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Bundestreffen in Offenbach: Neue Piraten wirbeln Parteitag durcheinander

Die Piraten haben sich zum Bedingungslosen Grundeinkommen bekannt - und werden damit zum Hoffnungsträger für Idealisten. Auf dem Parteitag in Offenbach ist der Mitgliederboom spürbar. Doch die Partei zieht auch unerwünschte Unterstützer an.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...801599,00.html
  1. #210

    Motivation

    Zitat von MütterchenMüh Beitrag anzeigen
    Das Grundproblem des bGE ist halt die Motivation.

    Dies ist allerdings der Knackpunkt.
    Wie ich weiter oben schon angedeutet habe, gibt's hier wohl zwei Meinungen
    a) mit BGE wird keiner mehr arbeiten
    b) mit BGE werden die Leute trotzdem weiter arbeiten.

    Warum auch immer.

    Ich vertrete b), da mir mein Job Spaß bringt und die Entlohnung ein wenig mehr als BGE ist.
  2. #211

    eben: Ansichtssache

    Zitat von cycokan Beitrag anzeigen
    Eine Regelung, die in irgendeiner Form mit einem Grundeinkommen vergleichbar ist, wäre, mMn, der Lizenzpreis für den inneren Frieden an die Gesellschaft.
    Welcher innere Frieden? Jeder der etwas mehr als dieses Grundeinkommen bekommt wird es nicht verstehen, dass er soviele Abzüge hat um andere zu bezahlen.

    Zitat von cycokan Beitrag anzeigen
    Ich finde, das wäre ein faires Geschäft zum Ausgleich der unterschiedlichen Strömungen in einer Gesellschaft.

    Ungefähr: wer das besser findet und so leben will, der soll doch die Möglichkeit haben, Erzkapitalist zu sein. Aber erst oberhalb eines gesellschaftlichen Grundniveaus, das ein erträgliches Leben für jeden ermöglicht.
    Das ist für mich eine machbare, faire, effiziente, deshalb sinnvolle Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft. Eben: erst sozial, dann Markt.
    Ohne Erzkapitalist zu sein, um meine Familie zu ernähren muss ich ganz schön strampeln, und sozial ist es nicht, wenn die Abzüge zu groß werden.... Wenn es sich nicht lohnt, gehe ich eben auch nicht mehr arbeiten, gibt ja das Grundeinkommen.....
  3. #212

    wer sich an Illusionen klammert kann gleich in eine Sekte eintreten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten haben sich zum Bedingungslosen Grundeinkommen bekannt
    Ein A r b e i t s -Grundrecht*) von 20-25 Wochenstunden à (momentan) 10-11 EUR Mindestlohn wäre sehr viel fairer und hält zudem die Psyche fit. Dabei wäre kindgerechte Erziehungsarbeit (dem Kindesalter gemäss anteilig) mit anzuerkennen und zu bezahlen. Solch ein Konzept wäre vermittelbarer und gerechter im Ansatz als nicht mehrheitsfähige Schlaraffenmärchen-Augenwischerei! ..Übrigens macht 'Nicht arbeiten' und 'Nicht gebraucht werden' genauso unzufrieden und k r a n k wie zuviel Arbeiten bei Ausbeuterlohn.

    *)es gibt besonders im gemeinnützigen Bereich in Hülle und Fülle sinnvolle Arbeit, wenn diese dann auch vom Steuergeld als 'Mehrwert' und fair bezahlt wird: Kinder-, Alten-, Behinderten-, Umwelt-, Integrations-Arbeit, Entwicklungshilfe, Steuerhilfsfahndung, usw.
  4. #213

    Wer BGE will, muss auch die Finanzierung schlüssig darlegen!

    Zitat von passagier1 Beitrag anzeigen
    Die Frage nach der Finanzierbarkeit ist für mich nur dazu da um diese Idee zu diskreditieren.
    Nur mal zum Nachdenken: Um 1.500 EUR frei konsumierbares Einkommen plus sozialer Absicherung zu produzieren, brauchen sie nach derzeitigem Stand von Steuern und Abgaben einen Bruttoverdienst inklusive Arbeitgeberanteil von weit über 3.000 EUR. Damit hat die Firma, die dieses Gehalt zahlt, noch keinen EUR Gewinn gemacht!

    An der Gesamtsumme von Steuern plus Sozialabgaben wird sich im BGE nichts ändern. Denn das entspricht sowieso nicht dem was der Staat verbraucht.

    Zusätzlich werden dann ALG II Empfänger, Rentner, Kinder, Studenten auf gleichem Niveau entlohnt.

    Wer soll dieses Geld erwirtschaften?

    Zitat von MütterchenMüh Beitrag anzeigen
    Das Grundproblem des bGE ist halt die Motivation.

