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Bündnis der Problem-Stadtteile: Tschüss, Tristesse
Wie lassen sich Jugendarbeitslosigkeit, Kriminalität, Tristesse bekämpfen? Der Problembezirk Neukölln und der Pariser Vorort Clichy-Sous-Bois haben sich verbündet, jetzt spielen Schüler aus beiden Brennpunkten gemeinsam Theater - auch, um Schwarzseher wie Sarrazin und Sarkozy Lügen zu strafen.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...755094,00.html
- #1 08.04.2011 06:22 von raka
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Es handelt sich bei den Schülern um Abiturienten eines Neuköllner Gymnasiums. Das sind keine "Abgehängten", wie Sie schreiben, das sind junge Leute mit Perspektive und Lebensplan.
Und dass Neukölln zum Studentenbezirk wird bedeutet nichts in Bezug auf die Bildungsverhältnisse der Neuköllner Gesamtbevölkerung. Kreuzberg-Friedrichshain und Mitte sind inzwischen zu chic und teuer geworden und man findet dort kaum noch große Wohnungen zu bezahlbaren Preisen, da weicht man eben nach Neukölln aus. Die dortige Bevölkerung wird derweil an den Stadtrand verdrängt in die Plattenbauten von Marzahn und Hellersdorf. Dort entstehen die neuen deutschen Banlieues, wir werden zukünftig noch genug davon hören.
Die Presse hat immer die Sehnsucht, Sarrazin als "falschen Propheten" zu brandmarken, um angeblich beweisen zu können, dass die Multi-Kulti-Welt noch heile ist. Lesen sollten sie seine Analyse und verstehen, statt verliebt auf solche schönen Theaterprojekte zu schielen, die zwar eine gute Sache sind, aber im Großen und Ganzen nichts verändern.
Übrigens wird in einem Nachbarartikel gerade beschrieben, wie zehntausende Flüchtlinge in Lampedusa anlanden und nach Nord-Europa weiter geschickt werden. Das sind die kommenden Probleme, die jetzt niemand angeht und die sich später aufblähen werden. - #2 08.04.2011 06:28 von Moski
Da fehlt wer
Netter Artikel - hat aber einen entscheidenden Fehler: Die Problemgruppe in Frankreich besteht zum größten Teil aus Arabischstämmigen, nicht aus Türkischstämmigen.
Wo war diese Gruppe bei der Zusammenkunft? Ausgeblendet? Nicht willkommen?
Wenn man ethnische Minderheiten, die in zwei unterschiedliche Länder ausgewandert sind, zusammenführt, dann läuft das meist auf Friede, Freude, Eierkuchen hinaus. Interessant wird es erst, wenn Migranten aus unterschiedlichen Herkunftsländern, aber mit gleichen Problemen zusammenführt. Und dann noch zusätzlich die Einheimischen als Gruppe dazu kommen. Erst so lassen sich die Schranken überwinden. Viel Augenwischerei also. - #3 08.04.2011 06:33 von
Was soll mir das sagen?
""Wir wollen zeigen, dass es erfolgreiche Migranten gibt." Die Neuköllner Abiturientinnen Sevda, Selin, Arzu und Zeynep, alle 19, spielen gemeinsam mit Jugendlichen aus der Banlieue Theater - erst in Frankreich, jetzt in Berlin."
Von diesen Menschen spricht Sarrazin und Sarkozy überhaupt nicht. Was soll mir dieser Artikel sagen? Die paar türkischen / arabischen Abiturienten, die das Gymnasium verlassen kann man doch an einer Hand abzählen. Der dunkle Rest streift morgens und abends mit Klappmesser und angestauter Aggression durch die Stadtteile.
