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Bundespräsident: Das Amt ist überflüssig geworden

Das Drama um Christian Wulff zeigt: Wir brauchen keine moralische Autorität mehr, die ihre Position dem Parteiengeklüngel verdankt. Diese Funktion des Bundespräsidenten passte in die Ära der Einbahnstraßendemokratie - doch die ist vorbei. Zeit, über eine neue Republik nachzudenken.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...807486,00.html
  1. #110

    .

    Kommen Sie, Herr Dietz, wir schaffen das Bundespräsidentenamt ab, weil der Bundespräsident nicht ganz integer ist. Und dann das Amt des Fifa-Präsidenten, denn Sie wissen ja... Und Bundeskanzler? Brauchen wir das, wenn solche Leute wie Schröder und Merkel drauf sitzen? Eher nicht, oder?

    Eine wirklich blödsinnige Konsequenz. Das System der Bundesrepublik ist im Grunde eines der besten demokratischen Systeme der Welt. Die Amtsinhaber sind nur leider weit vom Besten entfernt. Die Schlussfolgerung muss lauten: Die Leute austauschen. Durch Wahlen, durch Gründung neuer Parteien, durch Betätigung in bestehenden, um von der Basis eine Flut echter Volksvertreter nach Berlin zu entsenden, die dieses verkommene Berliner Machtsystem aufbrechen.

    Und sollten Sie mal Gelegenheit haben, den Spiegel Chefredakteur zu sprechen, fragen Sie doch mal nach SEINER Verantwortung für die Demokratie und das Ansehen der Politik.
  2. #111

    Repräsentation

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Drama um Christian Wulff zeigt: Wir brauchen keine moralische Autorität mehr, die ihre Position dem Parteiengeklüngel verdankt. Diese Funktion des Bundespräsidenten passte in die Ära der Einbahnstraßendemokratie - doch die ist vorbei. Zeit, über eine neue Republik nachzudenken.

    Bundespräsident: Das Amt ist überflüssig geworden - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Ob wir jemanden brauchen, der uns Moral predigt? Nicht unbedingt, und
    nur wenige Bundespräsidenten haben mich in dieser Hinsicht beeindruckt,
    auch zuvor waren manche eher schwach.
    Aber wenn man sich die letzten Monate vor Augen führt: hätte die Bundeskanzlerin
    neben allen politischen Verpflichtungen, die allein schon an die Grenze
    des Menschenmöglichen gehen, auch noch Zeit gehabt, alle möglichen
    Staatbesuche, Ehrungen, Einweihungen usw. wahrzunehmen?
    Man (bzw Frau) kann sich vertreten lassen, aber in manchen Fällen
    würde als sehr herabsetzend empfunden.
    Also lassen wir doch mal unsere Verfassung, wie sie ist.
    Wenn wir alle dort vorgesehenen Ämter als Funktion ihrer jeweiligen
    Inhaber diskutieren, dann bleibt ja nach einigen Jahren nichts mehr übrig.
    Andere Länder haben dafür Könige/Königinnen. Wir können unsere
    Repräsentanten wenigstens gelegentlich wechseln.
  3. #112

    come to the cabaret

    Zitat von rehabilitant Beitrag anzeigen
    Gratuliere!
    Dieser Absatz ist durchaus kabarettreif.
    Oder sind Sie tatsächlich der Meinung, ein Mann wie Wulff könne seinem Volk moralische Unterstützung geben?
    Ein Bundespräsident schon, ein Wulff nicht. Umgekehrt nehme ich den Wulff nicht zum Anlass, das Amt abschaffen zu wollen. Jetzt klar?
  4. #113

    Na endlich hat auch SPON bemerkt, daß ein Bundesgrüßaugust völlig überflüssig ist. Hinweg damit. Den Job könnten, wie in der Schweiz üblich, rotieren die Minister übernehmen.
  5. #114

