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Bremer Überseestadt: Flanieren unter Rotklinker

TMNAuch Bremen bastelt an einer modernen Waterfront - samt Wohnungen, Flaniermeile und Marina an der Weser. Doch anders als in der Hamburger Hafencity bleiben in der Überseestadt einige Industrieanlagen erhalten, was dem Quartier sein besonderes Flair geben soll.

http://www.spiegel.de/reise/staedte/...-a-870303.html
  1. #10

    schön mal wieder etwas

    über die vielen tollen Entwicklungen die es in Bremen gibt zu lesen. Ich finde der Verfasser ist uns Bremern jetzt aber auch noch einen zweiten Artikel über das europaweit größte Automobil-umschlagsterminal und deutschlands zweitgrößten Containerhafen in Bremerhaven schuldig :-)
  2. #11

    Sollte es tatsächlich gelingen Arbeit und Wohnen (und Verkehr) wieder "zu versöhnen", wäre das ein Schritt hin zur wahren Urbanität die die Städte seit je attraktiv gemacht haben (und der eigentliche Motor zu deren Entwicklung waren). Die Auslagerung der reinen Wohnbereiche (Feierabendstädte) ist zwar schön gedacht, führt aber letztendlich zur Verödung, sowohl in den Stadtzentren als auch in den reinen Wohnbezirken bei gleichzeitig zunehmendem Mobilitätsbedarf - praktische Soziologie (theoretisch ja) war noch nie eine Stärke der Städteplaner und vor allem der verantwortlichen Politiker.
  3. #12

    Gibt es regen oder schnee...

    Zitat von chico 76 Beitrag anzeigen
    sei den Bremern gegönnt, solange kein Nürburgringprojekt daraus wird.
    Viele Grossprojekte unter SPD-Regierungen sind in letzter Zeit leider Flops geworden.
    ...war's die böse SPD. Die Elbphilharmonie ist wohl von der CDU unter Ole von Beust in die grütze gesetzt worden.
  4. #13

    damals ein Lacher

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Auch Bremen bastelt an einer modernen Waterfront - samt Wohnungen, Flaniermeile und Marina an der Weser. Doch anders als in der Hamburger Hafencity bleiben in der Überseestadt einige Industrieanlagen erhalten, was dem Quartier sein besonderes Flair geben soll.

    Bremer Überseestadt - SPIEGEL ONLINE
    Ich kann mich noch an die Schlagzeile unserer Haus- und Hofzeitung in Bremen (Weser-Kurier) zu irgendeinem 1.April in den 1970er Jahren (oder 80ern?) erinnern: der Überseehafen wird zu einer Marina für Privatjachten.
    Das war damals ein Lacher... wie die Zeit doch vergeht...
  5. #14

    Zombiland

    Genau wie in Hamburg, ein Viertel für reiche Endzeitmenschen, die wie lebendige Tote wirken.
  6. #15

    Bonjour Tristesse

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Auch Bremen bastelt an einer modernen Waterfront - samt Wohnungen, Flaniermeile und Marina an der Weser. Doch anders als in der Hamburger Hafencity bleiben in der Überseestadt einige Industrieanlagen erhalten, was dem Quartier sein besonderes Flair geben soll.
    Die Überseestadt ist ein megateures Retortenviertel, worüber auch die paar erhalten gebliebenen Industrieanlagen nicht hinwegtäuschen können.

    Es ist dort total langweilig und Urbanität sucht man dort vergebens.
  7. #16

    Zitat von robien Beitrag anzeigen
    Die Überseestadt ist ein megateures Retortenviertel, worüber auch die paar erhalten gebliebenen Industrieanlagen nicht hinwegtäuschen können.

    Es ist dort total langweilig und Urbanität sucht man dort vergebens.
    Gehts auch ein bisschen weniger dramatisch? Ja, vieles dessen, was neu gebaut wurde, reißt auch mich nicht vom Hocker. Die solitären pseudoindividuell gestalteten Würfel sehen überall ähnlich aus, keine Frage.

