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Breivik-Prozess: Ein Narzisst entlarvt sich selbst

REUTERSEs geschah, was zu befürchten war: Im Prozess gegen den Massenmörder Anders Breivik versuchte der Angeklagte, den Gerichtssaal als Bühne zu missbrauchen. Doch er scheiterte - und entlarvte sich als Narzisst, der Mitleid nur für sich selbst empfindet.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...827860,00.html
  1. #60

    Nennt nicht seinen Namen...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es geschah, was zu befürchten war: Im Prozess gegen den Massenmörder Anders Breivik versuchte der Angeklagte, den Gerichtssaal als Bühne zu missbrauchen. Doch er scheiterte - und entlarvte sich als Narzisst, der Mitleid nur für sich selbst empfindet.

    Breivik-Prozess: Ein Narzisst entlarvt sich selbst - SPIEGEL ONLINE
    Ich hielte es für sinnvoll, wenn das Gericht, respektive die Staatsanwaltschaft aufzeigen würde, dass dieser Mann nur die grauenhafte Verkörperung einer menschenverachtenden Ideologie von Rechtsradikalen darstellt, die seit dem 11. September 2001 Eines eint: der unbändige Hass auf den Islam und der Hass gegen die "Gutmenschen". Der deutsche Pöblizist lässt von seiner Website "achgottchen" grüßen. Kollege "Fjordman" ist ja vor Gericht geladen, wie man weiß.
  2. #61

    ...ach, der Spon!

    Zitat von rhodensteiner Beitrag anzeigen
    Vermutlich meint der Autor: "Soziopath" und nicht "Narzisst", oder?
    Da dürften Sie recht haben. Aber ich glaube, so hohe Ansprüche darf man an den Spon einfach nicht mehr stellen.
  3. #62

    Sorry

    Zitat von jscsol Beitrag anzeigen
    Ein paar Details zum "Musterstaat" Norwegen: Wie ist es moeglich, dass Breivik jahrelang eine Firma hatte, die vom Verkauf gefaelschter Zeugnisse und Diplome lebte. Er hatte zeitweise zwei Angestellte und lebte die letzten Jahre von diesen Einnamen. All dies ist dem norwegischen Finanzamt entgangen, das ansonsten jedem, der auch nur 70 Øre zu wenig zahlt, ausfindig macht und 100 Euro Strafe .....

    ...aber ich verstehe nicht, was Sie aussagen wollen. Es geht hier doch nicht darum, dass der norwegische Staat einen Betrüger nicht dingfest machen konnte. Die Schuld liegt hier einzig bei dem armseligen Feigling.
    Vor solchen Typen kann ein Staat seine Bürger nicht schützen, und wer etwas anderes vermutet sollte zumindest nochmals nachdenken, wie man das machen würde, stünde man selbst in der Verantwortung.
  4. #63

    Nachvollziehbares Gefühl

    Zitat von wahlkarlsruher Beitrag anzeigen
    In diesem Fall darf eine Krankheit gleich welcher Art kein mildernder Umstand mehr sein. Eine solche Tat verdient die Höchststrafe, ohne über die Schuldfähigkeit des Täters zu diskutieren. Den Opfern, deren Familien, Freunden und Angehörigen gehört unser Mitgefühl.

    Die Menschen darf es nicht interessieren, wer Breivik war! Unsere Gesellschaft und unsere Medien dürfen für kaltblütige Mörder keine Bühne anbieten.
    ...aber aus meiner Sicht dennoch falsch. Unabhängig von der Tat ist zu prüfen, welche Sachlage vorliegt. Aber - und hier kommen wir vielleicht wieder zusammen - ein Täter, der zu so etwas fähig ist, ist unberechenbar. Eine ernsthafte Beurteilung, ob er wieder in eine Gesellschaft zurück darf, sehe ich nicht als möglich mit ausreichender Sicherheit an. Eine solche Gefahr gehört ohne Medienrummel einfach von der Gesellschaft separiert. Und hier ist für mich ganz eindeutig der Schutz der Gesellschaft priorisiert. Ich würde diesem Menschen weder ein Forum noch eine theoretische Gelegenheit geben wieder so krankhaft tätig zu werden. Wegsperren für immer, mit dem Stempel besonders feiger Mörder. Diese Schlagzeilen würde ich gerne lesen und selbige diesem Subjekt zukommen lassen.