    Danke Herr Diez, danke, für diesen Klasse-Artikel,

    der mir runter lief wie Öl. Endlich sagt mal einer klar und deutlich, was sehr vieler Bürger denken. Jeder Satz trifft. Und das ist der Kern, und nicht das, was uns das zwangsfinanzierte Staatsfernsehen jeden Abend vorschwafelt. Weiter so Herr Dietz und lassen sie sich vom Spiegel Ihr Gehalt verdoppeln!
  6. #115

    Volltreffer

    Klasse Kommentar, auf den Punkt gebracht!
  7. #116

    Ich

    Zitat von Stuhlbeinsäger Beitrag anzeigen
    Ach, man könnte all die anderen beneiden in Europa, die eine Königin haben, einen König und eine Kronprinzessin, seufz. Königshäuser mögen teurer sein als ein Bundespräsident samt Schloss Bellevue, was noch auszurechnen wäre, aber die .....
    bin sicher, wenn man eine Kosten/Nutzenrechnung aufmachte zwischen beliebigen "Royals" und der Bande von Ex-Bupräs, die wir auf dem Hals haben, so wären die Ersteren sicherer Sieger. Allein der touristische Wert ist nicht hoch genug einzuschätzen, besonders wenn man es so macht wie in GB. Man stelle sich vor - ein Staatsempfang auf Neuschwanstein! Die ausländischen Gäste, die Bayern, die Hotellerie/Gastronomie und Annexe, sowie die Klatsch- und anderen Medien wären begeistert. Von Hochzeiten, Geburtstagen Staatsbegräbnissen etc gar nicht zu reden. Ausserdem müsste die königliche Familie vertraglich verpflichtet werden, pro Jahr mindestens 2 saftige Skandale zu liefern.
  8. #117

    Zitat von rehabilitant Beitrag anzeigen
    Gratuliere!
    Dieser Absatz ist durchaus kabarettreif.
    Oder sind Sie tatsächlich der Meinung, ein Mann wie Wulff könne seinem Volk moralische Unterstützung geben?
    Wulff sicher nicht, ein Bundespräsident vom Format R.v. Weizsäckers eventuell.
  9. #118

    .

    Neue Verfassung mit Direkter Demokratie nach Schweizer Modell, dann kann man getrost auf einen Buprä verzichten und Steuern sparen.
  10. #119

    Notbremse / Feuerlöscher

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Drama um Christian Wulff zeigt: Wir brauchen keine moralische Autorität mehr, die ihre Position dem Parteiengeklüngel verdankt. Diese Funktion des Bundespräsidenten passte in die Ära der Einbahnstraßendemokratie - doch die ist vorbei. Zeit, über eine neue Republik nachzudenken.

    Bundespräsident: Das Amt ist überflüssig geworden - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Das Amt des Bundespräsidenten ist so überflüssig wie eine Notbremse oder ein Feuerlöscher. Die kosten auch überflüssiges Geld, hängen fast immer nur rum, werden höchstens aus dem Augenwinkel zur Kenntnis genommen und beruhigen maximal ein bisschen die Nerven.
    Außer, wenn's gleich kracht, oder wenn's brennt. Aber das wird sicher nicht passieren...
    Klartext: Der Bundespräsident ist laut Grundgesetz nicht zum schön Aussehen oder zum Moralpredigen da (das ist nur seine Freizeitbeschäftigung), sondern er hat eine einzige echte, aber enorm wichtige Funktion: als Stopper für schwere Regierungskrisen entscheidet er über eventuelle Minderheitsregierungen und über Neuwahlen. Gerade weil es ihn gibt, haben die politischen Akteure in der BRD z.B. im Vergleich zu Weimar weitaus weniger Motivation, solche Krisen zum eigenen Nutzen, und zum Schaden des Landes, herbeizuführen. Der Bundespräsident ist also genau deshalb überflüssig, weil wir ihn haben; hätten wir ihn dagegen nicht, dann würde er dringend gebraucht.


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