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Büroschreibtische: 20 Minuten Mittagsschlaf für alle

DDPDie meisten Menschen verbringen den Großteil des Tages am Arbeitsplatz. Darum sollte jeder zwei Bürotische in unterschiedlichen Räumen haben und ungehemmt dekorieren dürfen, sagt Arbeitspsychologe Michael Kastner. Im Interview fordert er die flächendeckende Einführung des Büroschlafs.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...843341,00.html
  1. #1

    Woher kommen immer diese

    Ich stimme Herrn Kastner in einigen Punkten zu...aber teilweise sind seine Aussagen völlig branchenfremd und antiquiert.
    z.B. die Aussage, dass Großraum schlecht ist...ist es eben nicht, wenn sich Unternehmen beraten lassen und es nicht scheuen, ein wenig Geld für vernünftige akustische Konzepte auszugeben.
    Mein Unternehmen ist in der Objekteinrichtungsbranche tätig. Wir arbeite auch im Open Space und niemand will in ein schnödes Einzelbüro zurück, genau dieses Feedback bekommen wir auch von unseren Kunden. Sie ziehen unsere Open Space Lösungen dem Einzelbüro vor...ebeson das Stehpult: Mittlerweile gibt es auch so etwas wie elektromotorische Tische...Stehpult ist ziemlich 80er und auch bei Tischen gibt es durchaus ergonomische Unterschiede. Das ein Tisch einfach nur eine Platte mit einem Gestell ist, das ist eine sehr pauschale Aussage...
    Wichtiger wird in Zukunft, dass die Büros wohnlich sind, Lounge und Relaxezonen anbieten und die Möbel passend zur Firmenphilosophie gestalten.
    Alles eine Frage des Geldes, aber bei dem vielzitierten "War of Talents" wird dieses Thema gern ausgegrenzt (klar, kostet ja Geld...)
    Letzendlich werden die Unternehmen gewinnen, (auch in der Einrichtungsbranche) die weg gehen vom schnöden Tisch, Schrank, Stuhl hin zu wohnhaften Bürolandschaften...
  2. #2

    Meine Meinung

    Es ist doch vielmehr so ( das sag ich mit mehreren Jahren Berufserfahrung in der Call-Center-Branche):

    Die Unternehmen legen keinen Wert darauf, Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden, da in diesen Branchen wo Großraumbüros und "Desk-Sharing" Gang und Gäbe ist, jeder Mitarbeiter austauschbar ist.
    Wem's nicht gefällt, der kann ja gehen. Der nächste ist in 2 Tagen angelernt und wird auf die Menschheit losgelassen, egal, welchen fachlichen Stand zum Produkt er hat.

    Kein Call-Center wird einen Stuhl für 800 Euro anschaffen, das sind die Mitarbeiter einfach nicht wert, aus der Sicht des Unternehmens.

    Von Büroschlaf will ich gar nicht erst anfangen... können ja nicht alle im öffentlichen Dienst arbeiten *feix*
  3. #3

    @abby_thur

    Auch im öffentlichen Dienst wird es keinen Stuhl für 800 Euro geben (es sei denn, er ist für einen Minister oder ein ähnlich "hohes Tier").
    Falls Sie allerdings von einem Bereich gehört haben (Raum Berlin und Umgebung), wo man während der Arbeitszeit ein Nickerchen halten kann (muss nicht ö. D. sein!), geben Sie mir doch bitte Bescheid, damit ich meine Bewerbung abgeben kann :o)
  4. #4

