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Büroeinsturz in Brasilien: Das Kartenhaus von Rio de Janeiro

Vier Menschen sind tot, 22 werden noch vermisst, die Stadt steht unter Schock. Nach dem Einsturz eines Bürohauses in Rio de Janeiro*gibt es kaum noch Hoffnung, Überlebende*in den Trümmern zu finden. Illegale Bauarbeiten sollen die Katastrophe verursacht haben.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,811713,00.html
  1. #1

    Illegale Bauarbeiten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gibt es etwa legale Bauarbeiten in Braisilien? Was ist das? In einem Land, wo ein Großteil der Bevölkerung in selbsterrichteten Gebäuden an instabilen Hanglagen lebt?
  2. #2

    Bürokratiesymptom....

    es fängt bei den einfachen Dingen an.... ein Festnetz-Telefonahscnluß kann schon mal ein paar Jahre dauern, Importgenehmigungen bei einem unserer Kunden (immerhin eine Staatsfirma) für Computerteile (genauer gesagt 1" Server) bei DELL oder HP: 4 Monate. Kann aber auch mal 6 Monate dauern.

    Bekanntermaßen gibts in Brasilien keine Computerhersteller, trotzdem will die Behörde das erstmal gründlich prüfen oder halt das Papier vergilben lassen.... Ortstermin Rio Downtown: Kunde hat zuwenig Server. Ich: 4-8 Server zusätzlich nötig. Kunde: geht net, sonst ist die Gebäudestatik überlastet.

    Die Telefongeschichte hat sich erstmal dadurch überflüssig gemacht, weil heute jeder drei Handies hat - denn Roaming kostet ca. 3 Real pro Minute, Netzintern 3 Pesos oder so und es gibt 3 Netzbetreiber.

    Nun stelle man sich mal vor, unser Kunde will sein Bürohochhaus umbauen (und er hat ca. 30 davon) und die Zeit drückt.... ein Staatsunternehmen kann leider keine Beamten bestechen und müßte folglich einfach warten - oder man läßt drauflosbauen.

    Derartige gewagte Umbauten hab ich in Rio schon ein paarmal gesehen, z.B. Rua Quntenda in Downtown, im Nachbargebäude von unserer Tocher (die 22 von 24 Stockwerken gemietet hat) haben die mal eben ne Handvoll Stockwerke ab dem 12. aufgestockt.... was in der Privatwirtschaft zulang dauert, wird halt mit einem Bakschisch beschleunigt, auch wenn dabei die Qualität auf der Strecke bleibt.
  3. #3

    Korruption als Basis unseres Wirtschaftssystems

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vier Menschen sind tot, 22 werden noch vermisst, die Stadt steht unter Schock. Nach dem Einsturz eines Bürohauses in Rio de Janeiro*gibt es kaum noch Hoffnung, Überlebende*in den Trümmern zu finden. Illegale Bauarbeiten sollen die Katastrophe verursacht haben.

    Büroeinsturz in Brasilien: Das Kartenhaus von Rio de Janeiro - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama
    Was außer Pfusch und Korruption kann man von einem System erwarten in welchem Geld heilige Kuh verehrt wird?
    Unser Wirtschaft- und Finanzsystem mag effizient in Bezug auf Geld verdienen sein, aber in Bezug auf die Entwicklung der menschenlichen Gesellschaft und Zivilsation ist es eine Katastrophe.
    Man hat fast das Gefühl je härter der Wettbewerb und je höher der Druck Geld zu verdienen ist, desto mehr wird gepfuscht - auch bei uns. Aber wir müssen ja unseren Wohlstand sichern und dafür ist paradoxerweise immer mehr Druck und Arbeit bei immer höherer Produktivität erforderlich!!
  4. #4

    Zitat von tangarra Beitrag anzeigen
    Gibt es etwa legale Bauarbeiten in Braisilien? Was ist das? In einem Land, wo ein Großteil der Bevölkerung in selbsterrichteten Gebäuden an instabilen Hanglagen lebt?
    Wie viele Klischees haben Sie noch auf Lager ? Der "Großteil der Bevölkerung" lebt in "sebsterrichteten Gebäuden" ? Sicher, es gibt recht viele Favelas in Rio und São Paulo, aber gewiss nicht die Mehrheit. Fahren Sie mal hin, das ist viel weniger ausgeprägt, als einem die Medien hier vermitteln wollen.
  5. #5

    oT

    Zitat von #venturi Beitrag anzeigen
    Was außer Pfusch und Korruption kann man von einem System erwarten in welchem Geld heilige Kuh verehrt wird?
    Bei allem Verständnis für diejenigen, die tatsächlich hart arbeiten müssen: solche Stammtischsprüche von Salon-Sozialisten kann ich nicht ab. Wenn uns die Geschichte etwas gelehrt dann das: in der Marktwirtschaft verlieren einige Menschen, im Sozialismus alle.

