Kohl Staatsmann?
Wie die Zeit doch Tatsachen verwischt. Staatsmann war der keinen Tag lang.
DPADie Lageberichte Helmut Kohls im CDU-Vorstand werden veröffentlicht - und bieten im O-Ton, wie rüde er über politische Gegner, Parteifreunde und Medien urteilte.
http://www.spiegel.de/ein-neues-buch...-a-864348.html
Kohl Staatsmann?
Wie die Zeit doch Tatsachen verwischt. Staatsmann war der keinen Tag lang.
Früher gab der feiste Biedermann im Kanzleramt stellvertretend für alle Liebhaber von Saumägen und kräfiten Rieslingen den polternden Wutbürger.
Heutzutage regiert im Kanzleramt eine blasse Technokratin der Macht die ihre Contenance eisern im Griff hat und selbst in den Hitze des Gefechts noch freundlich lächelt und mit salbungsvoller Stimme spricht.
Derart von der politischen Spitze unvertreten, bleibt dem biedermännischen Wutbürger nichts übrig, als selber auf der Straße Rabatz zu machen. Der zumindest in Stuttgart dann auch gegen die früher staatstragende Partei entlädt.
Mit seiner Kritik an der teilweise einseitigen unfairen und mit persönlicher Verunglimpfung ("Birne") verbundenen Berichterstattung durch die Medien hatte Kohl ja nicht so unrecht. Heute mit Angela Markel ("Mutti", "Hosenanzug" und Schlimmeres) ist das ja nicht viel anders. Viele Menschen sind halt so naiv und glauben das dann alles.
Früher oder später erwischt es jeden egozentrischen Machtmenschen mit voller Wucht. So auch den aus Oggersheim stammenden Dauerkanzler. Sein politisches Erbe hat er bekanntlich mit "seinem Mädchen" rechtzeitig aufgebaut, wenngleich sie erst mit einem siebenjährigen TimeShift an die Schaltstellen der Macht gelangen konnte.
Eine "Agenda-2010" oder ähnliche, einschneidende Sozialabbaumaßnahmen wie unter Schröder vorgenommen, hätte Kohl mangels Zustimmung der Opposition nie erreicht. Umso schlimmer, dass ausgerechnet die Sozen es waren, die den kleinen Mann von der Straße, das ureigenste SPD-Wählerklientel, so derart hinters Licht führen konnten. Die Sozialdemokraten werden meines Erachtens an diesem Erbe auch noch sehr lange zu knabbern haben.
Wer glaubt, der Ära Kohl entkommen zu sein, findet sich in den Fängen der Ära Merkel wieder. Ein Stereotyp mit fatalen Folgen wie man sieht. Die blühenden Landschaften sind niemals eingetreten, die Rente ist nicht mehr sicher und somit ist ein Volk den Rattenfängern von einst und jetzt auf den Leim gegangen.
"Das Leute wie sie wirklich mal ein Land geführt haben.."
Wie Helmut Kohl die Wiedervereinigung gegen den Widerstand vieler unserer "Freunde" geschickt und mit Minimalstkonflikt durchgedrückt hat verdient schon das Prädikat "staatsmännisch", das erkennt auch das Ausland heute neidlos an. Patriotisch war es auch aber das ist hier ja nicht das Thema.