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Copyright-Abkommen: Das steckt hinter dem Acta-Streit

REUTERSZehntausende auf der Straße, maskierte Abgeordnete in Parlamenten - der Copyright-Pakt Acta erhitzt die Gemüter. Doch worum geht es bei dem internationalen Vertrag zum Urheberschutz eigentlich? Und was bringt die Acta-Kritiker so auf die Palme?

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...815011,00.html
  1. #130

    2. Teil

    Zitat von tw1974 Beitrag anzeigen
    (6) Möglich. Mir fällt nur auf, dass da in den letzten Tagen eine riesige Menge Unsinn durch das Netz geisterte, von Leuten, die ACTA offenbar nicht mal gelesen, geschweige denn im Ansatz verstanden haben. Besonders bedenklich finde ich, wenn Multiplikatoren wie "Avaaz" einen so hochgradigen Unsinn schreiben.

    Ich sehe es so: Das Internet ist eine Supersache und die Freiheit des internets auch. Freiheit des Internets heißt auch, dass jeder alles (auch jeden Unsinn) behaupten kann. Das fordert von jedem in meinen Augen eine gewisse Verantwortung und Skepsis. Sprich: Wer sich zu ACTA äußert, sollte doch zumindest mal einen Blick in den Text geworfen haben. Das gilt besonders für Multiplikatoren wie "Avaaz" oder "Campact".
    Alles andere führt dazu, dass sich Legenden und Vorurteile verbreiten und verfestigen.
    Da sind wir einer Meinung. "Avaaz" sehe ich als eine Art Bild-Zeitung des Netzes. Und die Bild hat uns auch nicht in den Ruin getrieben. Da muss man halt genau hinsehen und selber denken (oder einfach ignorieren). Ist aber auf jeden Fall gut für die schnelle Empörung zwischendurch.

    Genauso sehe ich aber, dass die sog. Verwertungsgesellschaften seit Erfindung des Kassettenrecorders das Ende der Kultur vorhersagen und die Politik beeinflussen wollen. Erst jetzt ist aber die Schwelle erreicht, wo man sich ernsthaft Gedanken über eine Neuordnung auf dem Gebiet machen muss (und zwar auf beiden Seiten). Und da sehe ich eben die Gefahr, dass "juristische Personen" mit Milliardenetat es doch etwas leichter haben als die Internet-Bild, sich politisch das nötige Gewicht zu verschaffen. Deswegen kann ich für mich ACTA nicht befürworten.

    Plagiate physikalischer Objekte (und Patente) sind ja noch ein ganz anderes Thema. Wobei es hier schon Abkommen gibt. Und wenn Stihl Motorsägen-Plagate unterbinden will ist das OK. Dann würde ich mich als Firma aber ganz schnell von ACTA verabschieden und das nochmal neu machen... Hier wird einfach zu viel vermischt.
  2. #131

    Hmm...

    Zitat von HEIC0601A Beitrag anzeigen
    Ich bin da auch kein Experte, deswegen finde ich es aber nicht beruhigend, dass es in DE noch relativ "kompliziert" ist. Zum Beispiel in den USA gibt es auch Executive Orders, die ein bestehendes Gesetz verändern können. Da würde der Kongress keine Rolle spielen und müsste dann im Streitfall vom Supreme Court entschieden werden. Über die anderen Staaten weiss ich zu wenig, kommt auch in meinen persönlichen Nachrichten zu wenig vor. Ich gehe mal davon aus, dass in unterschiedlichen Staaten hier unterschiedliche Schwierigkeiten vorliegen.
    (1) In den USA ist die Rechtslage bei völkerrechtlichen Verträgen anders. Bei bestimmen Verträgen muss der Kongress mit 2/3-Mehrheit (!!) zustimmen, andere können durch den Präsidenten ratifiziert werden. Ich bin nicht sicher, wie es bei ACTA ist. Unabhängig davon wirkt ACTA aber auch in den USA nicht unmittelbar, sondern muss durch ein entsprechendes Gesetz umgesetzt werden und so ein Gesetz muss durch den Kongress. Soweit ich weiß reich dafür ein Executive Order nicht aus (die aber auf jeden Fall von einer Kongressmehrheit aufgehoben werden könnte).

    Zitat von HEIC0601A Beitrag anzeigen
    (b) Ich kann und will mich aufgrund eigener Unwissenheit hier nicht drauf verlassen, dass der Prozess der selbe ist, siehe Executive Orders. Bei einer Änderung (was ja mein Punkt ist, egal wie das Abkommen momentan aussieht) schon gar nicht.
    (2) In Deutschland gilt die "actus contrarius" Doktrin. Die Aufhebung oder Änderung eines Rechtsaktes erfolgt nach den Regeln über den Erlass des Rechtsaktes. Es bleibt also (in Deutschland) dabei: Jede Änderung muss durch das Parlament.