    50 Millionen Todesopfer des Kummunismus sollten genug sein.
  6. #6

    Wo haben Sie diese Informationen her?

    Zitat von tangarra Beitrag anzeigen
    Gibt es etwa legale Bauarbeiten in Braisilien? Was ist das? In einem Land, wo ein Großteil der Bevölkerung in selbsterrichteten Gebäuden an instabilen Hanglagen lebt?
    Selbstverstaendlich gibt es legale Bauarbeiten in Brasilien, genauso wie es Pfusch gibt - aber den gibt es woanders auch. Wo nehmen Sie die Aussage her, dass ein "Grossteil der Bevoelkerung" in Favelas an Haengen lebt? Das ist schlicht falsch. Es ist ein noch viel zu grosser Teil, ohne Frage, aber nicht der Grossteil.
    Was treibt selbsternannte "Experten" wie Sie eigentlich dazu an, Brasilien schlechter zu reden als es ist? Setzen Sie sich fair und sachlich mit dem Land auseinander, statt Vorurteile herunterzubeten!
  7. #7

    Der Karneval ist schuldig!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vier Menschen sind tot, 22 werden noch vermisst, die Stadt steht unter Schock. Nach dem Einsturz eines Bürohauses in Rio de Janeiro*gibt es kaum noch Hoffnung, Überlebende*in den Trümmern zu finden. Illegale Bauarbeiten sollen die Katastrophe verursacht haben.

    Bürogebäude als Todesfalle: Das Kartenhaus von Rio de Janeiro - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama
    Illegale Bauarbeiten? Warum nicht zu den altbewährten Klischees greifen: Rio ist eine leichtlebige Stadt und im Grunde ist der Karneval schuldig am Desaster!
  8. #8

    Etwas weniger als hier aber dafür weitaus mehr als dort

    Zitat von keksguru Beitrag anzeigen
    Nun stelle man sich mal vor, unser Kunde will sein Bürohochhaus umbauen (und er hat ca. 30 davon) und die Zeit drückt.... ein Staatsunternehmen kann leider keine Beamten bestechen und müßte folglich einfach warten - oder man läßt drauflosbauen.

    Derartige gewagte Umbauten hab ich in Rio schon ein paarmal gesehen, z.B. Rua Quntenda in Downtown, im Nachbargebäude von unserer Tocher (die 22 von 24 Stockwerken gemietet hat) haben die mal eben ne Handvoll Stockwerke ab dem 12. aufgestockt.... was in der Privatwirtschaft zulang dauert, wird halt mit einem Bakschisch beschleunigt, auch wenn dabei die Qualität auf der Strecke bleibt.
    Was sagte Herr Entwicklungsminister Niebel als Fan der Globalisierung letztlich bei "Hart aber Fair":
    Wer wie ich ein Fan der Globalisierung ist, dem sollten weltweit geltende Werte genauso wichtig sein.
    Vielleicht sollten die Globalisierer die zu Globalisierenden einfach dazu zwingen etwas weniger Bürokratie als bei uns aber weitaus mehr davon als bei ihnen zu fordern. Also fördern und fordern statt leerer Floskeln.Auch in der Türkei krachen immer wieder illegale Bauten zusammen.

    Ciao
    DerDemokrator
  9. #9

    Verwunderung

    Ich bin mehrfach verwundert über den Artikel und die Kommentare. Wie kann Jens Glüsing, der seit mehreren Jahren in Brasilien lebt, nicht wissen, dass man Brasilien und Brasilianer nicht kritisiert? Ich lebe noch nicht so lange hier und weiß das schon. Ich weiß aber auch, dass Herr Glüsing - entgegen den wütenden Kommentaren - absolut Recht hat. Qualifiziertes Personal auf dem Bau gibt es nicht - das sage nicht ich, sondern ein befreundeter brasilianischer Architekt. Der lässt seine Bauarbeiter aus Portugal einfliegen. Hier weiß - das zeigen die Kommentare - jeder alles besser. Als ich mein Haus in Sao Paulo kaufte empfahl mir ein Architekt doch gewissen Mauern einzureissen und Zimmer zu vergrößern. Sogar ich als Elektro-Ingenieur verstehe so viel von Statik, dass ich wusste: Damit zerstöre ich das Haus. Von daher: Herr Glüsing, Sie haben Recht. Nur leider, dass wissen Sie aus Ihrem Alltag und ich aus meinen, darf man in Brasilien die Wahrheit nicht sagen. Dann will man dem Land Böses und ist "grosso". Das ist so wie früher in Deutschland. Hat man etwas kritisiert hieß es: Dann geh doch in die DDR. Hier gibt es ähnliche Kommentare.








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