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Copy-and-Paste-Minister: Zweite Guttenberg-Arbeit unter Verdacht

Den Doktortitel ist er los, aber die Plagiatejäger lassen nicht locker: Auch in einem 2004 veröffentlichten Aufsatz zur Beziehung zwischen der Türkei und der EU soll Karl-Theodor zu Guttenberg Fremdpassagen übernommen*haben, ohne die Urheber zu nennen. Sein Büro wiegelt ab.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...747423,00.html
  1. #330

    Unterschätzung des Aufwandes

    "...eine schmale 29-Seiten-Analyse..."

    Wenn man etwas über wissenschaftliche Arbeiten weiss, dann ist einem bewusst, dass 29 Seiten eine Menge Aufwand sind (so, sie denn selbst angefertigt werden). Insofern ist der Zusatz "schmale" genau die Art von Unterschätzung, die dazu führt, dass Guttenbergs Plagiarismus als unwichtig abgetan wird.

    Es reicht sogar, sich das einfach im Verhältnis zu des Herrn Ministers Doktorarbeit zu vergegenwärtigen: laut seiner Aussage hat er für 450 Seiten 6-7 Jahre gebraucht. D.h., dass ein 15tel (30 Seiten) zwischen 4,5 und 6 Monaten gedauert haben. Das ist nicht "schmal", das ist ein vollwertiger Artikel.

    Wozu mir noch einfällt - wieviele 29-seitige Artikel hat der Spiegel im Schnitt?
  2. #331

    was wäre wenn...

    Zitat von 5mark Beitrag anzeigen
    Der oben genannte hat treffenderweise mal folgendes bemerkt:

    "You can shear a sheep a hundred times, but you can skin it only once."

    Das sollten sich die Leute die Guttenbergs Rücktritt fordern und die ganze Journalie mal durch den Kopf gehen lassen.

    Nur mal hypothetisch, was würde passieren, wenn Guttenberg jetzt sagen würde "Okay ihr habt Recht, ich trete zurück."...
    Dann würde er in ein paar Jahren wieder Minister sein.
    Schäuble ist das beste Beispiel.
    Guttenberg schadet im Moment am meisten sich und der Koalition in der er Minister ist.
  3. #332

    Erst wenn Gutti sein Amt ruhen läßt, ruht die Sache

    Zitat von simrod Beitrag anzeigen
    Scheinheilligkeit ist bekanntermaßen kein seltenes Phänomen in der Politik. Doch sollten wir nicht vergessen die Vorwürfe aus einer vernünftigen Perspektive zu betrachten.

    Der Täter hat ein Geständnis abgelegt. Der Doktortitel ist weg, sowieso sein Ruf fürs allererste.

    Jeden geschriebenen Wortfetzen dieses Mannes an die Oberfläche zu zerren und sofort unter Plagiatsvorwurf zu stellen ist nicht nur hysterisch sondern auch vollkommen überzogen.

    Der Mann hat ohne Frage einen Riesenfehler begangen, doch langsam ist es an der Zeit die Sache ruhen zu lassen. Jeder verdient eine 2. Chance.
    Guttenberg kann nun nichts mehr anderes zu tun, als vernünftig und ordentlich seinen Job als Verteidigungsminister erledigen bis zum Ende seiner Amtszeit. Danach kann man den Mann nochmal anhand seiner Worten und Taten messen.
    Fehlende Krisenfestigkeit hat er beeindruckend unter Beweis gestellt. Seine Unfähigkeit, ihm bekannte Fakten (das Plagiat) ins Kalkül zu stellen, die Folgen und weitere Entwicklung realistisch vorauszudenken und gleich tabula rasa zu machen, offenbart Problemblindheit aus Eitelkeit und anderen persönlichen Motiven.

    Er hat mangelnde Eignung zu diesem Amt und seinen Aufgaben überzeugend bewiesen, deshalb sollte er sofort zurücktreten. Der internationale Rufschaden für Merkels Regierung und somit Deutschlands Repräsentanz ist jetzt schon erheblich. Frau Merkel kann und will das aber nicht sehen, deswegen sollte sie ebenfalls abtreten.
  4. #333

    wohl wahr

    Zitat von dr.frostbold Beitrag anzeigen
    dafür sülzen für euch die meisten tv fuzzies vom moma über aspekte bis schwachsinn aus der anstalt. der geist steht links, hat der linke immer gesagt, weil er definieren wollte, was geist ist.
    Das mag wohl sein, dass die Linken eine ziemliche Arroganz an den Tag legen, wenn es um den Intellekt ihrer Gegner geht.

