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Bürgerentscheid zur dritten Startbahn: Showdown für Münchens Flughafen

DPAMünchen wählt: Eine Million Bürger entscheiden, ob der Flughafen eine dritte Startbahn bekommen soll - obwohl sie nicht direkt betroffen sind. Das Milliardenprojekt ist umstritten, der Ausgang der Wahl vollkommen offen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...839071,00.html
  1. #40

    Zitat von rehabilitant Beitrag anzeigen
    Es ist eigentlich nicht zu fassen:
    Diejenigen Bürger, die von Dreck, Abgasen. Lärm und Umweltzerstörung direkt betroffen sind, dürfen nicht abstimmen.
    Begründung: Ihre Gemeinden sind nicht in der Flughafengesellschaft.

    Leben wir eigentlich in einem Entwicklungsland, ist Demokratie in Bayern ein Fremdwort?
    Nein, Demokratie ist kein Fremdwort.

    Wir leben in einer PARLASMETARISCHEN DEMOKRATRIE, nicht in einer direkten.

    Sowohl Stadtrat als auch Landesparlament wurden demorkatisch gewählt und haben die Befugniss nach ihrem Gewissen abzustimmen.
    CSU, FDP, SPD sind für den Ausbau.
    Das wollten sie auch tun, nur leider wurde über das Haushaltsrecht ein unsinniges Bürgerbegehren in die Wlet gerufen.

    Eigentlich dürfte es so ein Bürgerbegehren garnicht geben, den für den Bau sind 2 Fragen ausschlaggebend:
    1. Will der Bauherr bauen? Der Bauher FMG ist eine GmbH in staatlicher Hand, sollte aber unabhängig davon wie eine private geführt werden. Und die FMG will sicher keine 1,5 Milliarden € teure Runway bauen, wenn sie sie nicht brauchen würde.
    2. Baurecht. Wenn der Prozess zum erlagen des Baurechts abgeschlossen ist und Einwände gehört wurden.

    DIese beiden Punkte sollten die einzigen sein, dieses hintenrum über den Gesellschafstanteil der Stadt ist lächerlich-v.a. wurde München gewählt, weil bei einem Bayernweitem Bürgerentscheid niemals das Quorum erreicht werden würde.
    Jetzt stimmt München über etwas ab, was eigtl. min. Oberbayern, eher Süddeutschland betrifft und eigtl. nicht per Volksbefragung entschieden werden sollte- stellen sie sich mal vor, sie wollen bauen und plötzlich gibt es einen Bürgerrentscheid gegen ihr Buavorhaben.

    Wir schicken uns zurück in die Steinzeit, wenn wir jedes Projekt nicht nur rechtlich sondern auch noch per Volksbefragung legitimieren müssen.
    Baurecht in D zu bekommen ist schwer genug.

    Der Bürgerentscheid ist unsinn, München ist nicht betroffen.
  2. #41

    Zitat von meimei Beitrag anzeigen
    machen wir es doch "einfach".

    Jeder im Umkreis von 5KM um die geplante Landebahn bzw. 1KM Flughöhe bei Landung (ich kenne mich nicht aus, ab wann ist es zumindest nicht mehr hörbar?)

    Zudem muss die Toilette eingestellt bzw. die Ausscheidungen im Flugzeug behalten werden, im Radius von 10Km.

    Wenn eines der Kritierien erfüllt ist, müssen 200% des aktuellen Marktpreises (ohne evlt. bereits gedrückten Wert durch die Planung der Startbahn) an die Eigentümer bezahlt werden. Gemauschelte Wertgutachten gelten nicht. Mieter erhalten entsprechende Entschädigung für einen nötigen Umzug + 300% der verursachten Kosten, alles über Umzugsservice bis hin zu Behördengänge werden erledigt.

    Die Kosten hat der Flughafen GmbH zu tragen.
    Schlaumeier- die eigtl. in einem einst ärmeren Gebiet Bayerns wohnende Bev. hat wahnsinnig vom FLughafen profitiert- oder meinen sie wirklich das die Bauern aus'm Erdinger Moos vor 35 Jahren die Preise für ihre Äcker bekommen hätten, die die FMG heute zahlt?