    Trotzdem halte ich das Projekt Überseestadt für in vielerlei Hinsicht reizvoller als die Hafencity (und ich kenne beide ganz gut). Es steht noch viel Altbebauung, die großflächig unter Denkmalschutz gestellt wurde. Übrigens auch einige Perlen der unmittelbaren Nachkriegszeit (Schuppen 2) und aus den 50er Jahren (Schuppen 1, Speicher 1) deren Charme sich bei manchen wohl erst auf den 2. Blick einstellen dürfte. Noch gibt es auch niedrige Mieten, die Kunsthochschule im Speicher XI, es sollen Studentenwohnheime entstehen und es gibt Proberäume für Musiker.

    Abseits der direkten Wasserlagen (die in der Tat wie eine kleinere und etwas schlichtere Version der Hafencity wirken) ist der Vermarktungsdruck im wirtschaftlich weniger rockenden Bremen eben nicht so hoch wie in Hamburg, was in diesem Falle ein Segen sein dürfte:

    Langsamere Entwicklung, niedrigere Preise, viel Brachland mit interessanter, sehr "internationaler" Vegetation bedingt durch die Mitbringsel abertausender Schiffe aus Übersee (z.B. Norddeutschlands größter freiwachsender Feigenbaum am Kühlhaus (ebenfalls architektonisch sehr interessantes Gebäude von 1946/47 (!)).

    Auf jeden Fall alles in allem kein Grund, ein so schwarzes Bild zu malen. Sicherlich ist nicht alles Gold, aber die Fülle an noch ungenutzten Juwelen (u.a. Getreideverkehrsanlage von 1914-20 und Kaffee-HAG-Fabrik von 1906-10) lässt mich auch für die Zukunft hoffen.
  8. #17

    na ja, ob das wirklich so hipp dort ist. Aber wenn spon und der Projektmanager das schreiben....
  9. #18

    yoooh

    Weites Feld, Brachland, einzelstehende Objekte in alt und auch neu, ansonsten aber tote Hose. Wer weite Prärie mag oder in der Tundra wandern möchte, beziehungsweise die Einsamkeit liebt, der ist dort gut aufgehoben. Was auffällt sind die teuren Mieten im Vergleich zur Innenstadt, wo weitaus eher Aktion ist. Manchmal findet noch ein kleines Rennen für Skater oder Fahrräder statt, nichts Großes. Im Grunde kann man noch 20 Jahre warten bevor es dort richtig interessant wird. Wahrscheinlich versucht man mit diesem Artikel Leben in dies Viertel zu hauchen. Dann pustet mal schön weiter.
  10. #19

    Zitat von Joachim Baum Beitrag anzeigen
    Sollte es tatsächlich gelingen Arbeit und Wohnen (und Verkehr) wieder "zu versöhnen", wäre das ein Schritt hin zur wahren Urbanität die die Städte seit je attraktiv gemacht haben (und der eigentliche Motor zu deren Entwicklung waren). Die Auslagerung der reinen Wohnbereiche (Feierabendstädte) ist zwar schön gedacht, führt aber letztendlich zur Verödung, sowohl in den Stadtzentren als auch in den reinen Wohnbezirken bei gleichzeitig zunehmendem Mobilitätsbedarf - praktische Soziologie (theoretisch ja) war noch nie eine Stärke der Städteplaner und vor allem der verantwortlichen Politiker.
    Das Problem ist, daß Firmen sich bevorzugt in teuren Ecken ansiedeln, wo die Beschäftigten nicht wohnen können. Das führt dann nicht zur Verbindung von Wohnen und Arbeiten, zumindest nicht für die Masse, sondern zu genervten Pendlern, die einen Großteil ihrer Freizeit damit verbringen, an die repräsentativen Firmensitze zu fahren.

    Natürlich haben die Städteplaner eine andere Version, weshalb weder Individualverkehr noch ÖPNV-Anbindung bei diesen Projekten ausreichend berücksichtigt sind.

    Die Firmen stellen dann irgendwann fest, daß ihr repräsentativer Büroraum hoffnungslos überteuert ist, und ziehen in die nächste "Vision der Moderne".


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