China und der blinde Aktivist: Chens schwieriger Weg in die Freiheit
DPAErbittert kämpft der blinde Aktivist Chen Guangchen um seine Ausreise in die USA. Unterhändler aus Washington kündigen an, dass Peking die nötigen Dokumente bald aushändigt. Doch so einfach ist es womöglich nicht - dazu rangeln in China zu viele Behörden um die Macht.
Typisch für das Verhalten des Westens ist wieder einmal die Doppelmoral im Umgang mit einem diktatorischen Regime wie China und der immerhin durch freie Wahlen zustanden gekommenen Regierung der Ukraine. Bei den einen versucht man, wegen einer Politikerin (Timoschenko), die sich zweifellos durch Amtsmissbrauch zügellos bereichert hat und dem Land mit undurchsichtigen Deals einen großen Schaden zugefügt hat und deshalb in Haft sitzt, sogar eine Fussball Europameisterschaft zu boykottieren, bei den anderen (China), das zehntausende von politischen Gegnern jahrelang in Gefängnisse und Arbeitslager sperrt, traut man sich kaum, das Regime wegen dessen menschenrechtswidriger Praxis ernsthaft und massiv zu kritisieren, denn dessen Führung solle ja nicht das Gesicht verlieren. Sich bei den einen groß aufspielen und bei den anderen brav kuschen - das ist die opportunistische Doppelzüngigkeit des Westens.