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Brasilien: Wir sind jung und brauchen den Erfolg

Sonja PeteranderlBrasilien boomt - und seine Jugend ist selbstbewusst wie nie. Drei junge Menschen erzählen, was sie antreibt: ein Nachwuchsreporter, der vom Krieg in seiner Favela berichtete, ein Model - und eine Studentin aus gutem Haus.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...835370,00.html
  1. #1

    postkolonial/feudalistisches Land

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Brasilien boomt - und seine Jugend ist selbstbewusst wie nie. Drei junge Menschen erzählen, was sie antreibt: ein Nachwuchsreporter, der vom Krieg in seiner Favela berichtete, ein Model - und eine Studentin aus gutem Haus.

    Boomland Brasilien: Wie junge Cariocas leben - SPIEGEL ONLINE
    Brasilien ist immer noch ein postkolonial/feudalistisches Land. Eine kleine Oberschicht hat Kontrollo ueber 90% des Bodens, Business und der Politik. Eine Landreform hat und wird es nie geben. Aber gut das wenigstens ein paar Tropfen des Oel Booms unten am Boden ankommen. Die Lebenslust und Lebensfreude der Menschen ist ungebrochen und machen das Land so schoen fuer den Besucher, da verdraengt man gerne u leicht die riesige soziale Ungleicheit. Und bei einem Caipi am Stand kann man so einiges einfach ans ich vorbeigleiten lassen. In diesem Sinne - Carpe Diem
  2. #2

    normale berufe

    was ist denn mit "rafael, 24 - fliesenleger" oder "silvia, 19 friseurin" ... gibts die nicht ... oder sind diese leute zu langweilig?
    hier in deutschland hat man ja auch den eindruck, dass es nur noch sänger, models und rechtsanwälte gibt ... was ist denn mit all den anderen, die jeden tag einfach nur ihren job machen? ... anerkennung = null!
  3. #3

    Ach

    Zitat von gifmemore Beitrag anzeigen
    was ist denn mit "rafael, 24 - fliesenleger" oder "silvia, 19 friseurin" ... gibts die nicht ... oder sind diese leute zu langweilig?
    hier in deutschland hat man ja auch den eindruck, dass es nur noch sänger, models und rechtsanwälte gibt ... was ist denn mit all den anderen, die jeden tag einfach nur ihren job machen? ... anerkennung = null!
    Darüber habe ich schon lange aufgehört mich aufzuregen. Schauen Sie sich nur die Berufe/Karriere- Sektion von Spiegel-Online an. High Potentials und Großunternehmen, sonst nichts. Dürfte etwa 5% der Leute betreffen.
  4. #4

    Zitat von gifmemore Beitrag anzeigen
    was ist denn mit "rafael, 24 - fliesenleger" oder "silvia, 19 friseurin" ... gibts die nicht ... oder sind diese leute zu langweilig? hier in deutschland hat man ja auch den eindruck, dass es nur noch sänger, models und rechtsanwälte gibt ... was ist denn mit all den anderen, die jeden tag einfach nur ihren job machen? ... anerkennung = null!
    Gibt es ja bei uns auch nicht, höchstens im Unterschichten TV als Trash verheizt.

    Der Unterschied ist wahrscheinlich das -- der Fliesenleger und .... die Friseurin mindesten 3 Jobs haben müssen um in Brasiland einigermassen mitschwimmen zu können.
    Geändert von ( um Uhr)
    Mit schönen Grüssen aus Hamburg/Barmbek
    falls diese Nachricht ins Forum gelangt
  5. #5

    Ich war 4 Jahre in Brasilien

    Ja, Brasilien ist ein Land, in der die Menschen Hoffnung haben. Haben sie aber auch schon seit langem. Den Menschen geht es langsam etwas besser, aber wie ein Vorredner schon sagte, die Besitzverhältnisse sind erbärmlich ungleich. Als Landloser, der sich dafür einsetzt, dass die Verhältnisse sich ändern, muss man immer noch fürchten, erschossen zu werden. Rio de Janeiro ist NICHT Brasilien.
    Die Politiker sind in der Regel total korrupt. Auch wenn es gerade einen großen Prozess gegen einige gibt, ist fraglich, ob sich damit etwas ändert.
    Die brasilianische Gesellschaft ist nicht nur immer noch feudalistisch, sie ist auch konformistisch. Dinge werden getran, weil man sie immer so getan hat und die Wenigsten stellen etwas in Frage.
    Evangelikale Kirchen sprießen wie Blumen aus dem Boden und ziehen gerade diejenigen an, die nichts oder wenig haben. Die breite Masse wird für dumm verkauft und lässt sich für dumm verkaufen.
    Wenige haben ein wirkliches Interesse an einer fundamentalen Veränderung.
    Die WM und Olympia haben die Preise in Rio derart nach oben katapultiert, dass es immer schwieriger wird, seinen täglichen Bedarf zu decken. Menschen werden aus ihren Mietswohnungen geschmissen, die dann etwas aufpoliert werden, um sie dann zu verkaufen.
    Brasilianische Veränderungswünsche enden oft mit dem Satz: Se Deus quiser - Wenn Gott will................dahinter verbirgt man dann die eigene Unfähigkeit, den eigenen Unwillen zur Handlung.
  6. #6

    Ich war zwar nur wenige Tage in Brasilien...

    ... aber was jedem, der die Augen offen hält, sofort auffällt, ist das "rassische Ungleichgewicht". Fernsehmoderatoren, Politiker, wohlhabende Menschen sind fast immer hellhäutig, kleine Ladenbesitzer, Arbeiter, "einfache" Leute hingegen fast immer dunkelhäutig.

    Und ganz ehrlich. Einen Browniestand als Start-Up zu bezeichnen ist schon etwas gewagt ;-)
  7. #7

    Zitat von bicyclerepairmen Beitrag anzeigen
    Der Unterschied ist wahrscheinlich das -- der Fliesenleger und .... die Friseurin mindesten 3 Jobs haben müssen um in Brasiland einigermassen mitschwimmen zu können.
    Die Betonung liegt auf wahrscheinlich... ich kenne in Brasilien niemanden, der 2, geschweige denn 3 Jobs hat. Das widerspräche allein schon deren Einstellung.
  8. #8

    Wieviel Bedarf an Models und opernsängerinnen besteht denn? Interessant wären Berichte über normale Karrieren.
  9. #9

    Welcher Boom?

    Ich lebe seit 10 Jahren in Brasilien und das einzige was hier noch boomt sind Kriminalität und Korruption, 50000 Morde pro Jahr sprechen für sich. Auch wenn es in Deutschland niemand propagieren möchte, Brasilien befindet sich in Rezession. Das Land der Fußballweltmeisterschaft 2014 geht langsam aber sicher den Bach runter.








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