Burnout: Raus aus der Opferrolle

DPAWer sich im Job gehetzt und überfordert fühlt, wünscht sich vor allem eins: Runter von der hohen Drehzahl. Ein Coach kann dabei helfen. Er sieht, was Betroffene selbst nicht sehen - gern auch beim gemeinsamen Joggen. Doch ohne Mithilfe geht es nicht.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...842267,00.html
  1. #1

    na prima, sind ja gute Aussichten für all die Arbeitslosen Coachs die so herumlaufen,
    Opferrolle ist mal das richtige Wort, genau das liegt aber an einem selbst, ob man sich als Opfer sieht oder nicht. Mein Gefühl sagt mir--- es laufen nur noch vermeintliche Opfer herum und das ist schon nicht mehr zu ertragen. Wir haben verlernt mit Problemen umzugehen und sehr viele sind hausgemacht.
  2. #2

    Coach oder Psychologe

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer sich im Job gehetzt und überfordert fühlt, wünscht sich vor allem eins: Runter von der hohen Drehzahl. Ein Coach kann dabei helfen. Er sieht, was Betroffene selbst nicht sehen - gern auch beim gemeinsamen Joggen. Doch ohne Mithilfe geht es nicht.

    Burnout: Welcher Coach ist gut für mich? - SPIEGEL ONLINE
    Wenn man davon ausgeht, dass ein Burn Out eine Spezialform der Depression ist, dann kann ein Coaching nur beim Beginn des Burn Out unterstützen. Ansonsten braucht man professionelle Hilfe und keine Seelenmassage beim Joggen.

    Hauptproblem der heutigen Arbeitswelt ist der ständige Druck immer profitabler zu arbeiten und dem Aktionär eine immer höhere Eigenkapitalrendite zu gewähren, auch wenn das derzeit nicht mehr drin ist. Die Potenziale sind nämlich mittlerweile so ziemlich ausgelutscht. Hinter den Renditen stehen Vorstände und höhere Manager, die natürlich auch einen immer größeres Stück vom Kuchen abbekommen wollen. Die eigentliche Leistung wird von einfachen und mittleren Management und denjenigen erbracht, die die Waren und Dienstleistungen herstellen. Eine Zeitlang reichen innere Motivation und Geld und Status aus, um Leistung an dieser Stelle zu generieren, aber irgendwann ist einfach Schluß. Der Druck steigt und macht die Mitarbeiter krank. Die Folgekosten lassen sich derzeit nur schwer erfassen und spielen für ein Unternehmen erst dann eine Rolle, wenn signifikante Produkte und Dienstleistungen nicht mehr erbracht werden. Aber bis dahin wird immer weiter an der Schraube gedreht.
  3. #3

    Flickschusterei

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer sich im Job gehetzt und überfordert fühlt, wünscht sich vor allem eins: Runter von der hohen Drehzahl. Ein Coach kann dabei helfen. Er sieht, was Betroffene selbst nicht sehen - gern auch beim gemeinsamen Joggen. Doch ohne Mithilfe geht es nicht.

    Burnout: Welcher Coach ist gut für mich? - SPIEGEL ONLINE
    Mich macht das wütend, sowas zu lesen. Ein echter Burnout ist eine Depression und kein "Accessoire" und auch kein "Prestigeobjekt". Deswegen muss man auch zu einem richtigen Psychologen, oder noch besser erstmal zum Psychiater! Und nicht zu einem Coach, der nur Flickschusterei betreibt. Das ist doch das ganz große Problem... diese Flickschusterei. Zum Coach gehen, um danach NOCH leistungsfähiger zu sein, Urlaub machen um NOCH leistungsfähiger zu sein, usw... Aber daran, WIE wir heute Arbeiten und Leben (ob man lebt um zu arbeiten, oder ob man arbeitet um zu leben), DAS wird nicht und niemals in Frage gestellt, das darf man nicht. Also betreiben wir eine unsägliche Flickschusterei, die auf lange Sicht noch alles schlimmer macht!
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wer sich im Job gehetzt und überfordert fühlt, wünscht sich vor allem eins: Runter von der hohen Drehzahl. Ein Coach kann dabei helfen. Er sieht, was Betroffene selbst nicht sehen - gern auch beim gemeinsamen Joggen. Doch ohne Mithilfe geht es nicht.

    Burnout: Welcher Coach ist gut für mich? - SPIEGEL ONLINE
    Früher hatte man Freunde, heute hat man nen Coach. Oder zwei, oder drei.
  5. #5

    Sorry, ökonomischer Unfug

    Zitat von spon-facebook-10000011612 Beitrag anzeigen
    Hauptproblem der heutigen Arbeitswelt ist der ständige Druck immer profitabler zu arbeiten und dem Aktionär eine immer höhere Eigenkapitalrendite zu gewähren, auch wenn das derzeit nicht mehr drin ist.
    Mir ist als Aktionär die Eigenkapitalrendite ziemlich wurscht. Wie aus dieser Kennzahl irgendjemand einen Wert ableiten kann, ist mir wirklich schleierhaft.

    Aber zur Sache: Das Hauptproblem der Burn Out Diskussion ist die Unschärfe der Begrifflichkeiten. Ob Antriebslosigkeit, Unlust, Unzufriedenheit, Perspektivelosigkeit bis eben auch hin zu handfesten Depressionen - alles ist irgendwie Burn Out.

