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Comic-Branche: Der Kampf der schwulen Superhelden
AP Photo/ DC EntertainmentStark! Männlich! Potent! Und verknallt in einen Kerl? Der Comicverlag DC wagt sich mit dem schwulen Superhelden Green Lantern nach vorn. Doch insgesamt tut sich die US-Branche mit Homosexualität schwer, denn konservative Lobbyisten machen Druck - und die Leser schätzen eher echte Machos.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...836799,00.html
- #10 04.06.2012 17:59 von
achgottchen
Diese "Story" geistert schon seit Tagen durch die Fangemeinde und keinen interessierst wirklich. DC kommt 20 Jahre zu spät. in diesem Sinne, ein passender Link zum Thema:
Gutters - Issue #301 by David Green - #11 04.06.2012 17:59 von
- #12 04.06.2012 18:01 von
Die Sache ist ein wenig arg kompliziert.
Vereinfacht: DC hat letztes Jahr (wieder mal) alle Serien einem Neustart unterzogen, mehrere Jahrzehnte Continuity-Ballast über Bord geworfen, langjährige Leser vor den Kopf gestoßen und dabei einiges an den fiktiven Historien und Persönlichkeiten der bekannten und weniger bekannten Helden geändert. Superman ist beispielsweise nicht mehr mit Lois Lane verheiratet und war es auch nie. Und die Ur-Green Lantern Alan Scott wurde nun halt im Zuge des DC-Reboots als Homosexueller neu interpretiert.
Immer wieder lustig. Die Comicverlage versuchen alle paar Jahre, die Serien für Neuleser einsteigerfreundlicher zu gestalten, stoßen damit aber häufig langjährigen Lesern vor den Kopf und sorgen zudem bei nur rudimentär mit der Materie vertrauten Leuten für Verwirrung. Supermans Entstehungsgeschichte wurde beispielsweise schon ein gutes Dutzend Mal neu interpretiert. Man muss sich das Ganze ähnlich einer Neuverfilmung vorstellen, die sich nur grob am selben Grundstoff orientiert. - #13 04.06.2012 18:07 von
....Nein.....
Ich muss zumindest für mich als schwulem Mann feststellen, dass von ALLEN Dingen die diese Welt braucht mein Bedarf an homosexuellen Superhelden mit "schwul" als Selbstzweck (und ja, das ist es letztendlich) eher dünn ist - ganz abgesehen davon dass die Gruppe der homosexuellen Comicleser eher dünn besetzt ist.
Wenn ich mir die bisher erschienenen Comics mit homosexuellen lead characters anschaue muss ich sogar sagen dass ICH eher von der Ansammlung an Stereotypen genervt bin als dass ich irgendeine Form von "Identifikation" verspüre... - #14 04.06.2012 18:16 von
- #15 04.06.2012 18:19 von
Oh je, jetzt habe ich gerade erst verwunden das Wickie ein Junge ist und jetzt das.
- #16 04.06.2012 18:22 von
Genau dieser Satz kehrt Ihre ganze vorherige Argumentationskette um und zeigt dann doch eher ein scheinheiliges Verhalten. Es ist schon arg übertrieben, zu behaupten, wenn ein Comicheld unter Hunderten als homosexuell dargestellt wird, dass das automatisch zu einer Einschränkung der übrigen Hunderten führen würde. Ich glaube, Ihnen ist nicht wirklich klar, wie heterosexuell dominiert die Medien im Allgemeinen sind und wie es ist, wenn unter den Abermillionen von heterosexuellen Geschichten, die jährlich irgendwo in aller Welt veröffentlicht werden, und dann zwischendurch mal für Homosexuelle mal hier und da eine Story erzählt wird. Denken Sie nochmal drüber nach und erklären Sie mir dann doch mal, was man unter dem Begriff "Einschränkung" zu verstehen hat. Kurios, dass gerade Heterosexuelle sich eingeschränkt sehen, wenn es nur eine einzige homosexuelle Story mal unters Volk gebracht wird. Das ist gelinde gesagt, absurd.
- #17 04.06.2012 18:22 von
Das Schöne ist ja, dass man sich bei der Superheldenvielfalt diejenigen aussuchen kann (und sogar muss), die man mag. Anders als etwas die Einführung eines Charakters in eine TV-Serie kann man also die Helden, die einem nicht zusagen, links liegen lassen. Dass Fans etablierter Geschichten sich diese nicht verbiegen lassen wollen ist nachvollziehbar, aber IMHO spricht gar nichts dagegen, neue Helden einzuführen. Von mir aus auch schwanger, polyamorös oder was weiß ich. Wem es nicht schmeckt, der kauft die Reihe dann halt nicht.
- #18 04.06.2012 18:37 von
too little, too late
Dann sollten Sie mal ein Superheldencomic lesen. Das ist nicht nur Krach-Bum, sondern beinhaltet auch viel Zwischenmenschliches - schon ewig. Fast jeder Held hat seine Lois Lane. Und deren Hochzeit mit Clark Kent war ein riesiges Ereignis in den Comics der 90ern.
Mich als Fan stören homosexuelle Helden nicht im Geringsten. Allerdings stört mich die Art, wie sie eingeführt werden. Die Figur Alan Scott existiert seit über 70 Jahren, er war verheiratet und hat leibliche Kinder. Es macht schlicht keinen Sinn, dass er jetzt plötzlich schwul sein soll. Ich hoffe, das wird wenigstens ordentlich erklärt, denn nichts hasse ich mehr als die in vielen Slash-Fanfictions herrschende Unsitte des "huch, plötzlich steh ich auf Kerle und weder ich noch mein Umfeld hat damit irgendein Problem".
