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Bundespräsident: Linke wettern gegen Gaucks Kriegsäußerungen

dapdJoachim Gauck hat mit seiner Forderung nach mehr Offenheit für Auslandseinsätze der Bundeswehr scharfe Kritik der Linken ausgelöst: Von "fatalen Äußerungen" ist die Rede. Aus anderen Parteien kommt Lob für Gauck, auch wenn man dessen Worte über eine "glücksüchtige Gesellschaft" nicht teilt.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...838469,00.html
  1. #440

    Schule unter Aufsicht der Militaerregierung

    Zitat von achim68 Beitrag anzeigen
    Wie Europa nach '45 aussah weiß ich nur aus der Anschauung des "Spätgeborenen". Aber mit Dummheit hat die erschreckende Uninformiertheit vieler Deutscher wenig zu tun. Vor allem in der Generation die nach der Beendigung des "kalten Krieges" geboren wurde, sind die Faktoren eher Gleichgültigkeit, Egoismus und Bildungslosigkeit (die keineswegs abhängig vom Schulabschluß ist).
    Das deutsche Schulsystem wurde ebenfalls entmilitarisiert und netnazifiziert. Lehrer mit NSDAP Vergangenheit wurden entweder entfernt oder in Bezug auf Lehrmaterial eingeschraenkt.
    Unser Lehrer musste gestehen: 'Ereignisse nach 1926 darf ich nicht besprechen. Wir gehen zur Revolution von 1848 zurueck'. War auch richtig so.

    Der Kalte Krieg ist immer nicht nicht verstanden. Er war ein Machtkampf zwischen den Siegermaechten wobei die Bundes und DDR Regierungen bereit waren den deutschen auf der anderen Seite kurzerhand den Gar aus zu machen. Rein aus Buendnistreue nehme ich an.

    Eines der schlimmsten Beispiele des Versagen der deutschen Politik und ein guter Grund dem Duett Politik plus Militaer vorsichtig gegenueber zu stehen.

    Ich empfehle den Autobiografischen Film des US Aussenminister McNamara 'The Fog of War' und ein Buch ueber die Entstehung des kalten Krieges:
    Manuel Gottlieb - The German Peace Settlement & the Berlin Crisis, 1960 - Transaction Books Ruttgers University, New Brunswick, NJ. USA welches die Ereignisse von 1944 bis 1950 durch die Tagebuecher eines US Kontrollratsbeamten beschreibt.

    PS: Die bei uns stationierte Atom Artillerie (Atom Annie) hatte eine Reichweite die gerade bis zur Kreisgrenze reichte.
  2. #441

    Zitat von achim68 Beitrag anzeigen
    Ach wissen Sie ich war 12 Jahre (1988 - 2000) Soldat (Fallschrimjäger / LLBrig26) und habe in dieser Zeit und als Reservist bis 2003 an insgesamt 5 Auslandseinsätzen teilgenommen. Die Bezeichnung "Militarist" werte ich als Beleidigung. Ich wurde gut dafür bezahlt, es hat mir ermöglicht ohne weitere staatliche Hilfe zu studieren und mir eins deutlich gemacht: Die militärische Führung in Deutschland ist wahrscheinlich, und danke dafür, die unmilitaristischste (politisch) die es überhaupt gibt.. ;-)
    diese erfahrung kann ich bestätigen. uns wurde während der grundausbildung sehr deutlich beigebracht, welche befehle man befolgen muss bzw. nicht muss oder nicht darf und darauf wurde wert gelegt. ich hatte dann auch die möglichkeit öfter mal mit amerikanern und franzosen zu "arbeiten" und ich kann sagen, das ist eine komplett andere welt.

    dort ist wirklich befehl = befehl und der wird nicht angezweifelt. was der chef sagt wird gemacht, sowas gabs bei der bundeswehr nicht. der spruch:"ich hab nur befehle befolgt" wäre ein totales eigentor, denn von deutschen soldaten wird (bzw. wurde, ist schon länger her) erwartet, dass sie zwischen richtigen und falschen befehlen unterscheiden können.

    daher haben mich die ereignisse in abu greib auch nicht sonderlich überrascht, schon gar nicht die dämlichen ausreden der folterer. ich finde es nur äußerst unfair den soldaten gegenüber, sie mit diesen hörigen, hirnlosen söldnern auf eine stufe zu stellen. komischerweise meckert keiner von denen über deutsche soldaten, die als un-beobachter oder minenräumer im ausland tätig sind. passt eben nicht ins bild vom grundauf bösen, mordgeilen menschen in uniform...
  3. #442

    Zitat von achim68 Beitrag anzeigen
    Der gesellschaftliche und politische Einfluss des Militärs (ergo der Bundeswehr) ist selbst in Europa nirgendwo (auch nicht in den Niederlanden, Schweden oder Spanien oder der Schweiz z. B.) so gering wie in Deutschland.