    Klar, keiner zieht gerne um, aber die Entschädigung für den FLuglärm bzw. Grund ist schon sehr gut.
  3. #42

    Lärm und Abgase? Das habe ich in München genauso. Ich wohne an einem Verkehrsknoten mit 4 Bus- und 2 Tramlinien, also 6 Starts und Landungen innerhalb 10 Minuten.
    Eine Grundschule mit Kindergarten ist nebenan.

    Dass in dieser Region Belastungen durch den Flughafen bestehen wußte jeder Zugezogene und profitierte von relativ niedrigen Preisen. "Relativ", weil der Speckgürtel von der Münchner Attraktivität lebt und die Grundstücke beständig an Wert gewonnen haben. Im Bayrischen Flachland ist ansonsten Trostlosigkeit und Entvölkerung angesagt.

    Lärm und Kerosin sind technische Dinge, die sich beeinflussen lassen. Die Triebwerke werden immer leiser, sparsamer und womöglich bekommen die auch irgendwann andere Treibstoffe (Erdgas oder Wasserstoff).

    Dies würde ich mir bei Münchner Bussen auch wünschen. Trotz geschlossener Schallschutzfenster scheppert das ganze Haus alle 2-3 Minuten und die Fenster sind schwarz vor Dieselruß, obwohl PKWs hier nur mit Filter fahren dürfen.

    Jeder kann sich entscheiden, will man in der Region München leben und arbeiten, oder will man in der Armedei, bayrischer Wald, Rehau, etc. die Umwelt geniesen aber nichts zu Essen haben und ggf. nicht mal Internet um sich zu beklagen?
  4. #43

    Was Du nicht willst, das man Dir tu.....

    Ganz egal wie Sie sich entscheiden, bedenken Sie stets: Wer anderen etwas zumutet, das er selbst nicht zu ertragen bereit ist, handelt zutiefst unmoralisch oder sollte ich eher sagen unchristlich?
  5. #44

    Karriere und Wohlstand

    Wenn BWL-Studenten die dritte Landebahn mit dem Argument, dass diese auch für sie selbst Arbeitsplätze schaffe, begrüßen, so ist das ein erscheckendes Indiz dafür, wie schlecht der Arbeitsmarkt tatsächlich ist. Denn unmittelbar werden durch die dritte Startbahn doch nur Arbeitsplätze wie beispielsweise Vorfeldmitarbeiter oder Check-In-Mitarbeiter geschaffen. Will der BWL-Student also zukünftig Flugzeuge auf ihre Parkposition einweisen?

    Wohlstand wird durch die dritte Landebahn in keinster Weise geschaffen, es werden nur sinnlos Resourcen verbraucht. Die zukünftige Organisation des Arbeitsleben dürfte Dienstreisen immer mehr überflüssig machen. Auch Unternehmensberater und Anwälte müssen nicht mehr durch die Welt fliegen, um ihren Mandanten zu helfen - dank dem Internet ist alles überall verfügbar.

    Gerade der Mangel an Start- und Landemöglichkeiten, der im Übrigen überhaupt nicht besteht, kann dann dazu führen, dass neue Arbeitsweisen entwickelt werden, die zukunftsträchtiger sind als sinnloses Hin- und Herdüsen an einem Tag.

    Schon heute sind Flugreisen viel zu billig. Sollte es dereinst nicht mehr möglich sein, für EUR 400,- eine Woche in die Türkei zu fliegen, so könnte dies sogar positive Auswirkungen auf deutsche Urlaubsziele haben. Die Startbahn-Befürworter bauen eine vier Kilometer lange Piste, die eigentlich geradewegs gegen die Wand führt und nicht etwa in den Himmel!
  6. #45

    Wo bleibt eigentlich die Bahn?

