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Burnout-Risiko: Einfach mal Abschalten!

Schlimm!!*Übel!! Unerträglich!! Es ist mal wieder Jammerzeit - die Technik frisst uns auf, heißt es, die E-Mail-Flut ist zum Tsunami angeschwollen. VW verspricht jetzt Abhilfe: keine nächtliche Post mehr. Was für ein Quatsch.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...805867,00.html
  1. #1

    Sascha Lobo ist Freiberufler...

    ...und hat offenbar noch nie in einer großen Firma gearbeitet. Sonst wüßte er, dass man sich den Blackberry-Druck nicht einfach selbst macht (und man das Ding nicht einfach abends ausschalten kann), sondern dass immenser Gruppen-/Kollegenzwang dahintersteckt. Auf Deutsch gesagt: Der Kollege, der abends sein Blackberry ausschaltet, ist das Arschloch, wegen dem ein Projekt platzt oder eine Deadline nicht mehr geschafft wird. Wer hier ausschert, riskiert seinen Arbeitsplatz. Insofern ist es absolut nötig und begrüßenswert, wenn hier Betriebsräte eingreifen und tatsächlich die Server am Abend abgestellt werden.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Am Blackberry gibt es einen Ausknopf. Wer ihn nicht bedienen kann, dem hilft auch kein Betriebsrat. Und wer sich nicht traut, ihn zu bedienen, hat einen großen Haufen Probleme, die durch die Abschaltung eines Servers nicht gelindert oder gar gelöst, sondern nur versteckt werden.

    Burnout-Risiko: Einfach mal abschalten! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Sascha Lobo erstellt öfters gute Kommentare. Doch hier - bei allen berechtigten Hinweisen auf die Selbstverantwortlichkeit - stimme ich nicht zu. Zumindest werte ich die Betriebsratsaktion als postive Ergänzung, welche manche MA gegenüber manchen Chefs stärkt. Individuelle Lösungsansätze müssen strukturell ergänzt werden - oder wollen wir (wie die Amis) alles NUR dem Einzelnen aufbürden?!
  3. #3

    Puh...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schlimm!!*Übel!! Unerträglich!! Es ist mal wieder Jammerzeit - die Technik frisst uns auf, heißt es, die E-Mail-Flut ist zum Tsunami angeschwollen. VW verspricht jetzt Abhilfe: keine nächtliche Post mehr. Was für ein Quatsch.

    Burnout-Risiko: Einfach mal abschalten! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Guten Tag Herr Lobo,

    nehmen Sie es mir bitte nicht übel, aber auch wenn Sie an einigen Stellen meine Zustimmung haben, großteils zeugt Ihr Artikel davon, dass Sie noch nie Verantwortung tragen mussten.

    Auch ist Ihre Recherche nicht sonderlich tiefgreifend, denn wenn man den Push Server abschaltet, welcher Emails direkt aufs Blackberry weiterleitet, dann bedeutet das nicht, dass man nicht mehr auf seine Mails mittels Firmen-Laptop zugreifen kann. Ihre Aussage "Diejenigen, die wirklich um diese Zeit kommunizieren wollen oder müssen, werden verbotenerweise ausweichen auf ihre privaten E-Mail-Adressen, was zu noch intensiverer Verschmelzung von Arbeit und Privatleben führt und zusätzlich katastrophale Folgen für die Datensicherheit des Unternehmens hat." ist daher schlichtweg falsch.

    Vielleicht sollten Sie sich Ihre eigenes Buch "Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin" nicht so sehr zu Herzen nehmen, das sich zwar kurzweilig liest, aber inhaltlich aus meiner Sicht kaum unrichtiger sein kann. Beginnen Sie frühzeitig mit der Recherche, dann klappt's auch mit den Argumenten. ;-)
  4. #4

    Recht hat er

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schlimm!!*Übel!! Unerträglich!! Es ist mal wieder Jammerzeit - die Technik frisst uns auf, heißt es, die E-Mail-Flut ist zum Tsunami angeschwollen. VW verspricht jetzt Abhilfe: keine nächtliche Post mehr. Was für ein Quatsch.

