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Bundeswehr: De Maizière kündigt mehr militärische Einsätze an

Zum Brunnenbauen schickt man keine Soldaten: Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat Einsätze zur Entwicklungshilfe kritisiert. Die Bundeswehr wolle sich künftig auf den Kern ihres militärischen Auftrages konzentrieren.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...784251,00.html
  1. #80

    Ja,

    Zitat von doc 123 Beitrag anzeigen
    Auf die Frage nach der Nachwuchsgewinnung für derartig UNSINNIGE Auslandsmissionen schweigt sich Herr de Maizière vorsichtshalber aus. Wenn man bedenkt, wie schwirig, dass es sich jetzt schon darstellt, vernünftig ausgebildetet Soldaten für das Afghanistan-Abenteuer zu gewinnen. Von einer ärztlichen Versorgung ganz zu schweigen. Bereits jetzt leidet die Bundeswehr schon unter einem massiven Ärztemangel. Wieviel Gehalt will man einem Arzt für einen derartigen Unsinn eigentlich bezahlen?
    aber es sind nicht nur die fehlenden Ärzte. Es fehlt auch an Freiwilligen für die Kampftruppen. Man wirbt in den Schulen um Nachwuchs und sogar mit Einrichtungen der Agentur für Arbeit soll es eine Zusammenarbeit geben. Die Jugend von heute lässt sich nicht so leicht für das Militär gewinnen. Ich bin mal gespannt, welche Maßnahmen zur Anwerbung sich das Verteidigungsministerium noch so einfallen lässt. Die Verzweiflung ist so groß, dass man schon davon spricht in Deutschland lebende Ausländer zur Bundeswehr zuzulassen.
    Was sicher auch helfen würde, wäre wenn man den jungen, arbeits- und perspektivlosen Männern und Frauen das Hartz IV streichen würde. Dann könnten diese sich entscheiden, ob sie zu ihrer Existenzsicherung hier Geschäfte und Banken überfallen, oder doch lieber fremde Länder. Da letzeres straffrei bleibt, kann man es ihnen nicht verübeln, wenn sie sich für die Bundeswehr entscheiden.
  2. #81

    Selbstverständlich sehe ich das so, aber...

    Zitat von vommond Beitrag anzeigen
    Sehen Sie dass genauso für den umgekehrten Fall, (...). Nehmen Sie von mir aus die Chinesen. Gilt für die das Gleiche?
    Wenn man für die deutsche und europäische Außen- und Sicherheitspolitik in Anspruch nimmt, Interessen zu definieren und sie notfalls auch robust durchzusetzen, muss man auch in Kauf nehmen, dass außereuropäische bzw. "außerwestliche" Akteure Interessen in ähnlicher Weise definieren und durchzusetzen suchen. Auch wenn es für deutsche Gutmenschen moralisch verstörend klingt: Das ist das "Wolfsgesetz" der ungezähmten Machtpolitik. Das ist "legitim", aber wir haben es, nüchtern gesprochen, selbst in der Hand, durch unsere eigene realistische Verteidigungspolitik (ausreichende Verteidigungshaushalte zum Erhalt ausreichender militärischer Kapazitäten in ALLEN Streitkräftekategorien) die negativen Auswirkungen auf unseren Einflussbereich zu begrenzen oder gar zu unterbinden.
    Im Übrigen ist die Wahrscheinlichkeit, dass China MILITÄRISCH mit Land-, Luft-, und Seestreitkräften in Europa selbst oder an der europäischen Mittelmeerperipherie eingreift, aus logistischen Erwägungen heraus (noch, aber das muss nicht so bleiben) äußerst gering.
    Wenn ich aber den Begriff "militärisch" über den Bereich der klassischen Waffengattungen hinaus definiere, so sieht sich die westliche Welt durch chinesische "Cyber-Angriffe" und Wirtschaftsspionage schon heute und sicherlich verstärkt in Zukunft 'militärisch' bedroht. Legitim von europäischer Seite ist es, mit gleichen Mitteln „zurückzuschlagen“.
    Selbst wenn man der VR China unterstellt, dass sie in naher Zukunft keine kopflose militärische Vabanque-Politik betreiben wird, so ist den Äußerungen chinesischer Politiker und Spitzenmilitärs durchaus zu entnehmen, dass sie sich sehr wohl bewusst sind, welches politische Druckmittel (zunächst konkret im eigenen geographischen Umfeld) moderne Streitkräfte darstellen. Andernfalls (wenn auch historische Minderwertigkeitsgefühle – Kolonialerfahrungen; „Ungleiche Verträge“ - dabei eine Rolle spielen mögen) wäre das rasante Tempo, in dem die Volksrepublik aufrüstet, nicht zu erklären.
    Wenn ich sagte, dass Europa auf absehbare Zeit kaum DIREKT geographisch von China herausgefordert werden dürfte, so bedeutet das nicht, dass sich mögliche Interessenkollisionen in den Regionen ereignen könnte, in den sich die wirtschaftlichen, rohstoffpolitischen und strategischen Interessen beider (unter Einschluss der USA) absehbar überschneiden (werden): am persischen Golf (Rohöl) und (zunächst noch weniger kritisch für Europa) in Afrika (Anbauflächen, Rohstoffe). Vor allem Chinas rapider Ausbau seiner Mittel zur maritimen Proliferation (Seestreitkräfte) weist tendenziell in diese Richtung.* Das bedeutet nicht zwangsläufig
    eine militärische Auseinandersetzung. Das Gebot der Stunde bleibt der friedliche Interessenausgleich. Dazu gehört aber, dass nicht einer Seite eine militärische Überlegenheit – und damit ein Druckmittel – zugestanden wird, das das Streben nach einem friedlichen Interessenausgleich von vorne herein Makulatur werden lässt. China ist militärisch dazu noch lange nicht in der Lage (schon aufgrund der gewaltigen Überlegenheit der U.S. Navy), es ist jedoch ein Gebot vorausschauender Politik und politischer Klugheit, die Entwicklung der Volksrepublik in jeglicher Hinsicht sehr genau im Auge zu behalten.