    Apropos,

    Zitat von conny0869 Beitrag anzeigen
    Auch im öffentlichen Dienst wird es keinen Stuhl für 800 Euro geben (es sei denn, er ist für einen Minister oder ein ähnlich "hohes Tier").
    Falls Sie allerdings von einem Bereich gehört haben (Raum Berlin und Umgebung), wo man während der Arbeitszeit ein Nickerchen halten kann (muss nicht ö. D. sein!), geben Sie mir doch bitte Bescheid, damit ich meine Bewerbung abgeben kann :o)
    bei den Stichworten "Büroschreibtisch" und "Mittagsschlaf" kommt Erinnerung hoch an meine Zeit als Beamter.
    Als AZUBI wurde ich einem älteren Herrn, Referent für steuerliche Veranlagungen, zugeteilt, um was zu lernen.
    Als erstes lernte ich zu meinem Erstaunen, dass er sich in seinem Büro so um 12 Uhr herum auf dem abgeräumten Doppelschreibtisch hinlegte, den Hinterkopf auf ein fettes Aktenbündel bettete und dann für eine halbe Stunde "weggetreten" war :) Ritualmäßig, jeden "Arbeits"tag, ach, richtiger wäre zu sagen "Dienst"-Tag...
    Ob diese Schlafpause infolge "Überarbeitung" notwendig war, kann ich heute nicht mehr sagen, eher nicht, wie aus den weiteren Beobachtungen der amtsinternen Abläufe zu ersehen war...
    Viel Glück noch bei Ihrer Suche nach so einem ähnlichen "Arbeits"platz
  5. #5

    Zitat von pandora84 Beitrag anzeigen
    Ich stimme Herrn Kastner in einigen Punkten zu...aber teilweise sind seine Aussagen völlig branchenfremd und antiquiert.
    z.B. die Aussage, dass Großraum schlecht ist...ist es eben nicht, wenn sich Unternehmen beraten lassen und es nicht scheuen, ein wenig Geld für vernünftige akustische Konzepte auszugeben.
    Mein Unternehmen ist in der Objekteinrichtungsbranche tätig. Wir arbeite auch im Open Space und niemand will in ein schnödes Einzelbüro zurück, genau dieses Feedback bekommen wir auch von unseren Kunden.
    Hm. Kunden (also Geschäftsführer), die sich von Ihnen ein Konzept erarbeiten und umsetzen lassen, sollen ggfs. sagen: "ach was solls, das ganze Geld, wir wollen wieder Einzelbüros"? Glaube ich nicht. Wenn jemand Geld ausgibt, vertritt er danach auch diese Ausgabe, alles andere käme ja einem Eingeständnis gleich, dass man eine falsche Entscheidung getroffen hat - völlig unabhängig von der Branche oder Entscheidung.

    Ich bin selbst so ein Open-Space-mit-Soundkonzept-Opfer. "Katastrophe" umschreibt das nur freundlich. Mein Arbeitgeber hat enorm viel Geld ausgegeben, um den Umbau zu zahlen, inkl. Lounge/Breakout-Area und Schallschutzdecken.
    Das Ergebnis? Im Sommer zu warm, im Winter zu kalt, ständig Zug (keine Klimaanlage!), keinerlei Privatspäre mehr, jeder weiß, wenn die Frau angerufen hat, dass der Kleine krank ist. Jeder weiß auch, wann wer welche Arzttermine hat. Wenn zwei Leute Code-Review machen, müssen 20 zwangsläufig zuhören. Musik zur Arbeit gibts nur mit Kopfhörern, Mittelohrentzündungen inklusive. Die hypernervösen Kollegen (besonders schön: klopfen mit Fingern auf dem Tisch) gibts, die, die laut mitsprechen, was sie tippen, die, die beim Einzelschritt-Debuggen etwa 20 Mouseklicks pro Sekunde schaffen - und natürlich die, die mit dem Fahrrad morgens kommen und mangels Dusche leckeren Duft verbreiten. Raucher ebenso.

    Aber natürlich gilt das Konzept auch hier als großer Erfolg, die Kommunikation wäre enorm besser geworden, etc. - das sind alles Manager-Sprüche, um bei ihren Vorgesetzten gut anzukommen. Niemand würde seinem Vorgesetzten sagen, dass die Idee schlichtweg Mist war.
  6. #6

    Ich bekomme schon Augenkrebs ...

    ... von den ganzen Anglizismen in den Kommentaren. IMHO hat der Autor vollkommen recht. Und wenn die Fachkräfte noch ein wenig rarer werden als sie es heute angeblich schon sind, wird eine Fachkraft auch 3 Schreibtische und 5 Sofas fordern können und bekommen. "Großraumbüros sind wie Legebatterien" - treffender hätte man es nicht beschreiben können. Kommt übrigens auch ungefähr das gleiche bei raus. Fakt ist: Es wird immer wichtiger, Mitarbeiter über Zufriedenheit mit Arbeit UND Umfeld zu bekommen und zu halten. Wer da weiter die Pickelhaube und den Ärmelschoner für unverzichtbar erklärt, wird schnell ein Großraumbüro für sich alleine haben.
  7. #7

    ohne

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die meisten Menschen verbringen den Großteil des Tages am Arbeitsplatz. Darum sollte jeder zwei Bürotische in unterschiedlichen Räumen haben und ungehemmt dekorieren dürfen, sagt Arbeitspsychologe Michael Kastner. Im Interview fordert er die flächendeckende Einführung des Büroschlafs.

