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Bundeswehr-Eingreiftruppe für den Kosovo: Wehrbeauftragter rügt Dauereinsatz
dapdDeutschland schickt erneut eine robuste Eingreiftruppe in den Kosovo, rund um die Wahlen droht dort eine neue Eskalation. Der Wehrbeauftragte kritisiert nun die hohe Belastung für die eingesetzten Soldaten - sie sind zum Teil seit anderthalb Jahren im Dauereinsatz.
Bundeswehr-Eingreiftruppe für den Kosovo: Wehrbeauftragter rügt Dauereinsatz - SPIEGEL ONLINE
- #10 01.05.2012 08:54 von
Gejammer
- #11 01.05.2012 09:10 von
Prinzipiell ist es MIR gleich was andere über MICH sagen/denken. Unklug finde ich dass, was Sie über SOLDATEN (insbesondere jene, welche sich ein paar tausend Kilometer von uns im Einsatz befinden) schreiben.
Der Notarzt, der jahrzehntelang im Einsatz ist - ebenso wie der Feuerwehrmann, der Polizist, und andere haupt-/ehrenamtlich engagierte Personen in Deutschlang - hat mit Sicherheit keinen einfachen Beruf. Aber seien wir doch mal ehrlich, wer hat denn schon einen einfachen Beruf? Fast alle anderen Berufsgruppen haben den Luxus (fast immer) täglich nach Dienst/Arbeit heimzukommen. Auch der Notarzt hat irgendwann einmal Feierabend, bis er auf's Neue "raus" muss.
Ich schreibe diese Zeilen aus dem letzten "richtigen" Feldlager im Nordkosovo. Zufälligerweise geht das Internet mal wieder. Notärzte haben nach und während Dienst vermutlich eher die Möglichkeit sich bei SPON in einem Forum zu Wort zu melden, wenn ihnen dort irgendjemand nachsagt eine Lusche zu sein.
Der Notarzt ist mit sehr großer Wahrscheinlichkeit bei der Geburt seines Kindes anwesend, oder aber sieht sein Neugeborenes in den nachfolgenden Stunden/Tagen nach der Geburt. Ein Soldat hier im Feldlager an der serbischen Grenze sieht sein Neugeborenes vielleicht mal über SKYPE (wenn das Internet funktioniert), oder aber 10 bis 14 Tage später, wenn ihm seine Ehefrau ein Foto schickt. Im Arm halten wird er es erst sehr viel später, falls er wohlbehalten zurückkommt.
Ein Notarzt muss nicht innerhalb der nächsten 10 Tage in ein anderes Land für mehrere Monate, er kann (mit Konsequenzen in seiner Karriere) ablehnen. Ein Soldat kann das nicht (Gehorsamspflicht nach dem SoldatenGESETZ), täte er dies begeht er eine Straftat (da es sich um ein SoldatenGESETZ handelt).
Der Notarzt/die Krankenschwester/der Altenpfleger kann sich nach Heimkehr in sein trautes Heim (fast) jeden Abend duschen/fernsehen/weggehen, ich hier am sogenannten "GATE 1" kann das nicht. Ich teile mir mit 120 anderen "Luschen" jeweils 6 Duschen/Waschbecken/Toilettensitze sowie mit einem halben Dutzend anderer Kameraden ein Zelt, in dem es zieht wie Hechtsuppe, wenn der Wind bläst, in dem es heiß ist, wie die Sahara, wenn jetzt im Sommer die Sonne scheint.
Das Essen, das wir hier vorgesetzt bekommen muss nur ein paar Kriterien erfüllen: der Tageskaloriensatz muss erreicht werden, es muss den Hygienebestimmungen entsprechen, es muss nur einigermaßen warm sein und es muss für Moslems gekennzeichnet sein. Ob es mir schmeckt, oder mir gerade danach der Sinn steht INTERESIERT KEIN SCHWEIN. Die Krankenschwester, oder die "anderen" haben eine Auswahl, ob sie auf dem Nachauseweg auswärts essen, oder sich selbst etwas zubereiten, weiterhin können sie entscheiden WAS sie essen MÖCHTEN.
Ich könnte noch stundenlang so weitemachen, allerdings laufe ich dann Gefahr, Inhalte anderer Gleichgesinnter (möglicherweise auch alles "Luschen") zu wiederholen.
JAMMERN will und werde ich hier nicht. Oben aufgezählte Misstände interessieren mich persönlich nicht, da ich das, was ich tue auf freiwilliger Basis mache (habe meinen Vertrag für Vater Staat auf 12 Jahre festgesetzt). Was ich ebenfalls nicht mache und niemals machen werde ist, andere Berufsgruppen der Weichheit, Faulheit oder des "Luschentums" bezichtigen!
