DPAJoachim Gauck fordert von den Deutschen mehr Offenheit für Auslandseinsätze der Bundeswehr - und bemängelt eine gewisse Distanz der Bürger zu den Streitkräften: "Dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glücksüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen", sagt der Bundespräsident.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...838386,00.html
Wenn etwa in Syrien die herrschende Klasse nachweislich zigtausende Syrer ermorden lässt, ist mir die Souveränität des Staates Syrien angesichts der tausenden Toten piepegal.
Das ist ein vorgeschobenes Argument, um nicht handeln zu müssen.
Wenn ich sehen würde, wie auf meinem Nachbargrundstück mein Nachbar seiner Frau den Schädel einzuschlagen versucht oder sein kleines Kind ertränkt, kann ich mich auch nicht zurück lehnen und sagen, das ist sein Bier, er ist auf seinem souveränen Nachbargrundstück und kann tun und lassen, was er will, und wenn ich mich da jetzt einmische, besteht die Gefahr, dass er mich auch erschlägt. Sondern ich muss handeln.
Wenn Gauck sich für Politik interessieren würde, wüßte er, daß das neue Libyen-Regime, welches durch Auslandseinsätze unserer Nato-Partner Frankreich, Großbritannien, Italien, usw., vom Gaddafi-Regime "befreit" wurde, gleich erst mal die Mitglieder des Internationalen Gerichtshofes eingekerkert hat, die nur eine faire Prozeßführung überwachen wollten.
Es scheint, daß eine handelnde Bundeskanzlerin doch entschieden mehr im Kopf hat, als ein sülzender Bundespräsident.
Auch ein hochgelobter Bundespräsident liegt mal daneben. Diesesmal aber ganz weit...
Die Rolle der Bundeswehr verändert sich und damit auch ihre gesellschaftliche Unterstützung. Das is ok. Leider hat die Bundeswehr sich genau in dem Maße von der Bevölkerung entfernt, wie die Politik sich selbst von der Bevölkerung entfernt hat.
Niemand verteidigt in Afghanistan einen 'unserer' Werte oder Deutschland selbst. Wir sind Teil einer Streitmacht, die ein Land besetzt und dass leider ein paar hundert Jahre Übung darin hat sich gegen Invasoren zu wehren.
Wir werden keine bessere Gesellschaft, indem wir uns wieder an tote Soldaten gewöhnen. Viele dieser Soldaten haben keine Perspektiven in unserer 'glücksüchtigen' Gesellschaft.
Laßt uns endlich von der Staatsraison Abstand nehmen und darüber entscheiden, was wir wo und warum in dieser Welt 'verteidigen' wollen und sehr genau darüber nachdenken ob Soldaten dafür das richtige Mittel sind. Manchmal ja, meistens nein.
Und künftig wird die Bundeswehr noch weniger im öffentlichen Bewusstsein Präsenz zeigen. Durch die Abschaffung der Wehrpflicht berührt dieses Thema immer weniger Menschen und wird dadurch auch immer unkritischer gesehen. Vor der Abschaffung der Wehrpflicht machten sich Eltern schon Sorgen was bei einem bewaffneten Konflikt aus dem Sohn wird, der gerade seine 15 Monate ableistet. Heute stellt sich diese Frage nicht mehr. Guttenberg sei Dank.
Danke, Herr Gauck !
Bereits nach der Bundespeinlichkeit Wulff vertrat ich schon die Meinung, dass Deutschland keinen Bundespräsidenten mehr benötigt.
Sie haben mit ihrer -"mehr Offenheit für Auslandseinsätze"-Forderung meine Auffassung voll und ganz bestätigt.
Im übrigen empfehle ich ihnen (sie sind doch so nebenbei Theologe?) die Bergpredigt, die sie wohl in der Hetze des Präsidentenalltags ein bischen vergessen haben.
Eines ist für mich jetzt sicher : Deutschland benötigt keine Präsidenten mehr. Dummschwätzer, Möchtegerndemokraten und Kriegstreiber haben wir schon genug in den Parlamenten sitzen.
Im übrigen vermisste ich von ihnen ein paar klärende Worte an die offenbar demokratiefeindlichen Kräfte im Bundestag, bezüglich der Einschränkung der Redefreiheit für "Abweichler"...macht nichts, hat sich ja erledigt...so wie sie sich für mich erledigt haben.
Mit freundlichen Grüßen
Ein aufrechter Demokrat.