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Brief an junge Werber: Jean-Remy von Matt vermisst das Bauchgefühl

Nie in den vergangenen Jahrzehnten hat das Geschäft mit der Werbung einen solchen Umbruch erlebt, schreibt Branchenlegende Jean-Remy von Matt. Aufregende Zeiten für die jungen Kollegen, weil sie nicht auf ausgetretenen Pfaden wandeln müssen. Doch eine alte Regel gilt auch im Digitalzeitalter.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...762494,00.html
  1. #20

    Bei aller Eitelkeit

    Dies erklärt nun hinlänglich, warum so viele JvM Kampagnen so überaus adolsezent sind. Man nehme nur den Spot von Mercedes-Benz zu dessen 125jährigem Jubiläum. Und was sehen wir: einen Innovationsstau. Rational falsch, emotional egal, vollkommen banal. Vgl. auch die Meisterwerke für Sparkasse oder Wüstenrot.

    Das Bauchgefühl heißt Eitelkeit. Ob man dafür gleich zum Brief greifen muss. Ich weiß es nicht. Diese Offenbarung gleicht mehr einer Entblößung.

    Wenn dieser Herr doch nur an seinen Vater geschrieben hätte. Bei aller Eitelkeit!
  2. #21

    Ach ja

    Das in der Werbung vergeudete Geld sollte man eher in die Produktentwicklung stecken. Die kreativen Köpfe dort sind ebenfalls in der Lage, das bischen Werbung selbst hinzubekommen. Vielleicht nicht so aufdringlich doof, dafür aber ehrlicher und aussagekräftiger.

    Seit Jahren hat es mal wieder einen super Werbespot gegeben: die VW-Werbung mit dem "Nachwuchs"-Darth-Vader. Das Auto spielt nur eine Nebenrolle im Spot, warum auch nicht?

    Was machen eigentlich die anderen "Kreativen" in der Werbebranche die ganze Zeit?
  3. #22

    .

    Zitat von TS_Alien Beitrag anzeigen
    Das in der Werbung vergeudete Geld sollte man eher in die Produktentwicklung stecken. Die kreativen Köpfe dort sind ebenfalls in der Lage, das bischen Werbung selbst hinzubekommen. Vielleicht nicht so aufdringlich doof, dafür aber ehrlicher und aussagekräftiger.
    Die Frage ist, warum die das dann nicht längst machen.

    Zitat von TS_Alien Beitrag anzeigen
    Seit Jahren hat es mal wieder einen super Werbespot gegeben: die VW-Werbung mit dem "Nachwuchs"-Darth-Vader. Das Auto spielt nur eine Nebenrolle im Spot, warum auch nicht?
    Und der Spot kam aus der VW-Entwicklungsabteilung?
    Zitat von TS_Alien Beitrag anzeigen
    Was machen eigentlich die anderen "Kreativen" in der Werbebranche die ganze Zeit?
    Auch Werbung.
  4. #23

    Also

    Zitat von TS_Alien Beitrag anzeigen
    Das in der Werbung vergeudete Geld sollte man eher in die Produktentwicklung stecken. Die kreativen Köpfe dort sind ebenfalls in der Lage, das bischen Werbung selbst hinzubekommen. Vielleicht nicht so aufdringlich doof, dafür aber ehrlicher und aussagekräftiger.

    Seit Jahren hat es mal wieder einen super Werbespot gegeben: die VW-Werbung mit dem "Nachwuchs"-Darth-Vader. Das Auto spielt nur eine Nebenrolle im Spot, warum auch nicht?

    Was machen eigentlich die anderen "Kreativen" in der Werbebranche die ganze Zeit?
    ob die Werbung wirklich von JvM kam weiß ich nicht. Nur, dass sie zuerst in den Staaten speziell für das letzte? Superbowlspiel produziert wurde.
    Dort ist auch zu hören - Sonderausstattung - dass der Motor startet. Hier in D natürlich nicht, da dies nicht zulässig wäre.
    Für Deutschland ist diese Werbung nochmals neu adaptiert worden.
    Info hier: http://www.dimido.de/volkswagen-werb...on-darth-vader
    sowie hier von wem die Original Werbung kommt: http://de.coloribus.com/werbearchiv/...orce-14163755/
  5. #24

    Irgendwie pervers.

    Zitat von pandora84 Beitrag anzeigen
    Lieber Herr von Matt,

    man muss sich über das Verhalten der Jung-Werber nicht wundern? Oder was wird Ihrer als auch anderen Großagenturen nachgesagt: Bitte erst mal ein unbezahltes Praktikum machen, aber arbeiten wie die normalen Angestellten. Dazu aber bitte schon fertiger Akademiker mit Topabschluss haben und dann nach 1 Jahr die fristlose Kündigung in Händen halte...

