Chai Time: Jetzt mal gaaaaaanz langsam!

Aus "sieben Stunden" werden 20, aus "drei Tagen" vier Wochen, und was "ganz schnell" gehen soll, dauert am Ende eine Ewigkeit: In Südasien ist Zeit ein relativer Begriff - wie SPIEGEL-ONLINE-Korrespondent Hasnain Kazim lernen musste. Ein Erfahrungsbericht über die Entdeckung der Langsamkeit.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,708941,00.html
  1. #10

    achja

    wenn Sie wissen wollen, was wirklich langsames arbeiten heisst, dann reisen sie mal in die USA ein und gehen zur Paßnachkontrolle.

    Hoffen Sie darauf, daß nur einer kontrolliert und kein zweiter zum quatschen da ist.
  2. #11

    weg mit dem Koran

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Aus "sieben Stunden" werden 20, aus "drei Tagen" vier Wochen, und was "ganz schnell" gehen soll, dauert am Ende eine Ewigkeit: In Südasien ist Zeit ein relativer Begriff - wie SPIEGEL-ONLINE-Korrespondent Hasnain Kazim lernen musste. Ein Erfahrungsbericht über die Entdeckung der Langsamkeit.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,708941,00.html
    Typisch: Daran ist der Islam schuld! Wenn Die Leute nicht soviel im Koran lesen würden, dann hätten Sie nicht nur mehr Zeit sondern würden die auch effektiver nutzen.

    Ironie off
  3. #12

    Wir leben unnatürlich

    ..noch nie musste man so viel arbeiten wie in der Industriegesellschaft. Wer wäre allein früher auf die Idee gekommen, Stunden zur Arbeit zu fahren.

    Und man sehe sich die Natur an, Löwen holen sich einmal am Tag irgendein Zebra und gammeln dann herum.

    Was ich generell an Tieren bewundere, besonders an Spinnen an der Wand, ist, dass diese einfach in der Ecke hängen können und defintiv ziemlich lange nichts machen.

    Wenn der moderne Mensch mal im Grünen ist, muss er dagegen schon zum Handy greifen oder mit dem Ehepartner über Tante Lisa diskutieren. Der Mensch erträgt wenig Müßiggang, daher überlegt er sich auch so oft, wie er mal eben seinen Nächsten terrorisieren kann oder wie er irgendetwas abreißen und neu errichten kann. Man hetzt durch die Gegend, um die Minuten einzusparen, die man sich dann von irgendeiner bekloppten Fernsehshow wieder stehlen lässt. Der kluge Mensch erkennt, dass das Meiste Außer Schlafen, Essen und Verdauen in erster Linie Zeittotschlagen ist.

    Das Allerkomischte an der Sache ist, dass der Mensch den größten Selbst- und Fremdterror für die Aussicht, ins Paradies zu kommen, ausübt, ohne eigentlich irgendeine Ahnung zu haben, wie er die Fantastilliarden Jahre, die er da vor sich hat, verbringen will, wenn er noch nichtmal mit seinen paar Minuten Muße hier zurechtkommt.

    Vermutlich wird es demnächst Kurse geben: Nichtstun lernen in nur zwei zeitsparenden Tagen.
  4. #13

    ...

    Zitat von SirRobin Beitrag anzeigen
    ...doch nicht schon heute... oder?! ,-)
    ROFL...... ;-)
  5. #14

    Natur, Zeit, Schlaf...

    Zitat von tetaro Beitrag anzeigen
    ..
    Und man sehe sich die Natur an, Löwen holen sich einmal am Tag irgendein Zebra und gammeln dann herum.
    FALSCH: Die WEIBCHEN holen das Zebra, und die Männchen fressen sich daran dann mit satt; anschließend schlafen sie weiter. Ein ordentlicher Löwe schläft bis zu zwanzig Stunden am Tag.
  6. #15

    "Man, sieht es funktioniert ja auch so "

    ... hat jemand gesagt. Vielleicht auch eine romantisierende Sichtweise.
    Denn "es" funktioniert ja gar nicht. Das Land ist bettelarm. Ein Grund dafür ist, dass nicht genug ausländische Investoren kommen. Warum kommen die nicht genug. Aus vielen Gründen, sicher. Aber ich habe mich mit einem Unternehmer unterhalten, der in Indien eine Zweigstelle aufbauen soll. Es ist unheimlich schwer, hier eine Arbeitsmoral aufzubauen, die internaitionalen Standards genügt.Wenn man für eine Muffe 5 mal anrufen muss, und 1 Woche warten muss, liegt halt mal eben der ganze Betrieb ruhig. Und die drei Std Mittagspause kriegt man einfach nicht raus. Ich persönlich liebe Indien, aber wenn man bei 35 Grad aufm Hotelzimmer liegt, und die Air Conditioning, die "sofort" repariert werden sollte, ist bei Auszug noch nicht heile, kann man auch echt mal nen Hals kriegen. Man muss halt wissen, auf was man sich einlässt, und es, wo immer es geht, gelassen hinnehmen. Aber man sollte trotzdem im Hinterkopf behalten, dass auch Inder sehr wohl wissen, wie man Touristen verarschen kann, um 100 Rupien zu sparen. Und lieber mit einem Schrottauto loszufahren mit der kleinen Aussicht auf Geld (Touristentarif) als gar nicht, ist auch eine Variante neben der schöner klingenden: Hach, der Inder, ihm ist das Detail gar nicht wichtig, er liebt einfach das Leben!
  7. #16