    Dies ist allerdings der Knackpunkt.
    Genau darauf läuft es hinaus. Menschen, die heute 40h arbeiten, um 1.500 EUR nach Hause zu bringen, müßten in Zukunft 40h pro Woche ohne Gehalt arbeiten, damit das BGE funktioniert.

    Machen Sie sich das Bitte mal klar: 40h ohne Gehalt. Und das trifft alle, die heute am Ende des Monats weniger als 1.500 EUR verdient haben und arbeiten. Da geht doch niemand aus dem Haus für!

    Viel weiter führe ich das nicht aus.

    Mein Lieblingszitat von Brecht: "Es ist nicht möglich, gut zu sein und doch zu leben."
  5. #214

    ?

    Zitat von passagier1 Beitrag anzeigen
    Die Frage nach der Finanzierbarkeit ist für mich nur dazu da um diese Idee zu diskreditieren. Das bestehende Sozialsystem wird auch finanziert und der dahinter stehende Sanktionierungs- und Verwaltungsapparat schöpft von den zugewiesenen Geldern soviel ab, das bei den Empfängern nur noch ca. 20% (wenn überhaupt) ankommen.
    Diese Idee ändert so ziemlich alles, was man bisher kannte und verunsichert natürlich viele Menschen. Das bisherige Menschenbild, das nur derjenige etwas wert ist der arbeitet oder Werte schafft (für wen und was auch immer), wird gründlich in Frage gestellt.
    Es geht nicht nur um die Finanzierbarkeit, ist aber schon eine wichtige Frage. Ist es auf Harz 4 Niveau, ist es angeblich nicht sozial, ist es höher muss es finanziert werden, und das geht in der Masse halt nur über Steuern (Mehrwert und Einkommens).

    Und was ist daran verkehrt dass man Werte schafft? Und um es klar zu stellen: Erziehung der Kinder, Soziales Engagement etc. ist mehr "Wert" als die Entlohnung eines Vorstandes, muss nicht mal ein Bänker sein.

    Aber wer etwas von der Gesellschaft will, sollte an die Gesellschaft auch etws zurück geben!
  6. #215

    Arbeitsmotivation fällt nicht sondern steigt

    Zitat von Progressor Beitrag anzeigen
    Der Unterschied ist, dass man beim BGE die Agentur für Arbeit vollkommen abschaffen könnte. Diese Verwaltung kostet uns 50 Milliarden Euro im Jahr. Mehr als an die Empfangsberechtigten an ALG II gezahlt wird.

    Des Weiteren wären rund 150.000 Gerichtsprozesse im Jahr nicht mehr nötig/möglich.

    Schliesslich kann ich mich dann als Unternehmer darauf verlassen, dass sich ein Bewerber für eine Arbeitsstelle bei mir nur dann meldet, wenn er den Job wirklich haben möchte.
    Stimmt, so habe ich das auch noch nicht gesehen. Gutes Argument. Der Anreiz für Arbeit wird meiner Meinung sogar steigen, da jeder dort tätig ist wo er entsprechend entlohnt wird oder wo er seine persönliche Berufung sieht.
    Mit Sicherheit müssten sehr viele Unternehmen in vielen Bereichen Umdenken
  7. #216

    Zitat von stimmvieh_2011 Beitrag anzeigen
    Nur mal zum Nachdenken: Um 1.500 EUR frei konsumierbares Einkommen plus sozialer Absicherung zu produzieren, brauchen sie nach derzeitigem Stand von Steuern und Abgaben einen Bruttoverdienst inklusive Arbeitgeberanteil von weit über 3.000 EUR. Damit hat die Firma, die dieses Gehalt zahlt, noch keinen EUR Gewinn gemacht!

    An der Gesamtsumme von Steuern plus Sozialabgaben wird sich im BGE nichts ändern. Denn das entspricht sowieso nicht dem was der Staat verbraucht.

    Zusätzlich werden dann ALG II Empfänger, Rentner, Kinder, Studenten auf gleichem Niveau entlohnt.

    Wer soll dieses Geld erwirtschaften?
    Bruttoverdienst? Arbeitgeberanteil? Sowas müsste es überhaupt nicht mehr geben. Nahezu alle Steuern lassen sich auf eine Steuer herunterbrechen: Die Mehrwertsteuer. Da die Unternehmen ohnehin sämtliche ihrer Kosten und Steuern auf den Verbraucher abwälzen, würde sich durch ein Erhöhen der MwSt auf ca. 50% nichts an den derzeitigen Preisen ändern, wenn den Unternehmen gleichzeitig keine Kosten mehr auferlegt werden, die sie auf den Verbraucher abzuwälzen haben.

