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Brandbrief der Jugendorganisation: Sexismus-Vorwürfe gegen Piraten

DPADie Piraten befinden sich seit Wochen auf einem Höhenflug. Aber wenige Wochen vor den nächsten Landtagswahlen beschert ihre Nachwuchs-Organisation der Partei eine Debatte über Sexismus und Rassismus. In einem Brandbrief prangert sie die Diskriminierung von Frauen und Ausländern an.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...826286,00.html
  1. #10

    Piraten sind sexy - vor allem für die Presse

    Es dürfte für investigative Journalisten kein Problem sein, den Piraten Themen aufzudrängen, die keine sind, sondern allenfalls unbedachte, jedenfalls nicht programmatische Äußerungen Einzelner. Statt sich diese Themen zu eigen zu machen, sollte die Partei lieber das tun, was sie bisher erfolgreich gemacht hat: für mehr Demokratie und Transparenz eintreten, auch wenn dabei "politisch nicht korrekte" und ausländerkritische Töne - u.a. aus den eigenen Reihen - ertönen.
  2. #11

    So einfach kann man sich die Sache nicht machen,...

    Zitat von kleiner-moritz Beitrag anzeigen
    Vorsicht ist bei Sexismus und Rassismus immer angebracht. Vor allem dann, wenn er als Vorwurf daher kommt!

    In den Zeiten, in denen es noch keine immer präsenten Medien gab, musst man mehr Geschick und Verstand haben, um Widersacher auszuschalten, denn schließlich kam man damals anders als heute nicht so leicht an Gift heran, auch wenn es heutzutage zur das Gift der Rufschädigung in den Medien ist.

    Die streitführende Jugendorganisation - könnte es auch sein, dass das noch Kinder sind, die auch von Sex keine Ahnung haben? - hält nichts vom Recht auf Meinungsfreiheit, wie man hier erfährt. Das ist das Schimmste an der Angelegenheit, wenn man denen nicht Dummheit unterstellen will!
    immerhin rekrutiert die PP auch bekannte Rechtsradikale und hat in einigen Bereichen erschreckend wenig Meinung. Natürlich gibt es bei allen anderen Parteien mit Sicherheit auch Leute, die durch rassistische oder sexistische Sprüche klopfen. Bei allen im Bundestag vertretenen Parteien gibt es aber auch in Führungspositionen Frauen oder Politiker mit Migrationshintergrund, wenn auch eine ansprechende Quote noch in weiter Ferne liegt. Bei der PP sehe ich so etwas nicht.

    Im Übrigen, wieso hält die "streitführende Jugendorganisation" ... "nichts vom Recht auf Meinungsfreiheit" und wird von Ihnen als "Kinder" ... ", die auch von Sex keine Ahnung haben" diffamiert. Solche Sprüche sagen mehr über Ihr Verständnis von Meinungsfreiheit aus, als über das der Jung-Piraten. Im Gegenteil: Diese Sprüche sind der Beweis dafür, dass die Vorwürfe der Jung-Piraten ihre Berechtigung haben, wenn ich mal voraussetzen darf, dass auch Sie ein Anhäger der PP und nicht ganz weit entfernt von deren Durchschnittsauffassung sind.

    Aber vielleicht gilt bei Ihnen an dieser Stelle auch der PP-Standartspruch. "Meinungsfreiheit? Sexismus? Rassismuis? Da haben ich noch keine Meinung zu. Das wird von uns zur Zeit noch diskutiert!?"

    Meine Meinung sage ich Ihnen dagegen frei:"Eine Partei, deren Führungsköpfe noch nicht mal eine persönliche Meinung zu den grundlegenden gesellschaftlichen Problemen und Thema haben, geschweige den eine Parteiposition hat, ist zunächst grundsätzlich am rechten Rand des Parteienspektrums einzuordnen. Wer so mit Vorwürfen des Sexismus und Rassismus umgeht, bestätigt das nur. Da können die PP tausendmal verkünden, sie würden über der bisherigen Parteienlandschaft stehen. Das haben schon ganz andere behauptet. Anschließend, nachdem die Parteienlandschaft beseitigt war, haben sie dann bewiesen, was sie damit meinten.
  3. #12

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten befinden sich seit Wochen auf einem Höhenflug. Aber wenige Wochen vor den nächsten Landtagswahlen beschert ihre Nachwuchs-Organisation der Partei eine Debatte über Sexismus und Rassismus. In einem Brandbrief prangert sie die Diskriminierung von Frauen und Ausländern an.

    Brandbrief der Jugendorganisation: Sexismus-Vorwürfe gegen Piraten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Auch wenn es sich um Kinderkrankheiten handelt, und auch wenn die Piratenpartei bereits beachtliche Stimmergebnisse eingefahren hat, dennoch ist mir die Sache ein bischen dürftig.

    Die Piratenpartei will anders sein als andere Parteien. Schön. Aber in welcher Hinsicht genau will sie BESSER sein?

