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Computerfirmen auf dem Bildungsmarkt: Kampf ums Klassenzimmer

Apple hat seine interaktiven Lehrbücher vorgestellt - der Konzern drängt auf den Bildungsmarkt, ebenso wie seine Konkurrenten. Das Kalkül: Wer seine Produkte im Klassenzimmer platziert, dem gehört die Zukunft. Doch nutzt die Digitalisierung den Schülern wirklich? Und überfordert sie die Lehrer?

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...809908,00.html
  1. #1

    Back to the cave

    "Wenn die Schüler vor lauter Tippen und Wischen nicht mehr lernen, wie man verbunden schreibt, dann geht ihnen der erste fundamentale Lernprozess verloren"
    Ja wirklich? Wie wäre es dann mit Runen in Steintafel hauen? Mit Leuten die solche Aussagen machen kann man keinen Fortschritt erreichen.
  2. #2

    Die Schulbuchverläge werden an der Digitalisierung genauso scheitern wie die klassischen Enzyklopädien. Sobald eine netzaffine Lehrerschaft die Mehrheit stellt werden sie freie Lehrbücher entwickeln. Ihre Unterrichtsvorbereitung tauschen sie bereits jetzt.

    Das in Verbindung mit billigen Computern wie den Raspberry Pi würde zum ersten mal eine wirklich freie Bildung bedeuten.
  3. #3

    Systemverwalter

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer seine Produkte im Klassenzimmer platziert, dem gehört die Zukunft.

    Computerfirmen auf dem Bildungsmarkt: Kampf ums Klassenzimmer - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL

    Wer seine IT-Produkte im Klassenzimmer platzieren will, sollte den Systemverwalter nicht vergessen. Während es in England für eine 4-zügige Schule zwei Systemadministratoren gibt, die die Geräte warten und die Programme installieren, während es in Frankreich immerhin noch die Centre d'Information et de Documentation gibt, wo zwei bis drei Angestellte für die Bücherei und die Computer zuständig sind, gibt es in Deutschland nichts dergleichen. Dort werden massenweise Rechner in die Schulen gekarrt ohne darüber nachzudenken, wer die denn jetzt warten soll. Ein mittleres Gymnasium verfügt über ca 150 Rechner und keinen Systemverwalter. Wer den Lehrern auch noch die Aufgaben der Systemverwaltung aufbürden will, der darf sich nicht wundern, wenn die Kollegen eine "gewisse Scheu" vor der IT-Technik haben.
  4. #4

    Die Ungleichheit

    wird größer werden. Nicht jede Familie kann sich die Anschaffung eines Tablets leisten - soll hier der Staat einspringen? Und zahlt auch gleich noch die Internetflatrates mit? Schön, das die Türkei für jeden Schüler ein Tablet anschafft, in D ist das wohl kaum vorstellbar. Schon jetzt geraten Kinder von Familien ins Hintertreffen, die weniger internetaffin sind bzw. eben nicht über die Mittel verfügen, die entsprechende Hard- und Software anzuschaffen.

    Aber natürlich wieder einmal ein geschickter Schachzug von Apple. Es kann einen schon gruseln, wenn man sieht, wie der Konzern mit Rafinesse seine Geschäftsfelder immer weiter ausdehnt und klammheimlich unter dem Mäntelchen der Bildungsförderung die Kundenbindung vorantreibt.
  5. #5

    Keine Angst ...

    das werden die Lehrer allein durch selbstwertgestützte Ignoranz verhindern, ich weiß, wovon ich rede, ich bn in dem Feld tätig ...
  6. #6

    Und was bringt das?

    Der Beitrag stellt leider Einzelaspekte konzeptionslos nebeneinander. Als ob die Moodle Bedienung das Problem wäre.
    Ohne selbst Lehrer zu sein: Lehrer sind in ein straffes Lehrprogramm und ein enges Didaktikkonzept eingebunden. Abweichungen werden von Eltern und bei Beurteilungen abgestraft.
    Für den Einsatz von Tablets etc. liegen keine erprobten Didaktikkonzepte vor, auch wenn die IT-Firmen noch so drängen. Erst müssen im Unterricht Freiräume geschaffen werden, in denen mit neuen Konzepten experimentiert wird.
    Die übliche Medienschelte: "Wir haben in Deutschland mal wieder den Anschluss versäumt." ist hier völlig sinnlos. Das verständliche Drängen der IT-Firmen auf Umsatzerhöhung darf einen geordneten Weg der Verbesserung des Unterrichts nicht stören. Die Ausbildung unserer Kinder ist wichtiger als der Umsatz von Apple.
  7. #7

    Prüfen!

    Bloss weil etwas neu ist ist es nicht automatisch besser. Es sollte genau hingeschaut werden, an welchen Stellen die neuen Technologien eine Verbesserung bewirken können.

    Beispiel:
    Eine 3D-Projektion eines arbeitenden Herzens ist schneller und besser zu verstehen, als ein blosses Bild. Vielleicht schult aber das verstehen anhand eines Bildes das Abstraktionsvermögen eines Kindes, wodurch es ihm auch später im richtigen Leben leichter fällt komplexe Zusammenhänge zu verstehen.
  8. #8

    Das Problem dabei ist, dass das von Apple gefundene Format kein Standard ist - nur Standard in der Apple Welt. Wenn man dann von all den Möglichkeiten spricht, die Apple damit eröffnet, sollte immer auch erwähnt werden, dass es sich um Möglichkeiten handelt, deren Grenzen Apple festlegt. Von einer Freiheit des Denkens - einem Grundwert moderner Gesellschaften - kann daher leider keine Rede sein.

    Natürlich sind die Apple Sachen ziemlich cool. Sie lassen sich leicht bedienen, fühlen sich gut an. Aber irgendwie habe ich immer das Gefühl, betrogen zu werden. Betrogen um das Recht der freien Wahl. Apple ist der große Verführer und ich denke, es hat etwas mit Mündigkeit zu tun, sich dem nicht auszuliefern. Selbst wenn man dann Dinge nutzt, die nicht so cool und hip sind.
  9. #9

    .

    Bildung sollte fuer alle kostenlos sein, auch fuehr Lehrer natuerlich.
    Dazu zaehle ich ausdruecklich auch Lehrmaterial. Schulbuchverlage sollten sofort eingestampft werden und Schulbuecher Public Domain werden. Was fuer ein Irrsinn!


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