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Clubs protestieren gegen Gema-Tarife: Fünf Minuten Saturday Night Stille

DPAClub-Betreiber und Disco-Besitzer gehen auf die Barrikaden: Samstagnacht wollen sie für fünf Minuten die Musik ausschalten. Grund der Aufregung? Das neue Tarifsystem der Gema soll mehr Gerechtigkeit schaffen, bedroht aber laut Gastro-Gewerbe eher das deutsche Nachtleben - und viele Existenzen.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...841067,00.html
  1. #20

    Zitat von teutoniar Beitrag anzeigen
    Was hier gerade los ist, ist Stimmungsmache pur. Die Clubs wollen die Centbeträge (6 Cent pro Besuch und Abend) natürlich gerne behalten, aber diese Beträge sind erstens lächerlich gering und zweitens ungerecht im Vergleich zu normalen Gaststätten.
    Was nun gefordert wird, sind (je nach Lokal) ca. 1 Euro pro Gast und Abend. Und deswegen dieser Aufstand. Das ist wie gesagt reine Stimmungsmache, mehr nicht. Wie immer auf Kosten der GEMA.
    Das stimmt einfach nicht. Die GEMA verlangt 10% vom Eintrittspreis ungerechnet auf die Größe der Location. Egal ob da jetzt nur 10 Leute kommen oder 2000. Die GEMA sagt einfach, bei so und soviel Quadratmetern könntet ihr so und so viel Leute in den Laden kriegen, und das müsst ihr bezahlen, ob die wirklich da sind oder nicht. Wenn in den Laden also 2000 reinpassen aber nur 200 wirklich kommen, muss der Veranstalter trotzdem für die theoretischen 2000 bezahlen.

    Das ist so, als wenn das Finanzamt sagen würde, du könntest so und so viel Umsatz machen und davon die Umsatzsteuer berechnen, ob du die Einnahmen wirklich hast oder nicht.

    Außerdem werden immer die Zuschläge vergessen, die auf diese 10% noch drauf kommen. Geht die Veranstaltung länger als 5h (was für die meisten Clubs und Diskos zutreffen wird), sind nocheinmal 50% fällig und das wiederholt sich dann alle 3 Stunden. Dass heisst, in Städten ohne Sperrstunde wo die Veranstaltungen open-end sich, sind die Kosten gar nicht mehr berechenbar. Dann kommt auch noch die GVL und andere Inkassozuschläge hinzu, für die die GEMA ebenfalls die Gebühren einzieht. So kommen am Ende Steigerungen von bis zu 2000% zustande.

    Die Propaganda der GEMA klingt immer so, als wenn sie ja nur am Gewinn beteiligt werden möchte, aber die Berechnung bezieht sich auf das der Größe des Ladens nach theoretisch Mögliche, nicht auf den wirklichen Gewinn. Ganauso wie beim Verteilungsschlüssel, bei dem ein Bohlen und co. Geld bekommt ob er gespielt wird oder nicht, nur auf grund dessen Bekanntheit, wird hier völlig realitätsfern pauschalisiert und abgerechnet.
  2. #21

    Zitat von jana45 Beitrag anzeigen
    Es gibt Musik die nicht der Gema unterliegt und Bands, welche auch auf die Gema verzichten. Was es braucht ist ein Portal dafür, so dass Clubs ihre Gäste mit freier PublicDomainMusik zum Tanzen bringen können. Das muss doch möglich sein.

    Da gibt es gerade auch so ein Fall, wo ein Verein eine CD mit CC-Musik heraus bringen wollte und die GEMA trotzdem die Hand aufhält, weil zwei Künstler auf der CD Anonym bleiben wollen.

    GEMA will Geld für Creative-Commons-Stück | Telepolis

    Ok, jetzt könnte man sagen, dann schmeisst die beiden einfach raus (und damit quasi allen anonymen Künstlern GEMA-freie Veröffentlichungen verbieten), das Problem ist aber viel weitreichender: Wenn man eine Playlist abgibt um der GEMA zu beweisen, dass keine von ihnen vertretene Musik gespielt wurde, muss man für jeden einzelnen Titel alle beteiligten Urheber mit vollem, bürgerlichen Namen und ladungsfähiger Adresse aufführen. Ist auch nur ein einziger Titel dabei, bei dem das nicht einwandfrei möglich ist, gilt die "GEMA-Vermutung", dass heisst, man muss bezahlen als ob jeder einzelne Titel GEMA-pflichtig wäre.
  3. #22

    Nicht nur Discos machen zu...