Der Artikel versucht (mal wieder) schwer zu beschwichtigen, wo es nichts zu beschichtigen gibt. Ich wohne in Berlin Mitte an der Grenze zu Wedding. Keine 200m entfernt liegt der Mauerstreifen und genau ab dieser Grenze beginnt ironischerweise das Elend, welches sich Meter für Meter verschlimmert. War der Autor mal in Wedding oder Neukölln? Ist er mal durch die Straßen gelaufen und mit der U-Bahn gefahren? Hat er sich mal in der Bahnstationen umgesehen? Anscheinend nicht, denn ansonsten würde selbst er aufhören zu beschichtigen und alles schönzureden. - #4 08.04.2011 06:42 von
Überschrift
Und warum sind sie ins Hintertreffen gekommen? Sarrazins Buch lesen, um das zu begreifen. Oder andere Bücher über Humanethologie oder Soziologie, z.B. Häußermann/Siebel Stadtsoziologie. Eine Einführung. Franfurt/Main und New York: Campus. Darin steht z.B.Die Abgehängten treten an zur Aufholjagd
„Die Vorzüge einer multikulturellen Gesellschaft werden meist von einer gebildeten und wohl situierten Mittelschicht gepriesen. Deren Angehörige aber werden durch die Gnade gespaltener Arbeits- und Wohnungsmärkte gerade davor bewahrt, in ihrem Alltag das zu praktizieren, was sie predigen“
Sarrazin hat in "Deutschland schafft sich ab" nicht gelogen und auch keine Thesen aufgestellt. Er hat nur altbekannte Tatsachen zusammen gesammelt.... auch, um Schwarzseher wie Sarrazin und Sarkozy Lügen zu strafen. - #5 08.04.2011 07:12 von
Was ist die Aussage?
Im Teil 1 wird die Eigeninitiative der Schüler beleuchtet, die, meiner Meinung, sehr begrüßt werden sollte.
Teil zwei beschäftigt sich mit der Zustandsbeschreibung. Diese stimmt mich eher negativ, vor allem in Bezug auf Frankfreich. Ich vermisse aber eine Wertung und den Bezug zum ersten Teil. - #6 08.04.2011 07:13 von
Titel von Universität Bayreuth aberkannt
Hach ... bei so schön sozialromantisch geschriebenen Artikeln geht mir immer mein Herz auf. Eine junge Frau, die die schwierige Gratwanderung zwischen Tradition und Moderne wagt (Celine VS Züleyha), gerne Medizin studieren möchte und mittels Tanz und Theater gegen ihr schwieriges soziales Los ankämpft und doch nur von der Gesellschaft die Chance erhalten möchte, um zu zeigen, was sie kann. Und dazu noch eine Prise deutsch-französisch-türkischer Völkerfreundschaft mit einem Kulturaustauschprogramm vor der Kulisse zweier sozialer Brennpunkte. Einfach toll!
Dank des Artikels weiß ich jetzt auch endlich, dass es in Neukölln in Wirklichkeit gar nicht so schlimm ist, was Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Integrationsverweigerung angeht, wie immer behauptet. Also jetzt in Relation zu Clichy-Sous-Bois. Dafür geht es in Clichy viel "respektvoller" zu, wie Celine es nennt. Denn dort küssen sich sich Paare auf der Straße nicht, womöglich mit noch mit Zunge. Dort geht die Frau respektvoll drei Schritte hinter ihrem Mann, so wie es ich gehört. Und so Leute, die mit bunten Haaren oder gar halbrasiertem Schädel rumlaufen, gibt es dort auch nicht. Da kann Neukölln also noch viel lernen.
Ironie off - #7 08.04.2011 07:24 von
So ein Unsinns...
...Artikel von SPON. Nur weil die jungen Leute aus sogenannten Problemvierteln kommen sollen sie von der Gesellschaft abgehängt worden sein...so ein Quatsch. Alle gehen auf das Gymanisum, machen Abitur und wollen studieren...wo bitte ist da das Problem?
Wie wärs wenn sich der Autor mal mit den wirklichen Problemen befassen würde...den türkischen Mädchen die mit 10 Jahren unter das Kopftuch gezwungen werden und mit 15 verheiratet werden...aber da will man nicht rütteln...wäre ja gegen die political-corectness..gell! - #8 08.04.2011 07:34 von
- #9 08.04.2011 07:49 von
Ohne
Tja, es ist schön blöd, wenn man als Sarrzinjünger mitgeteilt bekommt, dass die Realität auch anders sein kann. Kaum wird ein anderes, positves Beispiel geschildert, muss dies als Ausnahme hingestellt werden - die eigenen Klischees darf man sich ja nicht infrage stellen lassen. Sie haben ja gar kein kein Interesse, dass sich an der Situation etwas ändert, Sie wollen doch Ihren plumpen Populismus weitermachen, ist doch so schön bequem, muss man ja nicht nachdenken....
PS: Wedding und Neukölln kenne ich durchaus - wie auch die Bannlieu in Paris (Aubervilliers). Dort versucht die lokale Politik mit viel Engement etwas zu ändern und wird von den Populisten in der Regierung á la Ihrer Coleur mit ihren "einfachen" Antworten immer wieder ausgebremst.
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