    Zitat von HEIC0601A Beitrag anzeigen
    Bei (4) geht es mir eher um amtierende Regierungen, besonders hier in DE ist die Fraktionsdisziplin doch, äh, sehr ausgeprägt. Da ist vor allem die Aussicht auf nen Listenplatz bei der nächsten Wahl beeindruckend.
    (3) Das gilt für jedes Gesetzgebungsvorhaben. Darin kann ich kein ARgument gegen ACTA erkennen.

    Zitat von HEIC0601A Beitrag anzeigen
    Ob eine Änderung dann auch noch Ländersache ist werd ich nicht entscheiden können, Sie vermutlich auch nicht.
    (4) ?? Das verstehe ich nicht? Meinen Sie den Übergang von Kompetenzen auf die EU?
  3. #132

    Bild/Avaaz

    Zitat von HEIC0601A Beitrag anzeigen
    Da sind wir einer Meinung. "Avaaz" sehe ich als eine Art Bild-Zeitung des Netzes. Und die Bild hat uns auch nicht in den Ruin getrieben. Da muss man halt genau hinsehen und selber denken (oder einfach ignorieren). Ist aber auf jeden Fall gut für die schnelle Empörung zwischendurch.
    (1) Vielleicht hat Bild uns nicht in den Ruin getrieben, aber Bild wird zu Recht für vieles kritisiert. Außerdem ist Avaaz ausdrücklich ein Kampagnenmedium. Die Website gibt es auschließlich zu dem Zweck, politische Kampagnen durchzuführen (was ja legitim ist). Wer aber politische Kampagnen mit Lügen (keine Meinungsäußerungen, schlichte Lügen) durchführt, ist in meinen Augen eine Gefahr für die Demokratie.

    Zitat von HEIC0601A Beitrag anzeigen
    Genauso sehe ich aber, dass die sog. Verwertungsgesellschaften seit Erfindung des Kassettenrecorders das Ende der Kultur vorhersagen und die Politik beeinflussen wollen. Erst jetzt ist aber die Schwelle erreicht, wo man sich ernsthaft Gedanken über eine Neuordnung auf dem Gebiet machen muss (und zwar auf beiden Seiten). Und da sehe ich eben die Gefahr, dass "juristische Personen" mit Milliardenetat es doch etwas leichter haben als die Internet-Bild, sich politisch das nötige Gewicht zu verschaffen. Deswegen kann ich für mich ACTA nicht befürworten.
    (2) Die Politik wird durch vieles beeinflußt, nicht zuletzt durch eine Avaaz Kampagne. Wenn Personen (natürliche oder juristische) versuchen, politische Entscheidungen in ihrem Sinne zu beeinflussen, ist das nicht grundsätzlich illegitim, solche Einflussnahme muss aber auf jeden Fall transparent sein.

    (3) Juristische Personen haben nicht zwangsläufig mehr Geld zur Verfügung als natürliche Personen.
    Zitat von HEIC0601A Beitrag anzeigen
    Plagiate physikalischer Objekte (und Patente) sind ja noch ein ganz anderes Thema.
    (4) Nein. Wenn man den Schutz geistigen Eigentums ernst nimmt, muss man geistiges Eigentum unabhängig von der Verkörperung schützen. Da kann es keinen Utnerschied zwischen physischen Plagiaten, Patenten und Urheberrechten geben.
  4. #133

    Aha

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zehntausende auf der Straße, maskierte Abgeordnete in Parlamenten - der Copyright-Pakt Acta erhitzt die Gemüter. Doch worum geht es bei dem internationalen Vertrag zum Urheberschutz eigentlich? Und was bringt die Acta-Kritiker so auf die Palme?

    Copyright-Abkommen: Das steckt hinter dem Acta-Streit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Also sind nach dem Artikel die Gegner deswegen auf der Palme, weil die Rechte-Inhaber z.B. von Musik mit den Internetprovidern z.B. illegale Tauschbörsen lahmlegen wollen und sich dazu nicht ganz rechtsstaatlichen Mitteln bedienen?!
    D.h. sie kritisieren, dass illegales Treiben nicht auf legalem Weg gestoppt wird?! Ist das nicht ein bißchen krank...?!
  5. #134

    .

    Zitat von DerBlicker Beitrag anzeigen
    Warum auch? Im Internet ist nun mal alles kostenlos.
    Das hätten Sie vielleicht gerne, aber dem ist nicht so.
  6. #135

    .

