Chai Time: Jetzt mal gaaaaaanz langsam!

Aus "sieben Stunden" werden 20, aus "drei Tagen" vier Wochen, und was "ganz schnell" gehen soll, dauert am Ende eine Ewigkeit: In Südasien ist Zeit ein relativer Begriff - wie SPIEGEL-ONLINE-Korrespondent Hasnain Kazim lernen musste. Ein Erfahrungsbericht über die Entdeckung der Langsamkeit.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,708941,00.html
  1. #1

    Diskutieren über den Artikel?! Gerne, aber...

    ...doch nicht schon heute... oder?! ,-)
  2. #2

    man kann technische rückständigkeit und inkompetenz natürlich...

    ... als "kulturelles phänomen" abtun und sich als gestresster westler dafür begeistern. so wie alles aus asien irgendwie "total faszinierend" und "inspirierend" ist. genauso wie die fernöstliche medizin, für die hier viele ein vermögen ausgeben, obwohl sie in den allermeisten fällen nicht mehr hilft als der placebo-effekt. die chinesen wissen natürlich, dass dieser quatsch nichts hilft, sie wissen aber auch, dass westler auf sinnsuche dafür viel geld ausgeben, wenn sie was von "uraltem wissen" und "göttlicher heilkraft" hören.

    auch ich war schon in indien unterwegs und kenne ähnliche geschichten wie die des autors. es ist aber kein "kulturelles phänomen", dass in asien alles ganz langsam geht und zeit keine rolle spielt. gehen sie mal auf den fischmarkt von hong-kong! oder nach tokyo in die u-bahn! slowness? pustekuchen!

    in einem land wie indien, mit seinen abermillionen menschen, die nichts zu tun haben und in dem regelmässige arbeit bei einer firma mit terminen und fristen sich nur auf großstädte beschränkt, kommt natürlich schnell der gedanke auf, es bestünde hier eine art genetische disposition für langsamkeit und einem dehnbaren zeitbegriff.

    dabei war es früher in europa genauso. wenn eine fahrt von berlin nach münchen fast eine woche dauert oder briefe einen monat brauchen, bis sie ankommen, entsteht natürlich auch ein anderer zeitbegriff. die welt wird größer. oder im ländlichen bereich, wo die felder bestellt werden. dort lebt man im rythmus der jahreszeiten und hat ganz andere zeitrahmen.

    dass inder oder chinesen immer sagen, dass alles ganz schnell geht und es dann länger dauert als man erwartet, liegt zum einen an dem genannten unterschied, aber eben auch an der asiatischen höflichkeit und gastfreundschaft. wie lange es wirklich dauert ist nicht von belang, hauptsache der gast fühlt sich gut dabei (siehe tee, kekse)
  3. #3

    Chai Time

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Aus "sieben Stunden" werden 20, aus "drei Tagen" vier Wochen, und was "ganz schnell" gehen soll, dauert am Ende eine Ewigkeit: In Südasien ist Zeit ein relativer Begriff - wie SPIEGEL-ONLINE-Korrespondent Hasnain Kazim lernen musste. Ein Erfahrungsbericht über die Entdeckung der Langsamkeit.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,708941,00.html
    Naja, Süd-Asien! Kommen sie mal nach Ost-Asien. Da qualmen die Sohlen, so schnell und servil wie die Leute hier sind. Das ist dann das andere Extrem und das wollen wir auch nicht in Deutschlandistan, oder?
    Das klang auf den ersten Blick oder Lausch ganz so wie in Mexiko, wo es neben Speedy-Gonzalez gaaaaaanz viele langsamste Mäuse der Welt gibt ;-)
  4. #4

    habe selber 1 Jahr in Indien gelebt...

    ...und muss ehrlich sagen: Deutschland ist trotz seiner vermeintlichen Schnellebigkeit in Wirklichkeit arschlangsam.
    Ich meine: Die Telekom braucht nur für das Umschalten einer Telephonnummer (nein, die mussten kein neues Kabel vergraben) zwischen 6 Wochen und einem halben Jahr (eigene Erfahrungswerte) - was sind da, bitteschön 4 Wochen für einen explodierten Generator?!
    Das Seltsame an Indien ist ja, dass es trotzdem funktioniert und viele Probleme sich von selbst erledigen, weil sie vorher bereits an Altersschwäche gestorben sind. Und dann merkt man plötzlich - achjo, eigentlich war´s ja auch gar nicht so wichtig.
    Hier in D. hingegen denkt man halt, wenn man möglichst von eigener Rasanz berauscht gegen die Mauer der Umstände fährt, muss man wenigstens high-tech-equipment-besessen scheitern.
    Danke übrigens, den Tip mit den Fahrradschläuchen merke ich mir! *gg
  5. #5

    Schlecht vorbereitet

    Ich weiss nicht. Hätte den Herrn nicht jeder gute Reiseführer über die Strassenverhältnise auf dem Weg zum Dalai Lama aufgeklärt? War er denn nicht selber unprofessionell? Er wollte doch einen Termin einhalten. Was schief gehen kann geht eben schief. Also besteht man von Anfang an auf einen Geländewagen, wenn man nicht im Urlaub ist und Zeit hat.
  6. #6

    keine Hektik

    Zitat von SirRobin Beitrag anzeigen
    ...doch nicht schon heute... oder?! ,-)
    der beste Kommentar bisher! :-D

    muss man gar nichts zu ergänzen und schon gar nicht ... heute :-)
  7. #7

    Ja, aber...

    Zitat von mbschmid Beitrag anzeigen
    Ich weiss nicht. Hätte den Herrn nicht jeder gute Reiseführer über die Strassenverhältnise auf dem Weg zum Dalai Lama aufgeklärt? War er denn nicht selber unprofessionell? Er wollte doch einen Termin einhalten. Was schief gehen kann geht eben schief. Also besteht man von Anfang an auf einen Geländewagen, wenn man nicht im Urlaub ist und Zeit hat.
    ...dann hätte es doch nicht diesen schön zu lesenden Artikel gegeben und das wäre doch auch wieder schade gewesen, oder?
  8. #8

    kt

    Zitat von JohannesB.Kerner Beitrag anzeigen
    Ich meine: Die Telekom braucht nur für das Umschalten einer Telephonnummer (nein, die mussten kein neues Kabel vergraben) zwischen 6 Wochen und einem halben Jahr (eigene Erfahrungswerte) - was sind da, bitteschön 4 Wochen für einen explodierten Generator?! (...) Danke übrigens, den Tip mit den Fahrradschläuchen merke ich mir! *gg
    YMMD++! Und zu den Fahrradschläuchen hätten wir auch gerne noch mehr Infos, z.B. wieviele Schläuche wurden denn benutzt, und wie? Zur Verlängerung oder parallel usw. :-)
  9. #9

    So gesehen

    Zitat von relies Beitrag anzeigen
    ...dann hätte es doch nicht diesen schön zu lesenden Artikel gegeben und das wäre doch auch wieder schade gewesen, oder?
    So gesehen, okay! Auf mich wirkt das trotzdem sehr unbeholfen, ob wohl ich schon in Indien war und durchaus weiss wovon der Herr spricht. Ich störe mich allerdings schon am Wort "Südasien". Wo liegt das denn? In Vietnam zum Beispiel wäre ihm das alles nicht passiert. Aber wenn das dann "Südostasien" ist, dann bestehst "Südasien" eigentlich nur aus Indien und vielleicht noch Bangladesh und Pakistan. Die ehemalige britische Kolonie eben :-)