Läßt man mal die ganzen polemischen Diskussionsbeiträge beiseite, könnte es sich sehr wohl lohnen, über das BGE nachzudenken. Es gibt aber auch ein paar grundlegende und auch praktische Probleme (wenn man tatsächlich mal davon ausgeht, dass es bezahlbar wäre):
- ich finde, es sollte nicht bedingungslos sein, sondern es müsste eine Gegenleistung geben, z.B. ab dem 18 Lebensjahr eine Anzahl von X Stunden Sozialleistungen pro Jahr (Pflege, Naturschutz, etc.); auf Schmarotzer-durchfüttern habe ich auch keine Lust, sozial Bedürftige müssen aber abgesichert werden - es kann jeden treffen!
- es wird ein Heer von Arbeitslosen dazukommen (nenn sie halt nicht mehr Arbeitslose, es bleiben die gleichen Leute), die vorher bei den Behörden angestellt waren, für die und viele andere gilt auch:
- wer sich bisher einen Lebensstandard erarbeitet hatte, der deutlich über dem BGE liegt, wird durch heutiges Arbeitslosengeld oder auch die Rente entsprechend mit höheren Beträge "belohnt" - die sollen auf einmal mit dem BGE auskommen? Das würde nur durch Privat-Versicherungen aufzufangen sein, wer will das denn? Erst recht, wenn dann auch noch Einkommenssteuern drastisch erhöht werden (60%, really? warum nicht gleich 90%???)
- es erscheint mir ungeklärt, wer denn BGE erhalten soll und wie man verhindern kann, dass auf einmal 250 Mio Menschen ins Land streben
Das sind schwerwiegende Probleme, die es erst zu lösen gäbe.
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Übrigens hat keiner von "kostenlosem Nahverkehr" gesprochen bei den Piraten (das wurde nur so verkürzt verbreitet - ich bin ja selbst drauf reingefallen). Das Prinzip ist eher das eines Studenten-Tickets, welches es in vielen Uni-Städten gibt. Alle - auch die, die mit Auto oder Fahrrad fahren - bezahlen eine Beitrag (bei der Einschreib/Rückmelde-Gebühr) und dürfen dafür den Nahverkehr mit dem Studentenausweis nutzen. Das ist eine vernünftige Sache und hat sich bewährt. Vergleichbares könnte man für alle Bürger einer Stadt plus Hotelzimmer-Abgabe auch im größeren Stil machen. Könnte, nicht müsste.
Es zeigt sich mal wieder, dass es eben nicht reicht, nur Überschriften zu lesen!
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