Ich finde das Konzept sehr interessant. Es ist einfach und schnell und der Preis geht meiner Meinung nach auch in Ordnung. Hoffentlich wird es bald in vielen Städten angeboten, nicht nur in Ulm.
Daimler erfindet sich als Mobilitätsanbieter neu: Nach einjährigem Testlauf vermarktet der Stuttgarter Autokonzern sein Carsharing-Konzept Car2Go demnächst weltweit. Kunden können dabei bereit stehende Smart-Modelle nach einmaliger Registrierung beliebig nutzen.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...685755,00.html
Ich finde das Konzept sehr interessant. Es ist einfach und schnell und der Preis geht meiner Meinung nach auch in Ordnung. Hoffentlich wird es bald in vielen Städten angeboten, nicht nur in Ulm.
finde ich vor allem worauf sich die Aussage Erfolg stützt.
Laut Bericht setzt Car2Go maximal 2.000.000 Euro pro Jahr um.
Und das mit einer Flotte von 200 Smart(**), von denen jeder pro Monat mindestens eine Leasingrate (incl Steuer und Versicherung) von 150 € "kostet".
Macht dann pro Jahr 200 x 12 x 150€ = 3.600.000 = 1.600.000 Mio € miese.
Benzin, Mitarbeiter, die Abrechnung und die Verwaltung kosten dann noch extra.
Der gefeierte Erfolg entpuppt sich bei einfachem Kopfrechnen als Geldverbrennungaktion von 1,6 bis X Millionen Euro.
Erfolge sehen doch wohl ein wenig anders aus.
Aus "235.000 Mal seien die Autos ausgeliehen worden. Durchschnittlich wurden sie 30 bis 60 Minuten lang genutzt"
ergibt sich: 235.000 * 45min * 19 Cent/min = 2.009.250 €
(**)
aus: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...624828,00.html
"... der die Türen zu 200 weiß-blau lackierten Smart-Modellen öffnet, die Daimler für das Projekt Car2Go in der Stadt verteilt hat."
Interessante Rechnung. Nur dass 200x12x150€ nur 360.000 sind. Das ergäbe dann in Ihrem Beispiel einen ansehnlichen (ohne Extras) von 1.640.000. Dazu ist es unwahrscheinlich, dass Daimler-Benz die eigenen Autos per Leasing anschafft. Im Gegenteil, Sie können die mit den Herstellkosten ansetzen, nicht mit dem Verkaufs- oder Leasingpreis.
Zu den Preisen ist das doch schon heute nicht konkurrenzfähig. Für Fahrten oberhalb 10 Minuten ist der ÖPNV die billigere Alternative-und gerade in der Stadt dürfte man unter 10 Minuten nie kommen, man muss die Parkplatzsuche einkalkulieren.
Im Smart kann man auch nicht wirklich etwas transportieren, der Kinderwagen inklusive Kind lässt sich im Bus einfacher und günstiger transportieren, Großeinkäufe passen nicht rein.
Ich weiß nicht, was Daimler sich dabei denkt? Das Konzept kann eigentlich nur aufgehen, wenn man sich vom Verkauf der Autos komplett verabschiedet und nur noch vermietet-dann müsste man aber Flatrates anbieten, zwischen 50€ p.M. für den Minismart und vielleicht 100€ (oder kleine Zusatzgebühr pro Fahrt) für die Nutzung größerer Fahrzeuge-Benzin zahlt der Kunde extra.
Letztenendes kann man, wenn man es erfolgreich machen will, nur gering unterhalb der Preise für Taxis bleiben, denn die Kosten dürften wie dort sein, lediglich das Fahrergehalt inklusive Sozialleistungen entfällt (jemand, der die Wagen reinigt, wird aber gebraucht!).
Vielleicht hätten sie mal besser aufs einfache Kopfrenen verzichtet und das jemenden machen lassen der das kann.
Ihren Taschenrechner zum Beispiel.
(Wenn sie Windows haben unter Start / Zubehör ist auch ein Rechner).
Dann waren sie nämlich auch auf das richtige Ergebnis von 360000 € für 200 x 12 x 150 € gekommen.
:-D
[Klugscheißmodus aus]
Bei allem Respekt, aber schon bei oberflächlicher Betrachtung sollte Ihnen auffallen, dass 200 x 12 x 150 nicht 3,6 Mio sondern 360.000 sind.
Also bitte nochmal neu rechnen und dann urteilen!
Abgesehen davon sollte der Erfolg einer guten Idee, die in ein innovatives Geschäftsmodell gründet, nicht nur von der Gesamt-Profitabilität, sondern von der Entwicklung der Zahlen über die Zeit abhängig gemacht werden. Daraus lassen sich dann auch die zukünftigen Marktchancen ablesen.
Oder?
Viele Grüße
Eine gute Idee !
Oder:
Gaaaanz toll. Vor allen Dingen, weil es car-sharing (auf Deutsch: "kahrschäring" ) heißt.
Ich bin aus Ulm und regelmäßiger Car2Go-Nutzer. Die Aussage ist so nicht richtig. Ein Einzelfahrschein das Ulmer Verkehrsverbundes kostet 1,85 €. Es stimmt, bei einer Person entspricht das ca. 10 min Fahrt. Bei zwei Personen hingegen schon 19 min. Wenn man sich innerhalb des Stadtgebiets bewegt, kann man viele Ziele in 10 min oder weniger erreichen. Das Parken ist meist nicht zeitaufwändig, da es in allen städtischen Parkhäusern sowie an vielen "Places of Interest" reservierte Stellplätze gibt (das sind oft Fläche, die als Parkplätze zu klein wären für ein "normales" Auto, aber für einen Smart reichen).
Für eine Fahrt zu zweit von unserer Wohnung zum Bahnhof ist Car2Go halb so teuer wie der Bus.
Außerdem bin ich mit dem Auto oft schneller als der Bus: Für meine Stammstrecke Wohnung-Arbeit benötige ich mit den Öffentlichen 20-25 min, mit dem Car2Go 12 min (Brutto-Mietzeit, also inkl. Sitz einstellen, ausparken, einparken etc.). Also ungefähr gleicher Preis, aber nur die halbe Zeit benötigt -> für mich ein Gewinn.
Kinderwagen ist ein Problem, klar. Aber dann bräuchtest du wohl auch noch einen Kindersitz... Ich habe in einem Smart schon Gepäck für 2 Personen für 1 Woche transportiert, auch der Wocheneinkauf für eine Kleinfamilie ist kein Problem. Schon mal getestet?
Ja, die Taxifahrer in Ulm beschweren sich auch über Geschäftsrückgang. Aber die Zielgruppe, die "verloren" geht, ist überschaubar:
- Ulm-Besucher haben meist keine Registrierung
- wer z.B. zur Geschäftsreise pünktlich zum Bahnhof kommen will, bestellt lieber ein Taxi, weil man mit Car2Go nicht sicher planen
- Geschäftsreisende nehmen sowieso lieber ein Taxi, läßt sich dank Papierquittung auch leichter abrechnen
- Nachtschwärmer fahren trotzdem mit dem Taxi heim (Alkohol)
usw. Ich glaube, dass der ÖPNV mehr verlorene Fahrgäste hat als die Taxis. Taxiunternehmen werden in Ulm nicht aussterben.