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Breivik vor Gericht: Gefühlskälte als Schutzschild

DPAWas empfindet jemand, der 69 Menschen erschießt? Gar nichts, wenn man Anders Breivik glaubt. Vor seinem Amoklauf auf der Insel Utøya habe er jahrelang trainiert, gefühlsmäßig abzustumpfen: "Ich würde zusammenbrechen, wenn ich diesen Schutzschild wegnehmen würde."

http://www.spiegel.de/panorama/justi...828666,00.html
  1. #1

    Lebensaufgabe

    Einige SPON Autoren haben es sich wohl zur Lebensaufgabe gemacht, jeden Tag aus dem langweiligen Knastleben dieses Breiviks zu berichten.
  2. #2

    Er sei ein "sympathischer und fürsorglicher Mensch", wie er sagt, aber für seinen konservativen Revolutionskampf habe er sich Gefühlsregungen abtrainiert.
    Sorry, aber dieser Mann ist sowenig "konservativ" wie Osama bin Laden "Kapitalismuskritiker" war.

    Will man den Begriff "konservativ" hier bewusst in Misskredit bringen? Das habe ich schon so manches Mal beim Lesen der Artikel gedacht.

    Auch wenn ich selbst kein Konservativer bin, aber das empfinde ich als Ungerechtigkeit. Wenn, dann ist Breivik ultrareaktionär, immerhin sieht er sich ins Mittelalter zurückversetzt und will quasi die Türken vor Wien eigenhändig aufhalten.
  3. #3

    ohne

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was empfindet jemand, der 69 Menschen erschießt? Gar nichts, wenn man Anders Breivik glaubt. Vor seinem Amoklauf auf der Insel Utøya habe er jahrelang trainiert, gefühlsmäßig abzustumpfen: "Ich würde zusammenbrechen, wenn ich diesen Schutzschild wegnehmen würde."

    Breivik vor Gericht: Gefühlskälte als Schutzschild - SPIEGEL ONLINE
    Kann man sich Gefühlslosigkeit antrainieren? Ich kann das nicht beurteilen. Aber egal, woher die mangelnde Empathie rührt, sie ist m.E. der Urgrund seiner Wahnvorstellungen und seiner Taten. Denn völlige Mitleidlosigkeit ist ja erstmal die Voraussetzung für diese. Wer sich nicht in andere hineinversetzen kann, dem mangelt es nicht nur an Mitleid, der kann sich auch in viele Situationen nicht hineinversetzen. Er ist abgeschnitten von einer ganzen Reihe von Gefühlen, die einen "normalen" Menschen erst ausmachen. Alles, was noch bleibt, ist sein Ichgefühl, das er zu einem ungeheuren Ballon aufbläst. In seiner Empfindungslosigkeit richtet er alles, was ihm noch geblieben ist, auf sich selbst und verfällt in einen Wahn, der ihm eine Welt vorgaukelt, in der alles, was von seinem Selbst getrennt ist, nicht mehr vorkommt.

    Er ist intelligent, aber Intelligenz ist keine Empfindung. Seine Intelligenz hat keinen Kontakt mit seinen Gefühlen. Der eklatante Mangel an Empathie ist meiner Meinung nach ein schwerer Schaden, der ihn praktisch zu einem Gehirnkrüppel macht. Er ist ein Psychopath und gehört in eine Anstalt. Aber lebenslang.
  4. #4

    vielleicht sollten die ganzen psycho-doktoren auch mal bei den armeen dieser welt vorbei schauen,genau das was der norweger da von sich behauptet ,bekommt man doch nahe gelegt,z.b. wenn man aus afghanistan zurück kommt,bekommt man kurz vor der landung einen zettel auf dem steht: "denken sie nicht darüber nach was sie gesehen oder erlebt haben im einsatz" ;wann verstehen die gut menschen entlich,dass genau das gewollt ist.vielleicht sollte man den norweger einfach zur fremdenlegion schicken,dann kann er ja mal sehen.
    es gibt genug soldaten auf der welt die mehr menschen getötet haben,tja leider hat der norweger keinen staatlichen auftrag gehabt,ansonsten wäre er ein hoch dekorierter held geworden,genau das was er nun für sich in anspruch nimmt,ach ja....... das ganz große spiel
  5. #5

    Nachtfalter

    Warum will die Gegenseite unbedingt, daß er als Geisteskranker verurteilt wird?
    Man sollte das doch objektiv analysieren, immerhin kann man aus diesen Erkenntnissen eventuell Lösungen gewinnen, die solche Taten in Zukunft zu verhindern wissen. Da bringt es doch nichts irgendwas zu beschönigen.
    Er mag sich zwar das Psychopathentum antrainiert haben, aber er ist sich dieser Sache ja durchaus bewusst. Ich finde es schwierig zu entscheiden, ob das wirklich eine geistige Krankheit sein kann, wenn er vorher doch ein empathischer Mensch war.