    Danke, das ist wohl Motivation genug!
    Word! Ich beklage als Branchenangehöriger ohnehin eine wirklich skurril erscheinende Wahrnehmung vor allem seitens der "Macher". Es überschreitet stellenweise die Grenze der Perversion, wie das nach außen gefeierte und auf Hochglanz polierte Bild der schillernden Werbewelt nach innen diametral entgegengesetzt mit Peitsche und Unmenschlichkeit gelebt wird.

    bleibt der von uns umworbene Mensch - und nur um ihn geht es - dieses hochemotionale Wesen mit Freuden, Hoffnungen, Sehnsüchten und Ängsten.
    Ich schätze, das schließt allrhöchstens die Zielgruppe mit ein. Die Motoren und Triebfedern der Branche, die zahllosen Fußsoldaten im täglichen Kampf um den Kunden und gegen die Mittelmäßigkeit sind damit wohl leider nicht gemeint...
  6. #25

    -

    Erfahrene Entwickler wissen -- Rechtschreibfehler wie "Algorythmus" oder "Developper" sind immer ein gutes Zeichen, dass sich jemand nicht wirklich mit dem Thema auseinandersetzen will, gleichzeitig aber gern damit angibt.
  7. #26

    Na ja.

    Besonders kreativ war der Brief aber nicht geschrieben. Liest sich eher wie:

    "Jean-Remy, Du musst noch einen offenen Brief für Spiegel Online schreiben."

    "Aber ich muss jetzt zur Botox-Behandlung. Kann das nicht der Brand-Consulting Senior Head of Frontend Prakitkant schreiben?"

    "Doch klar. Der schreibt ja auch unsere Headlines für Mercedes."
  8. #27

    Wie entlarvend

    Diese Rechtschreibfehler und sowas vom Chef einer "Topagentur".

    Doppelter Facepalm und dreifaches Fremdschämen für den Heissluftproduzenten JRM.
  9. #28

    Mit Samthandschuhen

    Zitat von Gerixxx Beitrag anzeigen
    ....Und was das Grosse Ganze angeht:
    Ich bin einfach nur noch genervt von der totalitären Anmassung dieser Branche, deren Auswüchse allerorten sichtbar und dominant sind und die sich zu allem Überfluss auch noch über eine von mir gezahlte, in jedem Preis enthaltene Zwangsabgabe finanziert.

    Jedes Medium ist voll davon, jedes Sport- und zunehmend auch Kulturereignis sind mehr als gesättigt...
    Wäre es nicht an der Zeit uns allen (Bürgern und Verbrauchern) den öffentlichen Raum zurückzugeben, den uns die Werbung jeden Tag aufs Neue raubt ???!!!
    Auf den Punkt gebracht. Selbst als peripherer Beobachter der Szene gewinnt man den Eindruck, dass Hamburg eine Stadt ist, wo Medien und Werbung ein besonders intimes Verhältnis pflegen, wahrscheinlich weil beide Branchen an der Elbe traditionell massiv vertreten sind. Die gegenseitigen Abhängigkeiten liegen auf der Hand – ohne private Medien keine Werbung, ohne Werbung könnten die privaten Medien einpacken. Es kann deshalb auch nicht überraschen, dass man sich mit Samthandschuhen anfasst und den lieben Gott einen guten Mann sein lässt, wenn es um das Problem der überbordenden Werbewelt geht. Wer sägt schon den Ast ab, auf dem er sitzt?

    Als Außenstehender darf man aber feststellen, dass die Allgegenwart und die Penetranz der Werbung immer unerträglicher wird, das ist eine generelle Feststellung, nicht unbedingt auf das Medium bezogen, in dessen Forum ich mich hier befinde. Wenn ich auf zu viel Mist-Werbung stoße, dann löst das bei mir schnell paranoide Zwangsreflexe aus, ich muss weg, weiterzappen, zum Klo fliehen oder die Zeitung wegschmeißen – Angehörige werfen mir vor, dass ich wichtige Post vernichtet hätte, aber angesichts eines vor Reklame überquellenden Briefkastens neige ich schon mal zur finalen Pauschalentsorgung.
  10. #29

    Gruß an alle Werbefuzzies vom "Verbraucher"

    Die Branche hat mittlerweile das Toleranzlimit einfach erreicht.
    Filme dienen nur noch als lästiger Lockvogel für grandiose Werbeorgien. In bester Gehirnwäsche-Manier hämmert derselbe Spot möglichst laut und oft auf den Zuschauer ein, bis er seinen Fernseher freiwilig gegen einen Presslufthammer tauschen will.
    Dazu die Kosten jeder Sendeminute, die über den Produktpreis wieder hereingeholt werden müssen.

    Ich werde also nicht nur massiv genervt, sondern soll den Sch..s auch noch teuer finanzieren.
    Meine persönliche Lösung: Erkenne ich im Laden ein beworbenes Produkt wieder, dann LASSE ICH ES STEHEN!
    Soll die Werbebranche weiterhin das eigene Gesicht mit dem Urinal verwechseln, viel Spaß dabei.
    Tatsächlich hat es auch schon Spots gegeben, die ich gerne öfter gesehen habe, aber die waren meist auf irgendeine Art ORIGINELL und vor allem NICHT durch überhöhte Lautstärke künstlich auffällig. Sowas ist aber zu selten geworden.


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