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Chinesische Militäraktion: Jagd auf Tibets Yak-Nomaden

AFP / FreeTibetFreiwilliger Tod in den Flammen: Gegen den verzweifelten Protest der Tibeter fällt Peking nur ein Mittel ein - mehr Soldaten. Mit großer Härte reagiert die Regierung auf alles, was nach Unruhe oder Unabhängigkeit klingt. Das bekommen nun auch die frei umherziehenden Yak-Hirten zu spüren.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...836941,00.html
  1. #1

    Falschinformation

    Die Tibeter wollen nicht die Unabhängigkeit von China. Das Volk von Tibet will im Bestand Chinas bleiben, dabei aber seine kulturelle Identität bewahren, hat der Dalai Lama 2010 in Washington erklärt.
    "Wir sind bestrebt, im Bestand des Volkes der VR China zu bleiben, dies wäre in unserem Interesse", sagte das Oberhaupt der Tibet-Buddhisten.
  2. #2

    voraussehbar

    Die internationale Kritik anlässlich der Olympischen Spiele hatte verheerende Auswirkungen. Zum einen ist Peking wie zu erwarten war, nur noch kompromissloser geworden, zum anderen ist bei den Tibetern der gefährliche Eindruck entstanden, man könne die internationale Aufmerksamkeit aufrecht erhalten und das würde helfen.

    Deswegen die Selbstverbrennungen.

    Der internationale Medienzirkus aber hat sich nach den Olymics erst mal einen Dreck um Tibet geschert, da waren andere Themen dran. So zynisch es ist, wird es mit den Selbstverbrennungen auch so laufen, ach ja, da verbrennen sich wieder ein paar Tibeter, das ist nur noch Randnotizen wert.

    Für China ist Tibet ein Gesichtsverlust - und das wird nur mit Härte quittiert werden. Und welche Regierung stellt sich da entgegen? Die USA sind in einem so schwierigen Verhältnis mit China, dass sie sich Tibet als Thema einfach nicht leisten können - und unter Obama auch wenig Interesse daran haben.

    Hier hat die tibetische Exilregierung auch den Fehler gemacht, auf die Republikaner zu setzen und hatte bei Obama et al. wenig Kontakte und Lobby.

    Dass die Tibeter keine Führung haben, ist nichts Neues, das wurde nur durch die Niederlegung der politischen Ämter des Dalai Lama offensichtlich. Dieser hat ein massives Nachfolgeproblem, weil die Ernennung des nächsten Dalai Lama mit Sicherheit durch die Chinesen über korrupte oder erpresste Würdenträger laufen wird.

    Ein Neuanfang würde eine geeinigte, handlungsfähige tibetische Exilregierung erfordern, einen Konsens über einen kompletten Neuanfang, eine Stunde Null - sowie ein Anerkennen der Rechte Chinas an Tibet. Diese Kröte wird von den Tibetern nicht geschluckt werden, obwohl sie weder völkerrechtlich, noch politisch wirklich eine Perspektive zur Autonomisierung Tibets haben.

    Das ganze ist fürchterlich verfahren und wird mit dem Ableben des Dalai Lama eines Tages wahrscheinlich nur in eine weitere Abwärtsspirale gehen. Leider.
  3. #3

    Was ich bei dem Thema immer etwas schwierig finde ist die einseitige Darstellung hier im Westen.

    Man muss immer bedenken, dass das ein knallharter Feudalismus war, als die Mönche die Herrschaft hatten, und noch zu Lebzeiten des heutigen Buddhas wurden Menschen für relativ kleine Vergehen unverhältnismäßíg hart bestraft z.B. durch Abschlagen der Hände, oder Ausstechen der Augen.
    http://www.sozialismus.net/zeitung/mr17/dalai-lama.html

    Für mich verkauft sich dieser Mann sehr gut in der westlichen Welt, aber das sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass die Mönche eine ganz üble Vergangenheit haben, und Tibet bis ins 20.te Jahrhundert hinein im dunkelsten Mittelalter hielten.