    * Dieter Stockfisch: „Chinas Marine – Auf dem Weg zur Weltmacht“; in: Strategie & Technik 9/2011, S. 44 - 47
  3. #82

    Nicht so düster

    Zitat von fr.rottenmeier Beitrag anzeigen
    aber es sind nicht nur die fehlenden Ärzte. Es fehlt auch an Freiwilligen für die Kampftruppen. Man wirbt in den Schulen um Nachwuchs und sogar mit Einrichtungen der Agentur für Arbeit soll es eine Zusammenarbeit geben. Die Jugend von heute lässt sich nicht so leicht für das Militär gewinnen. Ich bin mal gespannt, welche Maßnahmen zur Anwerbung sich das Verteidigungsministerium noch so einfallen lässt. Die Verzweiflung ist so groß, dass man schon davon spricht in Deutschland lebende Ausländer zur Bundeswehr zuzulassen.
    Was sicher auch helfen würde, wäre wenn man den jungen, arbeits- und perspektivlosen Männern und Frauen das Hartz IV streichen würde. Dann könnten diese sich entscheiden, ob sie zu ihrer Existenzsicherung hier Geschäfte und Banken überfallen, oder doch lieber fremde Länder. Da letzeres straffrei bleibt, kann man es ihnen nicht verübeln, wenn sie sich für die Bundeswehr entscheiden.
    Wenn Sie die "Rekrutierungsschwierigkeiten" der Bundeswehr mit einer gewissen Schadenfreude hervorheben, so ist daran folgendes richtig: Die Bundeswehr hatte im Bereich der Mannschaften und Unteroffiziere Rekrutierungsprobleme - nicht jedoch in dem der Offziere. Das lag nicht an der grundsätzlichen Unwilligkeit von Bürgern der angesprochenen Alterskohorten, sich angeblich für "irgendwelche Abenteuer verheizen zu lassen", sondern in der inzwischen eingestandenen Problematik des organisatorischen Umstiegs von der Wehrpflicht- zur Freiwilligenarmee, die zu gewissen Reibungsverlusten geführt hat. Mit der Zeit werden sich diese Anfangsschwierigkeiten auswachsen, auch die, dass viele Freiwillige mit völlig unrealistischen Vorstellungen zur Truppe kamen und deshalb das Recht wahrnahmen, vorzeitig auszusteigen (realistischerweise muss man sagen, dass sie im Einsatz ohnehin zum Ballast für die Truppe geworden wären).
    Insgesamt ist das Bewerberaufkommen jedoch zufriedenstellend.
  4. #83

    Funktioniert doch

    Zitat von nomadas Beitrag anzeigen
    ...Born to kill, heisst die Devise, ihr Weicheier. Schon als Innenminister hat er klar und deutlich gemacht, dass er sich den Lebensstil nicht nehmen lässt, nicht von Piraten und nicht von Turbanen. Doch, er braucht dazu viele, viele Freiwillige, nachdem er die Wehrpflicht der Bundeswehr abgeschfft hat. Und so muss er verdammt gut aufpassen, ob es nicht bald heisst: Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin! Naja, ein paar fighter men wird er schon noch kriegen, schon allein des guten Soldes wegen. Alles hat eben seinen Preis, mein lieber, noch stiller CDU-Kanzlerkandidat, in spe!
    In den USA laufen die Armywerber auf Grossparkplätzen vor Einkaufszentren rum und "erbeuten" arme Jungs aus der Unterschicht. Es lohnt sich, senkt die Arbeitslosenzahlen und falls einer der Jungs den Heldentod stirbt wars keiner aus der Oberschicht. Funktioniert doch /I
  5. #84