Aber wenn Sie einen Dienst für die Gesellschaft leisten würden, insbesondere hier im Ausland, dann würden Sie vermutlich ebenso denken wie ich, andererseit bin ich froh, dass Sie ("SLIDER") keiner von meinen Kameraden sind. Dann müsste ich mich nämlich sehr schämen.
Verachtend und aus dem KOSOVO schreibend,
M.M. - #12 01.05.2012 09:16 von
Problematik nicht verstanden?
Es geht um die Dauer des Einsatzes für die Soldaten der QRF und somit um die überproportionale Belastung dieser Soldaten. Das hat nichts mit der Berufswahl zu tun, wie es uns einige Foristen suggerieren wollen! Ich bin mir sicher diese Bürger haben sich ihre Berufswahl gut überlegt.
- #13 01.05.2012 09:21 von
D'accord
Es ist schon bezeichnend, daß über die leidige Afghanistan-Diskussion die Kosovo-Problematik so in den Hintergrund gerückt ist. Wird die Sinnlosigkeit des Afghanistan-Engagements schon mal als Einzelfall (...kann ja mal passieren ...) hingestellt, erhärtet sich hinsichtlich des Kosovo doch eher der Verdacht, daß militärisch aufgezwungene Gesellschaftswandel eher nicht erfolgreich sind. In beiden Fällen kann es daher nur heißen: raus und selbst machen lassen.
- #14 01.05.2012 09:23 von
Soldaten...
Armseliges Bashing...
Ich kann diesen abgestandenen Mist aus den 70ern und 80ern nicht mehr hören. Die von Ihnen erwähnten Berufsgruppen riskieren auch bei der 'Arbeit' nicht ihr Leben. Mir tun die Soldaten leid weil sie für politische Fehlentscheidungen den Kopf hinhalten müssen. Die Situation auf dem Balkan ist verfahrener denn je...
Serbien sollte klar sein, daß praktisch fast zwei Millionen Albaner in Serbien(gegen 8 Millionen) praktisch nicht integrierbar sind. Andersherum kann man von den Serben im Nordkosovo nicht das vorenthalten, was man den Albanern freundlicherweise zugestanden hat. Nun haben wir den Salat; einen 'Staat' in dem zwei Ethnien nicht zusammen leben wollen. Es ist nun über 12 Jahre her seit von Seiten der Nato gegen Serbien Krieg geführt wurde. Erreicht hat man bisher 'nur' daß man neben BiH und Mazedonien einen weiteren 'Zwergstaat' geschaffen hat, der nur am Tropf der EU hängt. Mehr noch, der 'Staat Kosovo' wird von verschiedenen Großmächten(UN-Vetomächte) nicht als solcher anerkannt und sogar EU(und €)Mitglieder hintertreiben offen oder versteckt jede 'dauerhafte' Staatlichkeit des Kosovo. Die Nachbarstaaten BiH und Mazedonien sind ebenfalls keine Leuchten des Fortschritts und der Stabilität. In BiH blockieren sich die drei Ethnien gegenseitig; Gemeinsamkeiten gibt es fast Keine und jede Ethnie wartet nur auf die Chance im nächsten Konflikt die eigenen Ziele zu erreichen. Das ist meine pessimistische Einschätzung; letztendlich verhindern nur Nato&EU daß es keinen erneuten Konflikt gibt. Die Basis für ein 'Zusammenleben Wollen'(was einen Staat ausmacht) ist meiner Ansicht nur sehr unterentwickelt.
Und mittendrin in diesem Pulverfass stecken nun die Soldaten der BW. Die Soldaten müssen den Kopf hinhalten weil die Politik zu feige ist eine dauerhafte Lösung zu finden. Die Kleinstaaterei im Südlichen Balkan war und ist ein Fehler; zurück daraus kommt man sehr schwierig... ;(
Schian Grauß... - #15 01.05.2012 09:29 von
- #16 01.05.2012 09:35 von
...
Auch eine Haltung, die man einnehmen kann. Man sollte dann nur die Folgen betrachten. Die Auslöschung einer ethnischen Minderheit, Flüchtlingsbewegungen innerhalb Europas, Bildung weiterer Keimzellen organisierter Kriminalität.... der Einsatz der Streitkräfte im Kosovo oder Bosnien mindert diese Folgen zumindest ab. Streitkräfte sind nur verlängerter Arm der Politik, wenn die Politik die falschen Ziele vorgibt wird eben aus dem Einsatz auch nichts. Also nicht Ursache und Wirkung verwechseln...
- #17 01.05.2012 09:39 von
[QUOTE=DerWürfler;10109871 Ich bin mir sicher diese Bürger haben sich ihre Berufswahl gut überlegt.[/QUOTE]
Das würde ich mal bezweifeln. Wer wird schon aus Überlegung zum Mörder (Tucholsky)?
