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Burnout-Kongress: Was den Menschen ins Hamsterrad treibt
DPAStehen Menschen ständig unter Stress, leidet der ganze Körper. Der Neurobiologe Gerald Hüther ging auf einem Burnout-Kongress in Heidelberg einer grundlegenden Frage nach: Wie kommt der Mensch auf die verrückte Idee, so viel Leistung bringen zu müssen, bis er umfällt?
http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...-a-857540.html
- #1 24.09.2012 14:45 von
Naiver Lösungsansatz
Was ist denn, wenn man keine Bezugsperson hat, die einem aus diesem Dilemma helfen? Wenn man nur Freunde hat, die einen nur oberflächlich betrachten, wenn man eine Frau geheiratet hat, die einen immer höheren Lebensstandard erwartet und einen ansonsten nicht mehr unterstützen würde? Solche Fälle gibt es zuhauf und gerade diejenigen, die in einem leistungsantreibenden Umfeld sich sozialisieren, sind doch die besten Kandidaten für Burnout.
Um zu begreifen, daß ich bei Anzeichen einer Depression mich meiner erstbesten Vertrauensperson anvertraue, muss ich kein Wissenschaftler sein. Das weiß doch jeder.
Flächendeckend kann dieses immer weiter wachsende Problem allerdings nur angegangen werden, wenn wir als Gesellschaft begreifen, daß Menschen eben nicht gleich sind. Das wir als Individuen unterschiedlich leistungsfähig sind und das nicht jeder Mensch die Dinge begehrt, die die Mehrheit begehren will. Man sollte grundsätzlich aufhören Kinder und Jugendliche dazu zu indoktrinieren Dinge zu begehren, die sie garnicht haben wollen. - #2 24.09.2012 14:57 von
Ich weiß nicht, was andere "ins Hamsterrad treibt", aber mich treibt schlicht das konkrete Bedürfnis mich und meine Familie ernähren zu können und Forderungen des Staats (Steuern, Abgaben, Gebühren) und Körperschaften öffentlichen Rechts (Krankenkasse, GEZ, etc.) befriedigen zu können.
Ich nix arbeiten, ich nix Geld. So einfach ist das. Oder kurz: Ich kann es mir nicht leisten, Minder zu leisten. - #3 24.09.2012 15:00 von
Keine neue Erkenntnis
es ist eine alte Erkenntnis, dass Menschen glauben "mehr" (Geld, Anerkennung, Attraktivität, Aufmerksamkeit usw.) mache sie glücklicher. Nur, während man früher eher das Ziel sah, sich durch innere Reife ("Bescheidenheit") vor solchen Süchten zu schützen, animieren wir uns heute gegenseitig, dieses "immer mehr" auch noch anzustreben. Wer bescheiden ist, ist in den Augen vieler ein Idiot... ("er könnte mehr haben, wenn er sich mal mehr anstrengen würde...")
- #4 24.09.2012 15:01 von
- #5 24.09.2012 15:13 von
wie wäre es mit dichten, anstatt singen und tanzen
Das Leben wär so einfach und schön,
hät als Lachs ich, das Licht der Erde gesehen...
ach nee, lassen wir das lieber ....
Aber wie motiviert man einen Esel weiterzugehen......
...... ja, mit einer Angel und einer Möhre.
Wir stehen sicherlich erst am Anfang der Auswirkungen einer langjährig dauernden Entwicklung, das dicke Ende kommt noch.
Wir haben noch das Glück, dass wir anders als die Japaner nicht gleich aus dem 50. Stock springen.
Die Möhre hat dann aber trotzdem schon ein anderer Esel bekommen - #6 24.09.2012 15:16 von
Titel
Die meisten Menschen mit Burnout sind keine karrieregeilen Banker, sondern normale "Arbeiter" die ohne solche Leistungsexzesse Ihren Lebensunterhalt nicht zahlen können.
Niedriglöhner können sich dann auch kein "Burnout Syndrom" leisten und schaffen bis zum Umfallen, was die "Rentenkasse" freut. - #7 24.09.2012 15:26 von
sehr einfach gedacht
Aus dem Alltag auszubrechen hört sich einfach und logisch an. Aber sollten wir nicht auch realistisch sein, denn schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass wir bis 67 arbeiten müssen. Wenn Vorgesetzte mit ZIelvereinbarungen den Druck erhöhen, die Mailflut einen fest im Griff hat und dazu noch immer weniger Arbeitskräfte mehr Aufgaben abarbeiten müssen, dann fragt man sich schon, ob der Vorschlag des lieben Herr Hüther nicht etwas weltfremd ist. Soll ich etwa meinem Arbeitgeber sagen, dass ich die Leistung nicht mehr gewillt bin zu bringen? Stimmt, wenn ich dann arbeitslos bin, habe ich mit Sicherheit viel Zeit, tanzen zu gehen, zu singen oder Theater zu spielen
- #8 24.09.2012 15:37 von
... oder einen anderen Plan B finden...
z.B. mal komplett aussteigen und versuchen, jeden Tag selbst zu bestimmen, siehe beispielsweise plan-be.de
- #9 24.09.2012 15:39 von
Kein Mensch begibt sich freiwillig ins Hamsterrad
Er glaubt oder weiß, daß man dies von ihm erwartet.
Und dies ist die eigentliche Krankheit.
Begleitet wird das Ganze von ungeheuer viel Angst vor dem eigenen Versagen und vor Faktoren, die man selbst nicht oder kaum beeinflussen kann.
Der Spaltungsprozeß der Gesellschaft führt ständig vor Augen, wohin die Entwicklungen einen führen können.
Eine Lösung wäre das völlige Loslassen und der Verzicht, aber wer kann das schon?
Für zuverlässigen Nachschub im Hamsterrad ist also gesorgt.
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