    Burnout-Risiko: Einfach mal abschalten! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Nicht die neue Technologie ist schuld, sondern wie man damit umgeht.
    Ja damals, als der Höhlenbär plötzlich in der Höhle aufgetaucht war, da hätte man mit einem Blackberry gerne schnell die Männer von der Mammutjagd und die anderen vom Bombeerenlesen zurückgeholt. Das hätte den Stress eher noch reduziert.

    Denn das Faktum, dass den Verfasser einer Mail dazu brachte, diese zu schreiben, ist dann vorhanden, wenn er sie tippt. Ob durch einen nichtvorhandenen Server diese Mail später eintrifft, ändert daran überhaupt nichts. Ist sie nicht dringlich, kann ich sie auch am Wochenende lesen, um sie am Montag zu bearbeiten.

    Wer den Server abschaltet, handelt hingegen wie ein kleines Kind, dass sich die Augen zuhält, und sagt, man könne es ja nicht sehen.

    Dass Management auf Kleinkindniveau handelt, wenn es denkt damit gut auszusehen, ist ja nichts neues. Gut dass Sascha Lobo einmal sagt, dass der Kaiser gar keine Kleider an hat.
  5. #5

    nur bis z.B. 20:00 Uhr

    Zitat von Gerhard Steller Beitrag anzeigen
    ...Sonst wüßte er, dass man sich den Blackberry-Druck nicht einfach selbst macht (und man das Ding nicht einfach abends ausschalten kann), sondern dass immenser Gruppen-/Kollegenzwang dahintersteckt.
    Ein Untergebener sollte so viel Arsch in der Hose haben und allen im Team (inkl. dem Chef) von Vornherein klar machen, das sein Handy nur bis z.B. 20:00 Uhr eingeschaltet bleibt, danach ist Privatleben angesagt! Wenn er das nicht schafft, wird er ewig ein kleiner Untergebener bleiben...

    Ich mag als Chef keine Arschkriecher "ich bin jederzeit für sie erreichbar, Tag und Nacht"... diese Leute werden verheizt und danach entsorgt. Für entscheidende Posten nehme ich nur Leute, die widersprechen und eine eigene Meinung haben und auch vertreten...und auch Abends durchaus nicht erreichbar sind. Darauf kann man sich einstellen. Das sind die Leute, die dann entsprechend Karriere machen, nicht die kleinen immer Erreichbaren... die sind austauschbar.
  6. #6

    Der Artikel enthält ...

    ... ja durchaus richtige Ansätze, was den privaten Bereich angeht. Was den beruflichen Bereich angeht, zeigt der Autor mit dem Artikel nur, dass er ersichtlich keine Ahnung hat. Man kann eben nicht einfach als Einzelperson seinen Blackberry oder was auch immer an Händi abschalten. Solange die Firma Erreichbarkeit faktisch verlangt, wäre es für den Einzelnen fatal, sich selbst abzuschalten. Deswegen war es völlig richtig, dass der Betriebsrat bei VW für "Waffengleichheit" gesorgt hat und die Verantwortung für die dienstlichen Mails an den Arbeitgeber abgeschoben hat.

    Was das Burnout-Syndrom angeht: Zunächst handelt es sich dabei um kein medizinisch fest umrissenen Begriff, wie ja auch vor kurzem bei SPON berichtet. Es ändert aber überhaupt nichts daran, dass offensichtlich die Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen massiv zugenommen haben.

    Die Erklärung hierzu ist schwierig. Denn man sollte nicht vergessen, dass noch bis Anfang der 70er in Deutschland die 48-Stunden-Woche weit verbreitet war, mithin der Samstag voller Arbeitstag war. Das lässt zunächst einmal vermuten, dass die Leute gestresster sein mussten.

    Und im produzierenden Gewerbe dürfte das auch der Fall gewesen sein. Wer sich die Gesichter Vierzigjähriger Fließband-, Stahl- usw. Arbeiter aus den 50ern, 60ern ansieht, wird diese z. T. für Gesichter von 60-jährigen halten.

