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Bürgerkrieg in Syrien: Putin hält unbeirrt an Assad fest

APWladimir Putin sieht trotz der anhaltenden Gewalt in Syrien keinen Grund für einen Rücktritt von Machthaber Assad. Regierung und Opposition sollten über die Zukunft des Landes diskutieren, sagte der russische Präsident.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...854407,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Soldaten hätten zivile Bewohner des Stadtteils aus ihren Häusern geholt und an Ort und Stelle erschossen, unter ihnen zwei Brüder eines örtlichen Rebellenkommandeurs, sagte ein Aktivist.
    Ja... witzig dass wir nur von den Ausschreitungen der Regierungstruppen so regelmäßig hören. Dabei muss doch jedem der ein bisschen Ahnung von solchen Kriegen hat klar sein, dass es ein ewiger Rattenschwanz an Aktionen und Reaktionen ist. Selbst eine gut ordentliche, disziplinierte Armee mit funktionierender Militärpolizei und -gerichtsbarkeit kann solche Vorfälle nicht ganz verhindern. Aber wir sollen glauben, dass ein Haufen zusammengewürfelter, radikalisierter Zivilisten ohne militärische Ausbildung (die schnelle Waffenausbildung mal ausgenommen), ohne geeinte Führung, ohne Militärpolizei und mit einer Wagenladung an persönlichen Agendas das schafft?
    Ein Bürgerkrieg ist wie ein Schlammringkampf; selbst wenn man mit der weißesten Weste begonnen hat - am Ende sind alle gleich dreckig.
  2. #2

    eine Schande

    die russische Haltung ist eine Schande und trägt nur zur Verlängerung des Konflikts bei!
  3. #3

    Sagt gerade Putin,

    der ja genauso ein Massenmörder ist wie Assad!!
    Wieviele Tschetschenen hat Putin von seinen Truppen ermorden lassen?? Putin hat ebenso jeden Widerstand in den einzelnen Sowjetrepubliken blutig niederschlagen lassen. Er stellt Assad quasi einen Freibrief zum morden aus.
    Man sehen was Gas-Gerd zu seinem lupenreinen Demokratenfreund heute sagen würde!! Von Gas-Gerd
    hört man komischerweise überhaupt nichts. Er wird schon wissen warum.
  4. #4

    Wenn man das allgemeine Geschehen

    Zitat von Comander Beitrag anzeigen
    die russische Haltung ist eine Schande und trägt nur zur Verlängerung des Konflikts bei!
    .. nur durch die Schwarz-Weiß Brille sieht und die einseitige Propaganda
    ungefiltert übernimmt, dann könnte man Ihnen recht geben.
    Leider ist die Welt nicht so. Man könnte Putin unter anderen Nationen auch als Rettungsanker für Syrien betrachten, der verhindert, dass die Terroristen noch mehr Unheil anrichten und endlich aus dem Land vertrieben werden.
    Um endlich ein Zeichen gegen den geopolitischen Raubbau der Nato Nationen zu setzen, sonst werden die Kriege nie aufhören.
    Ich bin kein Assad Freund, aber nach wie vor ist er das kleinere Übel
    und wäre auch zu Reformen bereit, wenn das mal im Interesse der Aggressoren wäre. Aber diese möchten um jeden Preis den Regime-Change. Und wer möchte als nächstes drankommen? Iran>Türkei>Saudi-Arabien und dann vielleicht Russland?
    Einfach nur furchtbar.
  5. #5

    ... und da isse wieder ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wladimir Putin sieht trotz der anhaltenden Gewalt in Syrien keinen Grund für einen Rücktritt von Machthaber Assad. Regierung und Opposition sollten über die Zukunft des Landes diskutieren, sagte der russische Präsident.

    Russlands Präsident Putin hält unbeirrt an Syriens Diktator Assad fest - SPIEGEL ONLINE
    ... die feine Propagandashow.
    Ich dachte schon, der SPON setzt aus.

    Sehr chick der Satz: "Die Vetomächte Russland und China hatten bislang Maßnahmen der Weltgemeinschaft gegen das Assad-Regime blockiert."
    Der Westen und die Golfdikaturen sind jetzt die Weltgemeinschaft? Allein China vertritt mehr Menschen als der Rest der VETO-Mächte.