    Übrigens - ich könnte mich auch fast übergeben, wenn ich in seinem Zusammnhang "mutmaßlicher Mörder" lese. Das ist Ironie pur, dennoch richtig, so lange er nicht verurteilt ist.
  5. #64

    Plattform

    Wie gut, dass die Medien geschlossen dazu stehen, dem Mörder keine Plattform zu geben, sich und seine kranken Ansichten zu präsentieren. Gut, dass nicht Dutzende von Artikeln über ihn ausgeworfen werden, keine Sondersendungen auf allen möglichen TV-Kanälen laufen, keine Psychogramme von Stümpern über ihn erstellt werden.

    Wahrscheinlich wird es auch keine Verfilmung des Stoffes geben.
    Gut, dass dieser Kerl einfach so aus der Öffentlichkeit verschwunden und hinter Gitter gewandert ist.
    Nur gut, dass er wirklich keine Plattform bekommt.....
    Danke Ihr Medien.
    Wer Ironie oder Zynismus findet, kann sie behalten!
  6. #65

    na ja...

    Zitat von Tubus Beitrag anzeigen
    Das sehe ich ähnlich. Nur sollte man nicht von Pathologie sprechen, um nicht denselben Fehler wie die Erstgutachter zu begehen. Nicht jeder, der sich nicht "normal" verhält, ist verrückt. Nach den veröffentlichten Berichten und dem Eindruck von der Gerichtsverhandlung besteht bei .....
    ...gerade hohes Aggressionspotential und mangelnde Empathie können durchaus Symptome einer schweren Persönlichkeitsstörung sein, die vetl. die Kriterien der "seelischen Abartigkeit" (sic!) erfüllt und im juristischen Sinne unzurechnungsfähigkeit bedeutet.
  7. #66

    o.T.

    Zitat von KnoKo Beitrag anzeigen
    Weder das eine noch das andere ist zutreffend. Wenn überhaupt, dann sollte man von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung reden. Eine dissoziale Persönlichkeitsstörung sehe ich bei Breivik eigentlich nicht.
    Wenn wir uns schon auf das riskante Gebiet der Ferndiagnostik wagen: warum denn nicht? Was ist mit seinen Aktivitäten als Dokumentenfälscher, mit denen er offensichtlich gar nicht so schlecht verdient hat?
    Mangelnde Empathie und die Bereitschaft, sich über Gesetze etc. zu erheben, hohes Aggressionspotential, usw. stehen wohl fest.

    Es ist zwar verlockend, Diagnostik aus der Ferne zu betriben, man läßt es aber doch lieber.
  8. #67

    Zitat von Rainer Helmbrecht Beitrag anzeigen
    Ich weiss natürlich, dass ich ein ganz primitiver, nichtsnutziger Mensch bin, aber wenn ich diese Verrenkungen lese, mit denen uA der Staatsanwalt in Norwegen, erklärt hat, dass man keines Falles Rache üben wollte, weil das ganz böse ist und man lieber einen Singkreis bilden möchte, um diesen Irren zum Weinen zu bringen, dann weiss icb nicht, ob dieser Irre es wert ist, .....
    Ein Aspekt wurde hier bisher noch übersehen. Das Gerichtsverfahren an sich ist schon ein Teil der Strafe für einen Täter. Sicher, er versucht für sich das Beste daraus zu machen und sich als Märtyrer zu inszenieren, aber bestimmt würde er lieber in Frieden in seiner Zelle sitzen und an seinem neuen Buch schreiben, als im Gerichtssaal die Blicke der Angehörigen seiner Opfer im Nacken zu spüren. Allein dass er dort erscheinen muss und sich anhören muss was Staatsanwaltschaft und Gericht über seine Taten denken, wird mindestens unbequem für ihn sein. Ein urteil ist die Antwort der Gesellschaft auf die Frage, warum er den Rest seines Lebens hinter dicken Mauern verbringen wird. Ein öffentliches Verfahren, das im Übrigen in einem Rechtsstaat schlicht keine Alternative kennt, dient also nicht einer Gutmenschenshow, auch wenn wie hier das Ergebnis in der Tat vorhersehbar ist.

