Gauck hat Recht, wenn er sagt, die Bundeswehr sei im öffentlichen Bewusstsein nicht sehr präsent. Wenn sie es wäre, hätte der unsinnige Afghanistan-Einsatz wahrscheinlich nicht stattfinden können - das ist bei diesem Thema weniger eine Frage der Moral, als der Einsicht, daß auch Macht die Welt nicht immer so formen kann, wie das zum Beispiel unsere amerikanischen Bündnispartner möchten.
Zum Thema deutsche Gefallene, die für unsere nach Gaucks Ermessen “glückssüchtige“ Gesellschaft schwer zu ertragen sind, bleibt zu bemerken, daß uns die Glückssucht besser steht und bekommt, als das Untertansein, das uns schon mehrfach ins Verderben gestürzt hat. Verantwortung allein ist nicht die Stütze der Demokratie, sondern auch Demut, und damit meine ich nicht die Demut gegenüber einem Staat, der Ideologie mit Waffen in die Welt trägt - das sollte Gauck als Pfarrer eigentlich sehen, wenn er von Gewalt als “notwendigem und sinnvollem Mittel“ spricht.
Es ging ja bisher einigermaßen gut mit ihm - aber die Selbstgerechtigkeit treibt ihn zu Aussagen, die wohlmöglich über die Bergpredigt hinausgehen.

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