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Bundespräsident: Gauck wirbt für Auslandseinsätze der Bundeswehr

DPAJoachim Gauck fordert von den Deutschen mehr Offenheit für Auslandseinsätze der Bundeswehr - und bemängelt eine gewisse Distanz der Bürger zu den Streitkräften: "Dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glücksüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen", sagt der Bundespräsident.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...838386,00.html
  1. #90

    Lieber Herr Bundespräsident,

    mit Erstaunen habe ich Ihre Äußerungen zur Kenntnis genommen, wonach wir Deutsche Verantwortung übernehmen müssten, um die Freiheit zu wahren. Dem stimme ich uneingeschränkt zu, möchte aber auf ein paar kleine logische Dellen in Ihrer Rede hinweisen:
    Innenpolitisch sind wir seit Jahren entmündigt und sehen zu, wie sich die Parteien den Staat zur Beute machen. Noch nicht einmal die minimale Selbstbestimmung, ob wir denn nun und für was wir z.B. in Europa Verantwortung übernehmen wollen, gesteht uns Parlament und Regierung zu. Statt dessen müssen wir akzeptieren, dass Verträge, die im Namen Deutschlands geschlossen werden, quasi zwischen Vorspeise und Nachtisch gebrochen werden. Und wenn wir dann unsere Verantwortung wahrnehmen wollen, wird eine Ausweitung der plebiszitären Elemente in unserer Verfassung als kaum machbar dargestellt und statt dessen alternativloses Handeln vorgebetet. Gleichzeitig erklärt uns ein Minister, dass Deutschland am Hindukusch verteidigt wird, kann uns aber nicht erklären, warum das so ist, mit Ausnahme der vielzitierten Bündnistreue und der -natürlich - wachsenden Bedeutung Deutschlands. Dieses Wachstum findet allerdings ohne das Volk statt, der Souverän wird nicht mitgenommen. Ich habe fast den Verdacht, die Regierung und das Parlament wollen das auch gar nicht. Aktuell sind wir in der Situation, unser wirtschaftliches Siechtum schon absehen zu können, das sich aus den jüngsten Vertragsbrüchen zu Lasten Deutschlands ergibt. Hier werden wir, das Volk, die Verantwortung übernehmen müssen, während die Initiatoren sich jeglicher Verantwortung entziehen werden. Und in solch einer Situation erwarten Sie mehr Verantwortung einer "glückssüchtigen" Gesellschaft? Bitte prüfen Sie Ihre Auffassung doch noch einmal darauf, ob sie sich mit der Realität verträgt.
  2. #91

    Was hat man denn dem in den Tee getan?

    Auslandseinsätze sind nach der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland nach wie vor verboten. Keine Partei hat bislang gewagt, den Artikel 87a "(2) Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zuläßt" zu ändern.

    Gauck fordert zum Verfassungsbruch auf.
  3. #92

    Abzug aus Afghanistan - JETZT

    Herr Gauck scheint mir hier eine völlig unangebrachte Meinung zu vertreten. Aus der Ferne betrachtet kann man leicht reden von den "Opfern, die erbracht werden müssen". Die deutschen Soldaten in Afghanistan sterben aber nicht für die deutsche Freiheit, sondern für das imperialistische Streben der USA und deren wirtschaftlichen Interessen. Opfer müssen erbracht werden, wenn es um die Verteidigung unserer Freiheit in Deutschland geht, wenn wir angegriffen werden. Dafür ist die Bundeswehr gedacht, siehe Grundgesetz.
  4. #93

    Kriegsrhetorik

    Gauck: "Dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glückssüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen."
    Der Herr Gauck hat gut reden.
    Sitzt im sicheren Schloss Bellevue und will andere in den Krieg schicken. Soll doch mal selber den Allerwertesten hinhalten, statt nur zu reden!
    Seine Kinder und Enkelkinder würde er wahrscheinlich auch nicht ohne weiteres nach Afghanistan oder Somalia schicken!
  5. #94

    Müssen?

    Zitat von kone Beitrag anzeigen
    Und auch wenn ich Hochachtung vor jedem Soldaten empfinde, der irgendwo seine Haut zu Markte tragen muss, entpuppt sich Gauck - selbst nie Soldat - mit dieser Einlassung als krasse Fehlebsetzung im BP-Amt!
    Müssen? Wir sind ja nicht mehr im Dritten Reich. Soviel ich weiß, MUSS keiner. Insofern hält sich meine Hochachtung auch schwer in Grenzen, bzw. ist nicht größer als die für alle Menschen, die in Ausübung ihres selbst gewählten Berufes ums Leben kommen. Über die schafelt sich allerdings kein Präsidenten-Darsteller um Kopf und Kragen.

    Ist das alles wieder peinlich.manchmal glaube ich, es liegt ein Fluch auf Deutschland!
  6. #95

    Mir fehlen schlicht die Worte!

    Ich bin Jahrgang 1963, habe den Kriegsdienst verweigert, mein Patenonkel, hatte fünf Brüder am Tag der goldenen Hochzeit meiner Großeltern kam er zu mir an den Tisch. Damals hatte ich gerade meine Verweigerung abgeschickt (Jahr 1981) und sagte mir. Christian, meine fünf Brüder sind alle im Krieg geblieben, das Wort gefallen benutzte er nicht, tu mir und vor allem Dir einen Gefallen fass niemals eine Waffe an um auf andere Menschen zu schießen, WENN es ANDERE Dir befehlen.

