DPAAnderthalb Jahre hat sie geschwiegen - jetzt will sich Verena Becker im Prozess um den Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback äußern. Die ehemalige RAF-Terroristin wird Mitte Mai eine umfassende Aussage machen. Das kündigte ihr Anwalt in Stuttgart an.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...831106,00.html
Der letzte Prozesstag wurde auf den 25. Mai festgelegt. Ob an diesem Tag ein Urteil verkündet wird, ist allerdings nicht sicher. Es geht auf 100 Prozesstage zu, und Verena Becker hat die ganze Zeit eisern geschwiegen - warum will sie jetzt plötzlich eine "umfassende Aussage" machen? - das auch noch am 14. Mai, also kurz vor dem Ende des Verfahrens? Es geht um Beihilfe zum Mord, es riecht für den Außenstehenden nach einem Deal. Wenn aber ein Deal vereinbart wurde, dann kann man daraus schließen, dass sowohl der Staatsanwaltschaft als auch dem Gericht bereits bekannt ist, was Verena Becker aussagen wird - es wird jedenfalls nichts sein was zu ihrem Nachteil ausgelegt werden könnte. Vorstellbar wäre ein generalisierendes Schuldeingeständnis, um Michael Buback ansatzweise zufriedenzustellen.
Wenn man der Berichterstattung glauben darf, dann ist Verena Becker voll auf dem Esoterik-Trip. Sie soll sogar mehrfach ein Orakel drüber befragt haben, wie sich gegenüber Michael Buback verhalten soll. Vielleicht übernimmt sie ja schließlich doch die Verantwortung für ihre Missetaten, um ihr Karma zu reinigen.
Es bleibt jedenfalls spannend.
Wollen wir hoffen, dass Frau Becker bis dahin bei Kräften bleibt. Auf die Aussah darf man sehr gespannt sein. Hintergründe gibt es auf Bubacks Blog: Buback bloggt (Prolog)
Naja, ...
Was heißt das dann eigentlich, die Verantwortung zu übernehmen? Ist sich da wirklich jeder drüber im Klaren? Ich glaube nicht.
Und ich spreche nicht von einer halbgeheuchelten Erklärung, garniert mit ein paar Krokotränen. Solche "Verantwortungen" kennen wir aus der Politik. Läßt sich ja auch gut leben, zwar ohne Amt, aber mit einer fetten Pension.
Aber echte Verantwortung zu übernehmen. den materiellen Schaden wieder gut zu machen - mag in Einzelfällen gehen, aber die Becker wird nicht so viel Kohle haben.
Und die Verletzungen, Verwundungen, seelischen Wunden, wie soll das ein Exterrorist/in wieder gutmachen. Und wie die Morde, die sich auf Familie, Freunde, Kollegen jahrzehntelang auswirken?
Also sollte sich die Becker aufhängen, vor den ICE springen? Nein, denn das bringt die Menschen auch nicht zurück.
Also, insgesamt ein schwieriges Feld, die echte Bewertung einer/mehrerer kriminellen Taten. Zum Glück bin ich kein Richter, bitte aber die anderen Foristen um Vermeidung von Phrasen. Denn leider gibts im Forum kein Phrasenschwein.
Denn damit könnte man dann dem notleidenden Spiegel zu einer zusätzlichen Einkunftsquelle verhelfen.
Für den Mord, den einer begangen hat, wurden bereits 3 Personen rechtskräftig verurteilt und haben ihre Strafe abgesessen. Wie viele Personen will man deswegen noch verurteilen? Galt früher in unserem Rechtssystem nicht der Grundsatz, daß man wegen einer Sache nur eine Person anklagen kann?
Wenn Sie so viel Wert darauf legen, das Licht ins Dunkel gebracht wird, warum fordern Sie dann nicht die Offenlegung aller Akten zum Buback Mord?
Die Innenminister der Merkelregierung weigern sich sich ja beständig für Aufklärung zu sorgen.
Das wäre sicher ganz interessant, schließlich war der Berliner Verfassungsschutz schon ganz am Anfang der RAF mit dabei:V-Mann Peter Urbach soll tot sein - Genau das Stückchen Arbeiterklasse - Politik - sueddeutsche.de(...)
In historischer Perspektive müsste der Berliner Verfassungsschutz zumindest als Pate dieser terroristischen Vereinigung betrachtet werden, denn ohne die Starthilfe durch Senator Neubauer und die staatlich geförderte Tatkraft seines Agenten Urbach wäre die RAF womöglich gar nicht entstanden.(...)
Also wäre eine Offenlegung sämtlicher Akten zur RAF ein Schritt zur Aufklärung und könnte die dauernden Spekulationen beenden.