    Die Rechten hingegen tun dies, wenn es darum geht, zu definieren was Werte sind und hatten nie Probleme mit Kampagnen, die ihren Gegnern genau diese Werte absprechen und ihren Führungsfiguren diese zuschreiben - bei Gutti ein Fehlgriff, aber auch Schäuble war so einer, oder Lambsdorff.

    Jetzt plötzlich aufzuschreien "Kampagne!" ist genauso verlogen, wie das Gefasel von bürgerlichen Werten vorher - nur entlarvender.
  5. #334

    Nicht zitierbar

    Zitat von breburda Beitrag anzeigen
    Zeitungsartikel und zusammengestellte Berichte sind frei verfügbare Sekundärliteratur-Texte die meistens nicht dem Urheberschutz unterliegen und nicht zitierbar sind.
    Oh, sie unterliegen meistens nicht dem Urheberschutz? Was denn nun? Ich dachte genau das wird vorgeworfen? Dass Guttenberg schlecht gearbeitet hat, das hat er bereits zugegeben.
  6. #335

    ja und?

    Zitat von stevie76 Beitrag anzeigen
    Als Wirtschaftsminister hat er bei der Debatte um die Opel-Subventionen seinen Rücktritt angeboten – und danach einfach weitergemacht. Den Luftangriff von Kundus nannte er erst angemessen, dann unangemessen. Den Kapitän der Gorch Fock nahm er in Schutz, dann feuerte er ihn. Die Wehrpflicht erklärte er für heilig, dann schaffte er sie ab. Sparen wollte er bei der Bundeswehr, jetzt heißt es, das sei unmöglich.
    Politischer Erfolg ist relativ.
    Sie schreiben schon alleindeswegen gegen eine Wand der Ausflüchte, weil es im schwarz-gelben Lager keine andere Persönlichkeit gibt, die so erfolgreich hochgejubelt werden kann, wie der smarte Alleskönner.
    Der Mangel an Optionen schränkt die Möglichkeit sich von erwiesenen Vollnieten zu trennen ein.
  7. #336

    kann ich nicht

    Zitat von simrod Beitrag anzeigen
    Scheinheilligkeit ist bekanntermaßen kein seltenes Phänomen in der Politik. Doch sollten wir nicht vergessen die Vorwürfe aus einer vernünftigen Perspektive zu betrachten.
    Es ist eigentlich unsere Aufgabe als souveräne Demokraten, die wir Politiker wählen, damit sie unsere Interessen vertreten und politisch umsetzen, das nicht mit einer solchen resignativen Leichtigkeit hinzunehmen. Gerade dann nicht, wenn die moralischen Maßstäbe von den betreffenden Personen in den Himmel geschraubt werden. Gilt für rechts und für links.

    Zitat von simrod Beitrag anzeigen
    Der Täter hat ein Geständnis abgelegt. Der Doktortitel ist weg, sowieso sein Ruf fürs allererste.
    Aber nicht aus freien Stücken. Was ist denn ein Schuldeingeständnis wert, das bröckchenweise einer immer erdrückender werdenden Faktenlage nachgereicht wird? Mir jedenfalls nichts.

    Zitat von simrod Beitrag anzeigen
    Jeden geschriebenen Wortfetzen dieses Mannes an die Oberfläche zu zerren und sofort unter Plagiatsvorwurf zu stellen ist nicht nur hysterisch sondern auch vollkommen überzogen.
    Da schließe ich mich an. Für meinen Meinungsbildungsprozess ist das sowieso irrelevant. Ich finde die traurige Historie der Reaktionen Guttenbergs zum jeweiligen Stand der Erkenntnisse wesentlich schlimmer, als die Sache mit der Dissertation selbst. Es wird immer so dämlich gefragt, ob man selbst noch nie "geschummelt" hätte. Natürlich hat man. Aber so einen Affentanz um aufgedeckte Verfehlungen aufzuführen und sich danach sogar als moralischen Sieger zu präsentieren, ist schon extrem frech.