    Mir fehlt es nicht an Vetrauen zur Bundeswehr, nur haben wir nichts am Hindukusch und anderswo verloren und vor allem bin ich sicher eines nicht: Glückssüchtig! Ich glaube der Bundespräsident hat Grund zur Richtigstellung, er ist kein Politiker, das hat, er glaube ich, noch nicht begriffen.
  7. #96

    Minuspunkt für Gauck

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Joachim Gauck fordert von den Deutschen mehr Offenheit für Auslandseinsätze der Bundeswehr - und bemängelt eine gewisse Distanz der Bürger zu den Streitkräften: "Dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glücksüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen", sagt der Bundespräsident.

    Bundespräsident Gauck wirbt für Auslandseinsätze der Bundeswehr - SPIEGEL ONLINE
    Auslangseinsätze müssen die absolute Ausnahme bleiben. Das letzte Mittel gegen die Souveränität fremder Staaten. Aber welche Menschenrechtsverletzung rechtfertigen den Einsatz? Bei Hinrichtungen und Folter? Dann müßten wir die außerhalb der EU die Welt erobern. Reichen Massaker an Demonstranten? Wo ist dann der energische Einsatz gegen China, dass statt dessen immer noch Entwicklungshilfe bekommt?
    Ende der Entwicklungshilfe: Noch immer fließt Geld nach China - Wirtschaftspolitik - FAZ

    War der Bürgerkrieg in Lybien für die Menschenrechte sinnvoll, oder wird jetzt mehr Unrecht as vorher begangen? Bietet Syrien schon genügend Gründe für einen Krieg? Ich muss es zum Glück nicht entscheiden.

    Unsere Verantwortung liegt darin, industrielle Genozide überall zu bekämpfen. Was in Jugoslavien passierte war dicht daran und der Einfall aus heutiger Sicht gerechtfertigt. Was wir in Afganistan machen, werde ich nie verstehen. Wir werden nur einen Stammeskrieg durch den nächsten ersetzen.
  8. #97

    Dass wir als Nation wieder Krieg führen sollen, ist für mich ganz persönlich schwer zu ertragen.

    Wie weiter oben schon gesagt wurde: Das Grundgesetz ist klar. Ich zitiere mal.

    GG Art. 26 (1)
    Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.
    Mir ist auch klar, daß Kriegsbefürworter argumentieren können, daß hier und da ja schon ein gestörtes friedliches Zusammenleben bestehe und teilweise ja nicht gegen ein Volk, sondern nur einen Dikator oder womöglich eine radikale Minderheit Krieg geführt werden solle, oder daß es sich hier und da gar nicht um einen "Angriffskrieg" handele.

    Ich sehe eine ganz klare Grenze: Militär ins Ausland im äußersten Fall nur dann, wenn im Rahmen der UNO, und auch da gilt es, vorsichtig zu sein, daß das Grundgesetz nicht verletzt wird. Denn die Würde des Menschen darf nicht angetastet werden!

    Daß Gewalt notwendig und sinnvoll sein könne, um ihrerseits Gewalt zu überwinden oder zu unterbinden, ist eine zu gefährliche Aussage, denn sie kann wiederum dazu verleiten, militärische Gewalt generell zu legitimisieren und zu akzeptieren.
  9. #98

    optional

    "Dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glücksüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen".

    Vollkommen richtig: für unsere glücksüchtige Gesellschaft müssen eben auch Leute sterben oder wäre es denkbar Glück zu bekommen auch ohne dass dafür Menschen sterben?
  10. #99

    Zitat von Mac_Beth Beitrag anzeigen
    .....Die Leute heutzutage wollen sich jeder Art von internationaler Verantwortung entziehen und verstecken sich feige hinter unserer jüngeren Geschichte um ihren Worten Ausdruck zu verleihen.

    Freiheit und Gerechtigkeit wie wir es hier schätzen ist keine Selbstverständlichkeit, weder kulturell noch historisch, noch genetisch veranlagt. Es ist eine Wahl, die wir getroffen haben und durchaus nicht ohne Opfer zu erreichen war.....
    Also machmal zieht es mir die Schuhe aus: "DIE" Leute. Die Leute sind wir - und wir wollen keinen Krieg. Zuallerletzt einen, bei dem es offensichtlich überhaupt nicht um Freiheit und Gerechtigkeit geht, sondern um wirtschaftliche Interessen, Töten von Zivilisten, massives Unterdrücken und wahlloses Unterstützen von Verbrechern.

    Natürlich ist Freiheit und Gerechtigkeit nicht selbstverständlich - aber geben sie doch mal an, welcher Krieg damit IRGENDWAS zu tun hatte?

    Nöh, die "Gefallenen" sind nicht die Toten von uns, sondern von Gauck, Merkel, Amerika, den Waffenlieferanten und den Drogenbossen - und dazwischen jeglicher Abschaum, den sie sich vorstellen können.

    Wenn es nach uns ginge, könnten die Soldaten alle noch leben. Schuld sind die, die sie dahingeschickt haben - gegen jegliche Vernunft, ohne irgendwelche Aussicht, irgendwas verbessern zu können - und gegen unser Grundgesetz.


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