dapdJoachim Gauck ist der beliebteste deutsche Politiker - dabei hat der Bundespräsident bisher kaum inhaltliche Akzente gesetzt. Das soll sich nun mit seiner großen Europa-Rede in Schloss Bellevue ändern. Die Erwartungen sind hoch - aber er darf sich auch nicht zu weit vorwagen.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-883416.html
Sie differenzieren noch nicht einmal zwischen EU und Europa - zur Erinnerung, ein Kontinent, der noch da sein wird, wenn sämtliche europhilen Wohlstandsvernichter und Speichellecker das Zeitliche gesegnet haben, natürlich nicht ohne vorher noch "das konnten wir ja nicht wissen und haben es so auch nicht gewollt" zu stammeln, hat ja Tradition - und maßen sich an, ein Urteil über Kritiker zu äußern. Nur noch peinlich, aber eben auch sehr bezeichnend. Zur Erinnerung, gestern hat sich die Verhaftung der Geschwister Scholl und Chrisoph Probst zum 70sten Mal gejährt - Sie hätten die Gruppe damals sicher auch diffamiert, weil sie gegen das bestehende Regime aktiv waren. Wunderbar. So sehen Meinungsvielfalt und -Freiheit aus, Andersdenkende diffamieren. Sie sollten sich was schämen! Aber ein Blick ins Geschichtsbuch genügt, da liest man auch von der damaligen Arroganz der selbsternannten Eliten, die der Diktatur Vorschub geleistet haben. Manche Deutschen lernen anscheinend nie dazu!
Nun, das wird Sie jetzt bestimmt traurig stimmen, die Kritiker sitzen nicht nur in D:
http://deutsche-wirtschafts-nachrich...eu-referendum/
http://deutsche-wirtschafts-nachrich...tt-aus-der-eu/
Prognose: Dänen gegen Euro - Nachrichten DIE WELT - DIE WELT
usw. usw. ... Na ja, die Geschichte wird uns einholen - so oder so.
den Schwerpunkt seiner Rede auf die bekannten Allgemeinplätze wie europäische Integration, europäische Solidarität, Zukunftsperspektive Vereinigte Staaten von Europa, Friedenseinrichtung EU, gemeinsame Verantwortung, Vergemeinschaftung von Schulden, Aufgabe von Teilen der Souveränität u.ä. setzt, dann kann er sich diesen Sermon nach meinem Dafürhalten gerne sparen.
Eine derartige Rede, die die Regierung in Sachen Europa vielleicht nach von rechts überholen will, brauche ich nicht. Mir reicht schon die ständige Kniefälligkeit vor Europa - eine besondere Spezialität der etablierten Parteien und der deutschen Regierung.
Sollte der BP für ein Europa der Vaterländer plädieren, auf die Gefahren eines übermächtigen und zunehmend undemokratischen Verwaltungsmolochs hinweisen sowie die absolute Nichtbeteiligung der Bürger/-innen kritisieren, dann könnte ich mich in dieser Rede wohl wiederfinden.
Wird diese Rede nur eine Art Retourkutsche auf die berechtigten Warnungen und Forderungen von Herrn Cameron, was ich beinahe argwöhne bei der deutschen 101-Prozentigkeit, dann ist diese Rede für mich keinen Pfifferling wert und nur eine eindimensionale Gefälligkeits-Show für "Europa über alles".
Für die einfachen Bürger hat diese EU bisher kaum etwas gebracht - nur ständig neue kleinkarierte Regelungen zwecks Drangsalierung der Bürger, Teuerungen wie nie zuvor sowie den Verlust der Hälfte meines Einkommens durch die Euroeinführung.
Und nicht zu vergessen: die EU ist inzwischen eine überzogene Versorgungseinrichtung für 56.000 Beamte und Angestellte geworden, wo der Durchschnittswert des Einkommens bezogen auf alle Brüsseler bei 7.000 (siebentausend) Euro liegt. Eine betreffende Untersuchung wurde kürzlich von der französischen Zeitung "Liberation" veröffentlicht.
Kommentare dazu von zwei griechischen Europaabgeordneten - Nea Dimokratia und Pasok (Megatv vom 16.02.2013):
....Es ist unmöglich, wenn ganz Europa von der Krise heimgesucht wird, dass eine graue, undurchsichtige und unkontrollierte Bürokratie königliche Privilegien genießt, die der europäische Steuerzahler bezahlt.