    Die Piratenpartei will das spießige Hinterzimmer-hick-hack nicht, sondern offen, ransparent und so weiter ... Auch schön. Aber wie werden dann Meinungen zu Entscheidungen zusammengefasst und dann in den Verhandlungsprozess mit anderen Parteien transponiert? Diese Frage hört sich spießig an, ist aber entscheidend. Schließlich will ich das wissen von Leuten, die sich anschicken über meine Geschicke zu entscheiden.

    Die Piratenpartei vertritt das neue Zeitalter mit Medien und Internet, Facebook und so'n Zeugs. Heiliger Strohsack! Das ist zwar schön, aber dafür brauch ich doch keine Partei. Ich brauch doch auch keine Partei wegen der Zündkerzen in meinem Auto und keine Partei ob die Gurken im Supermarkt frisch sind. Ich brauch keine Partei gegen Verstopfung und keine Partei, damit es schönes Wetter gibt. Solche speziellen Partikularinteressen kann man nicht in jedem Falle in einer eigenen Partei materialisieren.

    Dumpfe Stammtischmeinungen gibt es bei anderen Parteien auch. Mit dieser Aussage wäre ich vorsichtiger. Selbst die CSU ist heute schon ziemlich dahinter, dass Unverbesserlichen der Austritt nahegelegt wird. Ausländerfeindlichkeit oder grobe Anmache (wie zum Beispiel der "Vögelspruch") würden bei einer anderen Partei nicht durchgehen. Dadurch, dass die Piratenpartei bereits in der Vergangenheit einen ihrer Exponenten nicht unmittelbar in die Wüste geschickt hatte, nachdem Päderastievorwürfe laut geworden waren, hat sie sich in meinen Augen schon von Anfang an als Sammelbecken abartig Veranlagter prädestiniert.

    Die Piratenpartei wäre gut beraten, sich in eine Selbsthilfegruppe für Facebook-Anhänger umzuwandeln oder in ein Beratungsbüro für Personen mit Internetproblemen. Aber ich sehe keinen Grund, dieser Partei Entscheidungen über unsere Gesellschaft anzuvertrauen, was zum Beispiel die Außenpolitik, die Finanzen, das Bildungswesen oder die Energieversorgung betrifft.
  4. #13

    Zitat von L_P Beitrag anzeigen
    Wo ist das Problem, in einer Debatte überzeugende Argumente gegen sexistische oder rassistische Thesen vorzubringen? Warum Rassisten und Sexisten von der Debatte ausschliessen? Durch Ausschluß ändern die sich bestimmt nicht.
    Für mich wären ohne das Recht zur freien Meinungsäußerung vor allem Leute vom Ausschluss bedroht, die Sexismus und Rassismus übersprapazieren!

    Ich kann nichts Schlimmes darin erkennen, wenn ein Mensch (m/w - natürlich) sagt, dass es in einem Frauenbetrieb, - bereich u.s.w. unproduktiven Zickenkrieg gibt!
    Und genauso wenig ist für mich unproblematisch, dass jemand auf kulturelle und - vermeintliche oder tätsächliche - herkunftsspezifische Unterschiede, die bis zur Faulheit reichen, hinweist!

    Beschwereführer in solchen Dingen sind zumeist Leute, die A) keine praktischen Erfahrungen damit haben, B) Profiteure solcher Probleme
    sind oder Grund derselben sind.
  5. #14

    Ich gehe

    davon aus, daß - irgendwas bleibt immer hängen - schon entsprechende U-Boote in der Piratenpartei installiert sind. Immerhin bringen auch 5 oder 6 % das Bundestagsgefüge gewaltig ins Wanken. Es gibt ja genug Interessenten, auch abseits der Abgeordneten, die sich wünschen, daß sich nichts ändert.
  6. #15

    re

    Ich frage mich wirklich, ob es sich bei diesen Personen um echte Piraten handelt oder Menschen, die die Piratenpartei gerne einmal als Sprungbrett zu den Grünen oder der Linkspartei benutzen möchten. Sie scheinen trotz ihres alters die Piratenpartei nicht verstanden zu haben. Es geht eben um die Masse, Basisdemokratie und dass da eben auch mal depperte Kommentare dabei sind, dass ist doch normal. Es handelt sich ja auch bei den Piraten noch nicht um Profis im Politbetrieb weshalb ein auf die Finger klopfen bei wirklichem Sexismus ausreichen sollte. Aber wahrscheinlich war es wieder einmal diese Art Sexismus, die sexnegative Radikalfeministinnen nur sehen können. Und was ist bitte Ausländerkritik? Also sachliche Kritik an Immigrationsfragen? Sonst würde man diesen Neologismus nicht benutzen sondern wie im Falle des Sexismus ganz klar von Rassismus oder Ausländerfeindlichkeit reden. Die PC Polizei versteckt sich aber besonders gern in Jugendorganisationen. Bei anderen Parteien, urinieren die Führer der Jugendorganisation auch gern mal öffentlich auf die BRD Flagge.
  7. #16

    Enttäuschung

    Was für eine Enttäuschung.

    Da gibt es seit Jahrzehnten mal wieder eine neue Partei in Deutschland, die gute Aussichten hat, in den Bundestag einzuziehen....

