Bundespräsident in der Kritik: Wulff legt Liste mit Urlaubseinladungen vor

Christian Wulff versucht es jetzt mit Transparenz. Über seine Anwälte ließ der Bundespräsident eine Liste mit Urlaubsreisen veröffentlichen, die er in den Häusern wohlhabender Freunde verbrachte. Darauf taucht unter anderem der Aufsichtsratschef der Talanx-Versicherungsgruppe auf.

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  1. #40

    So ist es

    Zitat von tamgarun Beitrag anzeigen
    Wo der Mann sich bewegt, ist völlig seine Angelegenheit. Wie dagegen nicht. Denn als Minister hat er keine Gefälligkeiten von Unternehmern anzunehmen. Ein Urlaub mit Freunden kann man auch machen, wenn man selber in einem Hotel in der Nähe wohnt.

    Wulff erscheint mehr und mehr wie jemand, der sich gern in Kreisen bewegen möchte, die er nur erreicht, wenn er in der Privatwirtschaft arbeitet. Das sei ihm unbelassen. Dann sollte er aber auch in die Privatwirtschaft gehen.
    wie Recht sie haben!
    Übertriebene Häme und Hetze ist wohl nicht angebracht, wir reden hier allerdings vom Mann der das höchste Staatsamt inne hat. Insofern kann auch nicht von Kleingeisterei gesprochen werden.
    Vorbildlich ist anders!

    Heißt das denn jetzt, mal so nebenbei gefragt, daß man in der Privatwirtschaft dann eben auch Vetternwirtschaft genießen darf?
    Wohl eher auch das nicht, umso mehr wäre es schön wenn wenigstens der Bundespräsident mit gutem Beispiel vorangehen würde.
    Hoffen wir auf einen besseren noch zu ermittelnden Bundespräsidenten!
  2. #41

    Der feine Unterschied ist...

    Zitat von xhoch2 Beitrag anzeigen
    Wenn ihm auch nur 1x ein geldwerter Vorteil nachgewiesen werden kann, greift automatisch ein Verfahren gegen ihn. In seinem Fall bedeutet das eine fristlose Entlassung.
    Sie haben Recht, als Angestellter/Beamter im öffentlichen Dienst wäre er in der Tat nicht mehr haltbar.
    Im höchsten Staatsamt ist das aber etwas Gaaaanz anderes.
    Da gehört so etwas heute zum guten Ton.
  3. #42

    ...

    Zitat von keppler Beitrag anzeigen
    Es reicht jetzt. Ein Politiker bewegte sich in Geldkreisen. Warum denn nicht? Jeder sucht doch nur seinen persönlichen Vorteil Weniger Heuchelei ist angebracht.
    jeder kleine Beamte muss schon wegen einem geschenkten Kaugummi ein Formular ausfüllen, damit es nicht nach Bestechung aussieht ... ja ich finde es reicht auch was Herr Wulff da alles an Voreilen eingestrichen hat
  4. #43

    Nun

    Zitat von MasaGemurmel Beitrag anzeigen
    Liebe Menschen, da draussen tobt ein Wirtschaftskrieg. Wer hat denn endlich mal den Mut, es auszusprechen? Europa, dessen Stabilität und die Währung werden systematisch attackiert.

    ...und unsere liebe Presse hat nichts besseres zu tun, als sich von den "Themenmachern" im Hintergrund durch die Arena treiben zu lassen... und über Wulff's Privatkredite zu schreiben.
    vielleicht liegt es aber genau daran. Möglicherweise hat Wulff sein Amt falsch verstanden und gedacht es wäre mutig etwas auszusprechen. z.B. die Anleihekäufe der EZB zu kritisieren. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass wegen dieses Kredits die Sau durchs Dorf getrieben wird. Und wenn SPON und BLÖD ins gleiche Horn blasen ist allemal was faul ;-)
  5. #44