    Es mag sein dass ich beeinflusst bin. Als Theravada-Buddhist empfinde ich es als Zumutung, dass der tibetische Buddhismus hier das Bild vom Buddhismus bestimmt, dadurch dass der Lama so ein guter Verkäufer ist.
    Dabei ist der tibetische Buddhismus an Buddhas Lehre genauso "dicht" dran, wie der Katholizismus oder die russisch-orthodoxe Kirche an der Lehre Jesu.
    Naja, tolle Ratgeberbücher kann der Lama ja schreiben, aber als Staatsoberhaupt hat er Blut an den Finger, und religiös ist er weit von Buddhas Lehre entfernt.
    Ich mochte 7Jahre in Tibet auch, und hielt es eine Weile in meiner Jugend für ein gutes Abbild. Mittlerweile empfinde ich den Film als Propaganda. Ich finde die Chinesen verhalten sich größtenteils noch sehr gesittet, ich wäre schon längst auf 180 wenn so eine Kaste von ehemaligen Feudalherrschern mich so verzerrend darstellen würden. Der feudale Machtanspruch der Mönche ist auch nicht wesentlich besser begründet als der Anspruch Chinas.
  4. #4

    Es ist sehr schade, dass die Bundesregierung nicht gegen die täglichen Menschenrechtsverletzungen in China handelt. China ist sehr abhängig von Europa und den USA und kann deshalb von diesen beiden auch zu Reformen gezwungen werden.

    Tibet wurde Völkerrechtswidrig von der Mao-Armee annektiert. Wie fast alle Randgebiete der Volksrepublik wird Tibet derzeit mit Han-Chinesen "kolonalisiert", und jede lokale Kultur wird weitesgehend unterdrückt. Wieso sind die Soldaten beispielsweise alle Han-Chinesen?
    Dass der Dalai Lama von einem "kulturellen Völkermord" spricht ist im Fall Tibet (und für Xinjiang gilt das auch) absolut berechtigt.
  5. #5

    ich schichte Mani Steine...

    ... und weiss dennoch, dass dieses Volk noch lange leiden muss.
    Dieser Bericht war wichtig. Bin erschüttert über die Eskalation, obwohl
    verstärkte Militärpräsenz, die Ansiedlung von Han Chinesen, die
    Einschüchterungen in Kombination mit billigen Verlockungen seit dem
    Überfall Chinas an der Tagesordnung ist. Ein Volk wird systematisch
    seines wertvollsten Besitzes beraubt. Seiner geistigen Traditionen und
    Werte, seiner Würde, seiner uralten Kultur. Eine kalte Welt, denn wir
    schauen zu. Und die Anbiederung des Westens in Richtung Peking sind
    mir mittlerweile unerträglich.
  6. #6

    Myanmar dürfte in zwei Jahrzehnten das Schicksal Tibets erleiden

    Das dürfte China nicht schwer fallen. Denn bereits jetzt leben viele Chinesen in Myanmar. Diese zu schützen dürfte der vorgeschobene Grund für die Annexion sein, die China den direkten Zugang zum Golf von Bengalen und zum indischen Ozean verschafft.
  7. #7

    Es wird nicht lange dauern ...

    ... und auch hier werden - wie in jedem Forum zu Tibet - User auftreten die uns erklären, dass China die Tibeter damals von einer schrecklichen Feudalherrschaft befreit hat und die Proteste bis hin zu den letzten Selbstverbrennungen auf eine Gruppe privilegierter politisch motivierter Einteltäter zurückzuführen sind. Sie werden uns erklären, dass es den Tibeter heute wesentlich besser geht als in den 50er Jahren.

    Und am Ende wird all das nicht imstande sein, die Willkürherrschaft, die Unterdrückungspolitik, die fortdauerde Verletzung der Menschenrechte, die systematische Ausrottung der tibetischen Kultur und die Zerstörung der tibetischen Umwelt durch China wegzudiskutieren.
  8. #8

    Boykott

    Kauft keine i-pads, pods, phones etc. Leider sind wir schon viel zu Abhängig....Europa als wirtschaftsmacht nur noch ein Furz....
  9. #9

    china ist abhängig von wem bitteschoen?

    Zitat von Wololooo Beitrag anzeigen
    China ist sehr abhängig von Europa und den USA ...
    Das ist mir neu. Eher andersrum....








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