    Wie auch immer - die "Freunde" Syriens werden ja nun auch immer weniger - waren es im Juli in Paris noch über 100, kamen in Berlin nur noch 50 Staaten und Organisationen zusammen.
  6. #6

    Unwahrscheinliches Szenario

    "Wir bedauern, dass wir so gelähmt sind", sagte Wittig. "Die Situation in Syrien ist dramatisch und wir könnten nicht beunruhigter sein." Seine Hoffnungen ruhten nun auf dem neuen Sondervermittler Lakhdar Brahimi. "Die Erwartungen an ihn sind hoch, und wir sollten aufpassen, sie nicht zu hoch zu schrauben."

    Ob Herr Wittig sich das Brahimi- Interview im BBC ganz angehört hat? Dort verzichtet Brahimi darauf, den Rücktritt von Assad zu fordern, was die Kernpolitik von Hillary Clinton und ihrem deutschen Kollegen Westerwelle ausmacht. Damit ist Brahimi näher an Putin dran als an der westlichen Position, näher an Assad, der zum Dialog mit der Opposition bereit ist, als an den Rebellen, die einen Dialog verweigern. Droht hier ein politischer Gesichtsverlust des Westens und seiner Freunde? Der ganze Berliner Plan einer Gegenregierung für Syrien und der sogenannte Wiederaufbauplan hingen quasi in der Luft? Wäre der Westen bereit, seine besonders von Westerwelle geforderten Steinzeit-Politik ökonomischer und finanzieller Strangulierung gegen Syrien zu mässigen, um die politische Situation zu entkrampfen und politischem Dialog und Kompromissen zwischen den Bürgerkriegsparteien den Weg zu eröffnen? Schwer vorstellbar. Alles wird so weitergehen. Auch die Verteufelung nur einer Seite.
  7. #7

    Zitat von Comander Beitrag anzeigen
    die russische Haltung ist eine Schande und trägt nur zur Verlängerung des Konflikts bei!
    das ist so nicht richtig, die kriegsunterstützung der rebellen und
    terroristen durch den westen darf nicht übersehen werden.
  8. #8

    Wer haette das gedacht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wladimir Putin sieht trotz der anhaltenden Gewalt in Syrien keinen Grund für einen Rücktritt von Machthaber Assad. Regierung und Opposition sollten über die Zukunft des Landes diskutieren, sagte der russische Präsident......
    Die Vetomächte Russland und China hatten bislang Maßnahmen der Weltgemeinschaft gegen das Assad-Regime blockiert, das mit äußerster Brutalität gegen Zivilisten vorgeht. .....
    Moskau sei sich bewusst, dass es in Syrien Veränderungen geben müsse, erklärte Putin. "Aber das heißt nicht, dass diese Veränderungen blutig sein müssen", fügte er hinzu. Zunächst müssten Regierung und Opposition am grünen Tisch über die Zukunft des Landes diskutieren. Erst danach könnten interne Strukturen verändert werden. Die Lösung dürfe nicht von einer Seite diktiert werden.

    Russlands Präsident Putin hält unbeirrt an Syriens Diktator Assad fest - SPIEGEL ONLINE
    Ja, wer haette das gedacht dass ausgerechnet ein russischer Praesident die USA und Westeuropa an einige demokratische Prinzipien erinnern muss.
    Ad 1. lt Spon: "Die Vetomächte Russland und China hatten bislang Maßnahmen der Weltgemeinschaft gegen das Assad-Regime blockiert, das mit äußerster Brutalität gegen Zivilisten vorgeht."
    Russland blockiert keine Massnahmen der Weltgemeinschaft, Russland blockiert Massnahmen der USA und der NATO, kleiner aber feiner Unterschied. Diese Massnahmen sollen dazu dienen dass einer Buergerkriegspartei in einem Land zum Sieg verholfen werden soll die von eben diesen USA und ihren Verbuendeten finanziell, logistisch und mit Waffen unterstuetzt werden, dabei geht man soweit selbst im Ausland eine Verfassung zu entwerfen. Im uebrigen, nicht nur das Assad-Regime geht mit auesserster Brutalitaet gegen die Zivilbevoelkerung vor, auch die 'Aktivisten' tun das. Wo kommen wir denn hin wenn jeder Staat entscheiden kann welche Regierung in welchem Land ihm passt und er daraufhin sich das Recht herausnimmt Regierungen zu stuerzen, Verfassungen fuer fremde Staaten zu bestimmen, ueber deren Zukunft zu entscheiden.
    Ad 2. Putin hat Recht dass alle verhandeln muessen in einem Konflikt. Es kann keine Vorbedingungen geben, Verhandlungen erst wenn Assad weg ist. Brahimi, der aus seinem eigenen Land Al Qaida und Co kennt duerfte da realistischer sein als Annan. Es waren im Uebrigen die 'Aktivisten' die die Mission Annans ablehnten, denn die waren sich ihrer Sache sicher, bis hin zum Liveticker im Spon der ansprang als die Ramadan-Offensive begann mit den Kaempfen in Damaskus.