    Das ist nur eine radikale Vereinfachung des Steuersystems, im Grunde funktioniert es aber genauso wie das Jetztige. Man spart lediglich Milliarden an Bürokratieaufwand, die man stattdessen ins BGE stecken könnte.
  8. #217

    xxx

    Zitat von karjo Beitrag anzeigen
    Die Frage ist doch nur, wie man das Problem "Bedingungsloses Grundeinkommen" anpackt.

    1) Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 60%
    2) Einführung einer Steuer von 60% auf Kapitalerträge aus Geschäften, bei denen Eigentum und Verfügungsgewalt nicht sofort vollständig auf den Käufer übergehen
    3) Steuerfreiheit für Erträge aus Staatsanleihen

    4) Erhöhung der Hartz IV- Sätze um 5%.
    5) Die UNO richtet zusammen mit den NGOs (Non-Governmental Organization) einen Fonds „BGE“ ein, aus dem alle Menschen mit einem Einkommen unter dem (weltweiten) Existenzminimum unterstützt werden
    6) Einführung eines Solidarbeitrags „Leben können“ von 5%. Dieser Beitrag wird von allen BGE / Sozialhilfe / Hartz IV- Empfängern erhoben, deren Einkommen über dem (weltweiten) Existenzminimum liegt. Die Erträge werden von den jeweiligen Herkunftsländern bis auf das Existenzminimum aufgestockt und fließen dem UN- Fonds zu.

    Zu 1) Die Schere zwischen den wenigen Reichen und der Masse der Besitzlosen öffnet sich immer weiter, wenn nicht endlich ordnungspolitisch eingegriffen wird. Den Vermögenden tut das nicht wirklich weh.
    Zu 2) Der Handel mit immer komplexer werdenden „Finanzprodukten“ hat einen bedrohlichen Umfang erreicht. Ex- Bundespräsident Köhler nannte den internationalen Finanzmarkt ein „Monster“, das gezähmt werden müsse. Durch die Besteuerung würden Spekulationsgeschäfte deutlich unattraktiver.
    Zu 3) In der Finanzwelt gibt es nur einen Maßstab: Rendite. Mit einer Steuerbefreiung würde die Entschuldung der Staaten erleichtert.
    Zu 6) Das wäre sozial und solidarisch mit den wirklich Armen. Vor allem wüde der Blick dafür geschärft, was "davon leben können" bedeutet und könnte die ausufernde Anspruchshaltung vieler Empfänger deutlich dämpfen.

    Natürlich ist das alles utopisch. Machbar wäre das nur unter der Voraussetzung, dass sich alle Staaten weltweit einigen könnten. Natürlich wäre auch der Egoismus der Betroffenen unüberwindlich.
    Sie sehen Ihren Wunschkatalog ja realistisch.
    Der Mensch ist tatsächlich egoistisch - er denkt in Kategorien wie - ich - Familie - Stamm - Kreis - Staat - Religion etc...
    Solidarität und Emphatie ist da nicht ausgeschlossen, er hilft letztlich auch dem einzelnen Individuum.
    Letztlich ist die Erhaltung der eigenen Gene aber noch in uns verankert.
    Die weltweite Bekämpfung von Hunger und Elend bleibt ein großes Ziel. Letztlich wird es durch wachsende Bevölkerungen und schwindende Ressourcen konterkariert.
    Da ist es noch ein weiter Weg.

    Das platte Fordern von einem bedingungslosen Grundeinkommen - natürlich nur hier bei uns und natürlich auf einem prima Niveau - wirkt da hohl, leer und letztlich dreist.
  9. #218

    xxx

    Zitat von merapi22 Beitrag anzeigen
    Das Gegenteil ist der Fall, die veralteten Ansichten der Altpartien zur Wirtschaft ...
    ..
    Das Wirtschaftsministerium wird dann von Herrn Prof. Götz Werner geleitet, das Sozialministerium von Frau Wiest! Unverhofft kommt oft!
    Veraltete Ansichten, Robotik... - witzig, scherzen Sie oder sind Sie so naiv.
    Der Milliardär Werner soll nicht schlau schwätzen sondern seine zusammengerafften Milliarden beim Staat abliefern - bedingungslos!
    Dann wird die Sache ehrlich....
  10. #219

    Das

    Zitat von Archer Beitrag anzeigen
    Wie ich weiter oben schon angedeutet habe, gibt's hier wohl zwei Meinungen
    a) mit BGE wird keiner mehr arbeiten
    b) mit BGE werden die Leute trotzdem weiter arbeiten.

    Warum auch immer.

    Ich vertrete b), da mir mein Job Spaß bringt und die Entlohnung ein wenig mehr als BGE ist.
    Das Problem ist das sie vielleicht gern arbeiten, für die meißten Menschen gilt aber:Ich lebe nicht um zu arbeiten sonder ich arbeite um zu leben.
    So einfach ist das!








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