hat im Internet viele Feinde, oft schlagen sie in Debatten hysterische Töne an. Tatsächlich ist das Urheberrecht eine gute, nützliche Sache - es gibt Künstlern Macht gegenüber Konzernen und gehört gestärkt, nicht geschwächt.

    Copyright-Debatte: Die*Feinde der "Contentmafia" sind Heuchler - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Das ist eine bemerkenswert, um nicht zu sagen, katastrophal naive Sicht der Dinge. Diese Darstellung ist die Theorie, die Idealform, die nicht im Ansatz den Realitäten entspricht. Die Realität ist, dass die Schöpfer zum Großteil, bis auf wenige medienwirksam transportierte Ausnahmen, von der heutigen Auslegung des Urheberrechts herzlich wenig haben, dieses aber von der Contentindustrie massivst missbraucht wird. Da scheinen an jemandem, ich möchte mal keine bewusste Täuschung des Lesers im Dienste interessierter Parteien unterstellen, die Diskussionen und Skandale der letzten Jahre ziemlich vorbeigangen zu sein (die minimalen kritischen Anmerkungen, um nicht zu agendagetrieben zu erscheinen wurden registriert, keine Angst). In der jetzige Form ist das Urheberrecht so massiv und hoffnungslos pervertiert, die Strukturen so verfestigt, dass eine komplette Abschaffung und anschließende Entwicklung einer zeitgemäßen Alternative mit Sicherheit besser wäre als der jetzige Zustand.
  5. #5

    Ich zahle gerne Geld für die Künstler. Aber am liebsten zahle ich es, wenn es auch direkt an die Künstler geht und nicht über Sony, BMG und Co. Ich gehe gerne direkt zu Konzerten hin, um den Künstlern in die Augen sehen zu können und nicht das Firmenlable auf dem Plattencover.

    Was immer noch nicht verstanden wird: Das Urheberrecht soll nicht abgeschafft werden! Es sollte jedoch eine Reform erfahren. Niemand würde abstreiten, dass es illegal ist, Lieder aus dem Internet herunterzuladen, ohne dafür zu bezahlen.
    Aber man darf sehr wohl bemeckern, dass es unrecht ist, dass Songs und Bücher noch 70 Jahre nach dem Tod (!) des Autors geschützt sind. Wer hat den dafür was geleistet? Thomas Mann hat mit "Die Buddenbrooks" 1901 ein Buch geschrieben, was den Nobelpreis bekam. Das Buch wird dieses Jahr 111 Jahre alt.
    Frei wird es aber erst in 13 Jahren, da Thomas Mann 1955 verstarb.
    Also gilt noch ein Urheberrecht auf ein Buch, dass vor 111 Jahren geschrieben wurde, und dessen Autor bereits seit 57 Jahren Tod ist. Für andere Menschen ist das ein ganzes Leben und für viele zumindest fast.
    HIER darf man dran meckern, ohne sich dabei die Moralkeule geben lassen zu müssen.

    Das überhaupt so viele Filme runter geladen werden, liegt auch wohl eher daran, dass es keine vernünftige legale Methode zu geben scheint, die auch nur ein halbwegs vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis zeigt. 10 Euro für einen 15 Jahre alten Film ist einfach zu viel. Für die Älteren unter uns: Das sind 20 Mark!
    Ich wette, dass die Rechte- und Verwertungsrechteinhaber sich eine goldene Nase verdienen könnten, würden sie endlich die Infrastruktur schaffen, auch mal für drei bis fünf Euro einen Film zum Download anzubieten. Man betrachte Audible von Amazon (Hörbücher und Hörspiele). Dort bekommt man jedes Hörbuch/Hörspiel zum Download deutlich preisgünstiger, als im Handel mit Hülle, man kann es einmal brennen und wenn man ein Abo hat (für 10 Euro im Monat) bekommt man ein Hörspiel/Hörbuch "gratis" und kann jedes (!) Hörbuch/Hörspiel dort für maximal 10 Euro kaufen. Das ist ein Geschäftsmodell, bedenkt man, dass viele Hörbücher im Handel echt teuer sind.
    So zahlt man dort gerne 10 Euro für ein Hörbuch, was im Handel 56,00 Euro kostet. Und das Geschäftsmodell scheint zu funktionieren.


