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CDU-Idee Klarnamenzwang: Ein Lob der Pseudonyme

Der Vorsitzende der Internet-Enquete des Bundestags verlangt eine Klarnamenpflicht im Netz: Nutzer sollen im Web "mit offenem Visier" diskutieren, findet Axel E. Fischer und erntet Spott. Zu Unrecht: Sein*Vorschlag ist wenig durchdacht, das grundlegende Problem aber*sehr real.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...729179,00.html
  1. #40

    sorry, alt aber passt gerade ;)

    Zitat von ...ergo sum Beitrag anzeigen
    Sorry, aber auch dafür wurdet ihr miesen Laiendarsteller hier in Berlin und in den Landtagen eben NICHT gewählt. Ihr seid angeblich VolksVERTRETER. Dafür werdet ihr fürstlich abgesichert von unseren erarbeiteteten Steuergeldern, überwiegend auf Lebenszeit.
    Im besten Fall keine Ahnung aber davon eine Menge.
    Im schlimmsten Fall berufe ich mich auf Art. 20 Abs. 4 GG.
    Das mal dazu.
    Hier irrst du dich!

    Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen, Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger und Volksvertreter verkaufen genau was?

    Richtig,das/ihr Volk.


    So gesehen macht sie genau das, was sie sollen, aber eben recht plumb.

    ;))
  2. #41

    Technik

    Man muss sich nur mal die technischen Implikationen dieser Forderungen vor Augen führen um sofort zu erkennen dass das Blödsinn ist:

    - Das kann natürlich nur mit dem neuen e-Perso realisiert werden. Soll ich nun also bei jedem Hinz-und-Kunz Forum meinen Datensatz übertragen müssen? Und die Foren-Admins verkaufen das dann natürlich weiter an Adresshändler oder an Einbrecher oder sonstwelche zwielichtigen Gestalten, schon klar.

    - Zwangsläufig würden alle Foren jenseits von Backrezepten u.ä. ganz schnell ins Ausland migrieren, politische .de Foren würden aufhören zu existieren, der allergrösste Teil deutscher Forenkultur würde sich dann auf .com, .tv, .ru oder sonstwelchen Länder-Domains abspielen - dort wo die Leute sich vor Überwachung noch sicher fühlen würden.

    - Identitätsdiebstahl würde ein echtes Problem werden. Will ich z.B. Hans Müller, den ich nicht leiden kann, richtig übel eine reinwürgen, dann mache ich mich schlau mit welchem Hacker-Tool ich mich als Hans Müller registrieren kann, schreibe unter seinem Namen krassen Müll, natürlich strafrechtlich relevant, und dann soll der mal schauen wie der da wieder rauskommt.

    Und dann noch dieses Gerede vom "Radiergummi" von dem. Genauso bescheuert wie der eine Bulle der ernsthaft meinte die Polizei könne dann ja bald virtuelle Streife fahren in Google-Street-View (weil is ja in Echtzeit und so, nä - hahaha).

    Aber es wird so kommen: e-Perso Registrierungspflicht für alle .de Foren, so in zwei, drei Jahren. Dann sehen wir uns alle wieder z.B. auf telepolis.tv
  3. #42

    In manchen...

    bereichen würde es aber durchaus Sinn machen. Wie im Artikel gesagt ist die Klarnamen-Idee nur sehr schlecht formuliert und weitaus schwieriger umsetzbar.

    Das Problem ist, das sich viele hinter dem Pseudonym verstecken und dies vor allem dazu nutzen um Kritik auszuüben, die sie niemals in der Öffentlichkeit zugeben würden. Das SpOn Forum ist dafür sicher der beste Beweis.

    Allerdings stimmt es auch, das Leute die grundlos Hetze betreiben normalerweise nicht ernst genommen und schlichtweg in Diskussionen ignoriert werden.
    Allerdings kommt es durchaus vor, das solche Leute eine Diskussion dann "sprengen", d.h. das Thema völlig auseinander reissen und das Niveau ins bodenlose sinkt.
    Aber für sowas gibt es Admins, die dann einschreiten müssen.

