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Boom der Ungleichheit: Jedes dritte Stellenangebot richtet sich an Zeitarbeiter

Die Konjunktur zieht an, und der Jobmarkt stabilisiert sich - einen wirklichen Boom erlebt aber nur die Leiharbeit: Laut Bundesagentur für Arbeit ist im Juni jedes dritte Jobangebot in der Zeitarbeitsbranche ausgeschrieben worden. IG Metall und Linkspartei nennen die Tendenz alarmierend.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...708808,00.html
  1. #140

    An den guten ZA

    Zitat von Kulturkontor Beitrag anzeigen
    Zu ihrem ersten Punkt: Wir leben in einer globalen Weltwirtschaft. Wir kaufen GERNE die billigen Artikel aus Asien. Dass dabei Menschen ausgebeutet werden, ist für uns zweitrangig. Wenn es uns selber trifft, reden wir von sozialer Entwurzelung, nun ja, wir messen gerne mit zweierlei Maß.
    Nun, ich habe das Chinesische Entwurzelungsmodell ja auch nicht befürwortet, sondern kritisiert.

    Zitat von Kulturkontor Beitrag anzeigen
    Zu ihrem 2. Punkt: Was mich schon immer aufgeregt hat, sind die Besserwisser, die sich gleich nach dem Schulabschluss eine Lehre reingezogen haben und dann beim Bosch oder beim Daimler am Band standen und mords die Kohle ABKASSIERTEN. Die bauten ihr Häuschen, da waren die andren gerade mit ihrem Studium fertig. Dass das ein Ende hat, war vorherzusehen und ist nur gerecht.
    Es gibt auch Menschen, die nicht unbedingt studieren möchten. Abkassiert haben diese wohl nicht, sondern ihren Tariflohn erhalten. Was man sich davon finanziert ist wohl Privatsache.

    Zitat von Kulturkontor Beitrag anzeigen
    Und nun zum Thema Zeitarbeiter: Ich war selber arbeitslos und habe zur Überbrückung bei einer Zeitarbeitsfirma gearbeitet, spreche also aus Erfahrung:Zeitarbeiter sind NICHT die besten Arbeiter, die man sich wünschen kann. Sie müssen SEHR eng geführt werden, mit ganz genauen Vorgaben, können Arbeiten NICHT selbstständig ausführen, investieren nicht in Qualifikation, und haben daher meiner Meinung nach nicht den Anspruch auf den gleichen Verdienst wie andere.
    Natürlich bestätigt auch hier die Ausnahme die Regel.
    Eine grobe Verallgemeinerung. Viele Ingenieure und Programmierer, die mittlerweile auch oft zeitarbeiten müssen oder wollen, sind gut ausgebildet und können, nachdem sie das Unternehmen kennengelernt haben, selbständig arbeiten.
  2. #141

    Betriebskosten werden de facto auf Leiharbeitnehmer verlagert!

    Zitat von Maclane Beitrag anzeigen
    Das Thema hatten wir doch schon mal. Die Agentur für Arbeit ist nun wirklich die ungeeignetste Stelle, um Arbeit suchende und Arbeiter suchende zusammen zu bringen.
    Wenn Sie so auf Statistiken stehen, dann sammeln sie doch mal eine Statistik für die Vermittlungsquoten....

    Ich denke, Maclane ,
    IhreArgumente treffen nicht den eigentlichen Punkt der Leiharbeit. Im Prinzip können alle mit der Vermittlung von Leiharbeitskräften einhergehenden bürokratischen Arbeiten und die dazu gehörende Ausstattung mit technischen Hilfsmitteln von den Servicesentern der Bundesagentur eingebracht werden. Die Infrastruktgur jedenfalls ist vorhanden. - Der Kern meines Anliegens ist, daß den Leiharbeitnehmern der ihnen zustehende marktgerechte Lohn auch voll zugute kommen muß.
    Das Äußerste, was hier toleriert werden kann ist die Vermittlung von Arbeitsstellen gegen eine einmalige Provision – keineswegs jedoch in Form von regelmäßigen Abzügen von der ausgehandelten Entleihgebühr.
    Auch hier zeigt die Praxis, daß Verwaltungskosten von den Beschäftigungsbetrieben auf die Verleiher und von dort auf den Leiharbeitnehmer verlagert worden sind. - Über diesen betriebswirtschaftlichen Verlagerungseffekt gibt es keine Untersuchungen. Allerdings ist die Arbeitnehmerüberlassung selbst der Deutschen Bundesbank in ihrem Monatsbericht vom Januar 2010 eine Randbemerkung wert:
    „Im Verarbeitenden Gewerbe war dieser Rückgang (Personalkosten 2008; Anm. des Verf.) mit vier Prozentpunkten auf zuletzt 17% noch deutlicher ausgeprägt. Hier ist aber die zunehmende Bedeutung der Arbeitnehmerüberlassung mit ins Bild zu nehmen. Die Vergütung an die Leiharbeitsfirmen wird von den Unternehmen, die deren Leistungen in Anspruch nehmen, unter den „übrigen Aufwendungen“ gebucht. Diese Position hat in der zurückliegenden Aufschwungphase in der Industrie entsprechend an Gewicht gewonnen; im Jahr 2008 nahm sie hier um 11% und im gesamten Firmenkreis um 8% zu.”