    Der Artikel als solcher erscheint mir auch massiv pro Acta, Pipa und Sopa. Das man damit Leute überwacht, Provider in die Haftung nimmt und die Unschuldsvermutung aussetzt (was das eigentliche Problem ist), wird übersehen.
    Die Rechtslage derzeit ist vollkommen ausreichend! Wir müssen uns nicht zusätzlich - weil man ja nichts zu verbergen hat - überwachen lassen, nur damit gerade die Verwertergesellschaften (z.B. im Falle Thomas Manns) das Geld bekommen. Oder Künstler, die nur einen Bruchteil des Geldes sehen. Nee, danke. Wäre ich Künstler, ich würde meine CDs selbst pressen.
  6. #6

    Konrad Duden verachtet Dich.

    Der Autor heißt Patrick Süskind. Nicht Süßkind.
  7. #7

    Was war das denn?

    Zitat von Dubman Beitrag anzeigen
    Der Artikel wirkt für mich wie ein verzweifelter Versuch ACTA, PIPA, etc irgendwie schönzureden...
    Hab schon so manchen Klopps zum Thema gelesen, hier aber musste ich schon recht früh abbrechen um nicht noch Schaden zu nehmen :D Was sollte das denn? In den Artikel (kann man sowas einen Artikel nennen?) sind soviele handwerkliche Fehler drin, alleine das Künstler geschützt werden ist der Brüller schlechthin. In der Diskussion gehören ganz andere Ansätze. Das diese aber nicht gewollt sind, weil schon ganz am Anfang geblockt wurde "Heuchler, Hysterie etc.pp." zeugt davon.
    Mein erster Gedanke war: "hat das ein Atomiker der Teaparty verbrochen"? Oder war das Hardcore-Satire? Mit dem Machwerk wird der Autor sich keine Freude/Freunde gemacht haben und wird ihm noch einige Zeit beschäftigen, so wie dem CDU Politiker Heveling. Ein bitterböses Eigentor.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Urheberrecht hat im Internet viele Feinde, oft schlagen sie in Debatten hysterische Töne an. Tatsächlich ist das Urheberrecht eine gute, nützliche Sache - es gibt Künstlern Macht gegenüber Konzernen und gehört gestärkt, nicht geschwächt.
    Ich dnke, der Autor widerlegt hier Argumente, die gar nicht im Raum stehen. Es geht den Anti-Sopa-Aktivisten ja gar nicht darum, das Urheberrecht abzuschaffen. Es ist ein Versuch, das freie Internet vor der Kontrolle einiger weniger mit rein wirtschaftlichem Interesse zu bewahren.
    Die haben zu lange zugesehen, wie ihnen die Felle weggeschwommen sind und sich zu lange an Vertriebsmodelle geklammert, die auf technisch überholten Distributionswegen basieren.
    Nun ist die Büchse der Pandora geöffnet, eine Generation hat gelernt, dass man im Internet leicht alles umsonst bekommen kann - und dahinter steckt i.d.R. keine Böswilligkeit, sondern Bequemlichkeit und Gedankenlosigkeit. Durch Aufbau eines rigiden Überwachungsstaats im Internet soll nun die Wiederermächtigung erfolgen und das Rad zurückgedreht. Und das ist der falsche Weg.
    Stattdessen gehört das Urheberrecht modernisiert. Creative Commons macht es vor. Für eine lebendige Remix-Kultur statt GEMA-Bürokratiewahnsinn. Für ein Netz des respektvollen Umgangs mit den Schöpfungen anderer, ein erstarktes Mitspracherecht der Urheber selbst und nicht das Netz von Abmahnanwälten und Strafverfolgern.
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Urheberrecht hat im Internet viele Feinde, oft schlagen sie in Debatten hysterische Töne an. Tatsächlich ist das Urheberrecht eine gute, nützliche Sache - es gibt Künstlern Macht gegenüber Konzernen und gehört gestärkt, nicht geschwächt.

    Copyright-Debatte: Die*Feinde der "Contentmafia" sind Heuchler - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Dieses Thema durch Journalisten bestimmen zu lassen ist wie mit den Weihnachtsgänsen über die Vorverlegung des Weihnachtsfests zu verhandeln.


TOP



TOP