    Feindstaatenklausel

    Zitat von ecollama Beitrag anzeigen
    Trotz der vielen Verträge, welche rund um das Nachkriegsdeutschland und die Wiedervereinigung geschlossen wurden, fehlt m.w. nach immer noch ein Friedensvertrag für Weltkrieg II. Wie ich finde, neben anderen, auch geographischen Gründen, genug Grund sich aus, wie auch immer genannten, Auseinandersetzungen herauszuhalten.
    Noch ein guter Grund. Die Feindstaatenklausel gibt es auch noch.
  6. #85

    Krieg ohne Kämpfer?

    Zitat von teacher20 Beitrag anzeigen
    Wenn Sie die "Rekrutierungsschwierigkeiten" der Bundeswehr mit einer gewissen Schadenfreude hervorheben, so ist daran folgendes richtig: Die Bundeswehr hatte im Bereich der Mannschaften und Unteroffiziere Rekrutierungsprobleme - nicht jedoch in dem der Offziere.
    Offiziere ließen sich auch jahrzehntelang durch die sehr gut bezahlten Ausbildungsmöglichkeiten ködern und lassen sich dies offensichtlich immer noch. Sie können jedoch keinen Krieg nur mit Offizieren führen, sondern brauchen auch Soldaten, die im Kampf verheizt werden können; und ob sich dazu der deutsche Arbeitslose so sehr eignet darf doch eher bezwiefelt werden. Zudem ist auch der Bedarf an Sanitätsoffizieren eklatant, hier konnte man jahrzehntelang durch das bezahlte Studium oder die Facharztweiterbildung ausreichend Nachwuchs gewinnen. Das Studium lässt man sich jetzt immer noch gerne bezahlen, jedoch gibt es zivile Weiterbildungsstellen mittlerweile im Überangebot, so dass dieser Bewerbervorteil entfällt ebenso wie ein nicht vorhandener Gehaltsvorteil. Weibliche Sanitätsoffiziere lassen sich so das Studium bezahlen, nehmen dann jedoch jahrelange Auszeiten für Geburten und Erziehungszeiten und machen während diesen Zeiten zivile Weiterbildungen.
  7. #86

    Das kann so nicht stehen bleiben

    Zitat von neu_im_forum Beitrag anzeigen
    ...für diesen Beitrag! Das kann ich unterschreiben. Auch wenn ich die humanitäre Frage sehr hoch bewerte (der Stopp/die Bombadierung Ghadaffis bzw. seiner Truppen vor dem Sturm auf Bengasi hat Menschenleben der Zivilbevölkerung dort gerettet, was von der Arabischen Liga ausdrücklich gefordert wurde) so kann ich die realpolitische Frage nicht außer acht lassen. Nach dem Motto wer A sagt muss auch B sagen, sprich weitermachen bis die Situation pro Rebellen geklärt ist.

    Ich glaube die Nato hat in der arabischen Welt an Ansehen und Glaubwürdigkeit gewonnen!
    OT
    Das kann so nicht stehen bleiben. Die Bombardierung der libyschen Truppen vor Benghasi war illegal, da die Armee zur legalen Bekämpfung der Allahu akbar-Rebellen ausgerückt war. Zivilisten wurden von Gaddafi nie bedroht, ein Blutbad unter Zivilisten stand nie im Raum.

    Ein paar hundert Rebellen, die sich nicht ergeben hätten, wären wahrscheinlich umgekommen, aber Verluste von Soldaten bzw. Kombattanden werden nie gezählt, das ist sozusagen Berufsrisiko eines Aufständischen.
  8. #87

    oh, well

    Zitat von teacher20 Beitrag anzeigen
    sondern in der inzwischen eingestandenen Problematik des organisatorischen Umstiegs von der Wehrpflicht- zur Freiwilligenarmee, die zu gewissen Reibungsverlusten geführt hat..
    könnten Sie das vielleicht ins Deutsche übersetzen?