    Gleichzeitig bin ich aber wie viele andere auch der Ansicht, dass die Berichterstattung sehr viel kleiner gehalten werden müsste. Amokläufe an den Schulen hatten wir in Deutschland nicht, bis Berichte über entsprechende Amokläufe in Amerika kamen. Das ist wie eine Infektion, das Vorbild steckt solche Personen an, die dafür empfänglich sind. Ein wenig Öffentlichkeit muss sein, aber die Redaktionen müssten sich ihrer Verantwortung eigentlich bewusst sein und daraus kein Titelthema machen. Da das aber wie bei der Frauenquote ist - freiwillig läuft da nichts - wäre ich ernsthaft dafür, der Berichterstattung über solche Amokläufe durch Gesetze Grenzen zu setzen. Etwa in der Form, dass bei Fernsehsendern ein solcher Amoklauf erst am Ende der Sendung und nicht mit mehr als X Prozent der Sendezeit dargestellt werden darf, und bei Printmedien oder Nachrichtenseiten im Internet, dass es zumindest nicht auf der Titelseite und nicht als Schlagzeile des Tages gezeigt werden darf, und ebenfalls mit einer Begrenzung des Umfangs bezogen auf sonstige Berichte.
  9. #68

    Zustimmung

    Zitat von flixomat Beitrag anzeigen
    So kann man es sehen - doch ich bin zur Überzeugung gelangt, dass es keine Alternative zu einem möglichst öffentlichen Prozess gibt. Damit lässt sich niemand vor den Karren dieses narzisstischen Massenmörders spannen. Der Rechtsstaat und die offene, demokratische Gesellschaft muss sich dieser Herausforderung stellen und zeigen, was an diesem Individuum und seinen Ideen dran ist. Nur so lässt sich der Fluch bannen. Die Öffentlichkeit war mit der Tat hergestellt. Das wollte er, richtig. Nun muss er in aller Öffentlichkeit demontiert werden. Der erste Prozesstag scheint in dieser Hinsicht gut verlaufen zu sein. Zum Glück!
    Der einzige Weg, eine Glorifizierung des Herrn Breivik zu verhindern, ist, dass man ihm Gelegenheit gibt, sich zu erklären. Denn nur so wird besteht die Möglichkeit, jedem klar zu machen, wie wirr, wie verrückt und entrückt seine Welt ist.
    Herrn Breivik wurde gestern die Möglichkeit gegeben, sich selbst zu demontieren - und das hat er mit Bravour getan. Gottseidank!
    Spätestens jetzt ist auch dem letzten Rechten dieser Welt klar, dass er sich nicht auf die wirren Gedankengänge dieses Gestörten berufen kann, will er "ernst" genommen werden.

    Die Entscheidung, die Öffentlichkeit heute allerdings außen vor zu lassen (also keine Live-Übertragungen, sofern ich richtig informiert bin), halte ich allerdings für richtig.
    Es werden wohl für die Überlebenden und die Hinterbliebenen unerträgliche Aussagen dabei sein - das muss nun wirklich nicht sein.

    Wie Sie schon schrieben: eine Demokratie muss das, was Herr Breivik tat, aushalten können, muss in der Lage sein, sich diesem Wahnsinn öffentlich zu stellen.
    Sang- und klanglos wegsperren und nicht zu Wort kommen lassen kann jeder; ganz besonders gut die nicht unbedingt demokratischen Gesellschaften.
  10. #69

    Zitat von Seraphan Beitrag anzeigen
    Das ist wohl ziemlich daneben analysiert, wie so vieles in diesem Artikel. Er hat sicher durch seinen Anwalt antworten lassen, um zu zeigen, dass er die Richterin nicht als würdig empfindet, Worte an diese zu richten.

    Und woher nehmen Sie die Sicherheit, dass Ihre Interpretation richtig ist?


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