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Cameron-Besuch in Berlin: Das kranke Empire

Das Besuch von David Cameron in Berlin am Freitag birgt Zündstoff: Der britische Regierungschef gibt auch den Euro-Rettern um Kanzlerin Merkel die Schuld an der kränkelnden Wirtschaft in seiner Heimat. Doch die Probleme des Inselstaates liegen tiefer.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...798493,00.html
  1. #110

    na jetzt mal langsam...

    stimmt ja alles.. bis auf:

    Zitat von anonymoose Beitrag anzeigen
    das ist ja erschreckend, mit welcher agressivitaet und dummheit hier einige leute posten, bin ich denn hier auf bilt.de??
    GB hat bis zur krise einen zehn jahre lang waehrenden wirtschaftsboom erlebt, groesstenteils befeuert von der finanzwirtschaft. selbstverstaendlich wird cameron einer allumfassenden transaktionssteuer niemals zustimmen, diese wuerde, allein fuer sich, keinen sonderlich grossen sinn machen.
    Die meisten britischen geldhaeuser sind seit der krise mehrheitlich in staatsbesitz, die briten wissen also sehr genau, wie schadhaft ein unkontrollierter finanzmarkt sein kann.

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    Politik bedeutet kompromissbereitschaft; bruessel und london werden sich schon einigen, destruktive finanzauswuechse wie zb hedge fonds, leerverkaeufe, unsinnige derivate etc zu kontrolleiern, zu besteuern oder gar zu verbieten. und dann wird alles wieder gut!)
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    Hedge Fonds, Leerverkäufe, Derivate, etc...ja was glauben Sie denn, womit der Finanzstandort London seinen Boom gehabt hat??? Mit britischen Staatsanleihen und sonstigen konservativen, risikobefreiten Finanzgeschäften? Ich lach mit tot! Stellt man alle die wie Sie sagen "Finanzauswüchse" ein, bleibt GB gar nix mehr. Dann ist zappenduster...und es implodiert die nächste Blase: der britische Immobilienmarkt...für den hausgemachten GAU braucht´s noch nicht mal die EU.
  2. #111

    Gute Zusammenfassung

    Zitat von nairobi Beitrag anzeigen
    Angenommen eine Krankheit ist bei einer Schulklasse im Umlauf.
    Von den 27 Kindern sind viele Krank, einige richtig schwer.
    Angesteckt haben sich viele bei einem bestimmten Schüler...
    ...Schulden machen kann man....
    Stimme Ihnen voll zu. Insbesondere bei den Briten frage ich mich, wie diese anders ihren Lebensstandard halten konnten, wenn nicht auf den Schultern von anderen, die dafür zahlen sollen. Denn von der britischen Industrie ist wirklich nicht viel übrig.
    Ich habe lange Zeit in einer Firma in Italien gearbeitet, die Kunststoffteile für die Automobilindustrie herstellt. Die Werkzeuge dort waren in der Lage, gratfreie saubere Teile zu produzieren. Das, was uns dann Ford von einem britischen Zulieferer, der pleite gegangen war, ins Haus brachte, war schlicht und einfach meilenweit von den Qualitätsstandards unserer Firma entfernt. Es war auf 60er Jahre Niveau und es war ende der 90er.
    Ein Land kann vielleicht eine Weile lang auf Pump und mit finanziellen Tricks überleben. Aber nach einer gewissen Zeit, funktioniert es nicht mehr, wenn die creative, innovative und handwerkliche Basis fehlt.
    Diese Basis ist sowohl in Deutschland als auch in Italien vorhanden und wird von den vielen kleinen Mittelständlern repräsentiert die es auch in Italien zuhauf gibt.
    Bei den Briten hat der Thatcherismus und die mächtige Finanzindustrie diesen den Gar aus gemacht. Deshalb wird der nächste Crash nicht lange auf sich warten lassen und die Briten dieses Mal in die Katastrophe führen, wenn sie nicht schnellstens etwas ändern.
  3. #112

    todkranker Patient

    Zitat von montaxx Beitrag anzeigen
    Ach,seien Sie doch nicht so empfindlich.Wenn man sich die britischen Pressebeiträge ansieht,die sich mit deutschen Themen beschäftigen,findet man ständig Worte wie "Teutonen","Hunnen","Panzer" und so weiter.Beklagt man sich dann,so wird einem klargemacht,dies sei eben der spezielle britische Humor.So lassen Sie doch den deutschen Lesern auch mal ihren Humor;-)
    Seit wann haben Deutsche Humor ?