    Zitat von frietz Beitrag anzeigen
    wow, das ist mir neu.
    Ist es nicht schön dass man hier immer wieder etwas neues lernen kann?
    :-)

    Zitat von frietz Beitrag anzeigen
    die firmen produzieren filme, damit man darauf verzichtet, sie zu sehen. ein tolles geschäftsmodell.
    Mal abgesehen davon dass es Unsinn ist, selbst wenn es so wäre ist es doch Sache der Produzenten wie sie ihr Geld verbrennen. Ein Anrecht aufs Ansehen vermag ich darin nicht zu erkennen.
    Zitat von frietz Beitrag anzeigen
    ich dachte, diese filme/serien werden produziert, damit die leute diese auch anschauen.
    Werden Sie ja auch, niemand hindert Sie ins Kino zu gehen und/oder dann etwas zu warten bis der Film auf DVD erscheint.

    Zitat von frietz Beitrag anzeigen
    und wenn ich will, dass die leute meine filme/serien anschauen, dann sollte ich meine geschäftsstrategie ein wenig nach den wünschen der KUNDEN ausrichten. dazu gehören allerdings nicht hohe preise und alte veröffebtlichungsstrategien.
    Tja, dann handeln diese Produzenten evtl. dumm und verschenken Möglichkeiten mehr Geld zu verdienen. Einen Anspruch sich diese Filme/Serien illegal zu besorgen vermag ich in Ihrem Argument nicht zu erkennen.
  7. #136

    Zitat von der andere Beitrag anzeigen
    D.h. sie kritisieren, dass illegales Treiben nicht auf legalem Weg gestoppt wird?! Ist das nicht ein bißchen krank...?!
    Im Gegenteil! Das hat was mit Rechtsstaatlichkeit zu tun. Kennen Sie den Begriff? Ich würde auch kritisieren, wenn ein Dieb, Mörder, Kinderschänder oder Terrorist mit rechtswidrigen Mitteln verfolgt würde.
  8. #137

    Zitat von markus_wienken Beitrag anzeigen
    Tja, dann handeln diese Produzenten evtl. dumm und verschenken Möglichkeiten mehr Geld zu verdienen. Einen Anspruch sich diese Filme/Serien illegal zu besorgen vermag ich in Ihrem Argument nicht zu erkennen.
    Es geht hier auch nicht um einen Anspruch, sondern zum einen um die Frage der Methoden (und ihrer Verhältnismässigkeit), die für die Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen usw. angewendet werden sollen. Zum anderen geht es um die Frage, inwieweit eine Verfolgung solcher Delikte überhaupt möglich und nützlich ist, und ob es nicht sinnvoller wäre, auf alternative Geschäfts- und Vermarktungsmodelle zu setzen, als auf die zunehmende Abmahnkultur.
    Und zum dritten geht es generell um die Sinnhaftigkeit des Begriffs "geistiges "Eigentum" und dessen langfristigen Schutzes.
  9. #138

    .

    Zitat von Bob Andrews Beitrag anzeigen
    Es geht hier auch nicht um einen Anspruch, sondern zum einen um die Frage der Methoden (und ihrer Verhältnismässigkeit), die für die Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen usw. angewendet werden sollen. Zum anderen geht es um die Frage, inwieweit eine Verfolgung solcher Delikte überhaupt möglich und nützlich ist, und ob es nicht sinnvoller wäre, auf alternative Geschäfts- und Vermarktungsmodelle zu setzen, als auf die zunehmende Abmahnkultur.
    Und zum dritten geht es generell um die Sinnhaftigkeit des Begriffs "geistiges "Eigentum" und dessen langfristigen Schutzes.
    In meinem "Disput" mit dem Foristen "frietz" ging es um eben diesen seinen Anspruch mit dem er argumentiert hat. Und diese Denke/Anspruch ist einfach falsch.
    Dass es bei Acta um ganz andere Dinge geht ist mit schon klar, aber darum ging es mir ja auch nicht.
  10. #139

    Urheberrecht abschaffen - kein Acta abkommen unterschreiben

    Diese Welt ist nur noch für einige wenige Lebenswert. Anstatt Menschenrechte umzusetzten, sind wir mit den Interessen einiger Größenwahnsinniger beschäftigt die der ganzen Welt ihre Art das Leben zu leben aufzwingen. Und fast alle lassen es zu. Milliarden Menschen hungern und leben auf der Straße , ohne Zukunft ohne Hoffnung. Urheberrechte sind aber wichtiger?
    Es ist ja toll wenn man eine gute Idee hat, ein toles Lied, Film etc. in die Welt setzt. Die Anerkennung und auch etwas Geld dafür zu bekommen muss ausreichen. Acta ist die Zementierung von Unrecht. Aber was ich wichtiger finde, das Urheberrecht muss abgeschafft werden.


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