Im übrigen halte ich es für einen Witz (einen schlechten), den Kriegsdienst als Dienst an der Gesellschaft zu bezeichnen. Was hat denn die Gesellschaft davon, wenn BW-Soldaten an Kontrollpunkten Frauen und Kinder erschiessen, oder jugendliche Benzindiebe bombardieren?
Dadurch wird die Gesellschaft ganz sicher nicht besser und diese Leute erweisen Deutschland einen echten Bärendienst, in dem sie in fremden Ländern Krieg führen und Deutschland damit selbst zum Kriegsziel machen. Das hatten wir doch alles schon! - #18 01.05.2012 09:42 von
Zwischen den Fronten geraten
Oder, warum ausgerechnet Bundeswehr und Deutschland leistet überdurchschnittlichen Beitrag für so eine heikle Entwicklung wie Kosovo tatsächlich ist.
Kosovo ist das erste etwas nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa wo sich das Völkerrecht aufzulösen begab. Es ist nicht nur intern - externe Frage zwischen Serben und Albaner, nein es ist viel mehr weil ein unabhängiger Staat Albanien bestand vor der Krise. Und es sind nicht nur Kosovo-Albaner die neue Grenzen weiter ziehen wollen. Nein, es wird auch in Mazedonien, Griechenland, Montenegro das gleiche ganz offiziell gefordert, so gar diplomatisch unterstützt.
In Mazedonien ist die Lage nicht weniger brisant, vor weniger als zwei Wochen wurden 5 jungen Menschen, Mazedonier ermordet. Die Spannungen zwischen Albaner und Mazedonier spannte sich schnell zu, auf der Grenze zwischen Kosovo und Mazedonien man vermutet nicht, sonder weiß man genug von Aktivitäten der bewaffneten albanischen Hintergrundkämpfer.
Übrigens man weiß mittlerweile dass die Entwicklung und Bürgerkrieg am Balkan eine sehr komplexe Entwicklung war und ist wo sich ganz unterschiedliche Pläne und Interessen verbinden und erreichen dürfen nützend diese komplexe religiöse und völkische Gegebenheiten und bekannte historischen Folgen früheren Ereignissen und Prozessen.
Also, die Frage lautet warum ausgerechnet die Bundeswehr und Deutschland so einen schwierige, kaum erfüllbare Aufgabe übernimmt, warum kein anderes Land eigen Soldaten nicht schickt die viel mehr mit Plänen und eigenen Interessen eingewickelt sind?
Oder ist der überproportionaler Einsatz der Bundeswehr und der BRD gerade ein Teil diesen hintergründen Interessen die Deutschen am Balkan in neue Auseinandersetzungen einzubinden.
Wenn Kosovo keine Ausnahme ist und der Prozess der Bildung neuen Staaten in Europa weiter forgesetzt werden sollte, was sich gerade als ein von Zielen der strategischen politischen Plänen offenkundig gezeigt hatte, sollte man ernstlich nachdenken was für ein neues Europa entsteht, welche Herausforderungen und Gefahren für die Zukunft Europas an Europäer zukommen werden.
Es geht also nicht nur um Kosovo, sonder es geht um die ganze Sicherheitsstrategie der Zukunft und gerade deswegen ist die Frage für BRD und Bundeswehr mehr als spannend, verlangt eine tiefgreifende Analyse um sich selbst in diese neue Zukunft der ständigen Konflikten einzuplanen und zurechtzufinden, weil auch alle anderen Konfliktlinien könnten neu geöffnet werden, besonders bei der Beibehaltung der gegenwärtiger politischen Entwicklung. - #19 01.05.2012 09:57 von
Mal langsam mit den Einsatzhelden
Es gilt zwischen bestimmten Kampf-Einheiten, die u.a draussen vor dem Camp ihren Job verichten und der Masse an uniformierten Campinsassen zu unterscheiden. Letztere kämpfen allenfalls mit ihren Pfunden und ihrer Langweile.
Von Land und Leuten sehen sie nicht viel, Sicherheit vor Wissen.
Wer den Dienst in der Bw wählt, sollte nicht bei ersten Unannehmlichkeiten Klagelieder anstimmen.
Die Politik sollte sich allerdings fragen, ob ethnische Grenzen nicht anch all den Jahren einer Loesung bedürften.
Die Serben in der Region Strpce z.B leben in einem eingezäunten, bewachten Gebietsareal. Soll das ewig so weitergehen ? Tolle EU Politik. Ohne Ziehung neuer Grenzen kommt keiner zur Ruhe. Slawen zu Slawen, Albaner zu Albaner.
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