    Das ist für mich eine bewusste Metamorphose gewesen. Wir erklären uns ja auch nicht für geisteskrank, nur weil wir früher Kinder waren und irgendwann die Metamorphose zu vernunfts-indoktrinierten Erwachsenen durchmachten.

    Aber gut, auch ich will noch kein finales Urteil fällen. Noch bestehen zu viele offene Fragen.
  6. #6

    Guten Tag,
    natürlich ist dieser Mensch gestört, weil er bewusst unschuldige Menschen getötet hat.
    Der Mechanismus jedoch, der im Artikel beschrieben wird, ist der gleiche, der Soldaten am Kriegsgerät dazu befähigt, ihnen unbekannte Menschen, gegen die sie persönlich kaum etwas haben können, im Auftrag ihrer Vorgesetzten zu töten.

    Wie viele zivile Tote gab und gibt es im Irak, In Afghanistan, in Afrika, in Ägypten,...
    Wie ist aus humanitärer Sicht unser Gemütszustand zu beurteilen, dass wir bereit sind, Waren so billig produzieren zu lassen, dass es Menschen und Umwelt gleichermaßen schadet?

    Dadurch, dass wir unmoralisches Handeln, Ausbeutung von Menschen und Natur von unserer Haustür in Schwellenländer verlagern, entkoppeln wir uns nicht von unserer Verantwortung.
    Die Taten von Breivik können nicht gesühnt werden - er wird ein Urteil bekommen, der Gesellschaft nicht erneut gefährlich werden zu können oder nochmals anderen Leid zu verursachen.

    Trotzdem sollten wir meiner Meinung nach über unser Handeln und seine Auswirkungen für andere nachdenken.
  7. #7

    Je mehr

    Je mehr Empathie ein Mensch "besitzt", desto leichter kann man ihn manipulieren. Ein bisschen "Härte" kann nicht schade um nicht Opfer jeder Werbestrategie oder Spendenaufrufes zu werden.

    Ohne Empathie könnte eine Gesellschaft nicht vernüftig funktionieren. Mangelnde Empathie ermöglichte auch "mittelalterliches" Gebaren.

    Dass man ohne Empathie heute gute Geschäfte macht sieht man an den Konzernen. Da wird mit Nahrungsmitteln spekuliert, egal wie viele daran zu Grunde gehen. Da werden Waffen exportiert obwohl man weiß, andere werden damit schwerst verletzt. Da wird die Frontex ins Leben gerufen, egal wie es den Menschen geht. Hauptsache der Rubel rollt.

    Würde die Gesellschaft sich auf den Weg machen und die Empathie zurückentwickeln, der Staat müßte in schwerstem Maße ins Geschehen eingreifen. (Dennoch "schenken" wir dem Staat die Empathie. Sollten wir eigentlich in Rechnung stellen)
  8. #8

    er sonst nach 20 Jahren und guter Führung entlassen werden kann - als pschychisch Kranker kommt er nie wieder raus. Darum!

    Zitat Sozialminister: "Warum will die Gegenseite unbedingt, daß er als Geisteskranker verurteilt wird? "
  9. #9

    Pathologischer Narziss

    seine Verliebtheit in sich und seine Sache bzw. seinen Kampf ist so groß, dass Mitleid für andere da keinen Platz hat.
    Das einzige mal, dass er Emotionen zeigte und weinte war bezeichnenderweise als er sein eigenes pathetische Video über seinen Kampf sah. Nur was ihn betrifft, kann in rühren.

    Wenn der Prozeß vorbei ist und er einige Zeit im Gefängnis o.ä. verbracht hat und die Sinnlosigkeit seiner Tat ihn erreicht, ist sein "Schutzschild" weg. Dann wird er sich umbringen. Dann aber auch, weil es s.E. ungerecht ist, dass so eine besondere Persönlichkeit wie er, unanerkannt im Gefängnis verbringen muss, also auch aus gekränkter Eitelkeit.








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