Budapest: Polizei nimmt mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher Csatáry fest

Bulls/ News international László Csatáry soll für die Deportation von bis zu 16.000 Juden verantwortlich sein, nach dem Krieg tauchte er jahrzehntelang unter. Ein Reporter-Team entdeckte den 97-Jährigen in Budapest. Jetzt hat ihn die Polizei festgenommen.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...845058,00.html
  1. #40

    Terminologie

    Warum spricht man von "NS-Verbrechen" , wenn deutsche Verbrechen gemeint sind?
  2. #41

    Zitat von mesut2012 Beitrag anzeigen
    Warum spricht man von "NS-Verbrechen" , wenn deutsche Verbrechen gemeint sind?
    Sind es ja nicht, alle. Viele Verbrechen wurden ja von willfährigen Kräften in den Besetzen Gebieten begangen, ganz ohne "deutsches" Zutun.
    Geändert von ( um Uhr)
    Mit schönen Grüssen aus Hamburg/Barmbek
    falls diese Nachricht ins Forum gelangt
  3. #42

    Resozialisierung?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    László Csatáry soll für die Deportation von bis zu 16.000 Juden verantwortlich sein, nach dem Krieg tauchte er jahrzehntelang unter. Ein Reporter-Team entdeckte den 97-Jährigen in Budapest. Jetzt hat ihn die Polizei festgenommen.

    Budapest: Mutmaßlicher NS-Kriegsverbrecher Csatáry festgenommen - SPIEGEL ONLINE
    Wenn eine Tat vor mehr als 67 Jahren begangen wurde, und der Täter sich danach nichts mehr hat zuschulden kommen lassen, muß er als resozialisiert angesehen werden, weshalb das Strafziel der Resozialisierung nicht mehr erreicht werden kann. Die Strafe hat also ihren Sinn verloren.

    Bis 1975 war das in Deutschland mit einer Verjährungsfrist von 30 Jahren "common sense", auch um den Rechtsfrieden wiederherzustellen, heute werden Greise juristisch behelligt, obwohl es absehbar ist, daß sie eine rechtskräftige Verurteilung nicht mehr erleben, und deshalb nach dem Gesetz als unschuldig gelten (Artikel 6 MRK).

    Die "finale Freiheitsberaubung" eines Unschuldigen ist das größte Justizverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit!
  4. #43

    Zitat von K_K_W Beitrag anzeigen
    Wenn eine Tat vor mehr als 67 Jahren begangen wurde, und der Täter sich danach nichts mehr hat zuschulden kommen lassen, muß er als resozialisiert angesehen werden, weshalb das Strafziel der Resozialisierung nicht mehr erreicht werden kann. Die Strafe hat also ihren Sinn verloren.
    Das ist Ihre private Küchenjuristerei - um Sühne geht es ebenfalls.

    Bis 1975 war das in Deutschland mit einer Verjährungsfrist von 30 Jahren "common sense", auch um den Rechtsfrieden wiederherzustellen, heute werden Greise juristisch behelligt, obwohl es absehbar ist, daß sie eine rechtskräftige Verurteilung nicht mehr erleben, und deshalb nach dem Gesetz als unschuldig gelten (Artikel 6 MRK).
    Csatary wurde bereits 1948 zum Tode verurteilt. Unschuldig ist er bestimmt nicht.

    Die "finale Freiheitsberaubung" eines Unschuldigen ist das größte Justizverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit!
    Klingt wie ein winkeladvokatisches Argument erster Güte.
  5. #44

    optional

    Efraim Zurff ist ein "Nazijäger" vom Beruf. Er hat vor einem Jahr einen anderen "Kriegsverbrecher" (Képíró Sándor, 97 Jahre alt) in Budapest vor Gericht stellen lassen. Freispruch. Der Mann war kurz darauf tot (http://de.wikipedia.org/wiki/Sándor_Képíró). "Wenigstens gestorben" - äusserte sich der "Nazijäger". Jetzt kommt wahrscheinlich eine ähniche schmutzige Geschichte.
  6. #45

    Schmutzige Geschichten?

    Zitat von j.lászló Beitrag anzeigen
    Efraim Zurff ist ein "Nazijäger" vom Beruf. Er hat vor einem Jahr einen anderen "Kriegsverbrecher" (Képíró Sándor, 97 Jahre alt) in Budapest vor Gericht stellen lassen. Freispruch. Der Mann war kurz darauf tot (Sándor Képíró). "Wenigstens gestorben" - äusserte sich der "Nazijäger". Jetzt kommt wahrscheinlich eine ähniche schmutzige Geschichte.
    Sie sollten Ihren Link mal in Ruhe lesen. Kepiro ist bereits vorher mehrfach verurteilt worden, und wenn er tatsächlich so ein Unschuldslamm war, warum hat er sich nachdem Krieg versteckt, noch dazu ausgerechnet in Argentinien, wo sich viele andere Nazikriegsverbrecher versteckt hatten - purer Zufall?
  7. #46

    Nach dem Krieg wurden ca. 27 000 "Kriegsverbrecher" in Ungarn vor Gericht gestellt und verurteilt (ich meine, viel mehr als in Deutschland). Ein Sondertribunal ("Volksgericht") hat die Prozesse gemacht. Unter anderen wurden zwei ehemalige Regierungschefs (Bárdossy: László Bárdossy, Imrédy: Béla Imrédy) in diesen Schauprozessen zum Tode verurteilt und hingerichtet. Vor der Hinrichtung musste Imrédy als Finanzexpert für die Währungsreform 1946 im Gefängniss einen Ablaufplan vorlegen. Es ist kein Witz. Ich deneke, diese Verfahren waren alles andere als rechtsmässig. Ganz normal, wenn jeder, wer konnte, geflüchtet ist.
  8. #47

    Zitat von j.lászló Beitrag anzeigen

    Ganz normal, wenn jeder, wer konnte, geflüchtet ist.
    Nicht jeder der konnte, korrekterweise müsste man sagen; jeder der Dreck am Stecken hatte.

    Pfeilkreuzler und andere Hungaronazis sind geflohen, viele nach Kanada. Offensichtlich hat es in Toronto ein richtiges Nest gegeben, voll mit diesem Abschaum.
  9. #48

    Angemessenheit

    Zitat von alfredoneuman Beitrag anzeigen
    Wieso sollte die Auslieferung angemessener sein, als ein Gerichtsverfahren in Ungarn? Schließlich hat Csatary die Verbrechen seinerzeit in ungarischer Uniform, im Auftrag des ungarischen Staates, an vermutlich überwiegen ungarischen Bürgern begangen.
    Sie wollen sich mit Ihrer Frage in Realsatire üben. Richtig?
    Csatary lebte 17 Jahre lang unbehelligt unter seinem echten Namen in Budapest, bevor er am 18. Juli festgenommen wurde. Vor zehn Monaten wies das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem die ungarischen Behörden auf den Aufenthaltsort Csatarys hin. Die ungarische Justiz wurde erst infolge internationaler Medienberichte über den Gesuchten aktiv.

    In Israel würde die Justiz ihre Aufgaben erfüllen.