    Ein grösseres Problem sehe ich im sogenannten "Cyber-Mobbing" was immer mehr in Mode kommt, vor allem bei jüngeren Menschen, und einem Rufmord gleicht. Vor einiger Zeit war sogar zu lesen, das sich ein junges Mädchen deswegen umgebracht hat, weil sie im Netz permanent von einer Person gemobbt wurde.
    Cyber-Mobbing funktioniert wie Rufmord, nämlich das der Täter seinem Opfer nachstellt und Lügen verbreitet. Hat der Täter auch die Email Adresse des Opfers sieht es ganz schlecht aus, da der Täter diese dann nutzt um auf einschlägigen Webseiten Werbemail etc. für das Opfer zu bestellen.

    Umsetzbar halte ich einen Klarnamenzwang sowieso nicht.
    Bei den meisten Menschen, wo man sowas brauchen würde fehlt es schlichtweg an Erziehung und Sozialkompetenzen und das kann auch ein Klarnamenzwang nicht beheben.
    Da bin ich eher für einen Elternführerschein, damit die Menschen ihre Kinder endlich mal richtig erziehen anstatt sie 12Std am Tag vor die Playstation oder den Fernseher mit Trash TV zu setzen !
  4. #43

    Die Idee ist nicht durchdacht

    Denn eine nationale Bestimmung lässt sich im internationalen Netz nicht durchsetzen.

    Das ist genauso, wie beim Verbot für Onlineglückspiel oder Sportwetten. Das interessiert niemanden.

    Spätestens wenn das neue Verbot der Anonymität kommt, diskuttieren wir eben auf deutschsprachigen Foren im Ausland.

    Nur wenn man Deutschland vom freien Datenverkehr abhängt, kann man das vielleicht ähnlich wie in China oder im Iran kontrollieren.

    Allerdings hängt die deutsche Industrie- und Forschungslandschaft am Netz und es würde sicherlich ziemlichen Widerstand geben, Deutschland da entsprechend abzuknipsen.
  5. #44

    Ein Schelm, wer böses...

    Zitat von SPON-Artikel
    Statt der Technik eines US-Unternehmens, das mit einem einzigen Profil alle Interaktionen auf verbundenen Seiten verbindet, schlägt Fischer die Identifizierung per computerlesbarem Personalausweis vor. Der biete die "besten Voraussetzungen" dafür, dass jeder Netz-Kommentator, "mit offenem Visier kämpft, also seinem Klarnamen nennt".
    ... biete die besten Vorraussetzungen, der Regierung unliebsame Personen schnell und einfach zu identifizieren, ausfindig zu machen, zu blockieren und zu elem...

    Mit offenem Visier zu kämpfen war jeher nur den ganz Mutigen, oder den Dummen vorbehalten. Belassen wir es dabei.
  6. #45

    Gleichschaltung

    Konrad Lischka hat da einen schönen Euphemismus für Gleichschaltung gefunden: "soziale Kontrolle". Herzlichen Glückwunsch, Herr Lischka, George Orwell wäre stolz auf Sie.

    Die Empörung über Fischers Vorschlag betrifft übrigens nicht oberflächlich die Formulierung, sondern tatsächlich die Sache selbst. Auch wenn Sie sich das nicht vorstellen können.
  7. #46

    Für einen titelfreies SpOn-Forum.

    Zitat von spiegelak Beitrag anzeigen
    nachdem wir nicht und niemals versichern koennen, dass wir es nicht mit bloeden Bloeckenden zu tun haben, ist's verlangt, dass man sich ueber heikle Themen aeussern koennen muss, ohne sich zu fragen, welcher Bloedmann jetzt sich eingeladen fuehlt, einem in einem anderen Milieu nachzusteigen, ob jetzt in der Gesellschaft, durch die Familie, oder am Job.......
    Trotzdem ist da ein Gedankenfehler enthalten. Das Grundgesetz hat die Meinungsfreiheit ausdrücklich geschützt. Aber durch z.B. Nicknamen wird man dazu verführt, seine Meinung zu verstecken. Würde man auf den Schutz des GG von Anfang an vertrauen, würde sich nicht jeder von z.B. einem Schreiber einer Abmahnung fürchten. Wir hätten eine Tradition der freien Rede. Nach 45 hätte man so eine Tradition begründen können, aber wir haben es aus Sciss, oder Vorsicht gar nicht probiert.