    Dies hat den Vorteil dass die Politik von dieser Seite "Druckfrei" agieren kann, dort keiner speziellen Rechenschaft unterworfen ist und Ihre Kontrollmittel ausschöpfen kann.

    Es hat den Nachteil dass weder der Dienst an sich noch der Einsatz in Kriesengebieten die Beachtung in der Bevölkerung finden, den die durchführenden Soldaten (Staatsbürger in Uniform, nicht wahr?) verdient hätten.
    Aus diesen zwei Seiten, die Sie beschreiben, nährt sich ja der Konflikt, um den es hier und mit der Bundeswehr geht.
  4. #443

    Zitat von localpatriot Beitrag anzeigen
    Natuerlich weiss der Buerger nichts. Die sind ja alle dumm. .....
    Ich sprach nicht davon, dass der Bürger nichts weiß oder alle dumm sind.
  5. #444

    Zitat von localpatriot Beitrag anzeigen
    ....Ihre Worte: Wir "Militärorientierte" nehmen aber auch zur Kenntnis, dass die Mehrheit der Bürger keine, wenige oder nur geringe Kenntnisse besitzen über die Hintergründe, über Rechtsgrundlagen und über vieles mehr, was mit den Auslandseinsätzen zu tun hat." sind eine Beleidigung fuer die Buerger ..
    Nun, ich kann lesen, was in den Foren publiziert wird und habe ja wiederholt das eine oder andere (zusammen mit anderen "militärorientierten" Foristen) dazu gesagt, wenn der Beitrag "völlig daneben lag".
  6. #445

    Zitat von Bob Andrews Beitrag anzeigen
    In beiden Beiträgen habe ich aber gar nicht nicht behauptet, dass die BW als Institution nach KRIEGSeinätzen, unbedingte Gewalt und Militarismus strebt. , wie Sie mir fälschlicherweise unterstellt haben. Die Bundeswehr kann schließlich nichts für die Beschlüsse des Bundestages und Entscheidungen der jeweiligen Bundesregierung.

    Ich stelle allerdings fest (und dazu stehe ich nach wie vor), dass sich Deutschland bezüglich Militarismus wieder in Richtung der Angriffskriege des letzten Jahrhunderts bewegt. Das mache ich daran fest, dass durch den Waffeneinsatz der Bundeswehr im Ausland wieder unschuldige Menschen getötet werden - eine Entwicklung, die vor 20 jahren noch undenkbar gewesen wäre.

    Sie sollten bei Ihrer Wortwahl und Ihren Unterstellungen also etwas vorsichtiger sein!
    Deutschland beteiligt sich bisher nur an Missionen die das Ziel haben ein friedliches Zusammenleben der Völker zu ermöglichen. Dies ist auch das Ziel der Mission in Afghanistan. Das es dort Menschen gibt, die lieber in einer Diktatur von Islamisten leben und diese Diktatur mit Gewalt durchzusetzen versuchen kann man nicht der Bundeswehr anlasten. Die Todesfälle die es bisher gegeben hat, sind fast alle aufgrund von Handlungen dieser Gewalttäter zustande gekommen.
    Aus diesen Gewalttaten einen Angriffskrieg und eine Militarisierung herauszulesen ist schon sehr gewagt und zeigt mir das Sie eine sehr beschränkte Wahrnehmung der Tatsachen haben.

    Lustig ist, wie überempfindlich Sie reagieren, wenn Ihnen widersprochen wird. Da zeigen Sie meiner Meinung nach große Defizite.
  7. #446

    Zitat von achim68 Beitrag anzeigen

    Der Bürger in Uniform ist ein hehres Ziel und eine tolle Idee.
    Problematischer Weise erledigt sich diese Anschauung in der Tiefe eines militärischen Konflikts schnell. Denn dort zählt zuerst und zuvorderst Ausbildung (militärische), Ausrüstung, militärische Führung und persönlicher Mut. Dies soll aber nicht heißen, dass jeder einzelne Soldat als "Staatsbürger in Uniform" für sein Handeln, seine politischen Ansichten und seine Überzeugungen ebenso verantwortlich ist wie jeder andere Bürger auch.
    Ich, und ich glaube viele der Unwissenden Foristen mit mr, sind in der Lage Krieg von Friedens und anderen Missionen zu unterscheiden. Gluecklicherweise, und Dank des Europaeischen Gedankes wird Deutschland heute von keinem Nachbarland bedroht und es bedrht auch selbst niemanden. Dadurch rueckt das Kriegszenario fuer die Bundeswehr in den Hintergrund, und Ideen (nicht unbedingt eine gute Idee) wie Schutz der Handelswege in den Vordergrund.