    Auch wenn der Bundesbank keine belastbareren Aussagen möglich sind (ausgewertet werden hier Bilanzen und G+V-Rechnungen), so können Sie der Personalkostenentwicklung entnehmen, daß Teile der eigentlichen Personalkosten nunmehr von den „Personalaufwendungen“ zu den „sonstigen Aufwendungen“ innerhalb der Ertragsrechnungen verlegt worden sind. Dies ist auch eine Bestätigung dafür, daß mindestens das verarbeitende Gewerbe mehr und mehr dazu übergeht, sein Stammpersonal gegen externe Leiharbeitskräfte auszutauschen. - Ich denke, dies ist vor dem Hintergrund meiner Eingangs dargestellten Kostenverlagerung auf die Leiharbeitnehmer nicht nur eine beängstigende sondern sogar eine unter juristischer Betrachtungsweise durchaus anfechtbare Entwicklung.
    Jordan Sokoł
  3. #142

    ...

    Zitat von Heinzel Beitrag anzeigen
    Die Vollkasko-Mentalität besteht eher auf der Seite der Unternehmen. Denn warum sonst sollte man den Kündigungsschutz aushebeln wollen? Wie toll für Unternehmen, daß es Leiharbeit gibt, da muß man sich über Kündigungsschutz und dem damit verbundenen Unternhmerisiko überhaupt keine Gedanken machen...
    Unter "unternehmerischem Risiko" hat man mal etwas anderes verstanden, als "Mitarbeiter "loszuwerden".

    Aber mal eine Frage an Sie: Was würden Sie als Unternehmer in einer unsicheren wirtschaftlichen Situation machen? 10 Leite (zu vernuünftigen Löhnen) festanstellen - mit der Gefahr sie -z.b. bei Einbruch der Auftragslage nicht mehr loszuwerden - und dadurch ggf. das Unternehmen gegen die Wand fahren - oder lieber auf Leiharbeiter gehen, die man ohne Probleme mit Betriebsrat oder Gewerkschaft am nächsten Tag nach Hause schicken und damit einen Kostenfaktor beseitigen kann?
  4. #143

    ....

    Zitat von meon Beitrag anzeigen
    Unter "unternehmerischem Risiko" hat man mal etwas anderes verstanden, als "Mitarbeiter "loszuwerden".

    Aber mal eine Frage an Sie: Was würden Sie als Unternehmer in einer unsicheren wirtschaftlichen Situation machen?
    Es ist ohne Probleme möglich, Befristete Verträge mit Neueinzustellenden abzuschließen.
    Aber heutzutage ist es ja egal, ob die Wirtschaft boomt, oder nicht. Unbefristete Neueinstellungen sind eher Mangelware. Deswegen verstehe ich Ihre Argumentation mit der "unsicheren Wirtschaftslage" nicht.
  5. #144

    ...