    Aber Scherz beiseite: GB ist ein todkranker Patient nicht erst seit gestern und wäre schon vor Jahrzehnten verstorben, wenn sie nicht schottisches Öl gefunden hätten.
  4. #113

    Mr Cameron hat den falschen Weg eingeschlagen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Besuch von David Cameron in Berlin am Freitag birgt Zündstoff: Der britische Regierungschef gibt auch den Euro-Rettern um Kanzlerin Merkel die Schuld an der kränkelnden Wirtschaft in seiner Heimat. Doch die Probleme des Inselstaates liegen tiefer.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...798493,00.html
    Zu beginn der Eurokrise stellte er sich abseits.
    Das war ein grosser Fehler fuer ihn, fuer GB und fuer die Loesung der Krise.

    Die Konzentration der Bankenjongleure in London gab seinem Land ein besondere Rolle in dem Entstehen der Krise und in deren Verschaerfung. Ohne die Baendigung der Heuschrecken in London und New York gibt es kaum Moeglichkeiten die Krise kurzfristig zu loesen.

    Das freiwillige Abseitsstehen der Britischen Regierung ermutigt die Banken, denn sie haben einen sicheren Hafen in GB, wie frueher die Piraten in der Karibik. Mr. Cameron hat die schlimmsten Akteure in dieser Geschichte entfesselt und das war der erste Fehler.

    Der zweite Fehler war die Enthaltung von der Rettung der griechischen Wirtschaft. Ein Beitrag haette den Einfluss seiner Regierung in der Loesung des Problems gesichert. Wie es ist steht er im Abseits und kann nur Meckern, ob aus guten oder schlechten Gruenden.

    Der Aufrug nach deutscher Fuehrung in diese Hinsicht ist nicht mehr als eine Finte. Er ist sich bewusst dass das politisch und wirtschaftlich nicht moeglich ist.

    Was bleibt ist die Disziplin der Maerkte und diese arbeiten gerade nach der Dominomethode. Ein ueberschuldetes Euroland nach dem Anderen und wie das heute aufgebaut ist werden am Ende alle - einschliesslich D - ueberschuldet sein.

    Politisch war die Haltung der britischen Regierung mindestens ungeschickt, aus einer europaeischen Sicht war sie irresponsible.
  5. #114

    Kapitalismus funktioniert wunderbar.

    Zitat von beraterit Beitrag anzeigen
    wo gibt es denn überhaupt den Kapitalismus ? Den gab es nie und den gibt es nicht. Was wir haben und was das Finanzsystem kaputt macht sind die staatlichen Eigriffe, die immer schwerwiegender .....
    Sie haben anscheinend den "Kapitalismus" nicht verstanden. Der funktioniert doch ganz hervorragend -> das Kapital sucht sich Mittel und Weg sich zu erhalten und zu vermehren. Steht irgendwo geschrieben, daß sich das Kapital nicht am großen Steuertopf "laben" kann?

    Und falls Sie meinen, daß ist ein Phänomen der aktuellen Krise... ne, isses nicht:
    - deutsche Wiedervereinigung (http://www.banktip.de/News/25472/ban...reinigung.html)
    - Steuersubventionen "Erlass der Besteuerung der Gewinne bei Verkauf von Unternehmensteilen" (http://www.nachdenkseiten.de/?p=545)

    Sie scheinen auch im weiteren davon auszugehen, daß der Kapitalismus auf einem vollkommenen Markt (http://de.wikipedia.org/wiki/Vollkommener_Markt) aufbaut oder diesen vielleicht sogar anstrebt. Das ist natürlich Quatsch.
  6. #115

    100% recht

    Zitat von Schwede2 Beitrag anzeigen
    Gerne suchen die Briten auf dem Festland nach Schuldigen für deren Misere. Die wenig geliebten Deutschen sind da wohlfeile Reibungspunkte. Das ist die pure Heuchelei.