    Wir werden das Rad der Geschichte nur unter größten Schwierigkeiten zurück drehen können. Leider hat der Fall Sarrazin gezeigt, dass man schon sehr unabhängig sein muss, wider den Stachel zu löcken.

    Sogar Mutti und der kleine böse Wulff haben sich nicht beherrschen können. Kritik nur hinter vorgehaltener Hand, einer freien Gesellschaft unwürdig.

    MfG. Rainer
  8. #47

    Wehe wehe, wenn ich auf das Ende sehe!

    Zitat von onkel hape Beitrag anzeigen
    Wenn wir Foristen uns enttarnen müssten, würde sich unsere Anzahl ganz sicher auf ein Minimum reduzieren.
    Eben, selbiges befürchte ich auch.

    Aber gerade ein Redakteur eines Online-Portals sollte spätestens hier zu denken anfangen. Weniger User heißt weniger Klicks, heißt weniger Einnahmen, heißt weniger Beschäftigte. Der Mob schafft sich selber ab.....

    Selbiges Phänomen war auch beim Hype um das IPad hier auf SPON zu bestaunen. Da wurde vollmundig Apples Geschäftsmodell des App-Stores als Rettung für die angeschlagene Print- und Onliebranche gefeiert, ohne daran zu denken, dass mal kurz 30% des Erlöses an Apple wandern. Wo kommen die 30% denn her, wenn die Kunden angeblich nicht bereit sind für Online-Inhalte zu zahlen? Bleibt nur am Personal zu sparen.

    Nur die dümmsten Kälber suchen sich ihre Schlächter selbst, manch einer in unserem Land kann sein geschlachtet werden scheinbar kaum erwarten und stürmt schon mal eilends vor.
  9. #48

    hoffnungslos

    Der unsägliche Unsinn, der gelegentlich gefordert wird, bedarf eigentlich keines Kommentars. Dieser Bericht ist so einer...haben sich diese inkompetenten Herren eigentlich schon jemals mit der Struktur des Netzes beschäftigt? wohl kaum
  10. #49

    üBErflüssig

    Zitat von Stancer81 Beitrag anzeigen
    Das Problem ist, das sich viele hinter dem Pseudonym verstecken und dies vor allem dazu nutzen um Kritik auszuüben, die sie niemals in der Öffentlichkeit zugeben würden!
    Das ist ja gerade die Stärke des Netzes.

    Zum Beispiel kann ohne Klarnamen ein Mitarbeiter sich den Ärger über die Firma vom Leib schreiben. Mit Klarnamen kann die Firma ihn dann im Gegenzug wegen einem Kneipenbesuch feuern (was ja, je nach Dummheit des Nutzers, bereits passiert).

    Dann gibt es eine ganze Reihe von Gruppen, welche hier zu Recht sich hinter dem Pseudonym verstecken.

    Kinder zum Beispiel. Ich will nicht, dass meine Kinder von einer X-Beliebigen Person namentlich erkannt werden können.
    Oder Minderheiten. Regt sich ein homophober Spinner zum Beispiel über einen Forenbeitrag pro-Homo-Ehe auf, kann er derzeit wenig tun.
    Mit Klarnamen könnte er sein Opfer identifizieren und aufsuchen. Dies ist nicht einmal unwahrscheinlich: So etwas ist bereits passiert.

    Dazu kommt Cybermobbing, Stalking...

    Die Anonymität des Netzes ist eine tolle Sache. Im "echten" leben sehen wir ja schließlich auch nicht, wie unser Gegenüber genannt wird.


    Der Autor des Beitrags hat somit schlichtweg nicht nachgedacht. Für einen Konrad (männlich, mittleres Alter) mag das wenig bedrohlich sein. Für andere Gruppen sieht das völlig anders aus...


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