    Zitat von Berlinjoey Beitrag anzeigen
    ...
    Die Linkspartei hat Angst ihre Klientel würde mit Arbeit einen sozialen Aufstieg erleben und dann ihr Kreuzchen woanders machen. Den Postkommunisten ist es am liebsten, wenn noch mehr Menschen von Hartz4 lebten. Diese sind alle potentielle Wähler.
    Stimmt nicht, und das wissen sie auch.
    Weder besteht die Wählerschaft der Linkspartei mehrheitlich aus Hartz4-Empfängern, noch wählt die MEhrheit der Hartz4-Empfänger die Linkspartei.
    Sie brauchen nicht zu antworten, das richtet sich an Leute die ihre Propaganda lesen und hinterher noch glauben könnten.
  6. #145

    Zeitarbeit

    Guckt mal in die Jobbörse vom Arbeitsamt.99 Prozent nur Einstellung über Leiharbeit. Ach ja Vermittlungsgutscheine sind auch sehr gefragt. Am Ende landet man aber auch da in Leiharbeit. Schande.
  7. #146

    Schröder

    Den Mist mit der Zeitarbeit und den befristeten Arbeitsverträgen haben wir in diesem Umfang dem "Genossen der Bosse" Gerhard Schröder zu verdanken. Die FDP hätte es selbst nicht besser sozial ungerechter und schrög gestalten können...Familienplanung ist so auf jeden Fall nicht möglich. KITAs sind da egal. Wenn ich nicht weiss, ob ich nach sechs Monaten noch Arbeit finde (auch als Studierter), dann setze ich keine Kinder in die Welt, baue kein Haus etc...so wird das nie etwas, die demographischen Probleme in den Griff zu bekommen. Die Bundesregierung sollte hier handeln. Und was auch immer nötig und möglich ist, Zeitarbeit und befristete Arbeitsverträge zu einer schlechten Erinnerung von Gestern zu machen. Sonst wählen irgendwann viele viele die LINKE. Schauder.
  8. #147

    .

    Zitat von Andyhook Beitrag anzeigen
    Guckt mal in die Jobbörse vom Arbeitsamt.99 Prozent nur Einstellung über Leiharbeit. Ach ja Vermittlungsgutscheine sind auch sehr gefragt. Am Ende landet man aber auch da in Leiharbeit. Schande.
    Der Einstieg über "Leihareit" in eine unbefristete Beschäftigung, war nach meiner Erfahrung nicht schlecht. Wir stellten 3 von 10 im Durchschnitt selbst ein.
  9. #148

    Aufschlußreicher Beitrag zum Thema, der...

    ...gerade im Deutschlandfunk gesendet wurde:

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/h...litik/1236189/
  10. #149

    .

    Zitat von settembrini. Beitrag anzeigen
    Der Einstieg über "Leihareit" in eine unbefristete Beschäftigung, war nach meiner Erfahrung nicht schlecht. Wir stellten 3 von 10 im Durchschnitt selbst ein.
    Klar gibt es immer wieder Firmen die Leiharbeiter fest einstellen, aber das kommt immer seltener vor. Auch wenn ich wieß, das der überwiegende Teil der Zeitarbeitsfirmen als Sklavenverleih bezeichnet werden kann, so bin ich doch bei den meißten in der Kartei. Warum? Weil ich jede Chance nutzen will und muß die sich mir bietet.
    Es gab mal eine kurze Zeit in meiner Erwerbsbiographie in der ich Personalverantwortung hatte. Auch da haben wir die Zeitarbeit die Leute gefunden, die wir dann fest eingestellt haben. Von Drame mit dem Arbeitsamt und den von dene geschickten Leuten will ich garnicht erst anfagen. (5 aversierte Leute, 1 und 3 kamen nicht, 2 lege nur den Zettel vor um zu bestätigen das er da war, Nr 4 haben wir schon an Eingang wieder nach Hause geschickt weil die Fahne bis nach Timbuktu reichte. Nur der Letzte war klasse. Passte alles, Englisch vorhaden. Einziger Nachteil. Er hatte in seinem Beruf als Elektiker (Meisterbrief), seit 15 Jahren nicht mehr gearbeitet. Er war technischer Einkäufer. (Hatte er den Arbeitsamt aber gesagt)

    Die Erfahrungen die ich bisweilen mit Zweitarbeiten habe. Die haben mich zwar in der Liste, aber es kam noch Nichts. Erklärung ist einfach. Für die niederwertigen Tätigkeiten bin ich Überqualifiziert und bei den Tätigkeiten die ich machen könnte, da ich diese schon ausgeübt habe, stehe ich mit fehlendem Studium gegen die Dipl.Ings. .. Danke für´s Gespräch.

    Eher finde ich was im Ausland als hier in Deutschland. Ich versuche schon die Kosten für die GreenCard von der ArGe zu bekommen, aber da wollen sie noch nicht ran.


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