    Erst wenn man nicht mehr erlaubt, dass sich jeder Hans Wurst mit dem Hinweis auf Burn Out seine Extra-Portion Mitleid/Aufmerksamkeit/Zuwendung erschwindelt, kann man anfangen, sich über den ganzen Themenkomplex mal ernsthaft auszutauschen.

    Dr. Jennings
  6. #6

    Singen im Walde

    Der Spiegel kämpft mit Händen und Füßen für die Krankheit Burnout, die eigentlich keiner wirklich kennt, insbesondere die Fachwelt nicht. Und für die hunderttausende Psychodeliker und Coaches und Berater und Seelenmasseure, für die sich kein Schwein interessiert, obwohl genau sie diese nicht vorhandene Krankheit heilen können. Aber dummerweise ist es ein Neigungsberuf, den gerade Kinder gut betuchter Eltern zu gern erwählen, wenn sie bei Kunstgeschichte oder Musikwissenschaft nicht unterkommen konnten.

    Diese product – placement – Aktion wird solange keinen Erfolg haben, solange keine halbwegs objektiven Ergebnisse sprich Erfolge vorzuweisen sind, auch wenn die Krankenkassen den Zinnober bedingt unterstützen. Und da hilft es wenig, wenn man pausenlos Artikel angeboten beklkommt, die bezahlt werden.

    Ich empfehle dringend, Rutengehen, Schattenboxen, Erdstrahlen, die Lehre vom Xing und Xang und die Esoterik sowieso sowie die Mystik aller Erdteile mit ins Angebot zu nehmen. Da rollt der Rubel. Und man braucht gar nichts nachzuweisen. Eine fast theologische Position. Bitte nicht verwechseln mit der Position, die der Speigel einmal hatte. Die war hart erarbeitet. Faktisch.
  7. #7

    Betriebswirtschaftliche Unkenntnis

    Zitat von dr.jennings Beitrag anzeigen
    Mir ist als Aktionär die Eigenkapitalrendite ziemlich wurscht. Wie aus dieser Kennzahl irgendjemand einen Wert ableiten kann, ist mir wirklich schleierhaft.

    Aber zur Sache: Das Hauptproblem der Burn Out Diskussion ist die Unschärfe der Begrifflichkeiten. Ob Antriebslosigkeit, Unlust, Unzufriedenheit, Perspektivelosigkeit bis eben auch hin zu handfesten Depressionen - alles ist irgendwie Burn Out.

    Erst wenn man nicht mehr erlaubt, dass sich jeder Hans Wurst mit dem Hinweis auf Burn Out seine Extra-Portion Mitleid/Aufmerksamkeit/Zuwendung erschwindelt, kann man anfangen, sich über den ganzen Themenkomplex mal ernsthaft auszutauschen.

    Dr. Jennings
    Sie haben wohl einen gepflegten Bogen um die aktuellen betriebswirtschaftlichen Gepflogenheiten gemacht. Für Sie persönlich kann es je egal sein, die großen Fonds, die Unternehmenseigner oder wesentliche Aktionäre sind, erwarten für Ihre Kapitalgeber und sich selbst natürlich eine höhere Renite aus ihrem Aktienbesitz, als den üblichen Marktzins.

    Burn Out ist eine mittlerweile mit Symptomen definierte Art der Depression und als solche zu behandeln. An Ihrer Stelle würde ich mich einfach mal informieren. Ein "Personal Trainer" oder Coach ist nie in der Lage so eine - Krankheit - zu behandelt, sondern man benötigt dafür mindestens einen Psychologen. Es gibt zwar Zeitgenossen, die bahaupten: "boah, ich hab' nen Burn Out", aber das ist eher etwas für die Galerie.

    Das mit dem "Hans Wurst" der Aufmerksamkeit benötigt nicht, mag sich eher auf solche Zeitgenossen beziehen. Wenn bei jemandem durch Psychologen oder Psychaters Burn Out diagnostiziert wird, möchte ich nicht mit dem tauschen.

    Vielen Gruß an den Dr.!
  8. #8

    einfach deutsch lernen

    Zitat von spon-facebook-10000011612 Beitrag anzeigen
    ...

    Wenn bei jemandem durch Psychologen oder Psychaters Burn Out diagnostiziert wird, möchte ich nicht mit dem tauschen.
    Es gibt keinen Burnout, zwischen einem Psychologen und Psychiaster liegen Welten, und eine Vielzahl von Psychologen hüpft nun mal als Coach oder Glückstrainer durchs Leben. Es gibt nämlich nichts zu tun für sie.
  9. #9

    Ein Coach ist nur begrenzt hilfreich ...

    ... nämlich in der frühen Phase eines Burnouts, in der das Denken noch halbwegs "normal" funktioniert. Rutscht der Betroffene in die spätere Phase, die oft mit Depressionen einhergeht, muss eine andere Hilfe ran, weil dann das Denken eben nicht mehr richtig funktioniert. Prof. Holsboer aus München bezeichnet Burnout (späte Phase) gerne als Stoffwechselstörung im Gehirn ... und da hilft mir kein Coach heraus.