    Mich macht es heute traurig wenn ich sehe zu was die USA und die Nato faehig sind, denn in diesem Konflikt der medial sehr gut vorbereitet wurde geht, gibt es viele Kollateralschaeden. Von Tausenden von Toten und Verwundeten, Unruhen in der Tuerkei und Libanon, Millionen Fluechtlingen, einem zerstoerten Land, bis hin zur Glaubwuerdigkeit der Demokratien in Nordamerika und Europa.

    Bevor wieder einige aufjaulen, Assad ist ein Diktator, aber hier geht es weder um Demokratie noch um Freiheit, sondern um Machtpositionen.
  9. #9

    Der Weg ist das Ziel

    Zitat von Atheist_Crusader Beitrag anzeigen
    Ja... witzig dass wir nur von den Ausschreitungen der Regierungstruppen so regelmäßig hören. Dabei muss doch jedem der ein bisschen Ahnung von solchen Kriegen hat klar sein, dass es ein ewiger Rattenschwanz an Aktionen und Reaktionen ist. Selbst eine gut ordentliche, disziplinierte Armee mit funktionierender Militärpolizei und -gerichtsbarkeit kann solche Vorfälle nicht ganz verhindern. Aber wir sollen glauben, dass ein Haufen zusammengewürfelter, radikalisierter Zivilisten ohne militärische Ausbildung (die schnelle Waffenausbildung mal ausgenommen), ohne geeinte Führung, ohne Militärpolizei und mit einer Wagenladung an persönlichen Agendas das schafft?
    Ein Bürgerkrieg ist wie ein Schlammringkampf; selbst wenn man mit der weißesten Weste begonnen hat - am Ende sind alle gleich dreckig.
    Natürlich ist das so und zwar schon seit Monaten. Vor den Attentaten der Rebellen ist schon lange kein Syrer mehr sicher, der in irgendeiner Art für den Staat arbeitet und sei es nur als Direktor einer Grundschule oder als Angestellter der Stadtwerke. Die Los Angeles Times berichteten gestern zum Beispiel über eine erneute Enthauptung in einem von den Rebellen kontrollierten Stadtteil in Aleppo. Die Hinrichtung sollte zunächst öffentlich stattfinden. Als sich Hunderte einfanden, um dem grausigen Schauspiel beizuwohnen, beschoss die Armee das Gebiet und die Zuschauer mussten fliehen. Das Urteil wurde später vollstreckt. Bewohner, die den Rebellen kritisch gegenüber stehen, trauen sich offenbar nur noch hinter vorgehaltener Hand und unter falschem Namen ihre Kritik gegenüber westlichen Journalisten zu äußern, weil sie Angst vor der Rache der Rebellen haben.

    Im britischen Guardian berichtete gestern ein Bewohner des Damaszener Vororts Darayya über die Situation nach dem Abzug der Rebellen vor gut zwei Wochen. In dem Viertel hatte die syrische Armee vermutlich ein Massaker unter Anhängern und Kämpfern der Rebellen angerichtet mit bis zu 400 Toten. Der Augenzeuge kritisiert die Rebellen, die sich als ein chaotischer Haufen ohne Disziplin und Strategie aufgeführt hätten. Die Bewohner diskutierten nun, wie sie sich der FSA gegenüber verhalten wollen, falls die Rebellen zurückkehren sollten. Viele seien der Meinung, dass man den Kämpfern klar machen müsse, dass sie mit diesem Auftreten unerwünscht seien, so der Bewohner, der offensichtlich kein Assad-Anhänger war.

    Menschen öffentlich enthaupten zu lassen und daraus ein Volksfest zu machen, ist barbarisch, das gibt es keine zwei Meinungen. Soll so das neue Syrien aussehen, das die Rebellen aufbauen wollen? Die FSA-Führung hat die unabhängigen Brigaden angeblich aufgefordert, eine Art Ehrenkodex zu unterzeichnen, in dem sie erklären sollen, die Menschenrechte zu achten und nicht zu foltern. Die Resonanz soll sehr schlecht gewesen sein.

    Noch ein Nachtrag zum Artikel: Nach Angaben von Bewohnern, die im Guardian zur Wort kommen, soll die syrische Armee nicht nur Tell Shehab sondern auch die Rebellenhochburg Daraa wieder weitgehend unter Kontrolle haben. Die FSA sei nur noch in wenigen Außenbezirken präsent








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