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Chemnitzer Urteil: Familie darf Piratenflagge ins Fenster hängen

Darf eine Chemnitzer Familie im Fenster ihrer Mietwohnung eine Piratenflagge aufhängen? Ja, hat nun das Landgericht Chemnitz endgültig entschieden. Damit revidierte das Gericht das Urteil einer früheren Instanz.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...793156,00.html
  1. #60

    Titel:

    Zitat von hikage Beitrag anzeigen
    Sie haben die Geschichte offenbar nicht verstanden. In dem Prozess ging es darum, sich dagegen zu wehren, mehrere Monatsmieten 'Schadenersatz' zahlen zu müssen, weil irgendjemand meinte den Auszug zweier Mieter mit dieser Fahne begründen zu können.
    Und Sie lesen den Artikel bitte jetzt auch nochmal: Es ging darum, dass angeblich zwei potentielle Mieter nicht eingezogen seien. Wenn schon, denn schon :-)
  2. #61

    So isses

    Zitat von Das Auge des Betrachters Beitrag anzeigen
    Ein Staat, der mir die Probleme mit seinen asozialen Elementen aufdrängt, kann auf meine Solidarität nicht mehr hoffen.
    Mein Beileid. Und jetzt bitte noch irgend etwas zum Thema!

    Eine Mieterin hat sich erfolgreich gegen Willkür zur Wehr gesetzt. Was genau gefällt Ihnen daran nicht?
  3. #62

    Lirum Larum

    Zitat von makutsov Beitrag anzeigen
    Nunja, es geht hier nur vordergründig um Piratenflaggen. Vor allem geht es darum, inwiweit ein Mieter das Äußere des Hauses beeinflussen darf, das dem Vermieter gehört. Ich denke die Piratenflagge schadet dem Vermieter schon beträchtlich. In Chemnitz ist es schwer Wohnungen zu vermieten und da ist so ein Flagge durchaus ein Problem.
    Wenn sie sich in Chemnitz auskennen, dann kann ich Ihnen raten, sich mal die Straße anzusehen. Nicht die Flagge ist ein Problem, sondern eben dieses eine i. R. s. Haus, dass als Einziges auf der gesamten Straße ungepflegt und baufällig aussieht.

    Ich durfte auf jahrelang auf dieser (sonst sehr schönen) Straße wohnen und dieses Haus war nicht wegen der Kinderflagge (die mir wohl bekannt ist), sondern dem ranzigen Äußeren augenfällig. Gleich daneben, Wand an Wand befindet sich das teuerste (bezogen auf die Mieten) und schönste Haus auf der Straße und wertet damit das mit der Flagge gleich nochmal doppelt ab.

    Ich möchte wohl glauben, dass dort schnell eine seitenlange Mängelliste generierbar ist.


    Im Übrigen hat (so wie ich das verstehe) der Vermieter die Klage angestrengt und insgesamt 2 Instanzen beschäftigt, weil er unklare Mietausfälle wegen einer Kinderflagge in Rechnung gestellt hat.

    Wer von denen, die hier laut schreien, es gäbe andere Probleme, würde sich so in seine Persönlichkeitsrechte reinreden lassen und von der Hand weg, ohne Murren und Knurren diese dubiosen "Ausfallgelder" zahlen?!
  4. #63

    .

    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    Es gibt Leute, die haben Geld bzw. Immobilien und überlegen sich, soll ich vermieten. Und solche Urteile bestärken mich nur in meiner Meinung: Niemals Vermieten.
    Als Mieter bin ich für diesen Entschluss Ihrer Person dankbar. Denn mit Vermietern ihrer Geisteshaltung hatte ich schon genug Stress (und nein, ich bin nicht streitsüchtig oder ein Problemmieter sondern erwarte nur, daß Defekte repariert werden uns so).

    Aber so ist es halt. Es bringt gar nichts sich über das Urteil aufzuregen,
    Dazu gibt es ja auch keinerlei Grund.

    Aber für alle Leute, die die finanziellen Mittel haben und sich überlegen, in Immobilien zu investieren, ergibt sich doch ein eindeutiges Signal: Finger weg.
    Die meisten Mieter sind froh, wenn sie keinen Vermieter haben der sie ausschliesslich als Renditequelle sieht.