    Wenn der Schienenverkehr gleichermaßen politisch gefördert und aggressiv realsiert würde wie Flughäfen, gäbe es hinsichtlich der Anzahl von Start- und Landebahnen deutlich weniger Probleme. Denn eines ist wohl klar: Der innerdeutsche Flugverkehr für sich könnte zu großen Teilen auf den Scheinenverkehr übertragen werden, wenn die Voraussetzungen geschaffen würden. Aber die sind eine Frage des Willens oder Wollens. Und daran mangelt es. Denn Flughäfen gelten nun mal als Statussymbole eitler Landesfürsten.

    Folge: In unserem eng besiedelten Land gilt die Devise: Jedem Dorf seinen Flughafen. Das ist absurd.. Wofür brauchen z. B. Bremen oder Hannover je einen Flughafen, wenn Hamburg vor der Haustür liegt? Oder Hahn oder Münster/Osnabrück oder Paderborn oder oder oder...?
  7. #46

    Zitat von Friedenauer Beitrag anzeigen
    Wie schafft es eigentlich der verkehrsreichste Flughafen Europas (London Heathrow), jährlich rund 70 Millionen Passagiere bei etwa 476.000 Flugbewegungen (2011) über nur 2 Startbahnen abzuwickeln?
    Ohne Nachtflugverbot, ohne wg. lärmschutz umgelegte Flugrouten etc.

    Ausserdem ist Heathrow chronisch überlastet, wenn sie mal dort gewesen wären, wüssten sie das.
  8. #47

    Zitat von kael Beitrag anzeigen
    Wenn der Schienenverkehr gleichermaßen politisch gefördert und aggressiv realsiert würde wie Flughäfen, gäbe es hinsichtlich der Anzahl von Start- und Landebahnen deutlich weniger Probleme. Denn eines ist wohl klar: Der innerdeutsche Flugverkehr für sich könnte zu großen Teilen auf den Scheinenverkehr übertragen werden, wenn die Voraussetzungen geschaffen würden. Aber die sind eine Frage des Willens oder Wollens. Und daran mangelt es. Denn Flughäfen gelten nun mal als Statussymbole eitler Landesfürsten.

    Folge: In unserem eng besiedelten Land gilt die Devise: Jedem Dorf seinen Flughafen. Das ist absurd.. Wofür brauchen z. B. Bremen oder Hannover je einen Flughafen, wenn Hamburg vor der Haustür liegt? Oder Hahn oder Münster/Osnabrück oder Paderborn oder oder oder...?
    Das ist doch Humbug...

    wie soll den eine Bahn auf der Strecke München Hamburg, München Berlin einem Flugzeug Konkurrenz machen?
    SInd sie schonmal in einem ICE gesessen und wissen wie lange der braucht und wie teuer der ist?
    MIt dem FLieger brauchen sie Door to door ca. 3-4h nach Hamburg, mit dem ICE sind sie bei 9h+.
  9. #48

    Zitat von kumi-ori Beitrag anzeigen
    Weil dies im Text nicht erwähnt worden ist, und offenbar auch nicht allen klar ist:

    In München wird morgen nicht entschieden, ob die Startbahn gebaut wird.

    In München wird entschieden, ob die Stadt München

    (a) den Bau der Startbahn unterstützen soll oder

    (b) sich gegen den Bau der startbahn einsetzen soll.
    München hat einen 23% Anteil am Flughafen und somit im Aufsichtsrat ein Vetorecht. Daher geht es nicht darum, ob die Stadt München sich gegen die dritte Startbahn einsetzt oder nicht, sondern tatsächlich darum, ob die Stadt München dem Bau zustimmt ( dann würde die Startbahn kommen, weil auch die anderen Eigner zustimmen werden ) odern dem Bau nicht zustimmt ( dann kommt die Bahn nicht, weil München ein Vetorecht hat ).
  10. #49

    Warum sollte eine kerngesunde Stadt wie München auf eine Pleitebranche wie die Luftfahrt setzen, die selbst von Lufthansa-Chef Franz als "ganz überwiegend krank" bezeichnet wird? Lufthansa-Aktie: minus 40% in 10 Jahren, zweites Sparprogramm innerhalb kurzer Zeit mit Streichung tausender Stellen. Darauf soll München seine Zukunft bauen?


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