    20 Minuten Mittagsschlaf für alle - SPIEGEL ONLINE
    Ich stimme dem Artikel völlig zu, außer der Sache mit der Dekoration, die vom letzten Jahrtausend sei. Auch das ist Geschmackssache.
    Ich fand schon immer, dass der Ort, wo man sich am längsten aufhält, ein Ort des Wohlfühlens sein muss. Manche Arbeitgeber meinen, wer sich wohl fühlt, neigt zum Faulenzen. Das ist gehöriger Quatsch. Auch der Mittagsschlaf ist enorm wichtig. Nach dem Kantinenbesuch überfiel mich immer einer furchtbare Müdigkeit. Ich ging dann hinunter ins Schwimmbad (sowas hatten wir damals noch) und legte mich einfach zwanzig Minuten auf eine Liege. War natürlich nicht offiziell erlaubt, aber ich tat es einfach, weil ich es brauchte. Danach war ich dann wieder fit und konnte um so besser weiterarbeiten. Gottseidank herrschte bei uns ein Betriebsklima, wo niemand für so ein Verhalten angeschwärzt worden wäre. Nur so gelingt optimales Arbeiten und nicht mit der Stechuhr.

    Natürlich gibt es Berufe, wo der Mittagsschlaf und andere Dinge einfach nicht möglich sind. Dann muss man sich vorher überlegen, ob man so einen Beruf ergreifen möchte.
  8. #8

    ...

    Wenn man schon diese ganzen Vorschläge macht, die das Individuelle betonen, warum dann nicht konsequent weiterdenken?

    Arbeit ist kein Wert an sich. Arbeit ist kein Lebensinhalt an sich. Menschen sollten überhaupt nicht arbeiten müssen. Das ist alles Propaganda des herrschenden Systems. Man redet es den Leuten solange ein, bis noch der Malocher mit dem schlimmsten Job denkt, er bräuchte das, um glücklich zu werden.

    Ja, Arbeit ist eine Notwendigkeit, von irgendwoher muß die Existenzsicherung kommen (es gäbe vielleicht sogar Alternativen, aber das wäre ja Ketzerei, allein darüber nachzudenken). Arbeit ist sicher auch notwendig in dem Sinne, daß der Mensch eine Beschäftigung braucht und außerdem darüber einen Teil seiner sozialen Strukturen aufbaut inklusive der positiven Auswirkungen z.B. durch die erhaltene Bestätigung. Aber man erhält sowohl bessere Ergebnisse als auch zufriedenere Menschen, wenn diese selbstbestimmt arbeiten können. Insofern sind die ganzen Tipps für die Gestaltung des Arbeitsplatzes auch nur Kosmetik, die an der Oberfläche kratzt. Was nutzt mir dann das beste Sofa, wenn mein Job mich trotzdem nicht ausfüllt?
  9. #9

    Zustimmung

    Als das noch vom Gesetzgeber her erlaubt war, so ca. 1980, habe ich jeden Tag 10 bis 12 Std. gearbeitet. Das ging gut, weil ich Mittags ca. 20-30 Minuten auf einer dünnen Matte auf dem Boden meines Büros geschlafen habe. Dieser Reset für's Gehirn ist Gold wert, wenn man wirklich viel über lange Zeit im Kopf leisten will. Mag sein, dass es andere ohne können, aber ich war nach 8-9 Std. ohne Reset kaputt, mit hingegen bis zu 12 Std. fit.
    Dem Mitarbeiter einen guten Stuhl zu verweigern finde ich geradezu lächerlich. Im Gegenteil sollte man gar Orthopäden heranziehen bei der Auswahl und Einrichtung. Jede Verschwendung von Energie der Mitarbeiter, weil Arbeitsbedingungen nicht optimal sind, kostet das Unternehmen in kurzer Zeit mehr als eine ordentliche Ausstattung.








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