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Camerons Privatisierungsplan: Chinesen sollen Britanniens Straßen retten
AFPDie britische Infrastruktur liegt danieder, jetzt will Premier Cameron einen Plan verkünden, um das Straßennetz zu renovieren. Investoren sollen einige Strecken übernehmen. Bei der Privatisierung setzt der Regierungschef vor allem auf Chinesen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...822140,00.html
- #50 19.03.2012 12:00 von
- #51 19.03.2012 12:01 von
wie dumm...
... oder: wie verzweifelt muss eine Regierung sein, wenn Sie anfängt verantwortungsvolle Dienstleistungen von denen, die sie jahrelang bestohlen hat (Diebstahl von know-how, Patenten etc.), die die Menschenrechte mit Füßen treten, zu erwerben.
....unfassbar ... - #52 19.03.2012 12:03 von
Very interessting
- #53 19.03.2012 12:03 von
Klar könnten sie...
...aber offensichtlich wollen sie nicht.
Der Plan zeigt doch das typische Denk- und Handlungsmuster der vermeintlich liberalen "Reformer" auf: Erst Staatseinnahmen senken ( oder notfalls umleiten, an Banken z.B. ) bis kein Geld mehr für grundlegende Aufgaben des Staates vorhanden ist, dann diese an private Unternehmen auslagern und sich danach hinstellen und rumposaunen, der Staat könne ja eh nix, wäre unnütz und brauche deswegen auch kein Geld. Woraufhin dann die Einnahmen weiter gesenkt werden, keine Kohle für die noch wichtigeren staatlichen Aufgaben mehr da ist, usw.
Ist nun wirklich nicht neu und auch kein rein britisches Phänomen. Mich verwundert ja eher, dass solche Ideen noch irgendwen überraschen. - #54 19.03.2012 12:04 von
manchmal bin ich richtig froh, dass Deutschland gerade nicht zur Dienstleistungsgesellschaft geworden ist sondern in der Tat auch noch exportierbare Gueter herstellt.
Ich bin mir nicht sicher, ob die Briten auf das falsche Pferd setzten, allerdings finde ich es ausgesprochen interessant, dass die Privatisierung so um sich greift. Ein Griff nach dem Strohhalm? Wie tief stecken die Briten eigentlich in der Krise? - #55 19.03.2012 12:08 von
Und bei uns?
Meiner Ansicht nach wäre die Privatisierung des GESAMTEN Autobahnnetzes eine gute Sache. Wenn DerVerkaufspreis/km dem Erstellungspreis entspricht, d.h. etwa 25 Mio. (Autobahn) ergäbe dies bei einem Netz von ca. 12.000 km eine Einnahme von rund 300 Mrd. Dies könnte einen guten Teil der nationalen Schuldenlast auf einmal tilgen. Hinzu käme der Effekt der (staatlicherseits) eingesparten laufenden Unterhaltskosten.
Der Käufer (egal ob Chinese oder Europäer) würde versuchen, seine Investition zu amortisieren, d.h. über Maut seine Kosten wieder hereinzuholen und langfristig noch Gewinn zu machen. Diese Maut träfe dann nicht nur den LKW-Transport sondern auch die PKW-Fahrer.
Dies hätte einen Rückgang der Fahrten, mithin auch einen positiven ökologischen Effekt zur Folge.
Über die Folgen für die Mitarbeiter der Autobahnmeistereien ist zu streiten, es käme wohl auf die Verragsgestaltung an.
Natürlich könnte der Staat das auch ohne Verkauf machen und eine PKW-Maut einheben. Allerdings verbleiben dann die laufenden Kosten und das Budgetdefizit ebenfalls in den öffentlichen Kassen... Es sind auch Hybridlöungen vorstellbar, z. B. wie in Frankreich mehre halbstaatliche Betreiberfirmen. Die Autobahnen in Frankreich sind jedenfall besser in Schuss als die hiesigen... - #56 19.03.2012 12:24 von
- #57 19.03.2012 12:26 von
Tja, so kann's gehen.
Im 19. Jahrhundert haben die Briten den Chinesen massig Opium verkauft und das Land ausgeplündert. Und heute übernehmen die Chinesen die Überreste des Britischen Imperiums. Ein Treppenwitz der Geschichte.
In China haben die Leute halt ein gutes Gedächtnis und vergessen nicht so schnell, wie unsere Politiker, die nur in kurz Wahlperioden denken. - #58 19.03.2012 12:34 von
Sackgasse
Was ist der perfekte Krieg? Der, der gar nicht erst stattfindet (SunTzu (chines. General und Stratege und Philosoph)
Wie wäre demnach wohl der perfekte Handelskrieg? Früher wäre man einfach mit aggressiven Methoden (wie seinerzeit England in China oder die USA in Japan) vorgegangen. Doch heute wartet man in Ruhe und ganz geduldig, bis sich der Gegner aus eigenem kurzsichtigen, innenpolitischen Machtkalkül und Misswirtschaft innerhalb weniger Jahre so ans Rand des Existenzminimums navigiert hat, dass ihm gar keine andere Wahl mehr bleibt als Betriebe und die Infrastruktur von sich aus zu verkaufen (und mit ihnen die Herrschaft über Hundertausende Arbeitsplätze- die Stützen einer jeden Zivilisation).
Praktischer Nebeneffekt: Die Chinesen stehen im Besten Licht als Retter dar - und nicht als aggressive Investoren wie z.B. im Fall einer feindlichen Übernahme. Wer es bis jetzt noch nicht glaubt, aber die Zeichen werden immer deutlicher: Der Westen ist jetzt, heute, im 21 Jhd. am Ende- die Zukunft gehört Asien und China. Und das - man muss es sagen wie es ist - nicht wg. eines fiesen Staatsstreiches oder gar wg. eines verlorenen Krieges- sondern einfach so, ohne jede Not verkauft sich Europa an die Chinesen und macht sich damit immer abhängiger. Kurzum - die optimale Ausgangsposition für den nächsten Schachzug..
Und ich glaube nicht, dass die Chinesen irgendwo auf der Welt auch nur einen Cent aus reiner Menschlichkeit investieren, das würden wir ja schließlich auch nicht machen -obwohl- WIR Deutschen machen das schon (im Fall von Griechenland) - aber sonst keiner auf der Welt.. ^^ - #59 19.03.2012 12:38 von
Die Briten sind schon lustig. Wenn Probleme nicht durch Turbo-Kapitalismus und Neo-Liberalismus gelöst werden können, haben wir halt zu wenig davon - daran wirds liegen. Und wenn die Ersetzung von Industrie und deren realer Produkte durch esoterische Finanzprodukte nicht hilft, muss man jetzt halt an die Substanz.
Ich frage mich, wie Organisationen mit einem Auftrag zu Schaffung und Aufrechterhaltung der Infrastruktur funktionieren sollen, wenn sie plötzlich ein ganz anderes Ziel, nämlich Gewinnmaximierung, haben.
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