    Zitat von simrod Beitrag anzeigen
    Der Mann hat ohne Frage einen Riesenfehler begangen, doch langsam ist es an der Zeit die Sache ruhen zu lassen. Jeder verdient eine 2. Chance.
    Guttenberg kann nun nichts mehr anderes zu tun, als vernünftig und ordentlich seinen Job als Verteidigungsminister erledigen bis zum Ende seiner Amtszeit. Danach kann man den Mann nochmal anhand seiner Worten und Taten messen.
    Ja, Moment. Einen Zielzeitpunkt zu setzen, wann jemand an seinen Worten und Taten gemessen werden sollte, ist aber doch komisch. Hier besonders, denn der Schrieb, um den es hier geht, liegt ja schon einige Jahre zurück. Der Umgang zu Guttenbergs mit der berechtigten Kritik an diesem Machwerk ist aber brandneu und aktuell. Das ist der Unterschied.

    Mit politischen Heldentaten könnte er diese Sache sowieso nicht gut machen. Wie heilt man mit einer erfolgreichen Bundeswehrreform geklaute Texte und ein ungerechtfertigtes summa cum laude? Das versteht wohl nur, wer an die multiple Persönlichkeits-Theorie der Kanzlerin und ihrem Trennstrich zwischen Mann und Amt glaubt. Mir ist das alles zu hoch. Ich versuche mich in die Lage eines Gutten-Groupies zu versetzen - aber es gelingt mir nicht.
  8. #337

    Hä?

    Zitat von breburda Beitrag anzeigen
    Zeitungsartikel und zusammengestellte Berichte sind frei verfügbare Sekundärliteratur-Texte die meistens nicht dem Urheberschutz unterliegen und nicht zitierbar sind.
    Was ist denn das für ein Unsinn. Natürlich unterliegen diese Texte dem Urheberrecht. Sie sind allerhöchstens nicht zitierbar, weil es vielerorts verpönt ist, das in einer wissenschschaftlichen Arbeit zu tun.
  9. #338

    Lügner und Betrüger bleibt er!

    "Sie, seine Freunde, können ihn in Schutz nehmen und zu ihm halten"!
    Er bleibt doch immer was er ist, ein Schauspieler, Lügner und Betrüger, auch wenn man wieder zum Tagesgeschäft übergehen will bzw. geht!
    Er ist in MEINEN Augen verbrannt!!

    http://www.sueddeutsche.de/politik/g...36#bookmarking
  10. #339

    Der Titel liegt als Kopie vor

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...747759,00.html
    Aus dem Artikel:

    "[Bernhard]Vogel: Natürlich. Zumal ich ja ein paar Jahre meines Berufslebens als Assistent des Politikwissenschaftlers Dolf Sternberger an der Universität Heidelberg verbracht habe und deshalb sehr wohl weiß, dass man auf Zitate achten und Plagiate vermeiden muss. Aber mir kommt bisher in der ganzen Debatte eine Sache zu kurz: Es gab zwei Korrektoren der Guttenberg-Dissertation - einen Doktorvater und einen Zweitgutachter. Dass die nicht gemerkt haben, was da schiefgelaufen ist, halte ich für sehr eigenartig. Dazu kommt: Bei Sternberger war ich ja selbst an der Betreuung vieler Doktorarbeiten beteiligt. Guttenbergs Note "summa cum laude" - das gab es einmal unter zehn, wenn überhaupt."
    [...]
    "SPIEGEL ONLINE: Der offenbar herausragende Guttenberg spricht davon, die Fehlleistungen in seiner Doktorarbeit seien ihm irgendwie unterlaufen. Ist das glaubwürdig?

    Vogel: Diese Erklärung ist für mich schwer nachvollziehbar. Aber nochmals: Mindestens so große Probleme habe ich damit, dass seinen Dissertationsbetreuern nichts aufgefallen ist."

    Als CDU-Politiker mit einer gewissen Parteitreue, die er nun mal beweisen muß, und mit der notwendigen Zurückhaltung, läßt sich hier herauslesen:

    Es war wohl eher Betrug, und der wurde anscheinend auch noch ignoriert...


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