    Was haben SIE denn für Probleme?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Aus "sieben Stunden" werden 20, aus "drei Tagen" vier Wochen, und was "ganz schnell" gehen soll, dauert am Ende eine Ewigkeit: In Südasien ist Zeit ein relativer Begriff - wie SPIEGEL-ONLINE-Korrespondent Hasnain Kazim lernen musste. Ein Erfahrungsbericht über die Entdeckung der Langsamkeit.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,708941,00.html
    Was haben SIE denn für Probleme? Haben Sie denn etwas besseres als Zeit?
    Sie haben Ihre Zeitspanne als Leben und können und müssen diese Zeit nutzen, ob Sie wollen oder nicht. Mit Geschwindigkeit erreichen Sie dabei gar nichts!
  8. #17

    Pendeln als "Errungenschaft" der Moderne?

    Zitat von tetaro Beitrag anzeigen
    ..noch nie musste man so viel arbeiten wie in der Industriegesellschaft. Wer wäre allein früher auf die Idee gekommen, Stunden zur Arbeit zu fahren.

    ...
    Der Mensch erträgt wenig Müßiggang...
    zu 1: So so. Das erklärt natürlich nicht, warum Fahrräder so ein Mobilitätssprung, gerade für die Landbevölkerung, waren. Merkwürdig, aber Leute, die 1 - 2 Stunden zu Fuß brauchten, um dann 10 - 12 Stunden im Steinbruch zu malochen, müssen dann wohl Wanderfans gewesen sein. "Pendler" sind nicht nur ein Phänomen der Moderne, in Deutschland liegt diese (geschilderte) Zeit noch nicht soo weit zurück. Der einzige Unterschied ist die "gependelte Distanz"... Oder die Tagesreise in die nächstgelegene "Großstadt" zum dortigen Markt, es gibt zahlreiche Beispiele.

    zu 2: Ok, ich gebe es, wenn auch ungern, zu: Ich bin wohl kein Mensch - oder habe einfach ein gestörtes Verhältnis zum Müßiggang ;-)
  9. #18

    ...

    Zitat von EXFHSSZIGB Beitrag anzeigen
    Was haben SIE denn für Probleme? Haben Sie denn etwas besseres als Zeit?
    Sie haben Ihre Zeitspanne als Leben und können und müssen diese Zeit nutzen, ob Sie wollen oder nicht. Mit Geschwindigkeit erreichen Sie dabei gar nichts!
    Das kommt auf den Standpunkt an. Wenn jemand für eine in kürzerer Zeit versprochene Leistung, für die ich auch noch bezahle, aus Inkompetenz oder Lustlosigkeit zigmal so lange braucht, dann stiehlt dieser jemand mir meine Lebenszeit. Und einen größeren Diebstahl kann man sich eigentlich nicht vorstellen. Es geht also darum, ob man selbst- oder fremdbestimmt Zeit vergeudet (denn jeder vergeudet eigentlich ständig Zeit...ich auch gerade beim Schreiben dieses Kommentars). Selbstbestimmt mag jeder so viel Zeit vergeuden, wie er will. Aber meine Zeit wäre mir für asiatische Verhaltnisse zu kostbar, wenn es ohne Not auch schneller ginge.

    Im übrigen muß es auch einen Grund haben, warum fast alle Länder, in denen so eine Mentalität herrscht, faktisch rückständig ohne Ende sind. Die Deutschen mögen es in die andere Richtung übertreiben, aber wenigstens in irgendeiner Form produktiv.
  10. #19

    Braucht´s net

    Zitat von JohannesB.Kerner Beitrag anzeigen
    Das Seltsame an Indien ist ja, dass es trotzdem funktioniert und viele Probleme sich von selbst erledigen, weil sie vorher bereits an Altersschwäche gestorben sind. Und dann merkt man plötzlich - achjo, eigentlich war´s ja auch gar nicht so wichtig.
    Genau das lässt sich auch auf Südamerika übertragen. Ich habe einige Zeit in Peru gelebt und bin derzeit in Chile. Was hab ich mich schon aufgeregt, wie viele Nerven hab ich schon verloren?? Aber irgendwie hat am Ende doch alles geklappt...

    Wie sagt man hier so schön und treffend: Nada es seguro, todo es posible!