    es lohnen ich auch andere Veranstaltungen nicht mehr.
    Denn ab 8 Euro Eintritt wird es richtig teuer bei der Gema.
    Und die wollen ja nicht am Umsatz oder Gewinn beteiligt werden, nein sie schätzen einfach die mögliche Besuicherzahl anhand der Quadratmeter.
    Bei uns: Karnevalsveranstaltunegn: abgesagt. Tanzveranstaltung: abgesagt.
    Weil bei Unkosten von 4000-5000 Euro und dann einem Restgewinn von 120 Euro! macht sich kein ehrenamtliches Vereinsmitglied mehr die Arbeit um der Gema 600 Euro in den rachen zu schieben!
    Danke, uns reichts. Der letzte machts Licht aus!!!
  4. #23

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Club-Betreiber und Disco-Besitzer gehen auf die Barrikaden: Samstagnacht wollen sie für fünf Minuten die Musik ausschalten. Grund der Aufregung? Das neue Tarifsystem der Gema soll mehr Gerechtigkeit schaffen, bedroht aber laut Gastro-Gewerbe eher das deutsche Nachtleben - und viele Existenzen.
    Erstens ist das neue System tatsächlich unausgewogen und kann im Einzelfall tatsächlich dazu führen, dass sich der Betrieb eines Clubs oder einer Discothek so wie bisher nicht mehr lohnt. Ganz klar hat die GEMA hier mal wieder Mist gebaut und die Kritik ist mehr als berechtigt.

    Aber Clubbesitzer können trotzdem etwas tun, um weiterhin Musik für ihre Gäste zu haben: Anstatt Musik aus der Konserve, die von einem DJ neu verwurstet wird, muss dann halt Live-Musik her. Es gäbe genügend Bands, die eigene Musik machen, und noch nicht von der GEMA vereinnahmt wurden. Cover-Bands kann man dafür natürlich nur bedingt brauchen, weil die ja selbst GEMA-Gebühren für jeden Song, dessen Urheber GEMA-Mitglied ist, bezahlen müssen, aber Livebands mit eigener Musik, die nicht selbst GEMA-Mitglieder sind, könnten die Lücke füllen.

    Das hätte gleich zwei Vorteile: Erstens würde der GEMA damit der Boden unter den Füßen weggezogen, weil damit gerade Nichtmitglieder sehr viel mehr Auftrittsmöglichkeiten hätten. Zweitens wäre das Programm deutlich vielfältiger, was ich ebenfalls begrüßen würde. Also liebe Clubbesitzer: Nicht nur motzen, sondern selber was tun und mit Live-Bands arbeiten und notfalls auch mal mit freien Jam-Sessions auffüllen. Das macht den Musikern Spass und den Gästen auch.
  5. #24

    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen
    Aber Clubbesitzer können trotzdem etwas tun, um weiterhin Musik für ihre Gäste zu haben: Anstatt Musik aus der Konserve, die von einem DJ neu verwurstet wird, muss dann halt Live-Musik her. Es gäbe genügend Bands, die eigene Musik machen, und noch nicht von der GEMA vereinnahmt wurden. Cover-Bands kann man dafür natürlich nur bedingt brauchen, weil die ja selbst GEMA-Gebühren für jeden Song, dessen Urheber GEMA-Mitglied ist, bezahlen müssen, aber Livebands mit eigener Musik, die nicht selbst GEMA-Mitglieder sind, könnten die Lücke füllen.

    Das hätte gleich zwei Vorteile: Erstens würde der GEMA damit der Boden unter den Füßen weggezogen, weil damit gerade Nichtmitglieder sehr viel mehr Auftrittsmöglichkeiten hätten. Zweitens wäre das Programm deutlich vielfältiger, was ich ebenfalls begrüßen würde. Also liebe Clubbesitzer: Nicht nur motzen, sondern selber was tun und mit Live-Bands arbeiten und notfalls auch mal mit freien Jam-Sessions auffüllen. Das macht den Musikern Spass und den Gästen auch.
    Neben der Musikrichtung gibt es im Veranstaltungsgewerbe noch einige andere Dimensionen von Vielfalt. Drei bis fünf Konzerte pro Woche sind für einen erheblichen Teil der Unternehmen aus mannigfaltigen Gründen nicht sinnvoll.
  6. #25

    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen
    Aber Clubbesitzer können trotzdem etwas tun, um weiterhin Musik für ihre Gäste zu haben: Anstatt Musik aus der Konserve, die von einem DJ neu verwurstet wird, muss dann halt Live-Musik her.
    Beim typischen Berliner Technoschuppen wird das schwierig.
    Livekonzerte erfordern auch eine komplett andere Organisation und Logistik.
    Speziell bei elektronischer Musik ist es mir schon immer ein Raetsel, wie das mit der GEMA abgerechnet wird, da sehr viele Platten, die da aufgelegt werden GEMA-freie Whitelabels sind.
  7. #26