    Da wird seit 8-10 Jahren versucht, das ganze Land unter Generalverdacht zu stellen und alles abzuhorchen...

    Da taucht eine Patei auf, die sich nicht mehr und nicht weniger auf die Fahnen geschrieben hat, als für Medienkomopetenz zu sorgen und sich für unsere Grundrechte im "Medien- und Internet-Zeitalter" einzusetzen...

    Und das macht der Spiegel? Er berichtet auf Boulevard-Niveau über Äußerlichkeiten.

    Klar, damals waren die Turnschuhe von Joschka und die Blümchen im Bundestag auch Thema. Aber parallel wurde auch über relevante politische Themen investigativ berichtet.

    Murmel.
  8. #17

    Ich bin 21 und kann mit den Piraten nichts anfangen. Für mich ist das eine Nerd Partei ohne klare Ziele und Vorstellungen. Sie haben keine Konzepte und tun nur auf "Party". Das einzige was die beschäftigt hat mit ihrem Namen zu tun "Internet Piraterie". Ich hoffe, dass es bald vorbei ist und die ganzen Jugendlichen mal schlauer werden und verstehen, dass es in der Welt nicht nur um kino.to geht.
    Ja Internet braucht gewisse Freiheit, aber dafür müssen nicht planlose 20-25 jährige Informatiker das Land regieren.
  9. #18

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten befinden sich seit Wochen auf einem Höhenflug. Aber wenige Wochen vor den nächsten Landtagswahlen beschert ihre Nachwuchs-Organisation der Partei eine Debatte über Sexismus und Rassismus. In einem Brandbrief prangert sie die Diskriminierung von Frauen und Ausländern an.

    Brandbrief der Jugendorganisation: Sexismus-Vorwürfe gegen Piraten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Das Problem der Partei ist eben, dass sie sich als postgender sieht, was auch immer das heißen mag. Damit macht sie es sich erstmal leicht, weil sie einer Diskussion über das Rollenverständnis innerhalb der Piraten aus dem Weg geht. Andererseits macht es auch die Öffentlichkeit interessiert, wie im politischen Alltag die Piraten mit den Piratinnen (oder geschichtlich richtiger Piratenbräuten) umgehen. Und das kann natürlich auch in die Hose gehen. Meiner Meinung nach ist es blauäugig zu denken, dass man eine freie Diskussionplattform hat, an der sich alle beteiligen, und daher nicht auf Genderfragen Rücksicht nehmen muss. Meine politische Erfahrung sagt mir, dass sich in Diskussionen oft die Hattnäckigsten durchsetzen. man darf nicht dem Trug verfallen, größte Offenheit mit Demokratie zu verwechseln. Zur Demokratie gehören neben der Offenheit auch die geschützten Räume für Minderheiten.
  10. #19

    Vernebelt

    Zitat von Wotex Beitrag anzeigen
    Ich bin 21 und kann mit den Piraten nichts anfangen. Für mich ist das eine Nerd Partei ohne klare Ziele und Vorstellungen.
    Ich kann nicht glauben, daß Sie 21 sind.

    Ist Ihnen klar, daß bei Einführung der VDS alle Ihre "digitalen Aktivitäten" aufgezeichnet und verschiedenen Stellen zugänglich gemacht werden?

    Ist Ihnen bewußt, daß die aktuelle Politikergeneration eine Politik gefahren hat, die dafür sorgt, daß Sie Ihre ganzes Leben lang dafür zahlen müssen? Und daß durch diese Politik an vielen wichtigen Stellen Gelder fehlen werden: Schulen, Universitäten, Straßeninfrastruktur, Gesundheitssystem,...

    Haben Sie mal drüber nachgedacht, daß das Internet eine fantastische Sache ist von der Generationen vor uns nicht mal träumen konnten, da es eine Infrastruktur für echte Demokratieprozesse bildet? Und merken Sie, daß die aktuelle Politiker- und Lobby"generation" alles daran setzt, das Internet, bzw. die Möglichkeiten, die es bietet, einzuschränken? ...und sei es mit Scheren in den Köpfen der Menschen und Angstmacherei?

    Was ist eines der Mittel gegen diese Probleme? Sicher nicht, die Politiker zu wählen, die für den Schlamassel gesorgt haben. Es muß den etablierten Parteien Dampf unter'm Gesäß gemacht werden. Dafür ist eine neue Partei bestens geeignet.

    Und übrigens: Nicht mal die Piraten selber wollen zum jetzigen Zeitpunkt regieren. Zu einer funktionierenden Demokratie gehört auch eine gesunde Opposition. Ich meine: allein aus diesem Grund sind die Piraten "essentiell" für unsere Demokratie, und ich finde es wichtig, dass die in die Landes- und in das Bundesparlament kommen.

    Murmel.

    P.S.: Bedenken Sie, dass die Piraten eine junge Partei ist. Und sie ist so EHRLICH, klar zu sagen, dass sie noch nicht zu allen Themen Antworten hat. Ich meine, das ist ok so. Ihre Kernthemen (s.o.) sind wichtig genug!


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