Zitat von
dafor
Es scheint, dass Sie den Punkt noch nicht ganz erfasst haben. Es ist leider wahr, dass in manchen Programmiersprachen Konventionen der Syntax beachtet werden müssen, die eigentlich lächerlich sind, wie etwa die Semikolons, von denen Sie sprachen. Das sind zwar unangenehme aber im Prinzip nebensächliche Probleme.
Schwierigere und bedeutendere Probleme, und damit würde ich dem Herrn Blogger teilweise recht geben, sind zum Beispiel:
(1) welche Funktionalität wird in einem bestimmten Bereich wirklich benötigt, und welche schadet?
(2) welche benötigte Funktionalität sollte per Computer Anwendung bereitgestellt werden, und welche nicht?
(3) auf welche Weise kann diese Funktionalität überhaupt mittels eines Computers bereitgestellt werden?
(4) in welcher Weise sollen Benutzer und Computer zusammenarbeiten um die bereitgestellte Funktionalität zu verwenden?
(5) wie schafft man es die Programme so zu machen, dass sie später gegebenenfalls weiterentwickelt oder an neue Gegebenheiten angepasst werden können?
Es gibt noch etliche andere Schwierigkeiten, die eigentlich viel wichtiger sind als die Semikolons etc. Trotzdem funktioniert ein Programm nicht, in dem die Syntaxkonventionen nicht beachtet worden sind. Es ist allerdings so, dass man die notwendige Priorisierung der Probleme erst erfahren kann, wenn man selber an länger andauernden und grösseren Projekten zur Entwicklung von Programmen teilgenommen hat und wenn man zudem noch die Gelegenheit hatte die praktischen Konsequenzen für Anwender wie Betreiber von Programmen zu erleben, die daher rühren, dass in der Entwicklung nicht gut gearbeitet wurde.
Ich fürchte, dass derartige Dinge im Prinzip außerhalb der Möglichkeiten der beschriebenen Lernumgebung liegen. Das Bild vom Programmieren, dass diese Umgebung vermittelt ist mit ziemlicher Sicherheit sehr vereinfacht, geschönt und verfälscht.