In einer Zeit der harten Einschränkung für viele europäische Länder sind diese Privilegien übertrieben und herausfordernd. Sie entfremden die europäischen Bürger für die europäische Idee, anstatt sie zusammenzuführen......
Vielleicht sollte Herr Gauck auch über diese unguten Zustände in Europa-Club auch einige Worte verlieren.
Stimmt. Übrigens: Sie müssen Sarkasmus hier kennzeichen. Die meisten im Spon-Forum erkennen den nämlich erfahrungsgemäß nicht. Danke für den Vergleich. Ich erinnere mich wirklich gut an die "Wir-sind-ein-Volk" - "Wir-auch" - Karrikatur. Und ich erinnere mich an die Soli-Diskussion in Bayern, die bis heute andauert. Die europäische Einigung verlief dagegen bislang erheblich freiwilliger und friedlicher als die deutsche (Zwangs-)Wiedervereinigung und v.a. die damit verbundene West-Ost-Geldtransfers.
Entsprechend interessant, dass der Aufschrei heute so groß ist. Wenn man sich überlegt, dass es kein Problem war ein komplett am Boden liegendes Ostblock-Land wie die DDR in der Größenordnung abzufangen, ist es fast lächerlich, dass über eine Land wie Griechenland, im Vergleich eine Wirtschaftsmacht und mit weniger Einwohnern als Bayern, eine derartiger Zinober gemacht wurde.
Im STASI-Bericht zum Operativen Vorgang "OV Larve", welche Leute wie Sie schnell in IM Larve ummünzen, entweder weil sie keine Ahnung haben, was der Unterschied zwischen einem operativen Vorgang der Stasi und einer inoffiziellen Mitarbeit in der Stasi ist, oder, noch schlimmer und perfide, vorsätzlich wider besseren Wissens.
Also, nicht für Ungut, und ich bin nicht total unkritisch zu Gauck, aber es wird mir dann doch etwas zu viel aus der exPDS-Ecke gestänkert und da liegt doch der Verdacht nahe, es könnte mehr mit nicht verwundenen Verletzungen durch seine (im Vergleich zum jetzigen doch recht obsessiven Jahn) doch differenzierte Arbeit mit der Gauck-Behörde und seiner Arbeit dort zusammenhängen.
Es war ein Erklärungsversuch für das Vorhandensein deutscher Identität.
Nun noch ein Erklärungsversuch zum Vergleich zur europäischen "Einigung": der Wiederanschluss von Ostdeutschland bescherte damals Tausenden altes/neues Eigentum an Grund und Boden und Immobilien, bis hin zu Firmen, Patenten, Handelsbeziehungen, Kundenkarteien usw. und Fördergelder, die in Privateigentum einflossen. Und zwar legalisiert innerhalb eines wiederverenigten Staates. - Anders gegenüber Griechenland&Co. Dort müssen die Eigentumsrechte für Geld, Konten, Immobilien, Bodenschätzen usw. immer wieder neu zugeordnet werden, und zwar an Privatpersonen, Banken, Versicherungen oder den Staat.
2009-10 Köhler
2010-12 Wulff
2012-13 Gauck
und jetzt noch "die Rede zur EU?", obwohl Merkel-Schäuble
EURO-Land vom Mekka der Korruption gerade zum Preussen-Paradies pressen und umgestalten?
Das kann nur böse für den Bundespräsidenten enden.
ist da schon!
Beim Aufbau Ostdeutschlands gab es begründete Hoffnung dass es hilft, und zumindest in großen Teilen den Menschen zu gute kommt. Zugegeben die "Reibungsverluste waren enorm, zumal die Politik trotz jahrzehntelanger Wiedervereinigungsrhetorik unvorbereitet und konzeptlos agierte.
Griechenland ist aber ein Fass ohne Boden, ohne funktionierende Verwaltung, beherrscht von wenigen Familienclans und Oligarchen die das Land immer weiter aussaugen. Die Abermilliarden kommen den Menschen dort überhaupt nicht zu gute, sie halten nur das Marode EURO System noch aufrecht!
Notabene, noch viel weniger Bedeutung hat Zypern, dort werden aber mit Sicherheit auch die Schwarzgeldbanken und russische Schwarzgeldmilliarden gerettet.