    Und so wird sich dieses Urteile (wie viele andere davor) langfristig als Eigentor für die Mieter erweisen.
    Im Gegenteil, es wird dazu führen, daß nur noch vernünftige Menschen vermieten die gar nicht erst wegen so einem Scheiß einen Rechtsstreit anfangen und irgendwelche angeblichen Finanzschäden herbeifabulieren.
  5. #64

    eigentum verpflichtet

    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    [...] immer um eine Abwägung. Eigentum bzw. Freiheitsrechte. Und ich verstehe auch Leute, die gerne ihre "Meinung, Freiheiten,..." ausleben möchten. [...] Aber man muss auch sehen, dass es hier eine andere Seite gibt.
    eigentum verpflichtet. diese feststellung genießt sogar verfassungsrang. genauso wie die freie entfaltung der persönlichkeit.
    das weiß selbstverständlich auch jeder vermieter - schon zum investitionszeitpunkt seiner in immobilien. es gab also keinen anlaß für eine klage um die vermeintliche verpflichtung des mieters, die gewinnerzielungsinteressen des vermieters zu unterstützen.
    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    Aber selbst wenn ich bzw. meine Bekannten zur Miete wohnen müssten, würden wir niemals in so eine Nachbarschaft einziehen.
    dafür gibt es genug menschen, die eine solche flagge als sympathisches indiz für (kinder-)freundliche atmosphäre und vermieter interpretieren.

    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    Und so schließt sich der Kreis. Groß gesagt, gibt es die Spießer, die i.d.R. auch bereit sind höhere Mieten zu zahlen und dann noch diejenigen, denen alles egal ist, aber ein Piratenflagge haben wollen.
    sie weisen mit diesem abschnitt selbst darauf hin, welche seiner interessen der vermieter berührt sieht: profitmaximierung. dieses interesse ist legitim, genießt aber keinen verfassungsrechtlichen schutz, der über die eigentumsgarantie hinausgeht.
    es gibt übrigens den dritten typus von mietern (z.b. mich), die auch hohe mieten zahlen, für die das vorgehen des vermieters jedoch nahe am ko-kriterium wäre.

    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    Deshalb rate ich auch jeden davon ab, in Wohnimmobilien zu investieren.
    die mieterseitig vorgebrachte mängelliste zeigt, der vermieter sollte wirklich nicht in wohnungen investieren.

    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    [...] wenn er ein sechs bzw. siebenstelliges Vermögen investieren würde, wie begeistert er von solchen Mieter wäre.
    die rentabilität von investitionen in dieser höhe hängt hoffentlich nicht von einem fetzen stoff im fenster ab!
    wenn doch, dann hat der investor einen entsprechenden risikoaufschlag eingepreist - hat er das nicht, fehlt ihm elementares kaufmännisches rüstzeug und er sollte sein vermögen besser als termingeld anlegen.


    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    Und klar, wer nicht hat, der kann sich natürlich weit aus dem Fenster lehnen und andere verurteilen. Weil er ja selber nichts riskiert.
    s.o.: für risikoeinpreisung gibt es ein ausgefeiltes instrumentarium - wenn man selbst die kenntnisse nicht hat, gibt es genügend anbieter am markt, die dieses know-how beisteuern.


    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    Also, ich z.B. würde als potentieller Mieter schon beim ersten Blick auf so ein Gebäude abwinken. Nur das wird der Vermieter ja nie erfahren. Also, wie soll er dann beweisen, dass ihm potentielle Mieter verloren gehen?
    gerichte sollen nur vermutete aber nicht beweisbare einflüsse in die einschränkung eines grundrechts umsetzen ? das können sie unmöglich ernst meinen.

    wechseln wir einmal die perspektive: wie soll ein mietinteressent anders als auf zufälligem wege eigentlich erkennen, daß der vermieter sich dermaßen asozial verhält, wie im artikel beschrieben ?


    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    [...] ein eindeutiges Signal: Finger weg.
    für den typus von vermieter, an den sie wohl denken, sollte in der tat gelten: finger weg.


    mfg, carsten
  6. #65

    Wie schrieb der mit dem Vogel, dem großen weißen, neulich ...

    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    Es gibt Leute, die haben Geld bzw. Immobilien und überlegen sich, soll ich vermieten. Und solche Urteile bestärken mich nur in meiner Meinung: Niemals Vermieten.
    Selbstreden geht es bei solchen Auseinandersetzungen immer um eine Abwägung. Eigentum bzw. Freiheitsrechte. Und ich verstehe auch Leute, die gerne ihre "Meinung, Freiheiten,..." ausleben möchten. Aber man muss auch sehen, dass es hier eine andere Seite gibt.

    .... Aber von mir aus, ich bin ein Spießer.
    Und so schließt sich der Kreis. Groß gesagt, gibt es die Spießer, die i.d.R. auch bereit sind höhere Mieten zu zahlen und dann noch diejenigen, denen alles egal ist, aber ein Piratenflagge haben wollen.