    Als aktiver Soldat sind sie also in einer Polizei oder Friedensmission unter UN Anweisung und Aufsicht. Keine Bedrohung der Heimat, keine Verteidigung der Vaterlandes. Ein Polizist im Extrem.

    Hier eine Auszug von Militaerkollege acidapple in diesem Forum:
    'diese erfahrung kann ich bestätigen. uns wurde während der grundausbildung sehr deutlich beigebracht, welche befehle man befolgen muss bzw. nicht muss oder nicht darf und darauf wurde wert gelegt. ich hatte dann auch die möglichkeit öfter mal mit amerikanern und franzosen zu "arbeiten" und ich kann sagen, das ist eine komplett andere welt.'

    Ein grosser Schritt von Wehrmacht zu Bundeswehr ist also bereits gemacht und es sind diese Eigenschaften von denen man von einem Berufsheer mehr erwarten muss als von einem Volksheer. Viele Militaerforisten geben den Gegenteiligen Eindruck.

    Der Beruf eines deutschen Soldaten geht von einer anderen Geschichte hervor als der eines amerikanischen oder franzoesischen. Jeder Fehlschritt loest den Verdacht einer Welt aus welche den Gedanken an die Wehrmacht taeglich am Leben erhaelt.

    Deutscher Berufssoldat sein ist eine schwierige Aufgabe. Zur Zeit muss sie ohne Rueckhalt in der Zivilbevoelkerung statfinden und solange deutsche Regierungen ohne Zustimmung des Volkes handeln, wird es wohl so bleiben. Volk auf der einen, Regierung und Heer auf der anderen Seite.
  8. #447

    Zitat von localpatriot Beitrag anzeigen
    ...solange deutsche Regierungen ohne Zustimmung des Volkes handeln, wird es wohl so bleiben. Volk auf der einen, Regierung und Heer auf der anderen Seite.
    Die Bundeswehr ist anders als in vielen Staaten eine Parlamentsarmee.

    Ich kenne im Übrigen kein Staat auf dieser Erde, in dem das Volk über den Einsatz der Streitkräfte entscheidet, selbst in den Staaten nicht, die ihre Streitkräfte als "Volksarmee" bezeichnet (hat).
  9. #448

    Militärpfarrer Gauck stellt Zynismus- und Arroganzrekord auf

    Kaum ist Guttenberg mal leise, rügt Militärpfarrer Gauck von der hohen Kanzel herab: „Dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glückssüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen.“ Unbotsame Untertanen, die gegen die schleichende Renaissance des Krieges sind, werden jetzt schon vom Staatsoberhaupt persönlich als „glückssüchtig“ gebrandmarkt. Dabei gibt es keine Glücksucht. Es gab nie einen glücksüchtigen Menschen. Wenn ein Mensch den Wunsch hat, in jedem Augenblick seines Lebens glücklich zu sein, ist das normal und nicht krankhaft. Gauck hat seinen persönlichen Negativrekord hinsichtlich Zynismus und Arroganz aufgestellt. Er könnte ihn noch toppen mit „Nun sterbt mal schön für Angie und George Bush!“ Sorry, aber bei so viel Politikerzynismus darf ich auch mal sarkastisch werden. Kriegsrhetoriker Gauck soll sich entscheiden, wofür er vorrangig arbeiten will: für das Glück des deutschen Volkes oder für das Pentagon und den militärisch-industriellen Komplex. Würde Gauck wenigstens selbst an der Front Leib und Leben riskieren, dann wäre das immer noch besser, als sein Amt für diese Kriegspropaganda zu missbrauchen. Es wäre auch glaubwürdiger. Der angeblich brillante Redner Gauck hätte besser etwas Kritisches zu Afghanistan gesagt, zu Kunduz und zu den über hundert Toten, die die Bundeswehr dort zu verantworten hat. Schlimm, dass die Parteien außer der Linken ziemlich einhellig/eintönig mit Zustimmung reagierten.
  10. #449

    ...

    Zitat von Hans58 Beitrag anzeigen
    Die Bundeswehr ist anders als in vielen Staaten eine Parlamentsarmee.

    Ich kenne im Übrigen kein Staat auf dieser Erde, in dem das Volk über den Einsatz der Streitkräfte entscheidet, selbst in den Staaten nicht, die ihre Streitkräfte als "Volksarmee" bezeichnet (hat).
    In diesen Staaten wohl als allerletztes überhaupt...








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