dapdJens Weidmann macht sich wenig Freunde: Erst kritisierte Bundesbank-Präsident die Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank, nun nimmt er die Bundesregierung ins Visier: Deren Pläne zur Haushaltssanierung seien "nicht gerade ambitioniert" - ein Affront gegen Weidmanns Ex-Chefin Angela Merkel.
Kritik an Merkel: Bundesbank-Chef verlangt härteren Sparkurs - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
Weidmann hat recht, sowohl was die Kritik an der Geldschwemme der EZB als auch die wenig ambitionierten Sparbemühungen der Bundesregierung angeht. Das grenzt an Majestätsbeleidigung. Die Reaktion dürfte bald folgen. Merkel und Schäuble werden ihre Waidmänner aktivieren, die dann zum Halali auf Weidmann blasen werden. Wer dann auf der Strecke bleiben wird, dürfte klar sein.
Ist das die Luft in der Bundesbank oder schon schiere Verzweiflung?
Ehrlich gesagt, wer rechnet denn in einem Vorwahljahr mit heftigen Sparanstrengungen, zumal die Töne angesichts der maroden Infrastruktur (und...und...und), auch ein wenig von dem in Deutschland erwirtschafteten Geld hier auszugeben, immer lauter werden?
Das in einer Demokratie ernsthaft gespart wird, selbst in guten Zeiten, wird wohl bloßes Wunschdenken bleiben, genau wie der europäische Stabilitätspakt.
Als Deutschland noch der kranke Mann Europas war, war er dass, weil Kapital in großen Mengen nach Lateineuropa abfloss.
Nun ist es das nicht mehr und was soll ich sagen, es fließt trotzdem eine Menge Kapital nach Südeuropa und zwar solange, bis Deutschland wieder der kranke Mann ist.
Zur Zeit ist es frisch gedrucktes Geld, dass hierzulande die Inflation anheizen wird und wenn sich der Süden wieder stabilisiert hat und sich dort neue Blasen entwickeln, wird auch das Kapital aus der Privatwirtschaft wieder dorthin abfliessen.
Bis zur nächsten Rettung versteht sich.
Sie sehen also, Deutschland profitiert immer vom Euro, leider mit negativem Vorzeichen, um Politiksprech zu verwenden, damit ich hier niemanden der Lüge bezichtigen muss. ;o)
Wer sich ein bißchen Zeit nehmen möchte, kann sich dazu einen relativ aktuellen Vortrag von Prof. Sinn ansehen und der liegt hier:
aktien-boersen: Prof. Hans-Werner Sinn zur Situation in der EU
Ja, ja Prof. Sinn der sich spaetestens seit seinen Erguessen ueber Target II Salden in der Fachwelt blamiert hat, weiss es natuerlich ganz genau. Natuerlich ist die Merkel Politik ein Desaster, aber die Argumentationen von Herrn Sinn sind sinnlos. UNd dann immer dieses Geschwaetz von der Inflation, haetten wir nur 5% Inflation, haetten sich die Staatsschulden in ein paar Jahren in Luft aufgeloest. Allerdings ist diese Furcht voellig abwegig, denn dann beduerfte es ersteinmal in Europa der Vollbeschaeftigung und davon ist Europa weit entfernt. Uebrigens muesste es in den USA und Japan schon eine Hyperinflation geben, wuerden die Ueberlegungen des Herrn Weidmanns stimmen. Abgesehen davon, dass Herr Weidmann nicht einmal die fachlichen Vorraussetzungen fuer das Amt mitbringt, hat sich Angie mit dieser Wahl einen wirklichen Baerendienst erwiesen.
Sie haben sich mit diesem Kommentar ein Armutszeugnis ausgestellt.
Zum Thema Sinn habe Unrecht.
"„Mit diesem Zahlungssystem wird in der Währungsunion grenzüberschreitend Zentralbankgeld zwischen den nationalen Notenbanken übertragen.“ "
Das war die Aussage Weidmans auf Sinns Aussagen , doch die sind schlicht und ergreifend nicht richtig.
Richtig ist vielmehr, dass die Zentralbank des anderen EU-Mitgliedslandes „nur einen Zahlungsauftrag“ auslöse und die Bundesbank „nach den Target-2-Regeln gezwungen ist, diesen im Inland mit eigenem Geld zu bezahlen“. Sie selbst erhalte also kein Geld, sprich es komme zu keiner Überweisung oder Übertragung aus dem Ausland. Dieser werde nach den Target-2-Regeln um 24 Uhr gelöscht. Zum Ersatz dafür erhalte die Bundesbank eine Forderung in gleicher Höhe gegen die EZB zugewiesen.
Da die ausländische Zentralbank einen Zahlungsauftrag erteilt habe, ohne tatsächlich selbst zu zahlen, erhalte sie eine entsprechende Verbindlichkeit gegen die EZB zugewiesen. Dieser Mechanismus gleicht einem Dauerkredit.
Auf diese Weise haben sich von 2007 bis heute 865 Milliarden Euro an Forderungen gegenüber anderen EU-Ländern in der Bilanz der Bundesbank angesammelt.
Der Behauptung Weidmanns, letztlich würden sich die Risiken aus dem Target-2-System auf alle Notenbanken der Euro-Zone verteilen, kann man einen beispielhaft durchgerechneten Zahlungsausfall Griechenlands, Italiens und Spanien entgegenhalten. Deren Target-2-Schulden betrugen im Februar 485 Milliarden Euro. Bei einem Zahlungsausfall sei das Eurosystem als Ganzes geschädigt, daher müssten die Verluste auf die restlichen Länder neu aufgeschlüsselt und verteilt werden. In diesem Fall müsse Deutschland rund 40,3 Prozent des gesamten Zahlungsausfalls tragen, die anderen Staaten zusammen 59,7 Prozent.
Target 2: Bundesbank verzockt Deutschlands Zukunft
23.03.2012
Es ist klar ersichtlich, dass der Bundsbankpräsident den Euro-System-Kollaps selbst real für möglich hält: Das bezeugen besorgte Briefe an den Präsidenten der EZB, in dem er unter Bezug auf die T2-Salden den denkbaren Forderungsausfall thematisiert. Doch dazu ist es nun zu spät. Eine PIGS-Pleite wird unweigerlich auch den deutschen Staatsbankrott auslösen.
von Rolf von Hohenhau Bund der Steuerzahler Bayern e.V.
In der FAZ vom 12.03.2012 hat Herr Bundesbankpräsident Jens Weidmann zu den Target-2-Salden (€ 860-Milliarden) des Euro-Systems (ESCB) Stellung genommen. Der Bund der Steuerzahler betrachtet den Target-2-Mechanismus (T2) als Zünder einer finanziellen Atombombe (Home Target 2). Brisante Wirtschaftsvorgänge müssen für Normalbürger verständlich dargelegt werden. Deshalb „übersetzen“ und kommentieren wir nachfolgend die Äußerungen des Bundesbankpräsidenten
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