Großbritannien fürchtet eine Unterwanderung der freien Märkte durch die Euro-Länder. Premier Cameron beklagt im "Telegraph" eine Dauerattacke durch Vorschriften aus Brüssel - und will die "nationalen Interessen" seines Landes verteidigen.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...794516,00.html
Leute, Leute, mal Luft anhalten und nachdenken!
Grossbritannien hat die Eurokrise nicht verursacht, das hat die Eurozone ganz allein geschafft. Und GB hat immer vor einer Währungsunion auf einem solch instabilien Fundament gewart. Jetzt wo sie Recht bekommen, werden sie plötzlich angefeindet.
Deutschland hat sehr wohl ein Interesse, dass Grossbritannien im Europäischen Verbund seine Ratschläge und ausgleichende Meinung einbringt. Wenn es nur noch eine Auseinandersetzung zwischen FR, DE und einer Menge südländischer Kleinstaaten gibt, zerfällt Europa wirklich.
Wenn "freie" Finanzmärkte = unregulierte Märkte heissen soll ,
dann haben wir gesehen, zu was für einem Desaster die Anwendung der neoliberalen Ideologie geführt hat. Keine Regeln zu haben ist gut für die Großen und Starken. Das verschafft der Wallstreet und der Londoner City ungerechtfertigte Vorteile. Die will Cameron sichern.
In einer anderen Weise hat Cameron aber recht: Von der Marktwirtschaft sind wir mittlerweile weit entfernt: Ausser der Sicherung privater Eigentumsrechte gibt es kaum noch einen Grundsatz der Marktwirtschaft, der im EU Raum nicht ausser Kraft gesetzt worden wäre.
Beispielsweise:
1. Freie Preisbildung gibt es selten
Z.B. Zinsen werden künstlich niedrig gehalten von der EZB.
Märkte sorgen über den Preismechanismus für den Ausgleich von Angebot und Nachfrage: Sind besonders begehrte Güter knapp, steigt deren Preis. Da Geld knapp ist sollten jetzt die Zinsen eigentlich hoch sein!
2. Haftung gibt es nicht wg. "Too big to fail"
Die Marktteilnehmer handeln nur dann verantwortungs-bewusst, wenn sie auch für ihre Fehler geradestehen müssen. Das tun die Banken und Versicherungen in der Finanzkrise bestimmt nicht!
Und vieles andere mehr: Die Banken und Versicherungen müssen reguliert werden wegen der Verantwortungslosigkeit der Banker.
Im Bereich Landesbanken kommt noch sehr viel Schlimmes auf uns alle zu: Da weden wir uns noch wundern über die Höhe der Verluste, für die der Michel zahlen muss!
Nein, GB wird nicht angefeindet. GB hat vor der Eurozone gewarnt, GB ist nicht Mitglied der Eurozone, deshalb soll GB auch die Klappe halten, wenn es um die Lösung der Probleme der Eurozone geht. Nur rummaulen mag doch niemand.
Das ist richtig.Deutschland hat sehr wohl ein Interesse, dass Grossbritannien im Europäischen Verbund seine Ratschläge und ausgleichende Meinung einbringt. Wenn es nur noch eine Auseinandersetzung zwischen FR, DE und einer Menge südländischer Kleinstaaten gibt, zerfällt Europa wirklich.
Guter Rat ist teuer. Wenn einer weiss, wie die Lösung für die Schulden- und Bankenkrise in der Eurozone aussehen könnte, dann kann das nur gut für uns sein. Ausserdem sind die anderen EU Länder genauso in Gefahr trotz ihrer eigenen nationalen Währungen, weil die Banken zu eng miteinander verbunden verbunden sind -bildhaft ausgedrückt- wie ein Kartenhaus!