    Anders dürfte es im Bereich von Dienstleistungsarbeiten sich entwickelt haben: Man mag nur ein Beispiel nehmen. Die Entschleunigung des Diktats. Das, was heute im Schnellverfahren in digitale Diktiergeräte gehaspelt und dann unter Zeitdruck von einer personell ausgedünnten Sekretärsmannschaft in Schreibgut umgesetzt werden muss, fand früher als Diktat in die Schreibmaschine statt. Schon das führte zu einer Langsamkeit im Arbeiten und Denken - letzteres möglicherweise von Vorteil für alle, weil das Denken eben gelegentlich seine Zeit braucht.

    Wer in weiten Bereichen die Ausdünnung an Personal einerseits und die Zunahme an Aufgaben andererseits beobachtet, dem erklärt sich die Zunahme an psychischen Erkrankungen. Und das Leistungsdenken hat doch auch im Privaten zugenommen. Wer heute nicht auch in der Freizeit ständig Höchstleistung bringt, ist ganz schnell Megaout und steht freundeslos da. Und dazu gehört in weiten Teilen jedenfalls der jüngeren Bevölkerung auch Facebook und Co., verbunden mit ständiger Erreichbarkeit.
  7. #7

    Abschalten ist beim ersten Mal noch schwer

    Herr Lobo hat völlig Recht!
    Das BB kann man sogar automatisch abschalten. Das wirft beim ersten Mal eventuell eine Frage des Chefs auf, aber danach war das nie ein Thema.
    Mein Business Unit Director in den USA weiß auch, wann freitags mein Zug ins Wochenende fährt und akzeptiert, dass ich da weg bin.
    Man muss seinen Chef erziehen.
    Eine Deadline kann nicht wegen einer unerwarteten/verpassten e-Mail um 22.45 platzen. Dass diese Nachricht kommen würde, weiß man schon am Nachmittag, und in diesem Fall kann man sich darauf einstellen. Wenn das die Regel wird, sollte man das entweder ändern oder den Arbeitgeber wechseln.
  8. #8

    Umdenken

    Zitat von Gerhard Steller Beitrag anzeigen
    ...und hat offenbar noch nie in einer großen Firma gearbeitet. Sonst wüßte er, dass man sich den Blackberry-Druck nicht einfach selbst macht (und man das Ding nicht einfach abends ausschalten kann), sondern dass immenser Gruppen-/Kollegenzwang dahintersteckt. Auf Deutsch gesagt: Der Kollege, der abends sein Blackberry ausschaltet, ist das Arschloch, wegen dem ein Projekt platzt oder eine Deadline nicht mehr geschafft wird. Wer hier ausschert, riskiert seinen Arbeitsplatz.
    ...und es sind auch leider Leute wie Sie die solche schlechte Arbeitsbedingungen garantieren. Warum ? Weil Sie zu den Leuten gehören die das alles klaglos mitmachen, anstatt sich einen neuen Job mit annehmbaren Arbeitsbedingungen zu suchen. Unternehmen die ihre geschilderte Situation zulassen, sind exakt die Unternehmen, die schlecht bezahlen und Arbeitnehmer ausschließlich als Kostennote betrachten. Wenn dieser Kostenfaktor dann aus gesundheitlichen Gründen eines Tages in´s Gras beisst, kommt eben der nächste Dummie, weil es eben soviele gibt, die sich soetwas bieten lassen. Übrigens, es gibt sehr viele Firmen die auch erkannt haben das Arbeitnehmer nicht nur "human resources", oder "menschliche Quellen" sind, die es gilt anzuzapfen und nach belieben auszusaugen.
    Seien Sie mutig und studieren Sie Stellenanzeigen, führen Sie
    Bewerbungsgespräche und suchen Sie sich einen Job, wo es respektiert wird, wenn Sie abends das Blackberry abschalten
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schlimm!!*Übel!! Unerträglich!! Es ist mal wieder Jammerzeit - die Technik frisst uns auf, heißt es, die E-Mail-Flut ist zum Tsunami angeschwollen. VW verspricht jetzt Abhilfe: keine nächtliche Post mehr. Was für ein Quatsch.

    Burnout-Risiko: Einfach mal abschalten! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Dwight D Eisenhower fersagt mal wieder kläglich. Passiert halt, wenn man als NEET noch nie einen richtigen festen Beruf ausgeübt hat, da kennt man das auch nicht, dass der Chef sagt, das BB bleibt an wenn man Feierabend hat.








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