Bevor das falsch verstanden wird: Natürlich wäre es wünschenswert, wenn Homosexualität kein Problem darstellen würde, dass die Realität aber anders aussieht, zeigen Reaktionen wie die dieser fanatischen Christengruppe.
Homosexualität ist nun eben immer noch ein Stigma - vor allem in Amerika. Dort werden manche Teenager, die entsprechende Neigungen zeigen, immer noch von ihren Eltern in Umerziehungslager gesteckt, was für mich nichts anderes ist als Kindesmissbrauch. Auch bringen sich leider immer wieder Teenager um, weil sie verzweifelt sind und nicht wissen, wie sie ihre homosexuellen Neigungen mit der Homophobie in der Gesellschaft in Einklang bringen sollen.
Ein homosexueller Superheld wäre ein kleiner, aber wichtiger Schritt zur Akzeptanz von Homosexualität, der dringend nötig wäre.
Trotzdem hilft es nicht, wahllos Helden zu Homos zu machen. Grant Morrison ist mir seit seinem Erguss zu Batman extrem unsympathisch geworden. Was soll das denn bitte heißen, Batman wäre vom Konzept her unverkennbar schwul? Weil er hautenge schwarze Klamotten trägt oder was?
Im Übrigen hat genau diese Äußerung zu Auswüchsen geführt, die ich nur mit größten Ekel betrachten konnte. So habe ich nach Morrisons Interview mehrmals in den Medien gutgelaunte Kommentare über ein vermeintlich schwules Verhältnis zwischen Batman und Robin gehört und gelesen. Das mag vordergründig wahnsinnig tolerant erscheinen, ist aber das genaue Gegenteil. Robin I, Dick Grayson, kam als höchstens 13jähriger Knabe zu Batman, war sein Mündel und wurde später sogar von ihm adoptiert. Hier ein schwules Verhältnis sehen zu wollen, ist einfach nur ekelhaft und beweist eigentlich nur, dass für viele Menschen ein enges Verhältnis zwischen zwei Männern (offensichtlich auch völlig egal, ob es sich dabei um Freunde, zwei Brüder oder Vater und Sohn handelt) immer noch als unmännlich, sprich schwul angesehen wird. Männerfreundschaften, in denen man sich auch mal in den Arm nimmt und füreinander da ist, kann es offensichtlich nciht ohne sexuelle Komponente geben.
Das ist nicht nur nicht homofreundlich, sondern zutiefst männerfeindlich.
Ende der 90er hätte DC die Gelegenheit gehabt, einen wichtigen Helden eine homosexuelle Neigung auf den Leib zu schneidern: Über den sexuell sehr schüchternen, da in einem Kloster aufgewachsenen Connor Hawke, alias Green Arrow II, wurde viel in diese Richtung spekuliert. Das hätte gepasst und dass er als Sohn des als Womanizer bekannten Oliver Queen (Green Arrow I) ebenfalls sehr attraktiv für das weibliche Geschlecht war, hätte dem ganzen zusätzliche Würze verliehen - und auch die Chance, recht unverkrampft mit dem Thema umzugehen, vielleicht wären sogar ein paar Witze drin gewesen.
Aber diese Gelegenheit wurde verpasst. Alan Scott ist dagegen eine offensichtliche Verlegenheitslösung. - #19 04.06.2012 18:47 von
Bei George Clooneys Nippeln (*)
Hatten wir das Thema nicht gerade erst?
Kann das Outing einer Comicfigur in den USA wirklich solche Wellen schlagen? Ist der Comic Code immer noch so in den Köpfen verankert? Das Sexleben der Superhelden war ja lange ein Tabu in den Comics, aber ich dachte eigentlich das hätte sich mit 'Heavy Metal' oder den Watchmen (bei denen ja auch Homosexualität thematisiert wird) erledigt.
Hat eigentlich schon jemand hier im Forum den Comic gelesen? Ist die Geschichte gut, oder ist es wieder nur ein Publicity Gag wie der Tod von Superman oder der Auftritt von Barack Obama bei Spiderman?
Der beste Comic mit homosexuellen Hauptfiguren ist für mich der japanische Thriller 'MW' vom Manga-Gott Osamu Tezuka
MW (manga) - Wikipedia, the free encyclopedia
und ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass der neue Alan Scott in dieser Liga mitspielt.
Was ich immer wieder amüsant finde ist was einige Leute in die Superhelden hinein interpretieren, z.B. Batman. Schön, viele Leute finden, dass das Kostüm ziemlich schwul aussieht, aber vielleicht trifft er sich ja auch heimlich mit Catwoman zu ein klein wenig BDSM. Immerhin ist Huntress in einigen Geschichten ihre gemeinsame Tochter.
Jimmy Olsen, der Sidekick von Superman, lief sogar öfters in Frauenkleidern rum. Natürlich nur als verdeckter Ermittler, und nicht, weil er auf Lois Lane eifersüchtig war ;-)
Stark? Männlich? Potent? Schwul?
Da greift der Comicfan doch nicht zu amerikanischen Superhelden sondern zu 'Tom of Finland'. Da haben die Kerle wenigstens was in der Hose.
Wie singen 'Black Canary' und 'The Huntress' so schön:
'Aquaman's always courageous
His little fish, less outrageous'
"Birds of Prey" from Batman: The Brave and The Bold - YouTube
(*) Zum Titel, wer sich nicht mehr erinnert oder es völlig verdrängt hat kann sich hier noch mal ein Bild machen ;-)
http://www.moviezit.com/wp-content/p...e-pictures.jpg
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