    Zitat von dale_gribble Beitrag anzeigen
    Beim typischen Berliner Technoschuppen wird das schwierig.
    Livekonzerte erfordern auch eine komplett andere Organisation und Logistik.
    Speziell bei elektronischer Musik ist es mir schon immer ein Raetsel, wie das mit der GEMA abgerechnet wird, da sehr viele Platten, die da aufgelegt werden GEMA-freie Whitelabels sind.

    Wie schon geschrieben, wenn da auch nur eine einzige Platte GEMA-Listing hat, muss die ganze Veranstaltung zahlen.
    Und GEMA gibt es selbst im Technobereich noch immer viel. Ich habe selber etliche Vinyls mit dem Logo im Koffer. So ziemlich alles was in Germany gepresst wurde, ist auch GEMA, da Presswerke traditionel dort gemeldet sind. Früher, also noch vor ein paar Jahren, war es sogar mal so, dass Presswerke gar nicht ohne Genehmigung gepresst haben. Das soll wohl heute ein wenig lockerer sein, aber da die meisten Labels das traditionel sowieso in einem Abwasch gleich mitmachen, ist das immer noch sehr weit verbreitet.
  8. #27

    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen

    Aber Clubbesitzer können trotzdem etwas tun, um weiterhin Musik für ihre Gäste zu haben: Anstatt Musik aus der Konserve, die von einem DJ neu verwurstet wird, muss dann halt Live-Musik her. Es gäbe genügend Bands, die eigene Musik machen, und noch nicht von der GEMA vereinnahmt wurden. Cover-Bands kann man dafür natürlich nur bedingt brauchen, weil die ja selbst GEMA-Gebühren für jeden Song, dessen Urheber GEMA-Mitglied ist, bezahlen müssen, aber Livebands mit eigener Musik, die nicht selbst GEMA-Mitglieder sind, könnten die Lücke füllen.
    Naja, Live-Musik ist ja ein ganz spezielles Gebiet. Zumindest in meiner Gegend halten sich die Besucherzahlen bei Konzerten i.d.R in Grenzen. Die musikalische Abwechslung fehlt, und viele, gerade junge Leute wollen eben bestimmte Songs hören. Die Eintrittspreise sind meistens auch höher.
    Bevor die sich Live-Musik antun, gehen sie lieber gar nicht mehr aus, sondern feiern dann eben auf Privatparties oder ungenehmigten (Insider-)Veranstaltungen.
    Das war bei der Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes ähnlich.
  9. #28

    Zitat von teutoniar Beitrag anzeigen
    Was hier gerade los ist, ist Stimmungsmache pur. Die Clubs wollen die Centbeträge (6 Cent pro Besuch und Abend) natürlich gerne behalten, aber diese Beträge sind erstens lächerlich gering und zweitens ungerecht im Vergleich zu normalen Gaststätten.

    Was nun gefordert wird, sind (je nach Lokal) ca. 1 Euro pro Gast und Abend. Und deswegen dieser Aufstand. Das ist wie gesagt reine Stimmungsmache, mehr nicht. Wie immer auf Kosten der GEMA.
    Blödsinn!!! Sie wissen nicht wie das in der Realität aussieht.
    Wir unterhalten uns hier über Gebührenerhöhungen von bis zu 2.000%.
    Das sind keine Pfennigbeträge.
    Der Grundbetrag ist abhängig auch von Eintrittsgeldern und QM der Veranstaltungsfläche.Dieser Grundbetrag erhöht sich nach 4h um 50% und danach alle 3 um jeweils weitere 50%. Im Standart hat ein Club oder Diskothek in Berlin zwischen 10h und 12h Veranstaltungsdauer. Dazu kommt noch ein Laptopaufschlag. Die Musik die dort überwiegend gespielt wird, kommt den entsprechenden Gema-Mitglieder nicht entsprechend zugute. Weil ein Auswahlverfahren eher Dieter Bohlen und Co. berücksichtigt.
  10. #29

    Zitat von Oliver Gnutz Beitrag anzeigen
    Ich habe zwar gegoogelt - aber ich finde keine passende Antwort - vielleicht Sie ?

    Discothek, 300 qm, 52 Samstage im Jahr .....
    schauen Sie nach:
    Beispielrechner zur neuen GEMA Tarifstruktur 2013


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