    Der Spiegel zeigt klar auf, zu Recht! , dass die strukturellen Probleme des Landes hochgefährlich, aber eben selbstgemacht ....
    Ich teile voll und ganz ihre Analyse, möchte aber noch die Staatsobligationen anfügen. Dort ist das gleiche Spiel zu beobachten, einfach im umgkehrten Sinn. Niemand will südeuropäische Anleihen kaufen, bei Spiegel heisst es dann, die Spekulanten treiben die Zinsen in die Höhe ;-)
    Gott sei Dank leben wir nicht in einer desindustrialisierten Welt. Sie in DE, ich in CH
  7. #116

    Eurohysteriker

    Zitat von Nihil novi Beitrag anzeigen
    Ja,politische Bildung ist nicht nur in Deutschland am Boden. Schweden und Deutschland haben in etwa soviel gemeinsam wie Deutschland und Swasiland. Da kann man schonmal beide als Vorbild nennen ohne sich der Verblödung schuldig zu machen.

    Was ich aber viel erstaunlicher finde ist die Tatsache, dass es den Briten so schlecht geht, obwohl die doch gar nicht den "er ist an allem schuld" Euro haben. Kann mir das mal jemand erklären? Genauer mein ich? Von den Eurohysterikern vielleicht einer? In dem Kontext wäre auch eine Analyse der USA (kein Euro) und Japans (kein Euro) interessant.
    Und bitte auch noch eine Analyse der Schweiz, von Schweden und Norwegen
    Im Ernst, Dienstag Abend gab es im Schweizer Fernsehen eine Wirtschaftssendung, ECO heisst die. Die sendeten einen relativ zeitnahen Film über die Eurokrise. Und alle befragten gaben dem EURO in der jetztign Konstruktion noch ein paar Jahre, sei es ein Deutscher Banker oder ein Wirtschaftshistoriker, nein, alles keine Eurohasser !!!
  8. #117

    Gegenmaßnahmen

    Zitat von Der Bruddler Beitrag anzeigen
    Das ändert aber doch nichts an der Tatsache dass hier von aussen in einen zentralen Wirtschaftszweig eingegriffen werden soll.

    Das lässt sich niemand ohne weiteres gefallen.
    Sie können nicht erwarten, dass Euroland zuschaut, wie GB mit ihm Monopoly spielt. Inhalt des zentralen Wirtschaftszeiges in GB's ist es nun einmal, Gewinne auf Kosten anderer zu erzielen. Dem muss man nicht tatenlos zusehen. Die Gegenmaßnahmen sind Teil des britischen Spiels.
  9. #118

    wie bitte?

    Zitat von diwoccs Beitrag anzeigen
    Seit wann haben Deutsche Humor ?

    Aber Scherz beiseite: GB ist ein todkranker Patient nicht erst seit gestern und wäre schon vor Jahrzehnten verstorben, wenn sie nicht schottisches Öl gefunden hätten.
    "todkrank nicht erst seit gestern"
    Geht's noch widerspruchsvoller??
  10. #119

    Deindustrialisierung

    Wir können in Deutschland wirklich froh sein, dass wir im Gegensatz zu Großbritannien noch eine starke industrielle Basis haben - NOCH!
    Das kann sich in den nächsten Jahren allerdings schnell ändern: Die so genannte Energiewende hat die bereits überdurchschnittlich hochen Strompreise weiter in die Höhe getrieben.

    Die gigantischen Kosten für die Subventionierung von Wind und Sonne, neue Gas- und Kohlekraftwerke für Windstille und für die Zeit nach Sonnenuntergang, neue Netze etc. werden den Strompreis weiter in astronomische Höhen treiben - und damit die Deindustrialisierung Deutschlands bewirken.
    Die hochgelobten Gewerbetreibende und mittelständischen Betreibe ächzen jetzt schon unter den EEG-Kosten, energieintensive Industrien halten Investitionen zurück.

    Man kann nur hoffen, dass Deutschland nicht den britischen Weg der Deindustrialisierung mitgeht....


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