    Wulff

    Man muss ihm Nachweisen, dass er sein Ministeramt so ausgenutzt hat, dass seine Freunde in seinem Schatten Geschaefte machen konnten, durch die Freunschaft mit einem Ministerpraesidenten die Konkurrenz ausstechen konnten.
    Ich denke, wenn man ein oeffentliches Amt inne hat, lernt man viele Geschaeftsleute, Baenker kennen. Evtl. schliesst man da auch gute Bekanntschaften oder gar eine Freundschaft.
    Wenn ein Kanzler ins Ausland reist, hat er oftmals Wirtschaftsbosse und Firmeninhaber in seiner Deligation. Das hat nichts mit Merkel zu tun, Schroeder und andere Vorgaenger machen es doch genauso.
    Wulff hat sich nicht geschickt verhalten aber einen Gesetzesverstoss
    muss man ihm noch nachweisen. Wir erfahren doch nur Broeckchen aus den Medien, ich moechte mich der generellen Politikerhatz nicht anschliessen.
  6. #45

    Ein tragisches Labyrinth von Verflechtungen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Christian Wulff versucht es jetzt mit Transparenz. Über seine Anwälte ließ der Bundespräsident eine Liste mit Urlaubsreisen veröffentlichen, die er in den Häusern wohlhabender Freunde verbrachte. Darauf taucht unter anderem der Aufsichtsratschef der Talanx-Versicherungsgruppe auf.

    Bundespräsident in der Kritik: Wulff legt Liste mit Urlaubseinladungen vor - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Kein Mensch wird verlangen, daß der Bundespräsident seinen Urlaub in der von der Agentur für Arbeit gesponsorten Wohnung eines
    Hartz IV-Empfängers verbringt. Aber jeder kann erwarten, daß er von vornherein den Verdacht der Vorteilsnahme meidet.
    Gibt es in diesen Kreisen nicht eine Art Schamgrenze oder wurde die mangels Beachtung aufgehoben?
    So mancher wird sich eingestehen müssen : Es ist alles noch viel schlimmer als man vermutete.
    Bitte , bitte liebe Journalisten hört endlich auf, mit den Finger auf andere zu zeigen!
    Die hiesige Praxis sollte so etwas von selbst verbieten!
  7. #46

    Unterschied

    Zitat von uh17 Beitrag anzeigen
    das was Sie hier beschreiben ist keineswegs 'erst' seit Guttenberg so. Das hat der große CDU Vorsitzende Helmut Kohl schon so vorgemacht, und das auch nicht nur einmal. Darüber hinaus könnte man hier fast unendlich viele CDU Größen auflisten, wie z. Bsp. Herrn Schäuble, Koch und und und und. Von den CSU Bonzen wollen wir gar nicht erst anfangen und von der SPD sind auch einige dabei.
    Aber ich freue mich sehr, daß Sie offenbar auch endlich im Land der 'geistik moralischen Wende' angekommen sind ...
    Da ist schon ein Unterschied. Kohl,Schäuble u.a. ging es nicht um persönlichen finanziellen Vorteil. Ich wüsste auch nicht,dass sie privat die Nähe zu zweifelhaften Neureichen gesuvht hätten.
  8. #47

    Abgesehen davon,...

    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    Selten hat man doch ein peinlicheres Schauspiel erlebt. Spiegel Online hat also angeblich "Informationen"? Ist klar, wieder so eine Geschichte... wenn sie was beweisen können, dann sofort eine Anzeige o.ä. fertigen. Aber was passiert wieder? Nichts. Nein, da muss man nur ein paar Unterstellungen richtig formulieren, damit man rechtlich nicht belangt werden kann und schon hat man eine schöne Schlagzeile...

    Und mal ganz am Rand: Im entsprechenden Paragraphen steht doch "in Bezug auf ihr Amt annehmen". Wo ist denn die Verbindung? Wo der Beweis? Selbstverständlich darf die entsprechende Privatpersonen von Freunden o.ä. z.B. verbilligte Kredit bekommen. Also, ich würde an SpiegleOnlines Stelle erstmals darstellen, wie sie zu Punkt nachweisen können...

