Dieser Vorschlag hat es in sich: Der Deutsche Gewerkschaftsbund plädiert für die Auflösung privater Krankenkassen - um eine Bürgerversicherung einzuführen. Dies würde den gesetzlichen Beitrag deutlich verringern.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...734241,00.html
Tja, genauso gut könnte man Ihre Einlassung als "Lobbygewäsch" bezeichnen. Es stimmt zwar, dass die Beitragssätze in der PKV schneller steigen als in der GKV.
Sie unterschlagen dabei aber einen ganz wesentlichen Faktor. In der PKV lassen sich einmal vertraglich zugesicherte Leistungen nicht mehr rückgängig machen. Die von Ihnen angeführte Pseudo-"Beitragsstabilität" rührt vor allem auch daher, dass in den letzten 30 Jahren die versicherten Leistungen massiv zurückgefahren und erhebliche Zuzahlungen eingeführt wurden. Es ist beispielsweise schon dreist, wenn die GKV z. B. die Kosten für erforderliche Sehhilfen nicht mehr übernehmen.
Bezieht man diese indirekten Beitragserhöhungen durch den Versicherten abverlangte Zuzahlungen und Leistungskürzung in die Beitragsbetrachtung ein, ergibt sich ein drastisch anderes Bild.
Drücken Sie sich präzise, und wir beide sparen uns die Worte. In der GKV wird kein Beitrag auf Familieneinkommen erhoben.
Ja, klar, hat ein Familienmitglied Einkommen als abhängiger Beschäftigung, ist es selbst versicherungspflichtig. Mieteinnahmen sind wie Zinseinnahmnen bei Arbeitnehmern und Rentnern keine beitragspflichtigen Einkommen, bei Freiberuflern und Selbstständigen schon. Miet- und Zinseinnahmen waren sogar schon mal beitragspflichtig für Rentner, die in ihrem Arbeitsleben freiwillig gesetzlich versichert waren.
Das gilt nur für Notfallbehandlungen. Auf alle anderen GKV-Leistungen hat ein Mitglied, das keine Beiträge gezahlt hat, keinen Anspruch und erhält sie auch; es sei denn, er bezahlt sie aus eigener Tasche.
in der Vielfalt liegt nicht das Problem. Ich hätte aber ein Problem, wenn man dies reduzieren würde. Es gibt ein Medikament (mit N am Anfang, ich will keine Werbung machen) über welches die Presse und einige Pharamexperten vor 4...5 Jahren hergezogen sind, weil es nur gespiegelte Moleküle enthält (siehe Wikipedia Chiralität). Aufgrund des Patentschutzes ist es teurer als das Ursprungsmedikament. Und nur deshalb wäre es entwickelt worden. Nach einigen Wochen braucht man nur noch 1/4 der Dosis und damit wird es insgesamt billiger. Zudem hat es kaum Nebenwirkungen (beim Vorgängermedikament dürfen Sie nicht Autofahren, an Maschinen arbeiten, müssen alle 4...5 Jahre zum Augenarzt usw.) Man (insbesondere der STERN) hätte es am liebsten verboten. Dabei ist es besser. Es wird jedoch nur in Ausnahmefällen GKV-Patienten verordnet.
Es gab auch mal ein anderes Medikament mit chiralen Molekülen gegnüber dem Ursprung. Dort waren die Nebenwirkungen extrem: Contergan.
Ich kenne auch ein anderes Medikament mit einem Zusatzstoff. Erst wenn man den Apotheker darauf hinweist, merkt er den Unterschied. Wenn man das mal braucht wird man überrascht sein, dass die Quälerei sofort und nicht erst nach Tagen vorbei ist. Apotheker geben in der Regel das billigere Medikament raus (kostet 14,xx statt 15,00 EUR).
Was ich damit sagen will? Auch wenn Experten die Medikamentenvielfalt reduzieren, kann das schief gehen.
Abgesehen davon, nicht die Vielfalt beeinlusst die Kosten des Gesundheitssystems sondern der Preis und das Motto vieler Patienten: nur teuer hilft viel.
Um irgendwelche dämlichen Bemerkungen gleich auszuschließen: ich bin kein Lobbytroll, habe (ausser als Verbraucher) nichts mit der Pharmaindustrie zu tun und bin nicht in der FDP. Und Politiker bin ich auch nicht.
Weder noch. KV, RV usw. sind zwar Lohnbestandteil, werden aber zusammen mit dem Lohn, den Steuern und anderen Kosten auf die Produkte umgelegt. Im Endeffekt zahlt es also der Verbraucher. Voraussetzung ist, dass es Produkte sind, die solche Preisänderungen zulassen. Bei Dienstleistungen Selbständiger und Freiberufler geht das nicht, insbesondere, wenn deren Vergütung staatlich festgelegt ist. Sie können bei steigenden Kosten und Steuern nicht einfach die Preise erhöhen. Sie müssen selbst verzichten. Beispiel: freiberufliche Hebammen.
Bei Industrieprodukten fällt eine solche Preiserhöhung nicht auf. Und wenn doch, holt sich der Hersteller das Produkt aus China und lässt den eignen Firmennamen darauf drucken.
Erstens: Sie können auch wechseln.
Zweitens: haben Sie schon mal drüber nachgedacht, daß die letzten Steigerungen aufgrund staatlicher Gesezte zustandekamen? ZB darf die PK an die GKV massiv viel Geld zahlen!
Drittens: seit 1.1.2009 ist auch die PK von Staats wegen verdonnert einen Allgemeintarif anzubieten. Für viel Geld!
Viertens: keiner bemerkt, wie wir ganz langsam in eine Staatszwangsverwaltung enden. Die Beitragspflicht wird aufgrund der Existenz eines Menschen ausgelöst und nicht weil ein Mensch arbeitet. Das ist eine Grundfeste die hier grad fällt. FREIHEIT SIEHT ANDERS AUS!