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Chaos bei Großprojekten: Wieso die Politik als Bauherr versagt

DPABerliner Flughafen, Hamburger Elbphilharmonie, Stuttgarter Bahnhof: Wo der Staat baut, laufen Kosten und Zeitplanung hemmungslos aus dem Ruder. Das ist kein Zufall - denn realistische Planungen liegen schlicht nicht im Interesse der Politik.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...844596,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Berliner Flughafen, Hamburger Elbphilharmonie, Stuttgarter Bahnhof: Wo der Staat baut, laufen Kosten und Zeitplanung hemmungslos aus dem Ruder. Das ist kein Zufall - denn realistische Planungen liegen schlicht nicht im Interesse der Politik.

    Chaos bei Kosten und Zeit in Bau-Projekten: Wieso die Politik versagt - SPIEGEL ONLINE
    Die Politik sollte eben endlich mal BIM ( Building Information Modeling ) verpflichtend für alle Projekte über 5 Mio Euro einführen. Dann könnte man auch ausufernde Kosten vermeiden, mehr Transparenz und Planungssicherheit schaffen. Großbritannien hat sich bereits dazu verpflichtet bis spätestens 2016 diese Methode einzusetzen. In Skandinawien, USA etc gehört diese Methode schon zum Standard. Deutschland hängt mal wieder weit hinterher. Zwar gibt es zur Zeit Forschungsprojekte auf diesem Gebiet, doch von der zwingend notwenigen Einführung ist Deutschland noch meilenweit entfernt. So werden eben weiterhin alle Kosten schöngerechnet. Welcher Realist glaubt denn schon an die prognostizierten Kosten von S21 ? Ich nicht, auch wenn ich ein Befürworten davon bin. Denn auch wenn S21 10 Mrd kostet, wäre es gut investiertes Geld. Doch aussprechen will das natürlich niemand, da die Politik sonst wieder als Lügner da steht. Und das sich mit der BIM Methode Kosten von ~20% einsparen lassen wäre ein angenehmer Nebeneffekt.
  2. #2

    Artikelqualität?

    Ist es nicht so das Bauprojekte europaweit ausgeschrieben werden müssen und der preiswerteste Anbieter genommen werden muß? Mir ist als ob es solche Regelungen gäbe.
    Wäre dem so wäre die Qualität des Artikels mangelhaft, denn das sollte man schon erwähnen.
  3. #3

    PPP ist die Alternative

    Kernkompetenzen und Risiken optimal zu verteilen, ist der Schlüssel, um Großprojekte zum Erfolg zu führen.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wo Politiker für Großprojekte die Unterstützung der Öffentlichkeit benötigen, können sie kaum Interesse an einer realistischen Kostenrechnung haben. "Wer ein Projekt von Anfang an ehrlich schätzt, hat wenig Chancen, es auch zu verwirklichen", sagt Rothengatter. Stattdessen hantieren Politiker gern mit möglichst niedrigen Zahlen, um bei den Wählern die Zustimmung zu erhalten.
    Das ist für mich schon der erste Knackpunkt.
    Und es sind ja mitnichten nur Politiker, die so denken, das geht ja schon in der Ebene darunter los.
    Der Behördenleiter möchte ein Stockwerk draufsatteln, weil der Platz durch mehr Aufgaben und Personal knapp wird und die ersten Büros schon in den Keller verlegt werden müssen.
    Um so ein Projekt bei den Oberen durchzubekommen (und die Politiker des dazugehörigen Haushaltsausschusses stehen erst am Ende einer langen Kette), sind realistische Zahlen nicht zielführend.
    Andererseits weiß das doch jeder und kann im Kopf einfach mal die genannte Summe verdoppeln.
    Aber immer wieder preist jeder an, wie realistisch und belastbar die Zahlen sind.
    Zur Belohnung gibts anschließend die Beförderung.
  5. #5

    Beruhigend !

    Ich hatte schon gedacht, Politiker
    - stapeln tief, um das Projekte mittels Täuschung der Öffentlichkeit durchs Parlament zu bringen,
    - Generalunternehmer scheuen , weil die bei Kostenüberschreitungen haften und sie deshalb vermeiden
    - schlechte Manager und Kontrolleure sind, um sich selbst und ihren Parteigängern illegal Mittel zuzuschustern.

    Jetzt weiss ich, dass Politiker auch nur Menschen sind und, wie jeder von uns, schon mal eine Milliarde irgendwo vergessen können.
  6. #6

    Ganz einfach

    Weil die Kompetenz für mehr Geld in der Wirtschaft arbeitet, und der übrige Bodensatz durch Vetternwirtschaft an die Posten in der Regierung gekommen ist.
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Berliner Flughafen, Hamburger Elbphilharmonie, Stuttgarter Bahnhof: Wo der Staat baut, laufen Kosten und Zeitplanung hemmungslos aus dem Ruder. Das ist kein Zufall - denn realistische Planungen liegen schlicht nicht im Interesse der Politik.
    Ich vermisse in dem Artikel aber auch einen Hinweis auf die Auftragnehmer. Die bieten ihre Leistungen in den Ausschreibungen zu Dumpingpreisen an, nur um den Auftrag zu erhalten. Wohl wissend, daß beim öffentliche Auftraggeber später noch nachgemolken werden kann.
    Das erhöht sicher auch die Kosten......
  8. #8

    Schöner Artikel und leider nur zu wahr. Allerdings würde ich noch einen Punkt ergänzen. Die Problematik von halbgarer Ausschreibung wird ja erwähnt, aber das Hauptproblem daran ist aus meiner Sicht die eigentliche Vergabepraxis bei den Ausschreibungen.

    Typischerweise lautet die Regel bei öffentlichen Bauprojekten: Der mit dem niedrigsten Angebot bekommt den Zuschlag. Klingt auf dem Papier vielleicht schlau, führt in der Praxis aber andauernd dazu, dass völlig unrealistische Angebote abgegeben werden, bei denen den Bietern schon zu Beginn klar ist, dass das nicht reichen wird.

    Gerade bei Prestigebauten ist das Gang und Gäbe, denn erstmal beschlossen werden die von den Verantwortlichen durchgedrückt egal was die Kosten sind....und da die Verwaltung wie erwähnt meist mit den Verträgen überfordert ist bleiben die Kosten fast immer beim Steuerzahler hängen.
  9. #9

    Warum

    ...sollten Politiker etwas derart Verrücktes tun? Ist doch nicht deren Geld, das da verbaut wird und fürs Geld fremder Leute ist schließlich nix zu teuer.








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