    Zitat von teacher20 Beitrag anzeigen
    Mit der Zeit werden sich diese Anfangsschwierigkeiten auswachsen, auch die, dass viele Freiwillige mit völlig unrealistischen Vorstellungen zur Truppe kamen und deshalb das Recht wahrnahmen, vorzeitig auszusteigen (realistischerweise muss man sagen, dass sie im Einsatz ohnehin zum Ballast für die Truppe geworden wären).
    Insgesamt ist das Bewerberaufkommen jedoch zufriedenstellend.
    nach dem Motto: und bist du nicht willig (genug), so bist du Ballast?
  9. #88

    Sicher doch!!!

    Zitat von teacher20 Beitrag anzeigen
    Insgesamt ist das Bewerberaufkommen jedoch zufriedenstellend.
    das hört sich aber in den Analysen von Hr. Ralf R. Zielonka
    etwas anders an

    http://webcache.googleusercontent.co...&ct=clnk&gl=de
  10. #89

    Zu Ihrem besseren Verständnis

    Zitat von fr.rottenmeier Beitrag anzeigen
    könnten Sie das vielleicht ins Deutsche übersetzen?

    nach dem Motto: und bist du nicht willig (genug), so bist du Ballast?

    ad 1: Die Wehrpflicht wurde über Jahre ständig weiter verkürzt, bis sie zuletzt vor dem "natürlichen" (aber politisch gewollten) Aus stand. Dennoch kam die von ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg verkündete Aussetzung in dem Sinne überraschend, dass keine ausreichend ausgebaute Wehrersatzorganisation zur Verfügung stand, die dem neuen Charakter einer reinen Freiwilligenarmee entsprochen hätte. Zum Beispiel waren die Wehrdienstberater nicht ausreichend auf diese Struktur vorbereitet, hatten doch vorher meist nicht ungediente Wehrpflichtige ihre Dienste in Anspruch genommen. Über vieles an der neuen Situation waren sie nicht ausreichend informiert - ein klares Defizit, das erst jetzt nachholend behoben wird. Auch waren hinsichtlich der Vergütung und der beruflichen Perspektiven (während und nach der Dienstzeit) viele Fragen offen.
    Wenn solange über die Aussetzung der Wehrpflicht gesprochen wurde, hätte man erwarten dürfen, dass zum Tag X die neue Wehrersatzorganisation mit gut vorbereitetem Fachpersonal "gestanden" hätte.

    ad 2: Falsch. Es geht nicht um den Freiwilligen, der sich zu Recht einer menschenverachtenden Ausbildung und Behandlung entzogen hätte, nachdem er falschen Versprechungen "aufgesessen" ist, wie Sie andeuten. Es geht um viel Profaneres. Wer je Soldat gewesen ist, weiß, dass in der Bundeswehr ein etwas rauherer (aber deshalb nicht bösartiger!)Umgangston herrscht als in einer Gesprächstherapie, was nicht heißt, dass der Soldat nicht mit Respekt zu behandeln ist! Wer je Soldat gewesen ist, weiß, dass er eine gewisse körperliche Leistungsfähigkeit mitbringen muss (zum Beispiel die "menschenverachtende" Forderung, einen Leistungsmarsch mit Gepäck durchzuführen - was ich im übrigen als 51-jähriger, nicht mob-beorderter, Reservist in 3 Wochen FREIWILLIG tun werde: 12 km mit 15 kg Gepäck - oder in aller Frühe (ca. 6 Uhr) aufzustehen, oder die Hindernisbahn ohne fremde Hilfe zu überwinden). Einige Möchtegern-Soldaten sollen jedoch schon entsetzt gewesen sein, als sie erfuhren, dass das Frühstück nicht von Ordonnanzen ans Bett serviert würde.
    Mit "Ballast" meinte ich, dass ein Soldat, der den Anforderungen in der Grundausbildung nicht gerecht wird, im Einsatz (falls es dazu käme) nicht nur für sich, sondern auch für die Kameraden seiner Gruppe oder seines Trupps zur Gefahr würde. Im Ernst (hypothetisch): Würden Sie ihr Leben jemandem anvertrauen, den sie kennen und von dem sie schon im Voraus wissen, dass er unter Stress völlig versagt? Ich nicht!
    Mit "und bist du nicht willig (genug), so bist du Ballast" hat das rein gar nichts zu tun.


    Wenn ich mir Ihre Posts so ansehe, so habe ich jedoch das Gefühl, dass der Versuch, Ihre Vorurteile aufzubrechen und Ihre Ansichten auf eine etwas realistischere und weniger emotional aufgeladene Ebene zu bringen, verlorene Liebesmüh' sind.
    Durch längere Lektüre des Forums einiges gewohnt, musste ich doch angesichts der mangelnden Kenntnisse, mit der hier geschrieben wird, den Kopf schütteln.








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