    Woran erkennt denn jeder klar denkende Mensch, dass diese ganze Geschichte ein Witz ist. Die Sache würde ja nur Sinn machen, wenn der Unternehmer und der Politiker einen Erfolg hätten. Der Erfolg des Unternehmers hat ja bisher noch niemand dargestellt. Oder gibt es was außer unbewiesene Unterstellungen? Weiterhin ist doch die ganze Geschichte ein Witz. Also, wenn die zwei Personen was "drehen" wollten, dann sollt man doch mal kurz überlegen. Es geht ja um einen verbilligten Kredit. Jeder kann sich den jährlichen wirt. Erfolg selber mal ausrechnen. Und jetzt das Hirn einschalten. Bei einer solchen Summe, nennen wir sie mal "Bestechungsgeld", denken sich die Parteien ein solch kompliziertes System aus? Das ist ja gar nicht auffällig. Jederzeit hätte der Unternehmer solche "Kleinbeträge" (also den Zinserfolg) auch ohne den Darlehensvertrag in bar übergeben können. Da wäre wahrscheinlich nie einer draufgekommen...

    Deshalb kann man hier eindeutig sehen um was es geht. Die Presse, allen voran SpiegelOnline, wollen die Sache bis zum letzten Ausschlachten. Das die ganze Sache vom Grundsatz her schon komplett abwegig ist, wird gerne ignoriert.... Weil man doch genau die Zielgruppe kennt. Engstirnige Verschwörungsjungs die eh jeden Politiker unter Generalverdacht stellen...

    Wie gesagt, man kann es ja SpiegelOnline nicht verdenken. Ist ja auch nur ein Wirtschaftsunternehmen. Aber warten wir einfach nur mal ab. Wer will darauf wetten, sobald SpiegelOnline und Co diese Geschichte ausgeschlachtet haben, wird sich rausstellen, dass es eben keinerlei Hinweise auf ein tatsächliches Vergehen ergeben. Und dann wird einfach darüber nicht mehr berichtet....
    ...dass sich Wulff diesen ganzen Schlamassel selbst zuzuschreiben hat, muss man sich doch auch fragen, was Wulffs "väterlichen Freund" Geerkens dazu brachte, ihm dermassen in die Parade zu fahren ?
    Offensichtlich ist, dass im Augenblick massiv versucht wird, die amtierende Regierung zu zerstören. Der jämmerliche Zustand der FDP spricht Bände.
    Und nun also der Wulff. Recht geschieht´s ihm eigentlich. Wer mit den Haien schwimmen möchte, sollte auch über Zähne verfügen.
  9. #48

    Sie würden...

    Zitat von keppler Beitrag anzeigen
    Es reicht jetzt. Ein Politiker bewegte sich in Geldkreisen. Warum denn nicht? Jeder sucht doch nur seinen persönlichen Vorteil Weniger Heuchelei ist angebracht.
    ...so etwas nicht schreiben, wenn sie die Vorschriften des öffentlichen Dienstes kennen würden bezüglich der Annahme geldwerter Vorteile. Der frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg mußte deshalb auch zurücktreten. Nur nicht in Bananen-Republiken.
  10. #49

    "Nachdem ... Vorteilsnahme bei Ferienreisen vorgeworfen worden war, trat er am 13. Januar 1991 von seinem Amt als Regierungschef zurück und legte am 31. Juli 1991 auch sein Mandat als Landtagsabgeordneter nieder." - und zwar ohne langes Zaudern, ohne Ausflüchte und ohne Drumherumgerede. Dieser Wikipedia-Auszug bezieht sich auf einen früheren Ministerpräsidenten meines Wahlheimatländles, mit dessen politischen Positionen mich nun wirklich nichts verbindet - aber ein wenig von dessen Stil- und Geschmackssicherheit wäre dem amterenden Bundespräsidenten schon zu wünschen.