    Deshalb rate ich auch jeden davon ab, in Wohnimmobilien zu investieren. Weil es natürlich ein leichtes ist, Vermieter bzw. Leute wie mich, die solche Aktionen (Piratenflagge) als "Geschäftsschädigend" ansehen, zu beschimpfen. Aber jeder soll mal überlegen, wenn er ein sechs bzw. siebenstelliges Vermögen investieren würde, wie begeistert er von solchen Mieter_ wäre. Und klar, wer nicht hat, der kann sich natürlich weit aus dem Fenster lehnen und andere verurteilen. Weil er ja selber nichts riskiert.

    Besonders, dass man als Vermieter ja nie beweisen werden kann, dass sowas schlecht fürs Objekt ist. Also, ich z.B. würde als potentieller Mieter schon beim ersten Blick auf so ein Gebäude abwinken. Nur das wird der Vermieter ja nie erfahren. Also, wie soll er dann beweisen, dass ihm potentielle Mieter verloren gehen?

    Aber so ist es halt. Es bringt gar nichts sich über das Urteil aufzuregen, Das Gericht musste eine Abwägung vornehmen. Es hat eine Entscheidung getroffen und die muss man akzeptieren. Aber für alle Leute, die die finanziellen Mittel haben und sich überlegen, in Immobilien zu investieren, ergibt sich doch ein eindeutiges Signal: Finger weg.

    Und so wird sich dieses Urteile (wie viele andere davor) langfristig als Eigentor für die Mieter erweisen.
    ... in SPON?

    "Persönlich frage ich mich immer, was sie eigentlich für ein Typ von Mensch sind. Ich stelle es mir so vor. Sie hatten ein vollkommen falsches Bild. Dann wurde ihre Bildungslücke geschlossen. Jetzt glauben sie, weil sie keine Ahnung hatten, haben auch alle keine Ahnung. Und das Ergebnis ist dann der oben zitierte Beitrag...

    Der Informationsgehalt ihrer Beitrages ist gleich Null. Wie gesagt, ich kenne ihr soziales Umfeld nicht. Aber helfen sie mir mal, an wen in ihrer Umgebung dachten sie denn, als sie diesen Beitrag geschrieben haben? Also, in meinem sozialen Umfeld hätten sie für so eine Ausführung ein müdes Lächeln bekommen...."
  7. #66

    ...

    Zitat von Das Auge des Betrachters Beitrag anzeigen
    ...mal 3 Häuser mit 22 Wohnungen, dass war als Altersversorgung gedacht, weil ich keine staatliche Rente bekommen werde.
    Diese Jahr habe ich das letzte Haus verkauft und an diesem Tag fiel eine riesige Last von mir ab.
    Lieber Altersarmut als Mieter!!!! Irgendwann wurde mir klar, dass ich mich mit über 70 nicht mehr mit jedem Mob herumschlagen will und können werde und das ich auf die Rechtstaatlichkeit und den verfassungrechtlichen Grundsatz auf Schutz des Eigentum nicht zu hoffen brauche.
    Ein Staat, der mir die Probleme mit seinen asozialen Elementen aufdrängt, kann auf meine Solidarität nicht mehr hoffen.
    Nun das soll jetzt weder gehässig noch doof klingen aber ich denke mal ihre Mieter werden es ihnen auch danken. Mal ehrlich 22 Wohnungen sind nichts angenehmes für einen Rentner und das muss noch nicht mal an bösen Mietern liegen. Reperaturen, Versicherungen, Beschwerden über andere Mieter usw. sind etwas was sich, meiner Meinunge nach, im Alter nur jemand antun sollte, der tatkräftige Kinder hat.
    Viele haben halt immer noch die Vorstellung, dass ein Haus, etwas fürs Leben ist. Aber gerade in den nächsten 5 Jahren wird auf viele Hausbesitzer eine wahre Flut an Sanierungen zukommen, wegen der ich nur allen raten kann zu prüfen ob nicht ein Verkauf günstiger ist. Ich möchte jetzt aber nicht zu stark vom Thema abweichen.
  8. #67

    typisch Amtsgerichte!

    mal wieder typisch Amtsgerichte und Amtsrichter.
    Willman sein Recht gewahrt wissenmuss man mindestens bis zum Landgericht, oft LG gehen, da Amtsrichter so ihre Probleme mit der grundgesetzlich garantierten Meinungs-, Kunst- und Redefreiheit haben

    Kommentare dazu, dass dies ausgerechnet in Chemnitz stattfand... erspare ich mir.

    #k.


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