Comic-Branche: Der Kampf der schwulen Superhelden

AP Photo/ DC EntertainmentStark! Männlich! Potent! Und verknallt in einen Kerl? Der Comicverlag DC wagt sich mit dem schwulen Superhelden Green Lantern nach vorn. Doch insgesamt tut sich die US-Branche mit Homosexualität schwer, denn konservative Lobbyisten machen Druck - und die Leser schätzen eher echte Machos.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...836799,00.html
  1. #1

    Die Reaktion der Fundie-Moms zeigt, dass reaktionär-konservative Kräfte mit der Redefreiheit auf Internetplattformen nur durch Zensur und Rückzug umgehen können (Andere Beispiele gibt es zuhauf). Das wiederum entlarvt die Argumentations- und Grundlosigkeit ihrer fanatischen Agenda.
  2. #2

    Ach

    Keine Ahnungs, wenns Leute gibt, denen das gefällt, bitte. Und wenns außer schwul auch noch gut ist, dann lesen es sicher bald alle. Mit Schwulsein allein kannst heute ja keinen mehr wirklich schocken.
  3. #3

    Warum...

    ... sollten die Comic-Verleger auf sowas setzen, wenn es die Kundschaft gar nicht interessiert?

    Es wäre Selbstmord einen ihrer Haupt-Helden homosexuell darzustellen. Das würde ja sicherlich dem SPIEGEL gefallen, aber die wollen natürlich verkaufen.
    Sehe keinen Grund, warum dieses Thema wichtig wäre...
  4. #4

    Warum auch?

    Superhelden-Comics sind traditionell Orte heterosexuell-männlicher Wunscherfüllungsphantasien, mit hyperpotenten männlichen Helden und oft leicht bekleideten, anatomisch eindrucksvollen Frauenfiguren. Wird diese Traumwelt zu schwul, könnte das das Kernpublikum verschrecken
    Schöner Satz, trifft die Sache auf den Punkt, auch wenn er anders gemeint war. Jeder von uns hat Wünsche und Träume, meistens Unerfüllbare. Und wenn die Wunschvorstellungen von Comiclesern nunmal starke Männerfiguren und sexy Frauen beinhalten, ist da meines Erachtens kein kritikwürdiges Verhalten drin zu sehen.

    Bloss weil in den Wunschvorstellungen eines Menschen homosexuelle nicht vorkommen, macht ihn das nicht zum intoleranten Homophoben. Genausowenig wie die Konsumenten von Lesbenpornos als besonders tolerant einzustufen sind.

    Toleranz ist nun mal eine beidseitige Sache. Homosexuelle sollen so leben, wie sie glücklich werden, so lange sie niemanden einschränken und ihm etwas aufzwingen. Und homosexuelle Figuren in Comics deren Leser einfach nur Ihre heterosexuellen Fantasien ausleben wollen sind nun mal eine Einschränkung. Homsexuelle regen sich ja auch mit Recht auf, wenn angedeutet wird, dass sie es doch mal mit einem andersgeschlechtlichen Partner versuchen sollten.
  5. #5

    Werbung

    Dank an One Million Moms für die kostenlose Werbung! :)
  6. #6

    ...

    Zitat von Leser161 Beitrag anzeigen
    Schöner Satz, trifft die Sache auf den Punkt, auch wenn er anders gemeint war. Jeder von uns hat Wünsche und Träume, meistens Unerfüllbare. Und wenn die Wunschvorstellungen von Comiclesern nunmal starke Männerfiguren und sexy Frauen beinhalten, ist da meines Erachtens kein kritikwürdiges Verhalten drin zu sehen.

    Bloss weil in den Wunschvorstellungen eines Menschen homosexuelle nicht vorkommen, macht ihn das nicht zum intoleranten Homophoben. Genausowenig wie die Konsumenten von Lesbenpornos als besonders tolerant einzustufen sind.

    Toleranz ist nun mal eine beidseitige Sache. Homosexuelle sollen so leben, wie sie glücklich werden, so lange sie niemanden einschränken und ihm etwas aufzwingen. Und homosexuelle Figuren in Comics deren Leser einfach nur Ihre heterosexuellen Fantasien ausleben wollen sind nun mal eine Einschränkung. Homsexuelle regen sich ja auch mit Recht auf, wenn angedeutet wird, dass sie es doch mal mit einem andersgeschlechtlichen Partner versuchen sollten.
    Stimmt. Aber vielleicht zielt das Heft ja auf dieses kleine Klientel homosexueller Leser ab? Who knows.

    Aber was anderes: Ist Green Lantern nicht schon ewig alt? Wurde der jetzt erst story-technisch schwul oder wie?
  7. #7

    Das da wieder ein "Concerned Parent"-Verband Zeter und Mordio schreit, ist bedauerlich und nicht gut.


    Das die Kunden ein bestimmtes Produkt nur kaufen, wenn es ihren Vorstellungen entspricht - wer will wem daraus eigentlich einen Strick drehen?

    Wenn Comicleser keine schwulen Helden in ihren Comics haben wollen, dann ist das ebenso. Das macht sie aber noch lange nicht zu Schwulenhassern.

    Nur weil ich Fantasy-Fan bin, heißt das ja auch nicht, dass ich nun jedes erscheinende Buch über Glitzervampire gut finden oder auch nur lesen muss.
  8. #8

    Zitat von Leser161 Beitrag anzeigen
    Und homosexuelle Figuren in Comics deren Leser einfach nur Ihre heterosexuellen Fantasien ausleben wollen sind nun mal eine Einschränkung.
    Ah ja. Und für die homosexuellen Leser von Comics, die auch einfach mal nur EINE EINZIGE FIGURE haben möchten, mit der sie sich auch identifizieren können, ist der Status Quo also keine Einschränkung?
  9. #9

    Viel zu gequält....

    Zitat von Leser161 Beitrag anzeigen
    Bloss weil in den Wunschvorstellungen eines Menschen homosexuelle nicht vorkommen, macht ihn das nicht zum intoleranten Homophoben. Genausowenig wie die Konsumenten von Lesbenpornos als besonders tolerant einzustufen sind.
    Wunderschön - könnte man sich fast an die Wand hängen

    Ich bin nicht wirklich überzeugt von der zwanghaften Integration homosexueller Helden in Comics. Das ganze trägt bereits Züge wie die verkrampfte Integration von Afroamerikanern in Film und Fernsehen im Rahmen der Blaxploitation in den 70ern - Klar hatten schwarze Amerikaner es "verdient" in den Medien repräsentiert zu werden, die Umsetzung auf Biegen und Brechen hat aber zu teils absurden Produktionen geführt.
    Auch in diesem Fall werden in den Comics eher verkrampft Stereotypen dargestellt die Teils unfreiwillig komisch sind. Und ganz abgesehen davon: In einem Superhelden-Comic erwarte ich vieles, eine romantische Trauung egal ob hetero- oder homosexuell steht da allerdings nicht unbedingt auf der Liste....